Lieber Mäzen / Dear Patron

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Wieder eine Nacht im Atelier, in letzter Zeit vergehen die Stunden wie im Rausch, schreiben, zeichnen, Entwürfe machen, wie ein durchgeknallter Magier Informationen als allen möglichen Dimensionen sammeln, destillieren, in Form bringen …

Alles aus mir raushauen, der Briant ist ganz da draußen, nichts zurückhalten, nichts braucht mehr drinnen zu sein. Malen ohne Ziel, weil dass die einzige Art ist, mit diesen inspirierten, abenteuerlustigen Nervenenden umzugehen. Und das Tun im Moment, von Herzen zu mögen …

Ein Bild entsteht, nach und nach wird klar, was sich hier gestalten will: eine eigenartige Szene, ein alter verlassener Schlafsaal, in dem noch die Träume eines Flüchtlings hängen.
Lieber Mäzen, mit deiner Hilfe gehe ich ganz rein in die Mystik, und wenn ich zurückkomme, bringe ich Geschenke in beiden Händen …

Ich weiß nicht, ob es sich dabei um Kunst handelt und um ehrlich zu sein, ist mir das auch egal. Aber ich weiß, dass ich mich selbst nicht besser verwenden konnte, als den Träumen der Flüchtlinge – in einer universellen, zeitlosen Sprache – die nötige Würdigung zu schenken …

Another night in the studio, lately the hours have passed as if being in ecstasy, writing, drawing, drafting, like a crazy magician gathering information from all sorts of dimensions, distilling them, bring them in shape …

Bring everything out of me, all of Briant is out there, nothing holding back, nothing needs to be inside anymore. Painting without a goal because that’s the only way to deal with these inspired, adventurous nerve endings. And liking from the heart what I am doing at the moment …

A picture emerges, gradually it becomes clear what is going to happen here: a strange scene, an old abandoned dormitory, in which the dreams of a refugee are still hanging around.
Dear patron, with your help, I go straight into the mystery, and when I come back, I bring gifts in both hands …

I do not know if this is art and to be honest I do not care. But I know that I could not use myself better than giving the necessary recognition to the refugees‘ dreams – in a universal, timeless language …

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Stille Einladung / Silent invitation

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Immer wieder mal, wenn man sich zu sehr in den Kommentaren im Kopf verstrickt wiederfindet, empfiehlt es sich in den Raum zu tauchen, aus dem die Gedanken kommen. Der Raum, der nichts weiß und doch voller Intelligenz ist. Der Raum, der sich nicht bewegt, aber doch voller Tanz ist. Der Raum, der absolut still ist und doch voller Lieder …

Offenheit bereitet das neue Feld. Deine Offenheit verbindet sich mit der Offenheit des Raums und Synchronizität entsteht. Alles kommt zusammen im Tun, man kann das nicht vorher denken …

Du musst überhaupt nichts wissen und nichts können. Hör nicht auf die Kommentare im Kopf, alles, was du tust, ist absolut richtig, egal wie du es machst …

Again and again, if one finds oneself too much entangled in the comments in the head, it is advisable to dive into the space from which the thoughts come. The space that knows nothing and yet is full of intelligence. The space that does not move but is full of dance. The space, which is absolutely quiet and yet full of songs …

Openness prepares the new field. Your openness combines with the openness of space and synchronicity arises. Everything comes together in action, you can not think that beforehand …

You do not have to know anything and you do not need to be able to do something. Do not listen to the comments in your head, everything you do is absolutely right, no matter how you do it …

Stille Abenteuer / Silent adventures

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Kunst ist das perfekte Medium, um zu erforschen, wonach auch immer einem der Sinn steht.
Zuerst öffnet Inspiration ein Möglichkeitsfenster und dann braucht es jemanden, der/die hineingeht, mit der Absicht dieses neue unbekannte Land kennenzulernen. Auch wenn man sich mit seinen gewohnt konditionierten Universum nicht vorstellen kann, wie und ob das gehen soll …

Die Kunst ist, es dennoch zu wagen. Dabei macht es auch gar nichts, wenn man scheitert. Scheitern ist Teil der Erfahrung, es gehört dazu wie alte Freunde und es trübt nicht im Mindesten das Abenteuer. Scheitern entsteht überhaupt nur, wenn man etwas erwarten würde. Und etwas zu erwarten, würde sowieso nur die Sicht in dem neuen Land behindern …

Man weiß nicht, worauf man trifft. Offenheit ist dein Zentrum. Offenheit ist das Wichtigste, sie zieht alles an, was nötig ist. Es braucht Offenheit und die Fähigkeit durch dieses intrinsische Wetter zu spazieren, mit dem Vertrauen, dass das Unmögliche nach und nach möglich wird …

Art is the perfect medium to explore whatever you feel drawn to.
First, inspiration opens up a window of possibility and then someone needs to through with the intention of realizing this new terrain. Even if you can not imagine with your accustomed conditioned universe how and if that should work …

The art is to dare it anyway. It does not matter if you fail. Failure is part of the experience like old friends and it does not spoil the adventure in the least. Failure arises only when one would expect something. And expecting something, would only obstruct the view in the new country anyway …

You do not know what you’re meeting. Openness is your center. Openness is the most important thing, it attracts everything you need. It takes openness and the ability to walk through this intrinsic weather, with the confidence that the impossible by and by becomes possible …

Spuren der Freude / Traces of joy

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Wenn man nicht genau schaut, bemerkt man die Spuren der Freude gar nicht. Man würde irgendetwas denken wie: „Puh, die Proben auf der Silvesterbühne hier in der Seestadt sind ganz schön laut und die Musik eher dürftig. Man versucht nach besten Kräften, die Massen zum Feiern zu bringen. Obwohl es bei dieser Kurzsichtigen Regierung eigentlich wenig zu feiern gibt, weil zu viele – sowieso schon Benachteiligte – zu Kurz kommen.“
Aber im Denken findet man die Freude nicht, sie weht gerade mit dem sonnigen Wind übers Wintergras in das deine Füsse sinken und das schon jetzt das Versprechen des Frühlings in sich trägt ..

Wenn man nicht aufmerksam ist, spürt man die sanfte Glut der Freude gar nicht, die ohne Grund strahlt und wärmt. Man würde gerade irgendetwas tun wie, den Impuls unterdrücken, den Menschen im Bus die Kronen Zeitung aus der Hand zu nehmen. Darin würde man die Freude aber nicht finden, die ist in der Mitte eines Gesprächs, in dem man ungebremst sein darf, wie man ist …

Wenn man nicht achtgibt, würde man die feinen Vorboten der Begeisterung gar nicht wahrnehmen, die sich rasch ausbreiten und Taten hervorlocken.
Man würde mit etwas beschäftigt sein und etwas sagen wie: „Warum haben wir es nach so vielen Jahrtausenden Menschheitsentwicklung nur dahin gebracht, bei allem an Kostendeckung zu denken und nicht an Schönheit?“ Aber auch darin liegt keine Freude, sie ist direkt in der frischen Fährte ihrer Spur …

If you do not look carefully, you will not notice the traces of joy. One would think something like, „Phew, rehearsals on the New Year’s Eve stage are quite loud and the music rather poor. They try their best to bring the masses to party.“
But in thinking one does not find joy, it waves straight with the sunny wind over the winter grass into which your feet sink and which already carries the promise of spring in itself …

If you are not attentive, you will not feel the gentle glow of joy radiating and warming for no reason. One would just do something like suppress the impulse to take the idiotic boulevard papers out of the hands of people on the bus. But you would not find the joy in it, it is in the middle of a conversation in which you can be unrestrained, how you are …

If you do not pay attention, you would not notice the subtle harbingers of enthusiasm, who spread quickly and elicit action.
One would be busy and say something like, „Why have we, after so many millennia of human evolution, been driven to think of cost recovery rather than beauty?“ But even there is no joy, she is right there in her fresh track …

Stille Veränderung / Silent shift

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„You cannot do great things, but little things with great love.“ Mother Teresa

Die Frage ist nicht, warum sind wir nicht frei? Die Frage ist, warum fühlen wir uns mitten in aller Freiheit gefangen und vom Überfluss ausgegrenzt? Ohne es zu wissen, stehen wir unter dem Bann der Konditionierungen. Unbewusst akzeptieren wir Schuld, Scham, Angst, Mangel und Wertlosigkeit als gottgegebene Gefängnisse, als hätten wir es nicht anders verdient …

Die Frage ist auch, was bricht dieses feste Weltgefüge der Unfreiheit? Es gibt in der Tat einiges, dass den diktatorischen Teil der Konditionierung ordentlich den Hintern versohlt: jedes Mal, wenn wir uns unvollkommen und verletzbar zeigen. Jedes Mal, wenn wir furchtlos etwas Großherziges tun, erschüttert das die Stabilität des Kerkers …

Jedes Mal, wenn wir unser Geschenk an die Welt leben – ohne Besitzansprüche oder Erwartungen – bricht ein Teil des Schutzbunkers weg.
Jedes Mal, wenn wir genau hinsehen, und erkennen, was uns hält – ohne, das wir etwas daran verändern müssten – bekommt die Welt außerhalb des Gefängnisses mehr Konturen. Jedes Mal, wenn wir dem folgen, wovon wir tief im inneren wissen, dass es wahr ist, wird das Eigentliche – ewig Neue – ein Stück mehr gelebte Realität …

„You cannot do great things, but little things with great love.“ Mother Teresa

The question is not, why are we not free? The question is, why do we feel trapped in the midst of freedom and marginalized in total abundance? Without knowing it, we are under the spell of conditioning. Unconsciously, we accept guilt, shame, fear, scarcity and worthlessness as God-given prisons, as if we do not deserve it better …

The question is also, what is breaking this fixed world structure of bondage? There is, in fact, a lot to do in spanking the dictatorial part of conditioning: every time we show ourselves imperfect and vulnerable. Every time we fearlessly do something generous it shakes the stability of the dungeon …

Every time we give our gift to the world – without ownership or expectations – part of the shelter bunker breaks away.
Every time we look closely and realize what holds us – without us having to change anything – the world outside the prison gets more contours. Every time we follow what we know deep inside is true, the real – eternally new – becomes a little more lived reality …

Notizen einer Raunacht / Notes from the twelfe nights

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In den dünnhäutigen Nächten ist es wieder ganz klar: Die konditionierte Persönlichkeit kann ihre illusionären Muskeln nur anspannen, wenn man sie unbewusst gewähren lässt und ihr unbewusst glaubt. Dann bekommt ihre Scheinwelt Macht. Ansonsten ist sie überhaupt nicht vorhanden …

Die konditionierte Persönlichkeit sucht den Schatz in sich und findet ihn nicht. Sobald gesucht wird, ist er tief verborgen. Das liegt darin, dass unsere Essenz immer dort ist, was gerade ist, deshalb findet man sie nicht woanders …

Lässt man sich selbst gewähren, vielleicht sogar mit einer freundlichen Neugier, ohne etwas zu wollen, so wie man gerade ist – egal in welcher Stimmung, egal in welcher Aktion – zeigt es sich, kommt wie ein Reh aus dem Wald. Und es hilft, es zu mögen, denn man verbindet sich immer mit dem, das man mag …

Der Schatz, der uns belebt, ist schon wirklich erstaunlich: Er hat sich diesen menschlichen Anzug angezogen und macht sein Ding im Verborgenen, überlagert von der konditionierten Persönlichkeit, die meint, das wäre sie. Das sonderbare Wunderbare tut, was es tut. Es kratzt sich am Popo, ist erstaunt sich selbst zu bemerken, kritzelt etwas in ein Buch und geht dann schlafen. Es bespielt den menschlichen Anzug ohne Vergangenheit und ohne etwas zu werten, erstaunt über die Möglichkeiten …

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Again, in the thin-skinned nights, it is clear that the conditioned personality can only tense up its illusionary muscles by unconsciously allowing them to and unconsciously believing them. Then their illusory world gets power. Otherwise it is not present at all …

The conditioned personality seeks the treasure in itself and does not find it. As soon as he is searched, he is deeply hidden. That’s because our essence is always with what is right now, so you will not find it anywhere else …

If you allow yourself, perhaps even with a friendly curiosity, without wanting anything, to be exactly the way you are right now – no matter in what mood, no matter what action – it shows itself, comes out of the forest like a deer. And it helps to like it, because you always connect with the one you like …

The treasure that invigorates us is truly amazing: He has put on this human suit and is doing his thing in secret, superimposed by the conditioned personality who thinks that it is doing this. The strange miracle does what it does. It scratches at its bottom, is surprised to notice itself, scribbles something in a book and then goes to sleep. It utilises the human suit without past and without judging, astonished about the possibilities …

Das „Ich“, das keinen Namen hat / The „I“ that has no name

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Wir richten uns ein, in der Abwesenheit von Wundern. Wir machen es uns so gemütlich es nur irgendwie geht, im Verlust des Wesentlichsten. Wir haben unsere Häuser im verlorenen Paradies gebaut …

Wir suchen irgendwie die Lücke zu füllen und es scheint uns nicht zu gelingen. Aber in Zukunft vielleicht, wenn wir einfach so weitermachen und schließlich mehr von irgendetwas haben, wird es wohl gelingen. Dabei wissen wir, das dem nicht so ist. Was wir mögen, kreiert unsere Welt. Wenn wir es irgendwie mögen Opfer zu sein oder Suchender, der leider noch nicht gefunden hat, dann leben wir darin. Mögen wir jedoch die Gegenwart dessen, was wir wirklich, wirklich wollen, kann es nicht widerstehen …

Wir können jetzt das Fehlende, aus der Fata Morgana des Suchens holen, aus der unbestimmten Zukunft befreien. Wir können aufhören daraus Religionen zu zimmern und es jetzt hierher in unser Leben einladen, leibhaftig damit tanzen. Das „Ich“, das keinen Namen hat, war nie weg …

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We settle down, in the absence of miracles. We make it so cozy as possible, in the loss of the most essential. We built our homes in the lost paradise …

We are somehow trying to fill the void and we do not seem to succeed. But in future maybe, if we just go ahead and eventually have more of something, it will work. We know that this is not the case. What we like creates our world. If we somehow like to be victims or seekers, who unfortunately have not found yet, then we live in it. However, if we like the presence of what we really really want, then IT can not resist …

We can now liberate the missing from the mirage of seeking, from the indefinite future. We can stop cultivating religions and invite it now and here into our lives, dancing with it bodily. The „I“, which has no name, was never gone …