Stilles Feuer / Silent fire

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Fotos: Renée Kellner

Draußen leuchtet der Schnee in der Nacht. Drinnen wirft ein

Eingeborener alles, was er hat, in das stille Feuer. Die weißen Kolonialisten haben den Spirit aus der Welt vertrieben, sogar aus so manchen Indigenen. Das weite Land wurde mit Dingen verstellt …

Der Eingeborene lauft durch die Gassen des Egos und sucht nach Sinn, bleibt aber nur an Ablenkungen kleben. Das Wollen vertreibt allerorts das Haben …

Einzig in den Momenten des stillen, offenen Feuers werden die Gespenster der Vergangenheit erlöst. Und jedes Mal flieht ein Ding aus dem weiten Land und Spirit strömt – immer gern bereit – wie Wasser in die Vertiefung …

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Outside, the snow shines in the night. Inside, a native throws everything he has into the silent fire. The white colonialists have driven the spirit out of the world, even from some indigenous people. The vast land was obscured with things …

The native runs through the alleys of the ego and seeks meaning, but only sticks to distractions. Wanting everywhere drives away having …

Only in the moments of silent, open fire are the ghosts of the past redeemed. And every time a thing flees from the vast land Spirit flows – always willingly – like water into the depression …

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Spiel der Gesichter / Game of faces

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Da gab es diesen Erleuchteten, der sich schon wieder auf die nächste Inkarnation freute, wo er wieder Wege aus der Verstrickung hin zum Wesentlichen finden würde müssen. Und tatsächlich ist es ein unpackbar komplexes Spiel: Tief in uns ist eine Ahnung, eine verborgene Gewissheit dessen, was wir als wahr empfinden und in manchen Momenten bricht das von selbst hervor – egal in welchen Abschnitt unseres Lebens – bahnt sich seinen Weg durch unsere Trance und leuchtet wie ein frisch gestrichenes Schaukelpferd in den Augen eines Kindes. Wir – angestrahlt von der Wahrheit, wie von der Wintersonne – voll verliebt, schwören ewige Treue …

Doch die Trance, das Leben in der psychologischen Persönlichkeit, hat geniale Tricks wieder ihr unbewusstes Netz zu spinnen und ohne es zu bemerken, Zack! Verstrickt. Das Gewicht MEINES Lebens ist wieder da, ernst, wichtig und problematisch. Wie hat das Ego, das bloß wieder geschafft?! Es hat ein paar clevere Spielzüge: Zweifel, ich habe wohl etwas falsch gemacht, etwas an mir ist wohl immer noch nicht in Ordnung, vielleicht wenn ich dies oder jenes erreiche … oder Triumph, ich habe es richtig gemacht! Etwas an mir ist schon sehr genial … oder Gewohnheit, ich hab es mir in der Trance gemütlich gemacht und wiederhole die Vergangenheit …

Sobald wir das glauben, schließt sich das Netz der Identifikation als psychologische Persönlichkeit. Das Spiel braucht deine ganze Aufmerksamkeit, braucht dich in deiner Kraft. Das Spiel braucht DICH. Genau deine Einzigartigkeit. Du hast bereits alles, was nötig ist, um die Wege im Nebel zu finden. Die tausend Wege hin zu dir …

Mit Humor, Leichtigkeit, Integrität und Sanftmut löst du den Bann und sendest die Spielsteine des Egos wieder zurück nach Hause. Jedes Mal, wenn du etwas von Herzen magst, wie klein das auch immer ist, reichst du dem Wesentlichen die Hand und der Nebel lichtet sich. Gibst du dem Widerstand in dir nach, holt das Ego langsam wieder auf. Glaubst du gar nichts, weder deinen Erfolgen oder Misserfolgen aus der Vergangenheit, weder deinen Wünschen und schlauen Strategien in die Zukunft, sondern bist einfach hier – freundlich dem gegenüber, wie du gerade bist – offen und verfügbar, bist du frei, bist bereits am Ziel angelangt …

Kindhearted Grandmother

There has been this enlightened one, who was already looking forward to his next incarnation, where he had to find again ways out of the entanglement back home. And indeed, it’s an unbelievable complex game: Deep within us is an inkling, a hidden certainty of what we know to be true, and in some moments that breaks through by itself – no matter in which part of our lives – it paves its way through our trance and shines like a freshly painted rocking horse in the eyes of a child. We – illuminated by the truth, as by the winter sun – totally in love, swear eternal fidelity …

But the trance, our life in the psychological personality, has ingenious tricks again to spin its unconscious web and without realizing it, Zack! Entangled. The weight of MY life is back, serious, important and problematic. How did the ego manage that?! It has a few clever moves: doubt, I probably did something wrong, something about me is still not o.k. maybe if I achieve this or that … or triumph, I did it right! Something about me is already very ingenious …  or habit, I have made myself comfortable in the trance and repeat the past now …

or habit, I made myself comfortable in the trance and repeat the past

As soon as we believe that, the web of identification closes us in a psychological personality. The game needs your full attention, needs you in your power. The game needs YOU. Exactly your uniqueness. You already have everything you need to find the paths in the fog. The thousand ways to you …

With humor, lightness, integrity and gentleness, you release the spell and send the counters of the ego back home. Every time you really like something, no matter how small, you reach out to the essential and the fog clears. If you give in to the resistance in you, the ego slowly recovers. If you dont believe anything, neither your successes or failures from the past, neither your desires and smart strategies into the future, but you are just here – friendly to the way you are right now – open and available, you are free, you already arrived at the goal …

Kindhearted Grandmother 3

 

Alte Magie / Old magic

 

RAVEN

Die Krähen wachen bereits in aller Frühe und pumpen ab und zu ihr Krächzen in alle Richtungen, noch bevor die Welt mit ihrem Gewusel beginnt. Es sieht so aus, als hätten sie das schon immer getan. Da ist so ein alter Zauber mit dabei …

Dieselbe alte Magie lebt in deinen Augen, die Möglichkeit, die Welt direkt zu sehen, diesen fein gesponnenen Strom eines Februarmorgens in Wien. Die lichtgetränkten Grautöne, in denen die zartesten Flocken treiben wie in hellem Glas, das bei jedem Krähen der alten Wächter flüsternd bricht …

Die ersten Menschen erwachen. Wie die Krähen scheinen auch sie auf etwas Wesentliches zu warten. Sie laufen hierhin und dorthin, besorgen Dinge, aber das Wesentliche ist nicht dabei. Das, was fehlt, ist bereits hier, versteckt in offener Sicht. Es wirbelt in der Luft um die Dinge, wie ein verborgener Gebirgsbach. Du brauchst ES nicht zu machen, es war schon immer hier. Es durchschneidet die Netze der Trance, du musst nicht mehr warten. Es tanzt für dich, und noch während deine Mauern transparent werden, spaziert es bereits keck durch die Öffnung legt sich lasziv auf dein Bett und vertreibt den Schlaf. Es möchte eins sein, unbedingt und am liebsten mit dir …

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The crows already wake up early in the morning and at times pump their croaks in all directions, before the world begins its bustle. It looks like they’ve always done that. There is such an old magic in it …

The same old enchantment lives in your eyes, the opportunity to see the world directly, this finely spun stream of a February morning in Vienna. The light-soaked shades of gray in which the most delicate flakes drift, as in bright glass, which breaks whisperingly with each crow of the old watchmen …

The first humans awaken. Like the crows, they too seem to be waiting for something essential. They walk here and there, getting things, but the essential one is not among them. What is missing is already here, hidden in open view. It whirls in the air around things, like a secret mountain stream. You do not need to do it, it has always been here. It cuts through the network of trance, you do not have to wait anymore. It dances for you and while your walls become transparent, it already strolls brash through the opening, subsides lasciviously on your bed and drives off sleep. It wants to be one, absolutly and most of all, with you …

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Die subtilen Bereiche / The subtle realms

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Wandern wir über die Felder der Stille, brauchen wir andere Wegweiser. Die subtilen Bereiche sind nicht mit den Sinnen erfahrbar und sind doch realer als das Sichtbare. Hier braucht es dich offen und verfügbar, sobald du etwas erreichen willst oder für dich als Person etwas haben willst, bleibst du stecken. Gibst du dich hin, kannst du wieder weitergehen. Die ersten Schritte musst du oftmals blind gehen, mit dem Vertrauen abgeholt zu werden …

Wenn du nicht auf die Zweifel hörst, fangen die Felder bald an, magisch zu sein, als würdest du in der Landschaft deines Herzens wandern. Auch du selbst beginnst dich anders zu verhalten, achtsamer, intimer. Du gehst scheinbar durch dieselbe Landschaft, die du mit den Sinnen erfährst und doch ist die stille Landschaft wie parallel dazu. Sie überschneiden sich und sind doch verschieden. Es ist dieselbe Landschaft einmal mit dem Verstand gesehen und einmal mit dem Herzen …

Du kannst in dieser parallelen Landschaft bleiben, wenn du dort deinen Schatz vergräbst, wenn dir der Tanz wichtiger ist, als das Verstehen. Wenn es dir von Herzen egal ist, wie auch immer du gerade bist, ja, wenn alles was gerade in dir da ist, begleitet wird von der Trompete Paolo Fresus und der Stimme Kurt Ellings, wenn du bitter bist wie Kaffee und süß wie Milch. Wenn all deine Haltestricke reißen. Wenn du weißt, du musst nirgendwohin – weder zurück noch nach vor – nur in die Freude des Gegenwärtigen. Wenn das Unendliche in deine Stimme sickert und deine Hände führt, wenn du aufrecht, wie ein Kind in die Bedrohung gehst. Wenn du in die Öffnung strömst, wie wenn du nach Hause kommst …

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If we walk over the fields of silence, we need other signposts. The subtle realms can not be experienced with the senses and yet are more real than the visible ones. Here you need to be open and available, as soon as you want to achieve something or want something for you as a person, you get stuck. If you surrender, you can go on again. The first steps you often have to go blind, with the confidence to be taken …

If you do not listen to the doubts, the fields soon start to be magical, as if you were wandering in the landscape of your heart. You too are beginning to behave differently, more attentively, more intimately. You seemingly go through the same landscape that you experience with the senses and yet the quiet landscape is like parallel to it. They overlap and are different. It is the same landscape once seen with the mind and once with the heart …

You can stay in this parallel landscape if you bury your treasure there, if the dance is more important to you than understanding. If you do not care from your heart, however you are in this given moment, if all that is in you right now is accompanied by the trumpet Paolo Fresus and the voice of Kurt Elling, if you are as bitter as coffee and sweet as milk. When all your knits break. When you know, you do not have to go anywhere – neither back nor forth – only deep into the joy of the present. When the Infinite seeps into your voice and guides your hands, when you stand upright, like a child in the threat. When you pour into the opening like coming home ….

 

Sanfte Riesen / Gentle Giants

 

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Fotos: Renée Kellner

Von Indien kommend fällt es besonders auf: der Februar in Wien ist bezaubernd, so eine stille Welt! Die Vögel wagen grad mal einen winzigen Piep hinein in diese enorme Ruhe. Die nackten Zweige weisen bewegungslos in einen steifen Himmel, alles ist so tief in sich eingebettet …

Der Ausdruck der Menschen ist zwar eher verdrießlich, aber das kommt wohl daher, dass wir zu viel Zeit in unserer psychologischen Persönlichkeit verbringen, da wird das so klein, komprimiert, dicht, problematisch und manchmal richtig fies. Das Ego will zwar gerne wachsen, wichtig sein, größer und bedeutender als die Anderen sein, aber das geht sich nicht aus, denn eigentlich sind wir alle groß, ich meine WIRKLICH riesig, wir wandern mit dem Kopf zwischen den Sternen …

Sobald wir in unsere eigentliche Größe kommen, wird das gleich luftiger, spielerischer. Entgegen aller Behauptungen sind Riesen durchaus sanft, freundlich und humorvoll, sie essen gern, lieben sich gern, was auch immer Riesen tun, egal wie profan und unbedeutend es ist, sie tun es gerne. Sie machen es nicht aus praktischer Notwendigkeit, oder damit es dann eben erledigt ist, sie genießen es, egal ob sie sich den umfangreichen Hintern abwischen oder von ihren großräumigen Autos das Eis abkratzen, ob sie sich gemütlich in ihre riesigen Sesseln zurücklehnen, oder versuchen mit dem Kopf an den Sternen zu streifen, sie MÖGEN es so richtig …

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Coming from India, it is particularly noticeable that February in Vienna is enchanting, such a quiet world! The birds dare to take only a tiny beep into this enormous silence. The bare branches point motionless into a stiff sky, everything is so deeply embedded in itself …

The expression of people is rather annoyed, but that is probably because we spend too much time in our psychological personality, then everything gets so small, compressed, dense, problematic and sometimes really nasty. The ego wants to grow, to be important, to be bigger and more important than the others, but that does not work, because we are all really tall, I mean REALLY huge, we are wandering with our heads between the stars …

As soon as we get into our actual size, everything will be more airy, playfully. Contrary to all assertions, giants are gentle, kind and humorous, they like to eat well, to make love, whatever giants do, no matter how profane and insignificant it is, they LIKE to do it. They do not do it out of practical necessity, or just to get it done, they enjoy it, whether they wipe their bulky bottoms or scrape off the ice from their spacious cars, whether they sit back in their huge armchairs, or try to streak their head at the stars, they really LIKE it …

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The center of belonging

Teresa

„Wenn Sie einem Kind beibringen, dass ein Vogel Vogel genannt wird, wird das Kind nie wieder einen Vogel sehen.“ Krishnamurti

Wenn du dich fühlst, wie die abgebrochene Klinge eines Messers, ist es Zeit, dich in der Schmiede zu erneuern. Du öffnest dich der Glut der Stille, deine letzten Worte werden vom Sein verschluckt. Du wirfst dich gegen die Weltenwand, bis du merkst, du bist nicht die Person, die sich dagegen schmeißt, sondern die Wand …

Die Perspektive wechselt, nicht du öffnest dich der Stille, sondern die Stille öffnet sich dir. Du erlebst dich selbst aus den Augen der Stille. Das macht einen enormen Unterschied, denn die Stille wertet nicht, geht gar nicht, kein bisschen. Sie erlebt immer nur hier und jetzt, keine Vergangenheit und keine Zukunft. Sie kennt keine Zeit und es ist ihr unmöglich, dich anders als wohlwollend zu betrachten …

Als Stille erlebst du dich selbst neu, es ist ihr eine große Freude, durch dich die Welt zu erleben, es ist ihr dringender Wunsch, durch dich, sich selbst zu erleben. Und sie ist eine herrliche Gastgeberin, kein Herumgemäkel, kein Vergleichen, es stört sie nicht, dass du Fehler machst, oder dass du alterst, es macht ihr auch fast gar nichts aus, dass du ein kleines Bäuchlein hast. Im Gegenteil, in ihr lernst du Raum kennen und Fülle und Menschlichkeit …

 

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„When you teach a child that a bird is named bird, the child will never see a bird again.“ Krishnamurti

When you feel like the broken blade of a knife, it’s time to renew yourself in the smithy. You open to the glow of silence, your last words are swallowed up by being. You throw yourself against the world wall until you realize you are not the person who throws himself against it, but the wall …

The perspective changes, it is not you who opens to silence, but the silence opens to you. You experience yourself out of the sight of silence. That makes a huge difference, because the silence does not judge, it cant, not a bit. It always experiences only here and now, no past and no future. She knows no time and it is impossible for her to treat you other then benevolent …

As silence, you are experiencing yourself anew, it is her great pleasure to experience the world through you, it is her urgent desire to experience herself through you. And she is a wonderful hostess, no fault-finding, no comparison, it does not bother her, that you make mistakes, or that you age, it almost does not matter to her that you have a Little prosperity belly. On the contrary, through her you get to know space and abundance and humanity …

Offizieller Protest gegen die Dominanz der Ratio! / Official protest against the dominance of the Ratio!

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Leute es geht nicht mehr. Gegen etwas Vernunft ist ja nichts einzuwenden, aber unsere Gesellschaft flieht geradezu in die Arme von Kontrollzwang und fahlem Sicherheitsdenken …

Wir haben bereits die gesamte Schöpfung in einem Netz aus Sinn – und Nutzbezügen gefangen. Die neue Regierung zerrt gierig weiter Richtung Profit und Leistung und verfeuert dabei alles wirklich Wesentliche wie Schönheit, Menschlichkeit, Lebensqualität. Worin wollen wir denn Leben, um Himmels willen? Kommt schon Leute, Egowahn war gestern, spielen wir was anderes. Laufen wir den Göttern der Ratio hinterher werden wir blind, taub und fühlen uns selbst nicht mehr …

Wenn wir die Augen öffnen, sehen wir, es ist alles wie aus Licht geschnitzt: die Flugzeuge, die Kinder, die mit ihrem Winterstiefeln über die Holzplanken laufen, die träge vor sich hintreibende Orangenhaut der Seeoberfläche, die Baukräne, die Schotterwege, alles durchdrungen von purem Sein, gewebt aus demselben lauteren Stoff, wie wir selbst. Öffnen wir die Ohren, überwältigt uns das Leben wie eine Horde spielender Kinder. Beginnen wir uns zu fühlen, ändert sich die ganze Welt und etwas völlig Neues entsteht …

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Folks, it does not work anymore like that. There is nothing wrong with reason, but our society almost flees into the arms of control and pale security thinking …

We have already captured all of creation in a network of mind and use. The new government continues to drive greedily towards profit and effort, burning everything that really matters, such as beauty, humanity, quality of life. What do we want life for, for heaven’s sake? Come on people, Ego-delution was yesterday, we play something else.
If we run after the gods of the Ratio we become blind, deaf and do not feel ourselves any more …

When we open our eyes, we see it is all carved out of light: the airplanes, the children walking along the wooden planks with their winter boots, the lazy moving orange-peel skin of the lake surface, the construction cranes, the gravel roads, all steeped in pure being, woven from the same sincere fabric as we ourselves. If we open our ears, life overwhelms us like a horde of playing children. When we start to feel ourselves, the whole world changes and something totally new arises… 

 

 

Ramana im Februar in Wien / Streams of being

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Das bloße Sein wird immer manifester, seine Strömungen lebendiger, sein Zauber berührender. Gleichzeitig verliert das scheinbar solide Leben als Person an Wichtigkeit …

Als psychologisch konditionierte Persönlichkeit in unserer Gesellschaft ist man an das Tun, an das Funktionieren geknechtet, unser Selbstwert definiert sich darüber, so wie unser scheinbares Glück. Die Sehnsucht ist in die Ferne gerichtet, irgendwo weit entfernt, gibt es wohl einen Ort von Wahrheit, wo wir uns verbunden fühlen und wo wirkliche Freude existiert.
So haben wir uns eingerichtet und bemerken zunehmend dringender, dass die Glücksmomente, die wir in dieser Art Leben erfahren, einfach nicht wirklich dauerhaft erfüllend sind …

Dabei sind wir die ganze Zeit vom Sein getragen, werden so subtil davon genährt, dass wir sein tiefes Walten übersehen. Obwohl das Sein nur in flüchtigen Momenten zwischen den soliden Blöcken unserer Welt aufzutauchen scheint, wohnt doch in ihm alles Wesentliche, alles, wonach wir uns sehnen in Fülle. Mitsamt der Einladung es nicht nur zu besuchen, nicht nur Gast sein zu dürfen, sondern dauerhaft darin zu wohnen, das Sein zu sein …

Die Türen des Seins sind immer offen, wir wenden uns nur immer Dingen zu, die scheinbar wichtiger, dringender unsere Aufmerksamkeit einfordern. Das machen wir so lange, bis etwas in uns einfach wirklich genug davon hat, bis das Leid davon so offensichtlich wird, das alle Ablenkungen es nicht mehr überdecken können …

Das ist der Moment, in dem wir reif sind, in das Sein zu fallen und zu bemerken, dass seine sanften Strömungen uns auffangen. Dass es wirklicher ist, als alles, was wir bisher gekannt haben, dass es nichts will, aber alles hat. Geben wir ihm die Aufmerksamkeit, dann wird DAS wirklicher, so manifest, wie eine goldene Statue die bestehen bleibt, auch wenn alle Zungen der Angst an ihr lecken. Das stille Gewebe in dir, das, woraus du gemacht bist, wird lebendig und entfaltet seine Natur. Der Schmetterling entschlüpft dem Menschenmaterial …

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The mere being becomes more and more manifest, his streams more lively, his magic more touching. At the same time, the seemingly dense life as a person loses importance …

As a psychologically conditioned personality in our society, one is enslaved to doing, functioning, self-esteem is defined by it, as well as our apparent happiness. And there is longing to a distant space somewhere, where there is truth, where we feel connected and where there is real joy.
So we have settled in and are increasingly realizing that the moments of happiness we experience in this kind of life are simply not really lasting …

In doing so, we are carried by being all the time, so subtly nourished by it that we overlook its profound ruling. Although being seems to emerge only at fleeting moments between the solid blocks of our world, in it lives all that is essential, everything we crave dwells in it in abundance. Along with the invitation not only to visit, not just to be a guest, but to live permanently in being, to be the being …

The doors of being are always open, but we always turn to things that seem to be more important, demanfing urgently our attention. We do that until something inside of us just gets really tired of it until the suffering of it becomes so obvious that all the distractions can not cover it anymore …

It is the moment when we are ready to fall into being and notice that its gentle currents absorb us. That it is more real than anything we have known so far, that it does not want anything, but has everything. Let’s give him the attention, then IT is becoming real, as manifest, like a golden statue that persists, even if all the tongues of fear lick at her. The silent fabric within you, that which you are made of, becomes alive and unfolds its nature. The butterfly eslips from the human material …

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Die kleinsten Dinge / The littlest things

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Wenn deine Oberfläche still wird und dein Spiegel klar …

Wenn die unbewussten Länder wie Schatten herumziehen und dich ihre dunklen Schreie nicht erreichen …

Wenn du den Geruch der indischen Nacht einatmest, der durch die Rikshaw strömt …

Die eingeschlafene Pobacke, wenn dich der Bann des Berges wieder fest im Lauschen hält …

Wenn sich dein Gesicht in die spielerische Luft lehnt …

Wenn du zum tausendsten Mal ausziehst wie Hans im Glück …

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Dieser kaum wahrnehmbare, ganz besondere Duft von einem entfernten Feuer …

Dein öffnen in der Nacht …

Das ziehen in der Brust, wenn du ganz hier bist …

Wenn du daliegst wie ein offenes Buch und der Wind durch deine Seiten blättert …

Das plötzliche plärren der indischen Popmusik, die Geräusche der Tiere und das Hupen in der Nacht, wie Signale, wie Leuchten im dunklen, magischen Meer …

Der patzende Kugelschreiber, der sich allzu üppig in die Wörter und Zeichnungen verströmt. Ehe man sich versieht, hat sich schon wieder ein höchst delikates Tröpfchen Tinte gebildet, das sich wunderbar verschmieren lässt …

Der Moment wo du mit deinem(r) wunderbaren PartnerIn wieder klarkommst, nachdem es grad gar nicht so fein war und etwas jetzt magischer ist, als es vorher war …

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When your surface becomes silent and your mirror clear …

When the unconscious countries wander around like shadows and their dark cries does not reach you …

If you inhale the smell of Indian night flowing through the Rikshaw …
                
The numb bottom, when the spell of the mountain keeps you listening again …

When your face leans into the playful air …

When you move out for the thousandth time like Hans in Luck …

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This barely perceptible, very special scent of a distant fire …

Your opening at night …

Your dragging in the chest when you are completely here …

When you lie down like an open book and the wind blows through your pages …

The sudden blaring of Indian pop music, the sounds of animals and the honking in the night, like signals, like shining in the dark, magical sea …

The spilting ballpoint pen that lavishly flows into words and drawings. Before you know it, a very delicate droplet of ink has formed again, which can be wonderfully smeared …

The moment where you can deal with your wonderful partner again, after it was not so fine and something is more magical now, than it was before …

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Hanuman ist real! / Hanuman is real!

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O.k. die Aufklärung hat uns Westler vom Machtmissbrauch der Kirche und falschem Aberglauben befreit, aber ist nunmehr alles lächerlich, bloß weil es das Licht der Vernunft nicht erreichen kann?

In Indien ist der Raum der Wahrnehmung wesentlich weiter. Hier ist nicht nur die sichtbare Palette der Farben präsent, sondern auch noch Infrarot und Ultraviolett. Hanuman ist real! Krishna kannst du hier leibhaftig begegnen und das macht etwas mit dem ganzen Land, der Kontinent ist fest gehalten im heiligen Griff. Der Wind treibt die trockenen Blätter über den Tempelstein, in dem noch der alte Zauber lebt. Die Wellen des Schlafs spülen den Saddhu an, von Libellen umschwirrt. Selbst die Vögel streifen hier anders durch die Luftschwaden, sie scheinen nirgendwo hin zu wollen, als genüge es ihnen einfach hier zu sein …

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Das Leben ist wie der indische Straßenverkehr: Selbst wenn dir das Drücken der Hupe eine gewisse Sicherheit verleiht, ist es sinnlos zu glauben, du könntest irgendetwas kontrollieren. Es ist geradezu dumm, der Ratio – die ein wunderbares Werkzeug ist – die Herrschaft zu überlassen. Alles wirklich Wesentliche kann sie nicht begreifen, weder das Leben, den Tod noch die Liebe …

Also kommt schon! Bemalen wir die alten Höhlen neu, schicken wir die Götter des Nutzens und des Profits in den Urlaub. Lassen wir die Babys frei. Dann flackern
unsere Blicke wieder wie Kerzen angesichts der nackten Stille …

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OK. reconnaissance has freed us westerners from the power abuse of the church and false superstition, but is everything ridiculous just because it can not be reached by the light of reason?

In India, the space of perception is much wider. Here is not only the visible range of colors present, but also infrared and ultraviolet. Hanuman is real! You can meet Krishna here in person and that makes something with the whole country, the continent is held tight in a sacred grip. The wind drives the dry leaves over the temple stone, where still the old magic lives. The waves of sleep flush the Saddhu, buzzing with dragonflies. Even the birds wander through the air differently, they do not seem to go somewhere, as if it is just enough for them to simply be here.

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Life is like Indian traffic: even if the sound of the horn gives you some security, it’s useless to think you could control anything. It is downright stupid to let the Ratio – which is a wonderful tool – rule. She can not understand anything really essential, neither life, death nor love …
So come on! Let’s paint the old caves anew, send the gods of utility and profit on vacation. Let us free the babies. Then our eyes flicker again like candles in the face of naked silence …

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