Silent guest

Parallel Landscape 10

Wenn du in deinen Körper einziehst, wie in eine Traumwohnung mit Aussicht, bemerkst du bald, er gehört dir nicht. Du bist Gast in der Stille und die Stille ist Gast in dir …

Deine Zehen haben einen Heiligenschein, dein Magen knurrt wie ein Panther im Mittagsschlaf, dein Geschlecht ist wie ein Nest kleiner hungriger Vögel. Dein Atem trägt dich durch die lange Nacht, und die Worte der Stille schleichen, wie Träume, unbemerkt herein …

Du spazierst wie ein Gast durch deine Welt, hältst an den Ufern deiner zerbrochenen Plätze, an den Tempeln deiner Wünsche. Du stehst am Ende der Suche, hier ist kein Ort mehr, sich zu verstecken, keine Möglichkeit zur Flucht. Die Stille ist in ihrer Stille so überzeugend, du hast nicht mal mehr eine Wahl …

Parallel Landscape 7

When you enter your body, like a dream home with a view, you soon realize that it is not yours. You are a guest in silence and silence is a guest in you …

Your toes have a halo, your stomach growls like a panther in midday sleep, your private part is like a nest of little hungry birds. Your breath carries you through the long night, and the words of silence sneak in like dreams, unnoticed …

You walk like a guest through your world, stopping at the shores of your broken places, at the temples of your desires. You are at the end of the search, here is no place to hide, no chance to escape – silence is so convincing in her silence, you do not even have a choice …

Stille kreiert / Silence creates

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Stille kreiert, sie benützt uns einfach, benützt uns, um sich selbst zu erleben! Das ist eigentlich ein Witz! Aber sie macht es so geschickt, sie verführt dich einen Drachen zu malen, lässt tiefe Einblicke zu und sie ist absolut ehrlich. Wie kann man da widerstehen? …

Sie nimmt dich an der Hand, verspricht dir Spaß und fordert dich heraus. Es kommen andere Stimmen, aber ihre ist einfach die Schönste. Sie möchte malen, erleben, wie das ist, wenn die Farbe saftig klatscht, sie möchte deinen Körper bewegen und genießen, sie möchte sich selbst darin erkennen …

Stille benützt dich einfach, flüstert dir coole Sachen ins Ohr, verspricht dir Abenteuer, verspricht dir Gott weiß was, nur um sich zu erleben, gerade durch dich, wie es sich anfühlt, du zu sein. Sie will sich ein geheimes Date mit dir ausmachen und durch dich zur Welt zu kommen. Die Bewegung deiner Hand ist wie ein ganzer Film, das Flackern deiner Augenlider bringt erst die Welt in Schwung …

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Silence creates, she just uses us, uses us to experience itself! This is actually a joke! But she does it so well, she seduces you to paint a dragon, allows deep insights, and she is completely honest. How can you resist? …

She takes you by the hand, promises you fun and challenges you. There are other voices, but hers is simply the most beautiful. She wants to paint, experience what it’s like, when the paint splashes juicy, she wants to use and enjoy your body, she wants to see herself in it …

Silence simply uses you, whispers cool things in your ear, promises you adventures, promises you God knows what, just to experience herself, just through you, what it feels like to be you. She wants to make a secret date with you and be born through you. The movement of your hand is like a whole movie, the flickering of your eyelids gets the world going first …

Gesichter der Stille / Silent faces

 Nyx, Eos, Buddha

Wann ist ein Gesicht still? Wir alle kennen unser wahres Gesicht, nicht mal Darth Vader hat es ganz vergessen. Und doch verwischt es immer wieder. Wir denken, wir brauchen dringend etwas, das nicht hier ist und schon spüren wir unser Gesicht nicht mehr. Wir denken, wir müssten etwas sein, das wir nicht schon sind, und verlieren es. Wir denken, wir wären nicht o.k., wir denken …

Hören wir auf zu denken, ist unser Gesicht wieder klar. Es war immer hier, als wir noch Kinder waren, sogar bevor uns etwas in den Geburtskanal geschupst hat. Dein wahres Gesicht ist auch jetzt hier, im Zentrum des Wirbelsturms, mitten im Lärm der Welt, es braucht keine Fähigkeiten, um es zu entdecken, keine Anstrengung …

Ihm wurde nie ein Haar gekrümmt, es hat nie seine Unschuld verloren, es gibt niemand, an dessen Grund es nicht glitzert. Dein stilles Gesicht wartet geduldig auf deine Zuwendung, es wertet nicht und ist stets bereit sich in dich zu verlieben …

Nyx, Buddha, Eos

When is a face silent? We all know our true face, not even Darth Vader forgot it. And yet it blurs again and again. We think, we urgently need something that is not here and we can not feel our face anymore. We think we have to be someone we are not and lose it. We think we are not o.k., we think …

If we stop thinking, our face is clear again. It was always here, when we were kids, even before something blew us into the birth canal. Your true face is here now, in the center of the hurricane, in the middle of the noise of the world, it does not need any skills to discover it, no effort …

It has never got twisted a hair, it has never lost its innocence, there is no one in whose ground it does not sparkle. Your quiet face waits patiently for your attention, it does not judge you and is always ready to fall in love with you …

 

Festliche Stille / Festive silence

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Überlässt man sich der Stille, ist es, als würde man mit Wirklichkeit gefüllt. Ganz von selbst wurden die Händler aus dem Tempel vertrieben und frischer, unkonditionierter Raum ist allgegenwärtig …

Keine persönliche Geschichte mehr, kein Drama. Was dich jetzt ausfüllt, ist unberührt, wie eine weite Landschaft mit frisch gefallenem Schnee. Noch nie hatte das Füllhorn der Stille dieselben Inhalte wie in diesem Moment und war doch immer hier, bereit zu schenken …

Obwohl noch Reste von Anstrengung durch deinen inneren Raum wehen, wird das, woraus du wirklich bestehst, immer manifester. Wohin du auch schaust, Zweifel oder Probleme wirst du hier nicht finden. Der Stille wohnt die Glut der Freude inne. Ihr Festsaal ist hell und der silberne Wirt bringt seinen besten Wein. Du machst dich ein weiteres Mal auf sie zu kennen, ihr quellender Wind blüht auf deiner Haut und Jubel nährt deine Sinne …

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If you commit yourself to silence, it’s like being filled with realness. Quite naturally the merchants were expelled from the temple and fresh, unconditioned space is omnipresent …

No more personal story, no drama. What fills you in now, is untouched, like a wide landscape with freshly fallen snow. The cornucopia of silence has never had the same content as in this moment yet it has always been here, ready to give …

Although there are still some remains of effort blowing through your inner space, what you really are becomes more and more manifest. Wherever you look, you will not find doubt or problems here. The glow of joy dwells in silence. Her ballroom is bright and the silver host brings his best wine. You get to know her once more, her swelling wind blooms on your skin and jubilation nourishes your senses …

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Zerschmettert in Stücke im Frieden der Nacht / Smashed into pieces in the still of the night

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Stille ist immer hier. Parallel zu dem Marktgeschrei unserer Zeit ist es immer still. Selbst Bomben explodieren in der Stille. Wie Laurence Weiner es ausdrückt: Zerschmettert in Stücke im Frieden der Nacht …

Während in der Welt des Egolärms Angst und Trennung an der Wurzel kauern, regiert Loslassen die Welt der Stille. Es liegt an uns, was wir wählen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, wenden wir uns dem einen zu, verschwindet das Andere, als wäre es niemals da gewesen. Es existiert nur mehr als vage Erinnerung …

Je öfter wir bewusst wechseln, desto leichter fällt es uns. Und es wird möglich, die beiden Welten zusammenzuführen, sie gemeinsam zu erleben. Selbst der Lärm des Alltags ist durchdrungen von Stille, du gehst in das Badezimmer der Stille, durch die Straßen der Stille, in den Supermarkt der Stille, zum Paketshop der Stille, du streitest mit deinem Partner, während im Hintergrund die Stille rauscht …

Die bewusste Gegenwart der Stille heilt die Welt der Angst und der Trennung. Du brauchst nichts an der scheinbaren Allmacht des Egos zu verändern, allein die Präsenz der Stille verwandelt die Straßen und Supermärkte in Paläste, das Marktgeschrei in Poesie und das Streiten mit deinem Partner in eine Kunstperformance …

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Silence is always here. At the same time as the clamor of the markets fusses, it is always quiet. Even bombs explode in silence. As Laurence Weiner puts it: Smashed into pieces in the still of the night …

While anxiety and separation are crawling at the root of the ego’s world, letting go rules the world of silence. It is up to us, what we choose, where we direct our attention, if we turn towards one, the other disappears as if it had never been there. It only exists as a vague memory …

The more often we change consciously, the easier it is for us. And it becomes possible to bring the two worlds together, to experience them together. Even the noise of everyday life is steeped in silence, you go into the bathroom of silence, through the streets of silence, into the supermarket of silence, to the package shop of silence, you quarrel with your partner, while in the background the silence rushes …

The conscious presence of silence heals the world of fear and separation. You do not need to change the apparent omnipotence of the ego, only the presence of silence transforms the streets and supermarkets into palaces, the market scream into poetry and the arguing with your partner into an art performance …

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Stille ist das Subversivste / Silence is the most subversive

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Stille ist ganz am Anfang, sie ist der Beginn von allem. Aus ihr fließen Bäche der Intuition in die Wesen und bringen das Neue zur Welt. Alles hat einmal mit ihrer feinen Stimme begonnen, alles ist aus ihrem leisem Ruf entstanden. Danach wurden daraus Weltreligionen und politische Systeme geschaffen, die zwar in ihrem Kern noch die frische Wahrheit tragen, jedoch längst verkrustet sind starr, mächtig und tot …

Warum nicht am Anfang bleiben, die Zelte an der Quelle aufschlagen und ihren immer neuen Gesängen zu lauschen? Sie wollen durch uns zur Welt kommen, aus dem ewig Ungeformten in die Formen, immer neu, immer frisch. Wir sind gestaltende Wesen, die KünstlerInnen, HeilerInnen, Revolutionäre jedes Lebensbereiches, die sich am neu Geborenen erfreuen. Stille ist das Subversivste. Gegen ihren drängenden Wunsch in die Welt hinein – sich hier zu erfahren – können selbst die mächtigsten Gebilde und Despoten nicht standhalten …

Es beginnt in dir, du erkennst ihre Stimme, auch wenn sie noch so leise ist, auch wenn sie sich gar nicht von der Stille unterscheidet. Du selbst bist dieses Lied …

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Silence is at the beginning, it is the origin of everything. Streams of intuition are flowing from it into the beings and bring the new to the world. Everything started once with her fine voice, everything arose from her quiet call. Thereafter, world religions and political systems were created from it, which still carry the fresh truth in their core, but have long been encrusted, rigid, powerful and dead …

Why not stay at the beginning, pitch the tents at the spring and listen to her ever-new songs? They want to come into the world through us, from the eternally unformed into the forms, always new, always fresh. We are creative beings, the artists, healers, revolutionaries of every sphere of life who enjoy the newly born. Silence is the most subversive. Against her pressing desire into the world – to experience herself here amongst and within us – even the most powerful entities and despots can not stand …

It starts in you, you know her voice, even if it is so quiet, even if it does not differ from the silence. You yourself are this song …

Der General und die Künstlerin / The general and the artist

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Es ist eigentlich ganz simpel: Sobald man bemerkt was gerade geschieht, ist man schon auf der bewussten Seite der Macht. Das ist so einfach, wie einen Lichtschalter anklicken.

O.k. zugegeben, wenn wir zu sehr in unserer persönlichen Geschichte verstrickt sind, ist es schwieriger, den Schalter zu finden. Da bedarf es immer wieder mal – wie eine Übung – auch mitten im Drama, das Licht anzudrehen. Das liegt in unserer Entscheidung. Und dann ist Raum um die Dinge, manchmal ist eine Handlung nötig, manchmal nicht, aber die psychologischen Probleme und die Anstrengung erheben sich kreischend wie Drachen in die Lüfte, segeln davon und es ist still …

Der psychologische Verstand steht wie ein General voll staunend an der Quelle der Dinge, kommt aber nicht klar, versucht seinen Tanz der Kontrolle: Sollte es nicht noch stiller/weiter/besonderer sein? Wie kann man das für immer anhalten? Mache ich vielleicht etwas falsch? Was kommt als Nächstes? Der General patrouilliert an den Ufern der Stille und ruft seine Kommandos in die Weite. Doch seine Drachen sind schon abgezogen und die Kommandos werden leiser. Du versinkst ganz und gar im Meer der Stille und des Nicht-Wissens, dem Geburts- und Todesort der Dinge …

Hier ist eine andere Kommunikation im Gange, das Rationale funktioniert nicht mehr, ab hier zeigt dir die Freude den Weg, die Inspiration und die leisen Stimmen der Intuition. Die Stille ist beides, ruhig und dynamisch, sie schluckt dich ganz und spuckt dich voll lebendig wieder aus. Dann stehst du an ihren Ufern nicht mehr als General, sondern als KünstlerIn, nicht um jemand zu besiegen, sondern um über die eigene Furcht zu wachsen …

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It’s actually quite simple: as soon as you notice what’s happening right here, you’re already on the conscious side of the force. It’s as easy as clicking a light switch.

OK. admittedly, if we are too involved in our personal story, finding the switch is more difficult. Again and again it takes – like an exercise – in the middle of the drama to turn on the light. That’s within our decision. And then there is space around things, sometimes an action is needed, sometimes not, but the psychological problems and the effort rise screeching like dragons in the air, sail away and it is quiet …

The psychological mind, like a general, stands amazed at the source of things, but cannot do something with it. He tries his dance of control: should it not be stiller / farther / more special? How can i keep that forever? Am I maybe doing something wrong? What’s next? The general patrols the banks of silence and calls his commands into the distance.
But his dragons have already left and the commands get quieter. You sink completely into the sea of ​​silence and not-knowing, the place of birth and death of things …

Here is another communication in progress, the rational one no longer works, from here  joy shows the way, inspiration and the quiet voices of intuition.
The silence is both calm and dynamic, she swallows you completely and spits you out alive again. Then you do not stand on her shores anymore as a general but as an artist, not to defeat someone, but to grow over your own fear …