Reise ins Spiegelland / Journey to the mirror land

Anagnorisis

Ah, es geht also ums Erkennen! Das mysteriöse ES, dem man schon so viele Namen gegeben hat, inclusive das „Unbenennbare“ möchte sich erkennen. Deshalb also der ganze verrückte Trip?! „Mensch erkenne dich selbst“, stand schon auf dem Tempel in Delphi …

Biegt man von Delphi gleich links ab und wandert etwas über die stillen Felder entzündet sich die Magie, das Spiegelland poppt hervor. Was du ihm zeigst, das zeigt es dir, öffnest du dich dem Leben, öffnet es sich bereits dir. Holst du dein Messer hervor, tut es das auch. Willst du ES ur-gerne kennenlernen, möchte ES ur-gerne dich kennenlernen …

ES zu erkennen, bedeutet gleichzeitig ES zu sein, also sich selbst zu erkennen. (Wir sind ja im Spiegelland.) Der Wanderer, der ES erkennt, lässt sofort seine Waffen fallen. Die Ignoranz löst sich auf und natürliche Bewunderung tritt in Kraft. Die Augen sehen wieder wie die eines neugierigen Kindes. ES nutzt sich nie ab, ergießt sich in die Welt wie ein intelligenter, prickelnder, knisternder Strom, schwappt wild hinein und heraus und dir bleibt nur der Applaus …

Elysien

Ah, so it’s about realization! The mysterious IT, which has been given so many names, including the “Unnameable” wants to recognize itself. So that’s the whole crazy trip ?! “Man know thyself”, was already written on the temple in Delphi …

If you turn left from Delphi and walk over the silent fields, the magic ignites, the Mirror Land pops up. What you show it, it will show you, if you open yourself to life, life already opens to you. If you get your knife out, it does so too. If you really want to get to know IT, IT really would like to meet you …

To know IT means to be IT at the same time, that is to know oneself. (Remember, we’re in the Mirror Land.) The Wanderer recognizing IT immediately drops his weapons. Ignorance dissolves and natural worship takes effect. The eyes see again like those of a curious child. IT never wears off, pours into the world like a smart, tingling, crackling stream, spills in and out wildly, leaving you with just applause …

Nichts als der Durst ist mir Licht

 

 

 

Advertisements

Alte Magie / Old magic

 

RAVEN

Die Krähen wachen bereits in aller Frühe und pumpen ab und zu ihr Krächzen in alle Richtungen, noch bevor die Welt mit ihrem Gewusel beginnt. Es sieht so aus, als hätten sie das schon immer getan. Da ist so ein alter Zauber mit dabei …

Dieselbe alte Magie lebt in deinen Augen, die Möglichkeit, die Welt direkt zu sehen, diesen fein gesponnenen Strom eines Februarmorgens in Wien. Die lichtgetränkten Grautöne, in denen die zartesten Flocken treiben wie in hellem Glas, das bei jedem Krähen der alten Wächter flüsternd bricht …

Die ersten Menschen erwachen. Wie die Krähen scheinen auch sie auf etwas Wesentliches zu warten. Sie laufen hierhin und dorthin, besorgen Dinge, aber das Wesentliche ist nicht dabei. Das, was fehlt, ist bereits hier, versteckt in offener Sicht. Es wirbelt in der Luft um die Dinge, wie ein verborgener Gebirgsbach. Du brauchst ES nicht zu machen, es war schon immer hier. Es durchschneidet die Netze der Trance, du musst nicht mehr warten. Es tanzt für dich, und noch während deine Mauern transparent werden, spaziert es bereits keck durch die Öffnung legt sich lasziv auf dein Bett und vertreibt den Schlaf. Es möchte eins sein, unbedingt und am liebsten mit dir …

Raven Katalog

The crows already wake up early in the morning and at times pump their croaks in all directions, before the world begins its bustle. It looks like they’ve always done that. There is such an old magic in it …

The same old enchantment lives in your eyes, the opportunity to see the world directly, this finely spun stream of a February morning in Vienna. The light-soaked shades of gray in which the most delicate flakes drift, as in bright glass, which breaks whisperingly with each crow of the old watchmen …

The first humans awaken. Like the crows, they too seem to be waiting for something essential. They walk here and there, getting things, but the essential one is not among them. What is missing is already here, hidden in open view. It whirls in the air around things, like a secret mountain stream. You do not need to do it, it has always been here. It cuts through the network of trance, you do not have to wait anymore. It dances for you and while your walls become transparent, it already strolls brash through the opening, subsides lasciviously on your bed and drives off sleep. It wants to be one, absolutly and most of all, with you …

Rabe 13

 

Die subtilen Bereiche / The subtle realms

Parallel Landscape 4

Wandern wir über die Felder der Stille, brauchen wir andere Wegweiser. Die subtilen Bereiche sind nicht mit den Sinnen erfahrbar und sind doch realer als das Sichtbare. Hier braucht es dich offen und verfügbar, sobald du etwas erreichen willst oder für dich als Person etwas haben willst, bleibst du stecken. Gibst du dich hin, kannst du wieder weitergehen. Die ersten Schritte musst du oftmals blind gehen, mit dem Vertrauen abgeholt zu werden …

Wenn du nicht auf die Zweifel hörst, fangen die Felder bald an, magisch zu sein, als würdest du in der Landschaft deines Herzens wandern. Auch du selbst beginnst dich anders zu verhalten, achtsamer, intimer. Du gehst scheinbar durch dieselbe Landschaft, die du mit den Sinnen erfährst und doch ist die stille Landschaft wie parallel dazu. Sie überschneiden sich und sind doch verschieden. Es ist dieselbe Landschaft einmal mit dem Verstand gesehen und einmal mit dem Herzen …

Du kannst in dieser parallelen Landschaft bleiben, wenn du dort deinen Schatz vergräbst, wenn dir der Tanz wichtiger ist, als das Verstehen. Wenn es dir von Herzen egal ist, wie auch immer du gerade bist, ja, wenn alles was gerade in dir da ist, begleitet wird von der Trompete Paolo Fresus und der Stimme Kurt Ellings, wenn du bitter bist wie Kaffee und süß wie Milch. Wenn all deine Haltestricke reißen. Wenn du weißt, du musst nirgendwohin – weder zurück noch nach vor – nur in die Freude des Gegenwärtigen. Wenn das Unendliche in deine Stimme sickert und deine Hände führt, wenn du aufrecht, wie ein Kind in die Bedrohung gehst. Wenn du in die Öffnung strömst, wie wenn du nach Hause kommst …

P1020570

If we walk over the fields of silence, we need other signposts. The subtle realms can not be experienced with the senses and yet are more real than the visible ones. Here you need to be open and available, as soon as you want to achieve something or want something for you as a person, you get stuck. If you surrender, you can go on again. The first steps you often have to go blind, with the confidence to be taken …

If you do not listen to the doubts, the fields soon start to be magical, as if you were wandering in the landscape of your heart. You too are beginning to behave differently, more attentively, more intimately. You seemingly go through the same landscape that you experience with the senses and yet the quiet landscape is like parallel to it. They overlap and are different. It is the same landscape once seen with the mind and once with the heart …

You can stay in this parallel landscape if you bury your treasure there, if the dance is more important to you than understanding. If you do not care from your heart, however you are in this given moment, if all that is in you right now is accompanied by the trumpet Paolo Fresus and the voice of Kurt Elling, if you are as bitter as coffee and sweet as milk. When all your knits break. When you know, you do not have to go anywhere – neither back nor forth – only deep into the joy of the present. When the Infinite seeps into your voice and guides your hands, when you stand upright, like a child in the threat. When you pour into the opening like coming home ….

 

The center of belonging

Teresa

“Wenn Sie einem Kind beibringen, dass ein Vogel Vogel genannt wird, wird das Kind nie wieder einen Vogel sehen.” Krishnamurti

Wenn du dich fühlst, wie die abgebrochene Klinge eines Messers, ist es Zeit, dich in der Schmiede zu erneuern. Du öffnest dich der Glut der Stille, deine letzten Worte werden vom Sein verschluckt. Du wirfst dich gegen die Weltenwand, bis du merkst, du bist nicht die Person, die sich dagegen schmeißt, sondern die Wand …

Die Perspektive wechselt, nicht du öffnest dich der Stille, sondern die Stille öffnet sich dir. Du erlebst dich selbst aus den Augen der Stille. Das macht einen enormen Unterschied, denn die Stille wertet nicht, geht gar nicht, kein bisschen. Sie erlebt immer nur hier und jetzt, keine Vergangenheit und keine Zukunft. Sie kennt keine Zeit und es ist ihr unmöglich, dich anders als wohlwollend zu betrachten …

Als Stille erlebst du dich selbst neu, es ist ihr eine große Freude, durch dich die Welt zu erleben, es ist ihr dringender Wunsch, durch dich, sich selbst zu erleben. Und sie ist eine herrliche Gastgeberin, kein Herumgemäkel, kein Vergleichen, es stört sie nicht, dass du Fehler machst, oder dass du alterst, es macht ihr auch fast gar nichts aus, dass du ein kleines Bäuchlein hast. Im Gegenteil, in ihr lernst du Raum kennen und Fülle und Menschlichkeit …

 

Parallel Landscape 11

“When you teach a child that a bird is named bird, the child will never see a bird again.” Krishnamurti

When you feel like the broken blade of a knife, it’s time to renew yourself in the smithy. You open to the glow of silence, your last words are swallowed up by being. You throw yourself against the world wall until you realize you are not the person who throws himself against it, but the wall …

The perspective changes, it is not you who opens to silence, but the silence opens to you. You experience yourself out of the sight of silence. That makes a huge difference, because the silence does not judge, it cant, not a bit. It always experiences only here and now, no past and no future. She knows no time and it is impossible for her to treat you other then benevolent …

As silence, you are experiencing yourself anew, it is her great pleasure to experience the world through you, it is her urgent desire to experience herself through you. And she is a wonderful hostess, no fault-finding, no comparison, it does not bother her, that you make mistakes, or that you age, it almost does not matter to her that you have a Little prosperity belly. On the contrary, through her you get to know space and abundance and humanity …

Liebende / Lovers

 

20170505_082424 (2)-1-1

Wenn die individuelle Persönlichkeit ein tiefes Ja hin zum Universum verspürt, heißt das nicht unbedingt gleich, dass dieses Ja erwidert wird. Manchmal braucht es schon ein bisschen werben. Es hilft, wenn die Person entschlossen, offen und bereit ist, doch selbst dann bleibt der/die Geliebte oftmals stumm …

Die Stille wird groß und rein, wie nur was und du weißt, du kannst hier nichts erzwingen, nichts manipulieren, der/die Geliebte ist absolut frei. Du gibst alles, was du bist, hast nur mehr einen Wunsch, stehst am Rande deines Abgrunds …

Es hilft, wenn du deine ganze Aufmerksamkeit richtest, so freundlich wie möglich. Wenn du bereit bist, für immer vor der Tür zu stehen mit Blumen in der Hand, merkst du irgendwann, ihr seid schon längst im selben Raum, wart niemals getrennt, ihr seid schon längst intim. Du wanderst schon ewig im Hochzeitsgewand mit deinem Ja auf den Lippen …

Parallel Landscape 9

If the individual personality feels a deep yes towards the universe, it does not necessarily mean that this yes is reciprocated. Sometimes it takes a bit of wooing. It helps if the person is determined, open and avaliable, but even then the beloved often remains silent …

The silence becomes huge and pure, you can not force or manipulate anything here, the beloved is absolutely free. You give everything you are, you just have but one desire, standing on the edge of your abyss …

It helps if you direct your whole attention, as friendly as possible. When you’re ready to stand in front of her door forever with flowers in your hand, you’ll eventually realize you are already in the same room together, never been separated, you’re already intimate. You’ve been walking since the beginning of time in your wedding robe with a yes on your lips …

Parallel Landscape 12

 

Ramana im Februar in Wien / Streams of being

20180208_192354

Das bloße Sein wird immer manifester, seine Strömungen lebendiger, sein Zauber berührender. Gleichzeitig verliert das scheinbar solide Leben als Person an Wichtigkeit …

Als psychologisch konditionierte Persönlichkeit in unserer Gesellschaft ist man an das Tun, an das Funktionieren geknechtet, unser Selbstwert definiert sich darüber, so wie unser scheinbares Glück. Die Sehnsucht ist in die Ferne gerichtet, irgendwo weit entfernt, gibt es wohl einen Ort von Wahrheit, wo wir uns verbunden fühlen und wo wirkliche Freude existiert.
So haben wir uns eingerichtet und bemerken zunehmend dringender, dass die Glücksmomente, die wir in dieser Art Leben erfahren, einfach nicht wirklich dauerhaft erfüllend sind …

Dabei sind wir die ganze Zeit vom Sein getragen, werden so subtil davon genährt, dass wir sein tiefes Walten übersehen. Obwohl das Sein nur in flüchtigen Momenten zwischen den soliden Blöcken unserer Welt aufzutauchen scheint, wohnt doch in ihm alles Wesentliche, alles, wonach wir uns sehnen in Fülle. Mitsamt der Einladung es nicht nur zu besuchen, nicht nur Gast sein zu dürfen, sondern dauerhaft darin zu wohnen, das Sein zu sein …

Die Türen des Seins sind immer offen, wir wenden uns nur immer Dingen zu, die scheinbar wichtiger, dringender unsere Aufmerksamkeit einfordern. Das machen wir so lange, bis etwas in uns einfach wirklich genug davon hat, bis das Leid davon so offensichtlich wird, das alle Ablenkungen es nicht mehr überdecken können …

Das ist der Moment, in dem wir reif sind, in das Sein zu fallen und zu bemerken, dass seine sanften Strömungen uns auffangen. Dass es wirklicher ist, als alles, was wir bisher gekannt haben, dass es nichts will, aber alles hat. Geben wir ihm die Aufmerksamkeit, dann wird DAS wirklicher, so manifest, wie eine goldene Statue die bestehen bleibt, auch wenn alle Zungen der Angst an ihr lecken. Das stille Gewebe in dir, das, woraus du gemacht bist, wird lebendig und entfaltet seine Natur. Der Schmetterling entschlüpft dem Menschenmaterial …

20180210_164714

The mere being becomes more and more manifest, his streams more lively, his magic more touching. At the same time, the seemingly dense life as a person loses importance …

As a psychologically conditioned personality in our society, one is enslaved to doing, functioning, self-esteem is defined by it, as well as our apparent happiness. And there is longing to a distant space somewhere, where there is truth, where we feel connected and where there is real joy.
So we have settled in and are increasingly realizing that the moments of happiness we experience in this kind of life are simply not really lasting …

In doing so, we are carried by being all the time, so subtly nourished by it that we overlook its profound ruling. Although being seems to emerge only at fleeting moments between the solid blocks of our world, in it lives all that is essential, everything we crave dwells in it in abundance. Along with the invitation not only to visit, not just to be a guest, but to live permanently in being, to be the being …

The doors of being are always open, but we always turn to things that seem to be more important, demanfing urgently our attention. We do that until something inside of us just gets really tired of it until the suffering of it becomes so obvious that all the distractions can not cover it anymore …

It is the moment when we are ready to fall into being and notice that its gentle currents absorb us. That it is more real than anything we have known so far, that it does not want anything, but has everything. Let’s give him the attention, then IT is becoming real, as manifest, like a golden statue that persists, even if all the tongues of fear lick at her. The silent fabric within you, that which you are made of, becomes alive and unfolds its nature. The butterfly eslips from the human material …

20180210_164418

Im Bann der Stille / In the spellbound of silence

IMG_20170811_083623_032

Wenn das Wälzen in persönlichen Problemen ein schlammiges Schlachtfeld kreiert hat, leuchtet Freude wie eine Morgensonne in die Szene. Dein delikates Mögen von kleinen Dingen, wie jenes, dass du überhaupt in der Lage bist, dein gespenstisches Schlachtfeld auch anders zu betrachten, oder das Wertschätzen von anderen kleinen Dingen, die dich gerade umgeben, entzündet in deinen Zellen kleine Leuchtfeuer. Dein Kummer wird von den Flammen der Bewunderung verzehrt. Aus der Asche deiner Sorgen hebt sich dein erneuertes Wesen an …

Wenn dich trübe Gedanken, verkleidet in fadenscheinig, glänzenden Kostümen, in die Kerker locken und du folgst dem allerkleinsten Keim der Freude, wie dem Glitzern im Libellenflügel und du achtest, auf welches noch so geringste Detail du deine köstlichste Aufmerksamkeit richtest, dann kommt Frieden mit langsamen, wie unter magischen Bann stehenden Bewegungen herein und verändert den Raum …

Wenn die Wolken in dir, sich zu einer ernsten, rigiden Person verdichten, vertraue auf den leisesten Ruf eines noch so entfernten Vogels, begrüße die alltäglichste Kleinigkeit, wie einen lange vermissten Freund, dann wettert das Leuchten wieder auf den magischen Feldern und es gibt nichts, das nicht davon ergriffen ist …

IMG_20170811_083413_888

When your turning over in personal concern has created a muddy battlefield, joy shines like a morning sun into the scene. Your delicate liking of little things, such as being able to look at your ghostly battlefield differently, or appreciating other little things that surround you, ignites little bonfires in your cells. Your grief is consumed by the flames of admiration. Out of the ashes of your cares, your renewed nature rises …

When murky thoughts, disguised in specious, shiny costumes, lure you into the dungeons, and you follow the very smallest germ of joy, like the sparkle in the dragonfly wing, and you pay delicious attention to the smallest detail at hand, then peace comes in with slow, magically spellbound movements and changes the whole space …

When the clouds within you, become a serious, rigid person, rely on the faintest call of a distant bird, greet the most common trifle, like a long-lost friend, then it shines again through the magic fields and there is nothing that is not affected by it …

20180207_134405