DEM HIMMEL SO NAH / SO CLOSE TO THE SKY

Egal, ob beim Tanz, der Malerei oder sonst einer Ausdrucksform, es gilt anwesend zu sein, Raum einzunehmen mit dem, was gerade da ist und den Bewegungen zu folgen, die sich ergeben. Es dauert eine Weile, bis sich die Schatzkiste öffnet und es empfiehlt sich, nicht vorher aufzuhören …

In der Schatzkiste findet man die Variante von sich selbst, die in feinsten Vibes am Gipfel des eigenen Potenzials steht. Die intensive Beschäftigung mit dem Lieblingsmedium hält den Raum bereit, in dem man sich auf höchstem Level begegnen kann …

In diesem virtuellen Tempel kann man sich in allen möglichen Zuständen zeigen, der Ort hat genug gesegnete Kraft, um alles aufzunehmen, was Menschsein erfahren möchte. Und nicht nur Menschsein in der Kunst stehen einem alle Welten offen …

Man IST die Wespe, die endlich den Weg durch das offene Fenster findet und sich in die ganze Weite des Himmels schraubt. Man IST der Morgen, der sich laaaangsam, knisternd und etwas feucht inmitten der Nacht erhebt. Man IST die Imagination, die sich – wie der Morgen – aus der inneren Nacht bildet …

Whether in dance, painting or any other form of expression, it is important to be present, to take up space with what is there at the moment and to follow the movements that arise. It takes a while until the treasure chest opens and it is recommended not to stop before …

In the treasure chest you will find the variant of yourself that is at the peak of your potential in the finest vibes. The intensive activity with the favorite medium provides the space in which one can meet oneself at the highest level …

In this virtual temple one can show oneself in all possible states, the place has enough blessed power to accommodate everything that humanity wants to experience. And not only humanity in art all worlds are open to you …

One IS the wasp that finally finds its way through the open window and spirals into the whole expanse of the sky. One IS the morning that rises slooooo, crackling and somewhat damp in the midst of the night. One IS the imagination that forms – like the morning – from the inner night …

DAS FLÜSTERN DER STILLE / THE WHISPER OF SILENCE

So hat dieses Blogschreiben doch angefangen, ich bin während herausfordernder Zeiten eine Woche allein auf Urlaub gefahren, nach Israel. Ich wollte diese biblischen Orte besuchen, einfach so und weil ich am Abend meistens nicht wusste, was ich machen sollte, habe ich mich einfach irgendwo in die Landschaft gesetzt und bin wie von selbst sehr still geworden …

Und aus der Stille kamen für mich interessante Aspekte, die sich vorstellten, manchmal nur wie eine Ahnung und inspirierten einfach. Ich musste das aufschreiben und im Schreiben vertiefte sich das, bis es rund und stimmig war. Bis es pfeift, sitzt und Luft hat, wie man sagt …

Ich dachte ja, das hört dann auch bald mal auf dieses Flüstern der Stille, doch das hier ist jetzt der ungefähr fünfhundertste Blog, die alle in WordPress öffentlich zugänglich sind, https://cultureofsilenceblog.wordpress.com/. Sie waren nie nur für mich …

Jedenfalls, die Stille flüstert diesmal, dass sie demjenigen, der zuhört, etwas zeigt und so flüchtig wie das manchmal auch geschieht, ist es doch so profund, dass es den Kurs des*der Lauschenden vollständig und nachhaltig ändert …

That’s how this blog writing started after all, I went on vacation alone for a week during challenging times, to Israel. I wanted to visit these biblical places, just like that, and because most of the time I didn’t know what to do in the evening, I just sat down somewhere in the countryside and became very silent, as if by itself …

And from the silence came interesting aspects that presented themselves, sometimes just like a hunch and always inspiring. I had to write that down and in the writing it deepened until it was round and coherent. Until it whistles, sits and has air, as they say …

I thought it would soon stop this whisper of silence, but this is now the approximately five hundredth blog, all of which are publicly accessible in WordPress, https://cultureofsilenceblog.wordpress.com/. They were never just for me …

Anyway, the silence whispers this time that it shows something to the one who listens and as fleeting as it sometimes happens, it is so profound that it completely and permanently changes the course of the one who listens …

THE JOURNEY OF THE KING*QUEEN

Die Reise des*der König*in geht durch das ganze Spektrum des Menschseins. Es ist kein abgehobener, überwertiger Zustand, sondern ist tief verwurzelt in der Natur der Dinge. Die Reise beginnt, wenn die eigene Natur – das eigene Wesen – erkennt, wie oft es unter der Knechtschaft des Ego schleicht …

Wenn es die Notwendigkeit erkennt,
den Machtinstrumenten des Egos zu misstrauen. Es verweigert sich konsequent der Sehnsucht nach Kontrolle und Sicherheit, lehnt es ab, nach bereits bekannten Richtlinien zu leben und folgt stattdessen dem Gesetz der Sterne …

Das eigene Wesen spürt zögernd zuerst doch immer klarer, die Unaufhaltsamkeit der Freiheit. Die eigene Natur hatte in der Knechtschaft ihren Wert vergessen und bekommt nun, wie blind segelnd, eine Krönung von den Windhänden des Lebens mit dem Auftrag, die eigene Majestät nicht mehr zu verleugnen …

The journey of the king*queen is through the whole spectrum of being human. It is not an aloof, superior state, but is deeply rooted in the nature of things. The journey begins when one’s nature recognizes one’s being, how often it creeps under the bondage of the ego …

When it recognizes the need
to distrust the ego’s instruments of power. When it consistently refuses the longing for control and security, refuses to live according to already known guidelines and instead follows the law of the stars …

The own nature feels hesitantly at first, but more and more clearly, the inexorability of freedom. One’s own nature had forgotten its value in slavery and now, sailing as if blind, receives a coronation from the wind hands of life with the order not to deny one’s own majesty anymore …

YOU CANNOT BRING YOUR WEAPONS INTO THE HOUSE OF SILENCE

Entweder verbringt man seine*ihre Zeit mit  Vorstellungen über das Leben oder man lebt es direkt. Entweder geht man mit dem Leben um, als wäre es verpackt und dürfe nicht geöffnet werden oder man taucht ein in die nackte Tatsache, dass man existiert …

Der Verlockung der offenen Tür folgend, die Entschuldigungen, warum es jetzt nicht möglich ist vergessend, losgelöst im immer Neuen landend. Freiheit ist Anwesenheit …

Wenn der Lärm der Welt im eigenen Kopf schwindet, gleicht man einem empfindsamen Gefäß, in welches von überall her Leben fließt, bis es keinen Unterschied mehr gibt zwischen innen und außen …

Egal, wie oft man sich in der Welt verstrickt und egal wie oft sich die eigenen Schiffe im Nebel verlieren, in der Tiefe der Stille wartet geduldig der Zauber das Seins wie Lichter an einem ewigen Hafen  …

Either you spend your time with ideas about life or you live it directly. Either one deals with life as if it were packed and must not be opened or one immerses oneself in the naked fact that one exists….

Following the temptation of the open door, forgetting the excuses, why it is not possible now, detached in the always new. Freedom is presence …

When the noise of the world in one’s own head fades away, one resembles a sensitive vessel into which life flows from everywhere, until there is no more difference between inside and outside …

No matter how often one gets entangled in the world and no matter how often one’s own ships get lost in the fog, in the depth of silence the magic of being waits patiently like lights at an eternal harbor …

LICHTUNG / CLEARING

Wenn Menschsein sich schwer anfühlt und ohne Hoffnung, neigen wir dazu, uns selbst zu verlassen. Wir durchforsten die Gedankenwälder nach Lichtungen, werden hier jedoch höchstens kurz erleichtert, weil da ja auch kein wirkliches Leben stattfindet …

Verlassen wir uns jedoch nicht, sondern beiben wie ein*e gute*r Freund*in sogar in der Schattenwelt, fließt sofort neue Kraft und echte Zuversicht ins Geschehen …

Die guten Geister warten förmlich auf den Moment, in dem ein Mensch beschließt, bei sich zu stehen, gerade wenn er*sie unfähig ist und nicht mehr weiß, wie er*sie mit den eigenen Möglichkeiten weitergehen soll …

When being human feels heavy and without hope, we tend to abandon ourselves. We search the thought forests for clearings, but are at most briefly relieved here, because there is no real life there anyway …

However, if we do not leave ourselves, but remain like a good friend even in the shadow world, new strength and real confidence immediately flows into the events …

The good spirits are literally waiting for the moment when a person decides to stand by oneself, just when one is incapable and no longer knows how to continue with ones own possibilities …

STANDartS 2

Es gibt mehr als eine Art sein*ihr Leben zu leben.

Vorwiegend in der westlichen Welt haben sich Standards entwickelt, die einem, wenn man als Begünstigte*r darin lebt, kaum auffallen. Sie beschreiben die Normalität, die man sich von einem*r ordentlichen Bürger*in wünscht. Wie fleißig ein Individuum sein sollte, welche Voraussetzungen er*sie haben sollte, um von Gesundheitswesen und sozialen Errungenschaften zu profitieren, bis hin zu angepassten Geschlechterrollenverhalten und alles dazwischen …

Die Standards bieten gewisse Sicherheiten und Vergünstigungen für diejenigen, die ihr entsprechen. Doch die Normalität ist zu eng und ausschließlich geworden. Man bekommt das zu spüren, wenn die eigene Natur anders tickt, wenn man das eigene Leben anders leben möchte, wenn man ein*e Eingeborene*r ist, dem fahrenden Volk oder einer anderen Minderheit zugehörig ist …

Man passt sich an oder fällt sehr schnell aus der Normalität und wird nicht mehr unterstützt, sondern angefeindet. Einfach, weil die Hautfarbe, der gesellschaftliche Status oder sonst irgendetwas anders ist. Die Standards fallen erst auf, wenn man nicht oder nicht mehr dazugehört. Für manche Menschen ist es klar, dass  der Preis dafür zu hoch ist, um die eigene Natur und Lebensweise zu opfern …

Die Entwicklung der Menschlichkeit gebietet es, in Betracht zu ziehen, dass Individuen das Recht haben, ihr Leben nach ihrer eigenen Natur zu leben. Es gibt mehr als nur eine ‚richtige‘ Art sein*ihr Leben zu leben. Wenn wir aus den Herausforderungen wie Covid, Klimawandel etc. lernen wollen, brauchen wir die Randgruppen. Die neue Welt integriert an den Rand gedrängte Kulturen, denn sie hüten die Schätze, die wir vermissen …

There is more than one way to live your life.

Mainly in the Western world, standards have developed that are hardly noticeable when you live in them as a beneficiary. They describe the normality that one wants from a proper citizen. How industrious an individual should be, what conditions he*she should have to benefit from health care and social achievements, to adjusted gender role behavior and everything in between …

The standards provide certain securities and benefits for those who conform to it. But normalcy has become too narrow and exclusive. You feel this when your nature is different, when you want to live your life differently, when you are a native, a travelling people or a minority …

One adapts or falls very quickly out of normality and is no longer supported, but is opposed. Simply because the skin color, social status or anything else is different. The standards are only noticed when one does not belong or no longer belongs. For some people it is clear that the price is too high to sacrifice their own nature and way of life …

The development of humanity demands to consider that individuals have the right to live their lives according to their own nature. There is more than one ‚right‘ way to live his*her life. If we are to learn from challenges such as covid, climate change, etc., we need the marginalized. The new world integrates marginalized cultures, because they guard the treasures we miss …

TRAUMA UND DAS ERBLÜHEN DER STILLE / TRAUMA AND THE FLOWERING OF SILENCE

‚Es gibt kein Erwachen ohne Schmerz.‘
C.G. Jung

Die Wunde treibt uns aus der Form in das Formlose. Ihr heftiger Ruf erinnert daran, unsere wirkliche Heimat zu finden. Erlauben wir die Wunde, streifen die Gewänder und Schutzpanzer der Welt ab, betreten wir den Raum der Stille …

Doch verwechseln wir die Abwesenheit der Welt und unserer persönlichen Anliegen nicht mit nichts, denn die Stille ist bei genauerer Betrachtung voll Leben. Erst wenn die Knospe sich öffnet, verströmt der Duft …

Die Stille ist nicht nichts, sie ist dein Herz, dein Innerstes, das, was du wirklich bist. Um den Raum der Stille – deinen Raum – zu betreten, braucht es keine Voraussetzungen, es muss nichts anders sein, du kannst jederzeit hinein, wo und wie auch immer du gerade bist …

‚There is no coming to consciousness without pain.‘
C.G. Jung

The wound drives us out of form into the formless. Its fierce call reminds us to find our real home. If we allow the wound, strip off the robes and protective armor of the world, we enter the space of silence …

But let us not confuse the absence of the world and our personal concerns with nothing, for silence, on closer inspection, is full of life. It is only when the bud opens that the fragrance emanates …

Silence is not nothing, it is your heart, your innermost being, what you really are. To enter the space of silence – your space – you don’t need any preconditions, nothing needs to be different, you can enter at any time, wherever and however you are …

DIE REISEN DER SEELE UND DIE REISEN DES MENSCHEN / THE JOURNEYS OF THE SOUL AND THE JOURNEYS OF MAN

Es sieht so aus, als würde in einem Körper zwei Reisen stattfinden, die der Seele und die des Menschen. Und es sieht auch so aus, als würden sich die beiden Lebensreisen gar nicht mal so oft begegnen, sondern unterschiedliche Wege gehen …

Die Wege des Menschen sind offensichtlich, es geht um Überleben für sich und den Clan und etwas zu erreichen oder etwas zu verteidigen. Um die Wege der Seele zu erkennen, braucht es sanfte Augen, damit man ihre lodernden Spuren im eigenen Inneren erkennt …

Wenn etwas sich so absolut richtig anfühlt, ohne dass man sich erklären kann oder man ohne ersichtlichen Grund zu leiden beginnt, dann kreuzen sich die Wege des Menschen und die der Seele …

Mit sanften Augen betrachtet ist alles, was geschieht ein perfektes Set-up für die Begegnung der beiden. In dieser Begegnung findet Ankommen statt und Heilung …

It looks as if in one body two journeys take place, that of the soul and that of the human being. And it also looks as if the two journeys of life do not even meet that often, but go different ways …

The ways of the human are obvious, it is about survival for oneself and the clan and to achieve something or defend something. To discern the ways of the soul, it takes gentle eyes to recognize its blazing traces within oneself …

When something feels so absolutely right, without being able to explain it, or one begins to suffer for no apparent reason, then the paths of man and those of the soul cross …

Seen with gentle eyes, everything that happens is a perfect set-up for the meeting of the two. In this encounter, arrival takes place and healing …

TRAUMA AND THE DANCE

Es gibt Aspekte von einem selbst, die man nicht mag. Kaum jemand möchte weinerlich rumheulen wie ein trotziges Kleinkind oder voll Neid und Eifersucht sein. Und niemand möchte zutiefst verletzt sein, dennoch ist all das Teil des Tanzes …

Schiebt man das Herbe des Lebens weg, verhärtet man sich, die inneren Bewegungen hören auf, mit dem Ganzen zu schwingen. Wenn jedoch auch die ungeliebten Facetten von einem selbst Aufmerksamkeit bekommen, werden sie Teil des Ganzen …

Das größte Geschenk, dass man sich selbst machen kann, ist nicht sein*ihr Leben auf die Reihe kriegen oder es endlich richtig zu machen. Das größte Geschenk sind die kleinen Momente, in denen die eigene Anwesenheit dem Sog des Unbewussten widersteht und der Kampf zum Tanz wird …

There are aspects of yourself that you don’t like. Hardly anyone wants to whine like a defiant toddler or be full of envy and jealousy. And no one wants to be deeply hurt, yet all that is part of the dance …

If one pushes away the harsh of life, one hardens, the inner movements cease to vibrate with the whole. However, if the unloved facets of oneself also get attention, they become part of the whole …

The greatest gift you can give yourself is not to get your life together or to finally get it right. The greatest gift are the small moments when your presence resists the pull of the unconscious and the struggle becomes a dance …

STANDartS

Um als Individuum halbwegs aufrecht in unserer westlichen Gesellschaft leben zu können, ist es nötig, deren verborgene Gesetzmässigkeiten zu verstehen. Es haben sich über die Zeit gewisse Standards in fast allen Bereichen entwickelt, die nicht mehr hinterfragt werden dürfen …

Dazu gehören:
• Alte, weisse Männer haben die Macht
• Hetero Beziehungen
• Westliche Medizin und Pharmaindustrie
• Tiere als Ware
• Wissenschaftliche Dogmas
• Staatliches Schulsystem
• Lohnarbeitssystem
• Kapitalismus
• Religiöser Fundamentalismus
• Justiz und Polizeiauthorität
• Gesellschaftlicher Status`
• Kunstmarkt und Kurator*innen

Als Individuum ist die wohl größte Herausforderung dieses ‚Coming-out‘ mit dem, was wir wirklich sind, jenseits aller Masken. Und als wäre es nicht schon heftig genug, die inneren Auseinandersetzungen mit der eigenen Konditionierung zu meistern, müssen wir auch noch gegen die Mauern dieser kollektiven Standards laufen …

Es ist Zeit, für eine inklusive menschliche Gesellschaft einzutreten, die Welt füreinander so sicher zu machen, damit wir darin sein können, wer wir wirklich sind. Und wenn das bedeutet, die eingefleischte Hörigkeit diesen überheblichen Standards gegenüber infrage zu stellen, dann ist das eben so …

In order to live as an individual halfway upright in our western society, it is necessary to understand its hidden laws. Over time, certain standards have developed in almost all areas, which may no longer be questioned …

These include:

  • Old, white men have the power
  • Hetero relationships
  • Western medicine and pharmaceutical industry
  • Animals as commodities
  • Scientific dogmas
  • State school system
  • Wage labor system
  • Capitalism
  • Religious fundamentalism
  • Judiciary and police authority
  • Social Status
  • Art market and curators

As an individual, probably the greatest challenge is this ‚coming out‘ with who we really are, beyond all masks. And as if it wasn’t hard enough to cope with the inner struggles with our own conditioning, we also have to run against the walls of these collective standards …

It’s time to stand up for an inclusive human society, to make the world safe enough for each other so that we can be who we really are in it. And if that means challenging the ingrained bondage to these arrogant standards, so be it …