Magische Wüste / Magical desert

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Das Sein fühlt sich an wie eine Wüste inmitten der Betriebsamkeit der Welt. Man geht lieber 1000 Schritte in der Welt, als einen Fuß in die Wüste zu setzen. Tut man es dennoch, betritt man das verlorene Paradies …

Die Liebe am Leben macht den Unterschied, jede Kleinigkeit so richtig von Herzen zu mögen. Wie neu hinein geboren zu sein. Das, wonach man sich immer gesehnt hat, ist in der vermeintlichen Wüste, die man um jeden Preis vermeidet …

Doch betritt man das Sein, um etwas zu bekommen, würde man nur den Marktplatz in das Paradies tragen wollen. Man kann es versuchen, sieht dann aber weit und breit nur eine Wüste …

Being feels like a desert in the midst of the bustle of the world. One rather takes 1000 steps in the world than to set on foot into the desert. If you do it anyway, you enter the lost paradise …

Love for life makes the difference, to really love every little thing from the heart. Like being born new into this. That which one has always longed for is in the supposed desert, which one avoids at all costs …

But if one enters being to get something, one would only want to carry the market place into paradise. You can try it, but then you will see only a desert far and wide …

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Alte Stimmen und neue Ordnungen / Old voices and new orders

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Zuerst sind es nur ein paar Schritte, die man gehen kann, ohne Kommentator im Kopf. Dann wird allmählich klar, dass der/die KommentatorIn bloß eine alte Stimme ist, die einem das Leben versauert und man ihr nicht folgen muss …

Weitergehend, die alten Stimmen ignorierend, wächst die Gewissheit, dass die Herausforderungen, die den Planeten und alle Individuen zu plagen scheinen, den Transformationswehen der Puppe gleichen, während der Schmetterling schlüpft …

Es ist immer dasselbe: die alte Ordnung überlebt sich und das Individuum wie das Kollektiv müssen durch die nötige Phase der Unordnung – obwohl man sich noch so wehrt und zetert – um der neuen Ordnung zu weichen. Evolution entfaltet sich, wie der Schmetterling, immer weiter …

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First, there are only a few steps you can go without a commentator in your head. Then it gradually becomes clear that the commentator is just an old voice that fucks you up and you do not have to follow it …

Going further, ignoring the old voices, the certainty grows that the challenges that seem to plague the planet and all individuals are like the cocoon’s transformational contractions as the butterfly unfolds …

It is always the same: the old order has outlived its purpose and the individual and the collective have to go through the necessary phase of disorder – even though they resist and curse – in order to give way to the new order. Evolution, like the butterfly, unfolds …

Konzept vs. Sein / Concept vs. Being

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Wir leben wir in einer Welt, in der wir alle lebendigen Vorgänge mittels Sprache konzeptualisiert haben. Diese Konzepte sind allerdings abgeschmackt, sie beinhalten kein Leben mehr. Das Wort Liebe kann man kaum mehr aussprechen, es ist schal und manipulativ geworden, wohingegen das gelebte Phänomen Liebe einem immer noch die Birne wegbläst …

Das Heim der Konzepte ist der konditionierte Verstand, die Welt der wertenden Gedanken. Während das Sein in der epischen Stille wohnt, in der die Sterne kreisen. Es ist Zeit das angestrengte Haus der Gedanken zu verlassen, sich selbst und die Welt in ihrem Sein bedingungslos willkommen zu heißen …

Schon die Bereitschaft öffnet eine warme Vertrautheit wie in Kindertagen, als wäre die Welt von Sonnenstrahlen getragen. Auch wenn der Körper mal eine Träne rausdrückt und egal ob wir hinsehen wollen oder nicht: Wir sind nichts als blühender Sternenstaub …

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We live in a world in which we have conceptualized all living processes through language. However, these concepts are tasteless, they do not contain life anymore. The word love can barely be pronounced, it has become flat and manipulative, whereas the lived phenomenon of love still blows your head away  …

The home of concepts is the conditioned mind, the world of judgmental thoughts. While being dwells in the epic silence in which the stars circle. It’s time to leave the strained house of thoughts, to unconditionally welcome yourself and the world in its being …

Already the willingness opens a warm familiarity as in childhood, as if the world is carried by sunrays. Even if the body pushes out a tear and no matter whether we want to look at it or not, we are nothing but blooming stardust …

Verhexte Träume / Bewitched dreams

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Foto: Marianne Hink

„Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein.“
Dschuang Dsi (350 – ca. 275 v. Chr.) taoistischer Philosoph

Diese frische Wurzel in den Wesen, wie eine geistige Nabelschnur. Die Persönlichkeit webt sich daraus automatisch selbst. Doch noch, bevor die Geschichten über sich selbst gewoben werden – wie toll man ist oder was für ein Versager, was man erreichen oder vermeiden will – ist es still …

Die Geschichten bannen die Wesen in verhexte Träume, voll Angst, Anstrengung und Verwirrung, doch an der Wurzel ist es still. Hier verströmt sich Leben direkt, ohne sich um die Belange der Persönlichkeit zu kümmern …

Inspiration drängt direkt aus der Lebendigkeit in den Ausdruck. Sie schenkt uns Träume, die berühren, verzaubern, die ermutigen und Sehnsucht stillen …

„I do not know if I’m a man who dreams of being a butterfly, or if I’m a butterfly that dreams of being a man.“
Dschuang Dsi (350 – c. 275 BC) Taoist philosopher

There is this fresh root in beings, like a spirit umbilical cord. The personality weaves itself from there automatically. But even before the stories about oneself are woven – how great one is or what a failure, what one wants to achieve or avoid – it is quiet …

The stories banish beings in bewitched dreams, full of fear, exertion and confusion, but at the root it is quiet. Here life flows directly, without caring about the concerns of the personality …

Inspiration pushes straight from the liveliness into expression. It gives us dreams that touch, enchant, encourage and satisfy longing …

Stilles Reisen / Silent travelling

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Foto: Marianne Hink

„Having never left the house, looking for the way home.“
Nisargadatta Maharaj

Fühlt man sich niedergeschlagen, müde und angestrengt dann wälzen sich ziemlich sicher gerade eine Menge Gedanken im Oberstübchen mit dem „Ich“ als Zentrum. „Ich“ will gesehen werden, darf nicht übersehen werden, braucht Anerkennung ohne Ende …

Anstrengend, aber auch irgendwie witzig, dieser Zirkus des „Ich“. Witzig, aber auch irgendwie tödlich, wenn man den Zustand der Gesellschaft sieht. Der Mechanismus, der „Ich“ antreibt, bleibt gern im Verborgenen, kreiert Ablenkungen, wirft dauernd Stöcke ins Gebüsch, damit man nur ja nicht genau hinschaut …

Das „Ich“ kann nicht zu Hause sein, es muss immer weiter, es ist noch nicht komplett, es muss noch etwas suchen. Und das alles spielt sich in dem ab, dass eigentlich gesucht und vermisst wird. Zum Glück ist in dem ganzen System ein Selbstläufer eingebaut: Das Leben in den Menschen erwacht, es wird sich seiner bewusst und schickt sich selbst – im Menschen – auf eine Reise durch die Stille …

 

„Having never left the house, looking for the way home.“
Nisargadatta Maharaj

Feeling depressed, tired and exhausted, it is quite likely that a lot of thoughts are wallowing in the upper story with the „I“ as the center. „I“ wants to be seen, must not be overlooked, needs recognition without end …

Exhausting, but somehow funny, this circus of the „I“. Funny, but somehow deadly, when you see the state of society. The mechanism that drives „I“ likes to remain hidden, creating distractions, constantly throwing sticks into the bushes, so that one does not look closely …

The „I“ can not be at home, it has to go on and on, it is not complete, it has to look for something else. And all of this happens in that which is actually being sought and missed. Fortunately, a self-sustaining mechanism is built in the whole system: life awakens in people, it becomes aware and sends itself – in humans – on a journey through silence …

Scharf geschnitten / Sharp cut

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Also WENN dieser Halbmond haarscharf ins Firmament geschnitten ist, wie eine Ikone und die Wolken brennen, aber genauso, als wären sie sich der Weite des Himmels bewusst und wenn die Pflanzen wachsen, als würden sie einen geblasen kriegen, dann, aber dann …

Gestartet habe ich die Skulptur mit dem Versuch einen blinden Mann darzustellen. Stückchen um Stückchen wird es aber ganz was anderes. Wieder ein Stückchen Leben, in dem ich noch nie war. Wieder Kombinationen, die bisher noch nicht stattgefunden haben. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund war bisher noch nie jemand in der Menschheitsgeschichte so drauf, dass er mit tausenden Scherben den Gang eines Blinden im Raum gestaltet hat …

Die Kühle des Abends lehnt sich einem mit Entschlossenheit entgegen. Es ist schon spannend, wie man jeden Moment etwas Neues beginnen kann, eine neue Richtung einschlagen kann. An jeder Ecke wartet das Abenteuer – nicht den Plänen im Kopf zu folgen – sondern in Freiheit zu sein, ganz genau mit dem, was gerade ist …

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So IF this crescent is cut into the sky like an icon and the clouds are burning, just as if they would be aware of the vastness of heaven and if the plants grow as if they were getting a blowjob, then, but then …

I started the sculpture with the attempt to portray a blind man. Bit by bit it will be something else. Another piece of life that I’ve never been to. Again combinations that have not yet taken place. For some unknown reason, no one in human history has ever been in such a mood that he designed a blind mans walk through space with thousands of pieces of broken porcelain …

The cool of the evening leans against one with determination. It’s exciting how you can start something new every moment, take a new direction. On every corner awaits the adventure – not to follow the plans in the head – but to be free, exactly with what is right now …

Wildes Grau / Fierce grey

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Wildes Grau rüttelt am Ende des Sommers. Am Fenster stehend spiegelt sich der Blick aus wunderbar wunden Tiefen, innig verwoben mit dem, was er sieht. Der Blick rastet in dem Ziehen der Jahreszeiten, gewinnt an Raum, findet sein zu Hause. Das Grau zerrt den Sommer aus den Dingen und treibt ihn in sanften, heftigen Strömen übers weite Land …

Das Land, in dem wir jetzt die Ressourcen unserer Kinder und Enkel verbrauchen, in dem Demokratie immer noch ein fragiles Experiment ist, das sich kaum gegen die Sucht nach Geld und Macht behaupten kann. Das Land, in dem Politiker und Medien nur Angst schüren müssen, uns eine feindliche Welt vorgaukeln müssen und schon werden sie gewählt und ihre Egotaschen füllen sich …

Das ruft uns auf den Plan, das Beste in uns zu finden und es zu verwenden für die Welt, in der wir leben wollen. Ganz wir selbst zu sein, ist ein politischer Akt. Schönheit zu kreieren, ist ein politischer Akt. In diesen Zeiten ist selbst Freundlichkeit ein politischer Akt …

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Fierce gray shakes the end of summer. Standing at the window, the gaze out of wonderfully sore depths is reflected, intimately intertwined with what it sees. The gaze is resting in the dragging of the seasons, gains space, finds its home. The gray tears the summer out of things and drives him in gentle, intense streams over the vast land …

The land where we now consume the resources of our children and grandchildren, in which democracy is still a fragile experiment that can hardly compete with the craving for money and power. The country where politicians and the media must only stir up fear, have to fool us into a hostile world and already they are elected and their ego pockets fill up …

This calls us to find the best in us and to use it for the world in which we want to live. To be completely ourselves is a political act. To create beauty is a political act. In these times even kindness is a political act …