CORONA – EINE KIRCHE AUS ANGST UND HOFFNUNG / CORONA – A CHURCH OF FEAR AND HOPE

Kein Zweifel, wir sind von einer Pandemie bedroht. Damit wird klar, dass uns der Tod am Rande dieser Lebensspanne erwartet. Vorher konnte man das verdrängen, jetzt nicht mehr so gut. Das Rendezvous mit dem Tod ist fix, mit oder ohne Covid …

Der konditionierte Verstand, das Ego besteht aus Angst und Hoffnung. Das ist im Grunde die einzige Bewegung, die er kennt. Angst und Hoffnung sind dasselbe, sie bewegen sich in Wahrheit nicht über sich selbst hinaus, bleiben miteinander in dumpfen Kreisen …

Eine unreflektierte Gesellschaft – die zu einem hohen Prozentsatz aus kollektiven konditionierten Gedankenmustern besteht – errichtet eine Kirche aus Angst und Hoffnung mit rationalen Fakten und Zahlen als neuem Glauben und Wehe dem, der sich nicht der neuen Kirche beugt …

Es ist wichtig, die Gefahr nicht zu verleugnen und sich ihr angemessen und besonnen zu stellen. Das befreiende Potenzial allerdings, welches die Krise als Geschenk bereithält, ist gleichzeitig die Schönheit der menschlichen Reise: wenn sich im Angesicht der Bedrohung die Samen der Erneuerung in den Herzen regen und über Angst und Hoffnung hinauswachsen …

There is no doubt that we are threatened by a pandemic. Thus it becomes clear that death awaits us at the edge of this life span. Before, it was possible to suppress it, now not so well. The rendezvous with death is fixed, with or without Covid …

The conditioned mind, the ego consists of fear and hope. This is basically the only movement it knows. Fear and hope are the same, in truth they do not move beyond themselves, remain with each other in dull circles …

An unreflective society – which consists to a high percentage of collective conditioned thought patterns – builds a church of fear and hope with rational facts and figures as the new faith and woe to him*her who does not bow to the new church …

It is important not to deny the danger and to face it appropriately and prudently. However, the liberating potential that the crisis holds as a gift is at the same time the beauty of the human journey: when, in the face of threat, the seeds of renewal stir the heart and grow beyond fear and hope …

MASTER AND SERVANT

‚The mind is a wonderful servant and a terrible master‘
Robin S. Sharma

Als Kunsttherapeut begegnet mir häufig das Phänomen des Gedankenkreisens. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten leiden unter der Beziehung mit ihrem eigenen Verstand, der unaufhörlich alte Glaubenssätze, Meinungen, Rechthaberei, zu hohe oder zu niedrige Selbstwertgefühle etc. produziert …

Dieses vom Denken erschaffene laute Ego dominiert das – ebenfalls im selben System lebende – wesenhafte Ich. Dieses leise, intime, herzliche Ich wird bestenfalls wie ein*e Sklave*in geduldet. Hier liegt die grundlegende Täuschung: Auch das ist nur eine – ebenfalls vom Denken erschaffene – Geschichte, sie ist einfach nicht wahr …

Die not-wendige Revolution also wäre diese Geschichte infrage zu stellen, die Machtverhältnisse im Inneren zu klären und das wesenhaften Ich zu krönen. Die lang ersehnte Freiheit zeigt sich, wenn das intime Ich sich so viel ungestörte Lebenszeit nehmen kann, wie es möchte und wann es möchte und in der damit einhergehenden Entfaltung der Schönheit des wesenhaften Ich …

As an art therapist, I often encounter the phenomenon of obsessive thinking. People from all social classes suffer from the relationship with their own mind, which incessantly produces old beliefs, opinions, bossiness, too high or too low feelings of self-worth, etc. …

This loud ego created by the mind dominates the essential I, which also lives in the same system. This quiet, intimate, heartfelt I is at best tolerated like a slave. Here lies the fundamental deception: This is also only a story – also created by thinking – it is simply not true …

The necessary revolution would be to question this story, to clarify the power relations inside and to crown the essential I. The long desired freedom shows itself when the intimate I can take as much undisturbed life time as it wants and when it wants and in the unfolding of the beauty of the essential I …

HOME IS, WHERE THE HEART IS

Menschen bewegen sich meist wie durch einen Wald an Konzepten, Meinungen, Ideen, welche die tatsächliche Umgebung fast völlig überlagern. Diese Vorstellungen – im wahrsten Sinn des Wortes – sind fiktiv und rastlos. Sie verhindern ein Gefühl von wirklich zu Hause zu sein …

Man kann die Konzepte nicht loswerden, wenn sie einem jedoch zunehmend weniger überzeugend und zwingend erscheinen wird mehr und mehr der eigentliche Hintergrund deutlich: Das einfache So-Sein der Dinge, der Diamantenrahmen, der die Ereignisse umgibt und hält …

Die mentale Welt taucht zwar auch immer wieder im Strom der Ereignisse auf, ist jedoch kein Problem mehr, sie verliert sogar ihren entfremdeten, trockenen Beigeschmack, weil sie ihren Platz in dem einfachen Grund der Dinge gefunden hat. Das vertraute Gefühl der Intimität enthüllt das eigentliche zu Hause in der Sekunde …

Wie so oft gilt auch hier: Wohin man seine Aufmerksamkeit richtet, das wird lebendig.
Man muss sich dem Zwang der Konzepte nicht ergeben, muss seine angestammte Wohnstätte nicht verlassen. Home is, where the heart is …

People usually move as if through a forest of concepts, opinions, ideas, which almost completely overlay the actual environment. These imaginations are fictitious and restless. They prevent a feeling of really being at home …

You can’t get rid of the concepts, but when they seem to you increasingly less convincing and compelling, more and more the real background becomes clear: the simple being of things, the diamond frame that surrounds and holds the events …

The mental world also appears again and again in the stream of events, but it is no longer a problem, it even loses its alienated, dry flavor, because it has found its place in the simple ground of things. The familiar feeling of intimacy reveals the real home in the second …

As is so often the case: Where you put your attention, that comes alive.
One does not have to surrender to the compulsion of concepts, does not have to leave one’s ancestral dwelling place. Home is, where the heart is …

SCHLAFEN, TRÄUMEN, WACHEN / SLEEP, DREAM, WAKE

Laut indischer Mystik – etwas frei interpretiert – erleben Menschen drei Zustände: schlafen, träumen und wachen und keiner der drei ist real. Leben feiert sich selbst in unzähligen Formen. Das Tor in die eigene Welt ist das Ich. Wenn man das Ich nicht berührt und somit nicht in die eigene Welt der Wünsche und Bedürfnisse geht, bleibt das Unbenennbare mit den vielen Namen übrig …

Wenn der Wachzustand also nicht nur der eigene ist, dann ist er auch der von Licht und Frühling, von Insekten und Geräuschen, von Düften und Erinnerungen, von Wärme und Planeten, von Dunkelheit und Gnade. Es schwingt alles gemeinsam im selben wachen, schlafen und träumen erst durch das Tor des Ich passiert die Trennung …

Wobei die Welt des Ich an sich sehr fein ist, voll von Möglichkeiten, sich zu erleben. Wenn Sie allerdings ohne Verbundenheit zur anderen Seite des Tores ist, wenn sie reiner Selbstzweck bleibt, ist Leid vorprogrammiert. Das Tor zur Welt vor dem Ich – vor Sprache und Verstehen – ist immer offen und immer jetzt hier verborgen in offener Sicht. Besucher*innen sind stets willkommen zu bleiben, so lange sie wollen …

According to Indian mysticism – interpreted somewhat loosely – humans experience three states: sleeping, dreaming and waking, and none of the three is real. Life celebrates itself in myriad forms. The gateway into one’s world is the I. If one does not touch the I and thus does not go into one’s own world of desires and needs, what remains is the unnameable with the many names …

So the waking state is not only one’s own, it is also that of light and spring, of insects and sounds, of scents and memories, of warmth and planets, of darkness and grace. Everything vibrates together in the same waking, sleeping and dreaming only through the gate of the I the separation happens …

Whereby the world of the I is very fine in itself, full of possibilities to experience itself. But if it is without connection to the other side of the gate, if it remains pure end in itself, suffering is preprogrammed. The gate to the world before the I – before language and understanding – is always open and always now here hidden in open view. Visitors are always welcome to stay as long as they want …

DEATH ON A PALE HORSE

Painting after William Blake. Ok, ja, schon klar, William hatte es besser hingekriegt, mit den Farben und so. Er hätte wohl auch nicht eine Hand mit sechs Fingern gemalt. Ich versuche es ja richtig zu machen. Aber dann fangt der Raum an zu pulsieren wie nur was der Beat setzt ein und ich kann es fast hören: ‚Komm schon, Briant! Feige?‘ …

Ich kann also nichts dafür, bin unschuldig, obwohl ich hoffe, es gibt keine Hölle für Maler, die es einfach vermurkst haben. Dann müsste ich mir wohl ein paar unangenehme Fragen stellen lassen, von höheren Orten. Man soll ja nicht so viel Farben verwenden und alles und auch nicht so scheiß-mich-nix mischen …

Aber: Schon nach dem ersten Impuls – den man zugegebenermaßen ins Blaue setzt – öffnet sich ein Feld von Möglichkeiten, mit dem man nicht gerechnet hat. Und das soll man ungenutzt lassen, den ganzen Gral verfallen lassen? Oder nicht doch besser voll reinreiten, ohne auf Verstärkung zu warten? Wenn ich dem Malerschutzpatron (wer auch immer das ist) einen Preis für unzüchtiges Verhalten zollen muss, dann ist es eben so. Auf meinem Malergrabstein soll mal stehen: ‚Mann, das war es wert!‘

Painting after William Blake. Okay, yeah, I get it, William had done better, with the colors and stuff. He probably wouldn’t have painted a hand with six fingers. I’m trying to do it right. But then the room starts pulsating like nothing else the beat sets in and I can almost hear it: ‚Come on, Briant! Coward?‘ …

So I can’t help it, I’m innocent, though I hope there’s no hell for painters who just screwed up. Then I’d probably have to have some unpleasant questions asked of me, from higher places. After all, you’re not supposed to use so many colors and mix them happy-go-lucky …

But: Already after the first impulse – which one admittedly puts into the blue – a field of possibilities opens, which one did not expect. And should you let this go unused, let the whole grail decay? Or is it not better to ride into it without waiting for reinforcements? If I have to pay the painter patron (whoever that is) a price for lewd behavior, then so be it. On my painter’s tombstone it should say: ‚Man, it was worth it!

DON’T PLAY BY THE RULES

Das pure Ich – die Essenz des Menschen – lebt verschüttet unter einer Menge Zivilisationsmüll. Etwas in uns pflügt starre Linien in die Tage und Nächte, ist hungrig nach Anerkennung  und verliert sich in Zielen und Ergebnissen. Doch die Ahnung von dem Puren bleibt, vergeht wohl nie, ihr Duft dringt selbst durch das dichteste Vergessen …

Für diejenigen, die sich ein Herz fassen, es auszugraben, es freizulegen, sind diese Zeilen. Der Blick der Schatzgräber*in ist geduldig, wartet die lauten Wellen ab. Bis sich das Delikateste zeigt, die sanfteste, kleinste intimste Erinnerung an sich selbst spürbar wird …

Die Gesichtszüge entspannen sich und man findet Eingang. Wie in einer Parallelwelt spielen sich hier dieselben Ereignisse anders ab, magischer, fragloser, weicher, verspielter, intimer, freudvoller. Handlungen wie Worte öffnen neue Räume für sich und andere …

The pure I – the essence of man – lives buried under a lot of civilization garbage. Something in us plows rigid lines into the days and nights, is hungry for recognition and loses itself in goals and results. But the inkling of the pure remains, probably never fades, its fragrance penetrates even through the densest oblivion …

For those who take heart to dig it out, to uncover it, these lines are written. The gaze of the treasure digger is patient, ignores the loud waves. Until the most delicate reveals itself, the gentlest, smallest intimate nuance of oneself becomes perceptible …

The facial features relax and one finds entrance. As if in a parallel world, the same events play out differently here, more magical, more unquestioning, softer, more playful, more intimate, more joyful. Actions like words open new spaces for oneself and others …

DIE ZWEITE KOMPONENTE / THE SECOND COMPONENT

Um der rationalen Leblosigkeit zu entkommen, braucht es die zweite Komponente. Die erste Komponente, die Welt zu erleben, kommt zumindest in unserer westlichen Gesellschaft aus dem Verstand. Wir wissen, was gut für uns ist, individuell und kollektiv und sind bereit, das umzusetzen…

Etwas zu wissen oder zu verstehen bringt uns allerdings nicht in einen lebendigen Bezug. Erst wenn die 2. Komponente, die des Herzens dazu kommt, fängt an Saft ins Geschehen zu fließen. Wir sind keine abstrakten, konzeptionellen Wesen, sondern einem Wunder entstiegen. Selbst wenn wir immer komplizierter und komplexer zu denken in der Lage sind, hilft uns das im Wesentlichen nicht weiter …

Niemand wird vom Lesen der Speisekarte satt und niemand sieht die verkleideten Geschenke des Lebens im Nachdenken. Erst so etwas Einfaches und doch so Mächtiges wie spüren, mögen und staunen entfacht das Herz und das Glück …

To escape the rational lifelessness, the second component is needed. The first component, experiencing the world, comes from the mind, at least in our Western society. We know what is good for us, individually and collectively, and are willing to put that into practice….

Knowing or understanding something, however, does not bring us into a living relationship. Only when the 2nd component, that of the heart, is added, juice begins to flow into the event. We are not abstract, conceptual beings, but emerged from a miracle. Even if we are able to think more and more complicated and complex, this does not help us in essence …

No one gets full from reading the menu and no one sees the disguised gifts of life in thinking. Only something as simple and yet as powerful as sensing, liking and marveling ignites the heart and happiness …

DAS NEUE MITEINANDER / THE NEW TOGETHERNESS

‚Everybody always thinks he*she is right.‘

Sagmeister/Walsh

Die Welt ändert sich rasch, ob wir das wollen oder nicht. Es fällt mehr denn je auf, dass die Gesellschaft gespalten ist: rechts/links, konservativ/freigeistig, Sicherheit/Vertrauen, rational/intuitiv, Impfbefürworter/Impfgegner, etc. Da taucht eine Bedrohung auf z. B. Viren und man hat nichts besseres zu tun, als aufeinander loszugehen, die „Anderen“ abzuwerten oder ihnen Schuld zu geben …

Natürlich hat man selbst Neigungen, steht nicht neutral in der Mitte. Die wirkliche Befriedigung liegt allerdings nicht darin, recht zu haben gegen die Meinung eines anderen, sondern im Finden des Miteinander. Mit seiner*ihrer Meinung rechthaben zu wollen, verursacht Spaltung, wohingegen das Erkennen der Bedürfnisse des*der anderen zu Wertschätzung führt …

Selbstfürsorge spielt eine große Rolle, ist man in der Lage, selbst für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen und erkennt man den eigenen Wert, wird man nicht so schnell bedroht von der Meinung anderer und kann besonnen agieren, kann dann auch erst den Wert und das Bedürfnis im anderen sehen und spürt die Freude am Miteinander …

The world is changing rapidly, whether we like it or not. It is more noticeable than ever that society is divided: right/left, conservative/liberal, security/trust, reason/intuition, vaccination supporters/opponents, etc. A threat appears, e.g. viruses, and people have nothing better to do than to attack each other, to devalue the „others“ or to blame them …

Of course one has inclinations oneself, does not stand neutrally in the middle. But the real satisfaction is not in being right against the opinion of another, but in finding togetherness. Wanting to be right with one’s opinion causes division, whereas recognizing the needs of the other leads to appreciation …

Self-care plays a big role, if one is able to take care of one’s own needs and recognizes one’s own value, one is not so quickly threatened by the opinion of others and can act prudently, can then also see the value and the need in the other and feels the joy of togetherness …

KUNST / ART

‚The true artist helps the world by revealing mystic truths.‘
Bruce Nauman

Wenn man in den Konzepten des Verstandes lebt, ist es ungefähr so, als würde alles Leben schwimmen und man selbst steht am Ufer und überlegt, warum es doch keine gute Idee ist, nass zu werden. Wenn man jedoch einmal die Erfahrung gemacht hat, wie es sich anfühlt, ganz einzutauchen und sei es auch nur für eine Sekunde, kommt es einer Taufe gleich …

Und es geht darum, ganz einzutauchen, ohne Halteseile mit denen man sich ans Ufer bindet. Erst dann ist man wirklich Teil des Ganzen. Kunst taucht ganz ein.
Kunst war immer ein Mittel der Freiheit, eine Rolltreppe in das Mysterium, nichts kann einem so leer und so voll machen …

Kunst kann einem auf verschiedenen Ebenen ansprechen: Die Technik kann faszinieren, aber auch Gefühl, Kraft und Intellekt. Taucht der*die Künstler*in allerdings ganz ein – was nur mit seinem*ihrem purem ‚Ich‘ möglich ist – haut es einem das Heu herunter …

Er*Sie befindet sich im Abenteuer jenseits des Grenzlandes des Verstandes. Zwischen dem Moment, der gerade Vergangenheit wird und dem neuen Moment, der sich erst findet.
Auf Wegen forschend, an denen man sich selbst nicht mehr kennt, wo Farben wie leuchtende Worte sind. Sie rauben dir die Stützbalken, einer wie der andere fällt rasch und ehe du dich versiehst, stehst du aufrecht da und freihändig, noch feucht von Geburtswasser …

When you live in the concepts of the mind, it’s kind of like all life is swimming and you’re standing on the shore thinking why it’s not a good idea to get wet after all. However, once you have experienced what it feels like to be fully immersed, even for just a second, it is akin to being baptize …

And it’s about diving in completely, without any ropes to tie you to the shore. Only then are you really part of the whole. Art immerses you completely.
Art has always been a means of freedom, an escalator into mystery, nothing can make you so empty and so full …

Art can appeal to you on different levels: The technique can fascinate, but also feeling, power and intellect. But if the artist immerses himself completely – which is only possible with his pure ‚I‘ – it knocks the hay down …

He*She is in the adventure beyond the borderland of the mind. Between the moment that is just becoming past and the new moment that is just finding itself.
Exploring on paths where you no longer know yourself, where colors are like bright words. They rob you of support beams, one like the other falls quickly and before you know it, you are standing upright and freehanded, still wet with birth water …

SESAM ÖFFNE DICH! OPEN SESAME!

Eine Weltenmauer scheint das Ego fest zu umschließen. Alles Wollen sie zu überwinden, prallt an der Mauer ab, bis der*die Abenteuer*in daran zu Boden gleitet und alle Hoffnung fahren lässt.
Da die Mauer aus Sein gemacht ist, aus lebendigem Stoff, entzieht sie sich dem Denken und Wollen. Erst wenn man selbst das Sein IST, ohne etwas zu wollen – betritt man eine völlig andere Welt – in der die Mauer nicht mehr zu finden ist …

Wirkliches Leben spielt sich im Sein ab, Gedanken haben keine Substanz und können daher nichts mit dem Sein machen, nichts davon wegnehmen, nichts hinzufügen. Wer liebt denn schon die tiefste Wurzel der Dinge mehr als die Dinge selbst?
Wieso dem allem Innewohnenden, dem alles Umfassenden, Aufmerksamkeit schenken?
Man nimmt ja vordergründig nichts davon wahr – da ist ja scheinbar nichts, wohin gegen der Inhalt des Seins einem förmlich um die Ohren knallt …

Wendet man sich dennoch dem Sein zu, baut man sich das Haus darin und findet das Mögen daran freut einem auch sein Abglanz in den Dingen überall, in den tanzenden Scheinwerferkegel auf der nächtlichen Autobahn, in den schlafenden Autos, die noch einen schwachen Hauch Wärme und Geruch verströmen.
Sein ist wie ein hoher Gast, der im Inneren residiert. Es ist ein grenzenlos magischer Ort, es ist, was du in ihm bist …

A wall seems to enclose the ego tightly. All the will to overcome it bounces off the wall until the adventurer slides to the ground against it and abandons all hope.
Since the wall is made of being, of living material, it eludes thinking and wanting. Only when one oneself IS being, without wanting anything – one enters a completely different world – in which the wall is no longer to be found …

Real life takes place in being, thoughts have no substance and therefore can do nothing with being, take nothing away from it, add nothing. Who then loves the deepest root of things more than the things themselves?
Why pay attention to the all indwelling, the all encompassing?
One perceives superficially nothing of it – there is apparently nothing, whereas the content of being literally slams around one’s ears …

If one turns nevertheless to being, one builds oneself a house in it and finds the liking in it, one enjoys also its reflection in the things everywhere, in the dancing headlight cones on the nocturnal highway, in the sleeping cars which still exude a faint breath of warmth and smell.
Being is like a high guest residing inside. It is a boundlessly magical place, it is what you are in it …