Winter in Wien / Winter in Vienna

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Die Stille in Wien ist dieselbe wie in Marokko. Du schließt die Augen und schon ergießt sich das glitzernde Dunkel und hüllt dich ein …

Stille lässt sich nur durch lebendige Begegnung mit ihr erfahren, als mentales Konzept funktioniert sie nicht. Und um ihren Zauber zu spüren, braucht es vertrauen. Solange wir Sicherheit und das wirklich Wichtige woanders suchen, bleibt sie im Hintergrund. Sie möchte die Nummer eins sein, dann erst schenkt sie aus dem Vollen ein …

Im Wiener Winter begegnet einem als Erstes diese würzige frische Luft, wenn man das Haus verlässt. Wien ist vielleicht nicht so bunt wie Marrakesch, hat aber auch einiges zu bieten: Am Bahnsteig der U-Bahn-Linie U2 Volkstheater richten sich alle Augen auf eine Dame mittleren Alters, die nur mit einem transparenten Unterkleid und Flip-Flops bekleidet auf die U-Bahn wartet. Die anderen Fahrgäste – durchwegs in dicke Winterkleidung gehüllt – entwickeln bei ihrem Anblick entgleiste Gesichtszüge oder schauen verkrampft woanders hin. Ihr unbewusster Hang zur Konformität ist schwer erschüttert. Das Unterkleid dieser besonderen Dame ist kurz, der Ansatz ihrer Pobacken gut sichtbar und nur ihre Brustwarzen verraten, dass auch sie die Kälte wahrnimmt. Obwohl ihr Haar verfilzt ist, ist ihr Blick klar und ihre Haltung bereit …

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The silence in Vienna is the same as in Morocco. You close your eyes and the sparkling darkness pours out and envelops you …

Silence can only be experienced through a living encounter, to meet her directly, it does not work as a mental concept. You need trust to feel her magic. As long as we are looking for security and what’s really important elsewhere, it stays in the background. She wants to be the number one, then she will give you everything in abundance …

In Viennese winter, you first encounter this spicy fresh air when you leave the house. Vienna may not be as colorful as Marrakech, but it also has a lot to offer: At the platform of the underground line U2 Volkstheater all eyes are on a lady of middle age, wearing only a transparent undergarment and flip-flops waiting for the U Train. The other passengers – all wrapped in thick winter clothes – develop at their sight derailed facial features or look cramped somewhere else. Their unconscious tendency to be conform is severely shaken. The undergarment is quiet short, parts of her buttocks clearly visible and only her nipples reveal that she also perceives the cold. Although her hair is matted, her gaze is clear and her attitude ready …

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