Traum und Wirklichkeit / Dream and reality

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Untersucht man Stille, fällt auf, dass sie nicht getrennt ist, von bewusstem Sein, von Anwesenheit. Von etwas, das schon hier ist, das man nicht zu machen braucht. Es ist unmöglich den Finger darauf zulegen, man kann es nicht zu einem handlichen Konzept machen, um es in die Tasche stecken. Bewusstsein lässt sich nicht ins Unbewusste mitnehmen, man kann es nicht in „sein Leben“ integrieren …

Vom bewussten Sein aus betrachtet, ist die Welt der Gedanken und deren Inhalt nur scheinbar real, sie bestehen hauptsächlich aus Vergangenheit, die sich automatisch wiederholt, wie ein wenig angenehmer Traum …

Stilles Bewusstsein liebt das frische Gewahren im Moment. Das Heraustreten aus „seiner Welt“. Das Tasten der Sinne. Die Wurzeln der Welt reichen ins Wunder. Deshalb ist das Untersuchen von bewusstem Sein keine sachliche Angelegenheit, je mehr man es mag, sich darin verliebt, desto mehr zeigt es sich und wechselseitiges Erkennen geschieht, wie in einem Spiegel …

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If one studies silence, it becomes apparent that it is not separate, from conscious being, from presence. Of something that is already here that you do not need to do. It’s impossible to put a finger on it, you can not make it a handy concept to put it in your pocket. Consciousness can not be taken into the unconscious, one can not include it in „ones world“ …

Viewed from conscious being, the world of thoughts and their content is only seemingly real, they consist mainly of the past, which is repeated automatically, like a little pleasant dream …

Silent consciousness loves fresh awareness in the moment. The stepping out of „ones world“. The groping of senses. The roots of the world reach into wonder. Therefore, exploring conscious being is not factual, the more you like it, the more you fall in love with it, the more it shows up and mutual recognition happens, like in a mirror …

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Der Jubel der Hähne / The jubilance of roosters

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Wenn dich die Stille an der Hand nimmt, gibst du gern deine kleine Gedankenwelt auf, in der du noch – wie immer – dringend etwas Wichtiges machen solltest. Du weißt, es gibt gar nichts Wichtigeres und Dringenderes, als nach Hause zu kommen. Die Stille führt dich auf Schleichwegen und Schmugglerpfaden zurück ins Paradies …

Der kleinste Funke von Freude ist Bereitschaft. Bei jedem kleinen „Ja“ rauschen bereits Engel heran, wie fallende Sterne. Bei jeder Einwilligung beginnt dein Strömen und Schaffen. Sobald sich dein Mögen zeigt, angesichts dessen, was ist, lässt die Welt ihren Charme spielen …

Wesen und Dinge entfalten ihre Magie durch Würdigung. Freundliche Zuwendung ist wie ein Zauberstab …

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If silence takes you by the hand, you easily drop your little world of thoughts in which you should still – as always – urgently do something important. You know, there is nothing more important and urgent than to come home. Silence leads you on secret alleys and smuggler paths back to paradise …

The smallest spark of joy is willingness. With every little „yes“ angels rushing in, like falling stars. With every consent your streaming and creating begins. As soon as your liking shows, in the face of what is, the world play its charm …

Beings and things unfold their magic through appreciation. Friendly attention is like a wand …

Es ist, was es ist / It is, what it is

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Menschen scheinen immer etwas zu suchen, das gerade nicht da ist. Schon komisch: Das, was da ist, sucht das, was da ist und findet es nicht. Wie paradox! Man kann es nicht finden, weil es bereits ist, weil das was sucht, bereits das ist, was es zu finden wünscht …

Das, was da ist, ist schon hier, komplett, es fehlt nichts und die Wahrnehmung und das Erkennen dessen, setzt frei. Alles, was aus diesem Grund kommt, entsteht aus Freiheit. Es kann schon sein, dass jemand etwas braucht, dann kann mn es sich holen, aber von einem Ort der Freiheit, nicht aus Mangel …

Das, was ist, könnte man auch nicht machen, es ist einfach schon, Gestirne, Bewusstsein, man selbst, alles ist schon da. ES entwickelt sich, bewegt sich und man ist wie ein Beifahrer im Chevrolet des Lebens, der weiß, dass er sich keine Sorgen machen muss, auch wenn der Motor manchmal ruckelt …

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People always seem to be looking for something that is not here right now. It’s funny: what’s here looks for what’s here and does not find it. How paradox! You can not find it, because it’s already here, because what’s looking for is already what it wants to find …

Everything is already here, complete, nothing is missing, and the perception and recognition of it releases. Everything that comes from this ground is born of freedom. May be somebody still needs something than he or she can just go for it, but from a place of freedom, not from a place of  lack …

One could not do what already is: stars, consciousness, oneself, everything is already here. IT’s evolving, moving and oneself is like a co-driver in the Chevrolet of Life, who knows he does not have to worry, even if the engine sometimes jolts …

Das Gewicht der Stille / The Weight of silence

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Die Oberfläche der Dinge ist bis zum Erbrechen angefüllt mit Vorurteilen und Meinungen. Egal welche Bereiche: Kunst, Beziehung, Politik, Spiritualität, man kann es nicht mehr hören …

Wir glauben die Bedeutung der Dinge zu wissen, weil wir Begriffe dafür haben und Erfahrungen dazu, aber wir kennen es nicht wirklich. Da ist eine abstrakte Ebene unter der Welt, die wir zu kennen vermeinen, wie eine Tiefsee, in der Realitäten wohnen, die sich Bewertungen entziehen, die frei davon sind …

Wir können die Elemente, aus denen die Welt gestrickt ist, an der Oberfläche festnageln, aber nicht in der Tiefe. Sind wir wie ein Taucher im Sein unterwegs, in dem wogenden Gemisch aus Atmosphäre, Geräuschen und Szenen, begreifen wir, dass wir nichts wissen …

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The surface of things is filled to the point of vomiting with prejudice and opinions. No matter what areas: art, relationship, politics, spirituality, one can not stand it anymore …

We believe we know the meaning of things because we have terms and experiences, but we do not really know it. There is an abstract level below the world that we think we know, like a deep sea, where realities live, that evade judgements and are free of them …

We can nail down the elements from which the world is knitted at the surface, but not at depth. If we are like a diver in being, in the billowing mixture of atmosphere, sounds and scenes, we realize that we do not know anything …

Das ganz normale Wunder / The ordinary miracle

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Ein träger, heißer Sonntagnachmittag, durch den das Blut nur sehr schwer pumpt, wie in einem Gebet. Woraus besteht Normalität? Weshalb die Anstrengung des Egos das Sein wegzuschieben und durch eine ängstliche, feindliche Interpretation zu ersetzen?

Was, wenn des Alltags Pinselstriche von einer großen Meisterin geführt sind? Was, wenn das „Ich“ gar nicht existiert und dessen Raum und Erleben in Wahrheit von Gewalten jenseits der Zeit bespielt wird?

Diese tiefe Befriedigung, wenn das Leben ganz offensichtlich sich selbst lebt und das „Ich“ bloß den Hut zieht. Die Leichtigkeit, die entsteht, wenn man Gast des Unbenennbaren ist, nicht dessen Besitzer.
Die Freude, wenn das Sein aus der Blindheit erwacht. Wie eine Rückkehr nach Hause.

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A sluggish, hot Sunday afternoon, through which the blood pumps very heavily, as in a prayer. What is normality? Why the effort of the ego to push away being and to replace it with a fearful, hostile interpretation?

What if everyday brushstrokes are led by a great master? What if the „I“ does not exist at all, and whose space and experience are in reality performed by forces beyond time?

This deep satisfaction, when life obviously lives itself and the „I“ just takes off its hat. The ease that arises when you are a guest of the Unnameable, not its owner.
The joy when being awakes from blindness. Like a return home.

Die vollkommene Unvollkommenheit / The perfect imperfection

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Hunger nach Stille. Immer noch durch echte Szenen zu laufen, mit dem einfachen Gesicht, noch bevor es von Gedanken gerissen und gelöscht wird. Existenz will erspürt sein …

Die Wolken treiben im Dunkel, in einer Stimmung, aus der altmeisterliche Bilder entstanden. Blüten schließen sich zu weichen Fäusten. Noch viel schlimmer, als in deinen Feuern zu brennen, ist dich nicht zu spüren …

Flüchtig, jedes Es-anders-haben-wollen vertreibt dich. Verborgen von den Augen der Welt ist dein Blick der reichste, selbst mit geschlossenen Augen. Sich in die Öffnung trauen, besser in dir zu ertrinken, als ewig an deinen Ufern zu warten …

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Hungry for silence. Still walking through real scenes, with a simple face, before it is torn by thoughts and deleted. Existence wants to be felt …

Clouds drift in the dark, in a mood from which old master paintings were created. Flowers close to soft fists. Even worse than burning in your fires is to not feel you at all …

Elusive, every wanting-it-to-be-different casts you out. Hidden from the eyes of the world, your gaze is the richest, even with your eyes closed. Daring to be in the opening, better to drown in you than to wait eternally on your shores …

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Die Unerträglichkeit der Evolution / Unbearable evolution

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Evolution setzt Lebewesen unter Druck, alle, ohne Ausnahme. Egal ob’s der Käfer ist, dessen Blut im Winter gefriert und er irgendwo verkrochen, nur mehr ganz langsame Bewegungen machen kann oder der Grashalm, der ewig auf den Regen warten muss, oder der Mensch, der mit Schmerz und Depression umzugehen hat, mit Entfremdung und Einsamkeit, mit zynischen Politikern und skrupellosen Machtfreaks …

Evolution quetscht Kunst aus uns heraus. Zuerst kocht sie uns in einem Druckkochtopf mit ein paar üblen Zutaten. Dann, wenn wir gut durch sind, stehen da rein zufällig ein paar Farben rum und Leinwände …

Niemand ist Schuld an irgendwas, niemand macht was falsch, nichts ist verkehrt, auch man selbst nicht. Evolution funktioniert eben so. Alle spielen ihre Rolle. Der Druck in unserer Gesellschaft ist deutlich spürbar, da wird mächtig was ausgekocht. Es bleibt nichts übrig, als im mystischen Glühen zu bleiben, sich einen Pinsel zu schnappen und zu malen bis auch er glüht und sich die Welt ins Herz schreiben …

Lobau 1 Detail

Evolution puts living beings under pressure, all without exception. It does not matter if it is a beetle, whose blood freezes in winter and it crawls somewhere with only very slow movements, or the blade of grass, which has to wait forever for the rain, or the person who has to deal with pain and depression, with alienation and Loneliness, with cynical politicians and unscrupulous power freaks …

Evolution squeezes art out of us. First, she cooks us in a pressure cooker with a few nasty ingredients. Then, if we are well done, there are just a few colors and canvases accidentaly around …

No one is to blame for anything, no one does something wrong, nothing is wrong, not even oneself. Evolution just works that way. Everyone plays their role. The pressure in our society is clearly noticeable, something is really being cooked here. There is nothing left but to stay in the mystical glow, to grab a paintbrush and paint until it glows too and write the world in ones heart …