Spieglein, Spieglein an der Wand / Mirror Mirror on the wall

 

 

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Fotos: Renée Kellner

Durch die Mauer der Trennung sieht man die Magie der Dinge nicht mehr. Der psychologische Verstand – der alte Schmuggler und Schwarzmarkthändler – kreiert durch das Gefühl der Trennung, den Verlust von etwas Wesentlichen und beginnt dann auch gleich damit ein Problem zu entwickeln und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Er leitet die Suche an und vertieft damit den Glauben, das, wonach wir uns sehnen, sei nicht da …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, enthüllt dieser das ausgefuchste Spiel, indem er all die unbewussten Geschäfte des Denkens NICHT zeigt. Er zeigt nicht Wünsche und Wollen, er zeigt nicht, was fehlt, nicht, was falsch läuft, nichts, was im Weg ist, keine religiösen oder politischen Parolen, nichts auf das man warten müsste und nichts, was man glaubt, noch suchen zu müssen …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, zeigt dieser nur, was wirklich hier ist. Er zeigt das vergessene Gesicht, bringt alles hierher zurück, was ausgelagert wurde. Was auch immer man performt, reflektiert er, ohne zu werten. Auch wenn man alle Manipulationstricks mit ihm versucht, hilft er bloß, durch sein Spiegeln, zu erkennen. Der Weltenspiegel hat keine Agenda, er spiegelt alles gleich gern …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, entsteht im Spiegeln Stille – das freundliche Nichts. Obwohl der Spiegel, außer zu reflektieren, nichts tut, verändert sich dadurch alles. Durch das Erkennen lösen sich die inneren Haltegriffe und erste, freie Schritte sind wohlwollend möglich …

Der Spiegel ist riesig, die Einladung der Stille enorm. Hier geht es nicht um nachgeordnete Ziele wie im Denken, sondern um das direkte Atmen von Sternenstaub, um den freien Moment, um die Gnade der Auslöschung der Verwunschenheit allen Ernstes eine bestimmte Person sein zu müssen …

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Through the wall of separation one can no longer see the magic of things anymore. The psychological mind – the old smuggler and black market trader – creates through the illusion of separation, the feeling of loss of something essential and then immediately starts to develop a problem and try to find solutions. He initiates a search and deepens through that the belief that what we long for is not here …

When the wall becomes a mirror, it reveals the leery game by NOT showing all the unconscious business of thinking. The mirror does not show wishes and wills, he does not show what is missing, not what goes wrong, nothing that gets in the way, no religious or political slogans, nothing to wait for and nothing to look for …

When the wall becomes a mirror, it only shows what is really here. He shows the forgotten face, brings everything back here, what was outsourced. Whatever one performs, he reflects without judging. Even if you try all the manipulation tricks with him, he only helps to recognize by his mirroring. The World Mirror has no agenda, he likes to reflect everything …

When the wall becomes a mirror, silence arises in the mirroring – the friendly nothingness. Although the mirror does nothing but reflect, everything changes. By recognizing the inner grips are loosening and first, free steps are benevolent possible …

The mirror is huge, the invitation of silence enormous. This is not about subordinate goals as in thinking, but about the direct breathing of stardust, about the free moment, about the grace of extinguishing the spell to be a certain person in all seriousness …

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Offizieller Protest gegen die Dominanz der Ratio! / Official protest against the dominance of the Ratio!

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Leute es geht nicht mehr. Gegen etwas Vernunft ist ja nichts einzuwenden, aber unsere Gesellschaft flieht geradezu in die Arme von Kontrollzwang und fahlem Sicherheitsdenken …

Wir haben bereits die gesamte Schöpfung in einem Netz aus Sinn – und Nutzbezügen gefangen. Die neue Regierung zerrt gierig weiter Richtung Profit und Leistung und verfeuert dabei alles wirklich Wesentliche wie Schönheit, Menschlichkeit, Lebensqualität. Worin wollen wir denn Leben, um Himmels willen? Kommt schon Leute, Egowahn war gestern, spielen wir was anderes. Laufen wir den Göttern der Ratio hinterher werden wir blind, taub und fühlen uns selbst nicht mehr …

Wenn wir die Augen öffnen, sehen wir, es ist alles wie aus Licht geschnitzt: die Flugzeuge, die Kinder, die mit ihrem Winterstiefeln über die Holzplanken laufen, die träge vor sich hintreibende Orangenhaut der Seeoberfläche, die Baukräne, die Schotterwege, alles durchdrungen von purem Sein, gewebt aus demselben lauteren Stoff, wie wir selbst. Öffnen wir die Ohren, überwältigt uns das Leben wie eine Horde spielender Kinder. Beginnen wir uns zu fühlen, ändert sich die ganze Welt und etwas völlig Neues entsteht …

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Folks, it does not work anymore like that. There is nothing wrong with reason, but our society almost flees into the arms of control and pale security thinking …

We have already captured all of creation in a network of mind and use. The new government continues to drive greedily towards profit and effort, burning everything that really matters, such as beauty, humanity, quality of life. What do we want life for, for heaven’s sake? Come on people, Ego-delution was yesterday, we play something else.
If we run after the gods of the Ratio we become blind, deaf and do not feel ourselves any more …

When we open our eyes, we see it is all carved out of light: the airplanes, the children walking along the wooden planks with their winter boots, the lazy moving orange-peel skin of the lake surface, the construction cranes, the gravel roads, all steeped in pure being, woven from the same sincere fabric as we ourselves. If we open our ears, life overwhelms us like a horde of playing children. When we start to feel ourselves, the whole world changes and something totally new arises… 

 

 

Zerschmettert in Stücke im Frieden der Nacht / Smashed into pieces in the still of the night

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Stille ist immer hier. Parallel zu dem Marktgeschrei unserer Zeit ist es immer still. Selbst Bomben explodieren in der Stille. Wie Laurence Weiner es ausdrückt: Zerschmettert in Stücke im Frieden der Nacht …

Während in der Welt des Egolärms Angst und Trennung an der Wurzel kauern, regiert Loslassen die Welt der Stille. Es liegt an uns, was wir wählen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, wenden wir uns dem einen zu, verschwindet das Andere, als wäre es niemals da gewesen. Es existiert nur mehr als vage Erinnerung …

Je öfter wir bewusst wechseln, desto leichter fällt es uns. Und es wird möglich, die beiden Welten zusammenzuführen, sie gemeinsam zu erleben. Selbst der Lärm des Alltags ist durchdrungen von Stille, du gehst in das Badezimmer der Stille, durch die Straßen der Stille, in den Supermarkt der Stille, zum Paketshop der Stille, du streitest mit deinem Partner, während im Hintergrund die Stille rauscht …

Die bewusste Gegenwart der Stille heilt die Welt der Angst und der Trennung. Du brauchst nichts an der scheinbaren Allmacht des Egos zu verändern, allein die Präsenz der Stille verwandelt die Straßen und Supermärkte in Paläste, das Marktgeschrei in Poesie und das Streiten mit deinem Partner in eine Kunstperformance …

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Silence is always here. At the same time as the clamor of the markets fusses, it is always quiet. Even bombs explode in silence. As Laurence Weiner puts it: Smashed into pieces in the still of the night …

While anxiety and separation are crawling at the root of the ego’s world, letting go rules the world of silence. It is up to us, what we choose, where we direct our attention, if we turn towards one, the other disappears as if it had never been there. It only exists as a vague memory …

The more often we change consciously, the easier it is for us. And it becomes possible to bring the two worlds together, to experience them together. Even the noise of everyday life is steeped in silence, you go into the bathroom of silence, through the streets of silence, into the supermarket of silence, to the package shop of silence, you quarrel with your partner, while in the background the silence rushes …

The conscious presence of silence heals the world of fear and separation. You do not need to change the apparent omnipotence of the ego, only the presence of silence transforms the streets and supermarkets into palaces, the market scream into poetry and the arguing with your partner into an art performance …

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