Stilles Hinsehen / Silent attention

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Wir werden laufend angelogen und wir lieben es, wegzuschauen. Also klebt man Bilder von zufriedenen Tieren auf die Packungen im Fleischregal und man kommt gut damit durch, weil wir gar nicht wissen wollen, woher das Fleisch wirklich kommt. Politik, Medien und Werbung haben leichtes Spiel, denn eine Gesellschaft, die es liebt, wegzuschauen und sich abzulenken ist ideal manipulierbar, sie will gar nicht wissen, was wirklich läuft, die Lügen können ruhig offensichtlich sein …

Im eigenen Inneren läuft es ähnlich ab, das Ego will regieren, will Recht haben, will auf keinen Fall die Macht abgeben. Seine Lügen sind kaum verkleidet. Solange man nicht hinschaut und sich ablenkt, ist alles scheinbar gut. Das Fehlende wird in Ersatzhandlungen gesucht, und solange die Bedürfnisse des Egos halbwegs erfüllt werden, nimmt man auch die nagende Unzufriedenheit und den Mangel an Glück und Freiheit hin …

Gedanken verteidigen das Ego. Wenn irgendetwas an seinen Sicherheitsstrukturen rüttelt, spielen sich innere Dramen von Verteidigung und Anschuldigung ab. Die üblichen inneren Kommentare entzünden sich zum Streit. Würde man hinsehen wollen, wenn starkes inneres Wetter zetert, kann man sicher sein, das Ego fühlt sich bedroht, es will nicht sterben, nicht einmal ein bisschen. Das Ego im Innen wie im Außen kann sein fatales Spiel nur im Schatten des Wegschauens spielen. Im Licht des Hinsehens bäumt es sich vielleicht kurz auf, verpufft aber wie ein Vampir in der Sonne und hinterlässt nichts als Glück und Freiheit …

We are constantly lied to and we love to look away. So they stick pictures of satisfied animals on the meat-packs in the store and get away with it, because we do not want to know where the meat really comes from. Politicians, media and advertising have an easy walk-over, because a society that loves to look away and distract itself is ideally manipulatable, it does not want to know what’s really going on, the lies can be as well obvious …

It’s the same in the inner world, the ego wants to govern, wants to be right, does not want to give up power in any case. Its lies are barely disguised. As long as you look away and distract yourself, everything seems to be good. The missing is sought in substitute actions, and as long as the needs of the ego are halfway fulfilled, one also accepts the nagging dissatisfaction and lack of happiness and freedom …


Thoughts defend the ego. If anything shakes its security structures, inner dramas of defense and accusation take place. The usual inner comments ignite into dispute. If you would want to pay attention, when strong inner weather creeps, you can be sure the ego feels threatened, it does not want to die, not even a bit. The ego inside and outside can only play its fatal game in the shadow of looking away. In the light of attention, it may bump up briefly, but fizzles like a vampire in the sun and leaves nothing but happiness and  freedom …

 

Die Seele feiert immer / The soul always celebrates

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Unsere Gesellschaft steht vor einem längst überfälligen Entwicklungsschritt. So schmerzhaft es auch ist, müssen wir uns von lieb gewordenen Riten verabschieden, wir können nicht mehr länger alles Lebendige ausbeuten und dem Geldgott opfern. Wir müssen uns erinnern, was wir wirklich brauchen, statt es in tausend Ersatzhandlungen zu suchen, die uns zu des Geldgottes gierigen Priestern machen …

Wenn das Ganze ein Märchen wäre, dann verehren wir gerade die böse Stiefmutter und es wird Zeit uns dem Aschenputtel zuzuwenden und somit ihm und uns zu wahrem Glanz zu verhelfen. Die Welt braucht uns jetzt verankert in unserer Natürlichkeit, anwesend und dem vertrauend, von dem wir tief drin wissen, dass es wahr ist …

Unser wirkliches Sein kennt Vergangenheit und Zukunft nicht, es lebt einzig in der überwältigenden Tatsache, das es existiert. Wer einmal die Köstlichkeit des wirklichen Selbst erfahren hat, wurde von ihr entwaffnet. Da gibt es kein zurück mehr, all die grellen Tricks des falschen Gottes können nie mehr wirklich verführen, zu offensichtlich ist ihr unechter Tand …

Nur das Echte in uns kann dem Echten in der Welt begegnen. Unser wahres Selbst/die Seele feiert immer, egal ob Regen oder Sonnenschein, sie liebt zu leben, zu erfahren. Nichts im Bereich der Vorstellung, der Sehnsucht oder der Fähigkeiten des Verstandes kommt auch nur annähernd gleich, weil sie vollständig ist, keine Bestätigung braucht. Ihre unbedingte Bedingungslosigkeit, ihr unerschütterliches Ja, ihre kindliche Leidenschaft überzeugen in der Sekunde …

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Our society is facing a long overdue step of development. As painful as it may seem, we have to say goodbye to our beloved rites, we can no longer exploit and sacrifice everything alive to the god of money. We need to remember what we really need, instead of looking for it in a thousand substitute acts that make us the greedy priests of those gods …

If the whole thing would be a fairy tale, then we are worshiping the wicked stepmother and it is time to turn to Cinderella and thus help her and us to truly shine. The world now needs us anchored in our naturalness, present and trusting that which rings true deep inside …

Our real being does not know past or future, it lives only in the overwhelming fact that it exists. Anyone who has ever experienced the delicacy of the real self has been disarmed by it. There’s no turning back, all the dazzling tricks of the false gods can never really seduce you, too obvious is their fake trumpery …

Only the real in us can meet the real in the world. Our true self, the soul, always celebrates, no matter if there is rain or sunshine, it loves to live, to experience. Nothing in the realm of imagination, longing, or the faculties of the mind comes even close to that, because it is complete, needs no confirmation. Her unconditional unconditionality, her unshakeable yes, her childlike passion convinces in the second …

Schöne Sache / Beautiful affair

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Wenn die Welt eine Abfolge von Herausforderungen ist, dann ist Schönheit ein Portal in das Herz der Welt. Wenn du mühsam von einem Tal ins nächste gehst, halte Ausschau nach etwas Schönem. Und wenn du es siehst, bleib stehen, erkunde es und lass dich reinfallen, die mühsamen Täler werden schon nicht weglaufen …

Schönheit findet sich immer exakt hier im Augenblick, je mehr sich der Blick dafür öffnet, desto mehr finden wir sie überall. Wenn wir sie nicht sehen können, dann liegt das daran, dass wir von unserem konditionierten Verstand aus sehen. Der Verstand sieht immer nur die mühsamen Täler, Probleme und Vollidioten …

Es gibt natürlich auch die mühsamen Täler, Herausforderungen und auch genügend Menschen, die sich als komplette Ding-Dongs zur Verfügung stellen, manche davon sind sogar Präsidenten oder Vizekanzler. Doch wenn unser Blick weiter wird, über den Verstand hinaus geht, bis an die Grenzen des Todes, sehen wir die atemberaubende Schönheit in allem, können darin versinken, auftanken und dann den Ding-Dongs sagen, sie sollen zu Hause bleiben …

If the world is a succession of challenges, then beauty is a portal to the heart of the world. If you go exhausting from one valley to the next, look for something beautiful. And when you see it, stop, explore it and let yourself fall in, the laborious valleys will not run away …

Beauty is always exactly here right now, the more the view opens up, the more we find it everywhere. If we can not see it, it’s because we look from our conditioned mind. The mind always sees only the exhausting valleys, problems and idiots …

There are, of course, the laborious valleys, challenges, and enough people to provide themselves as complete ding-dongs, some of which are even presidents or vice-chancellors. But as our gaze continues to go beyond the mind, to the very limits of death, we see the breathtaking beauty in everything, sinking into it, refueling and then telling the ding-dongs to stay home …

Stilles Versprechen / Silent promise

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Die eigentliche Bühne hat viele Dimensionen. Ist grenzenlos. Ohne Anfang und Ende. Mit einer Konsistenz subtiler als Raum. Diese Bühne ist bevölkert von Wesen, die von unsichtbaren Fäden der Konditionierung dirigiert werden …

Diese Fäden zaubern ununterbrochen Filme in die Köpfe der Wesen. Filme von Mangel, so als hätten sie noch nicht genug, oder von Wertlosigkeit, als wären sie nicht o.k., so wie sie sind. Die Wesen schalten sich selbst oder einander eine überschaubare Anzahl unterschiedlicher Programme ein und die laufen die ganze Zeit …

Doch es gibt Lücken in der Matrix. Lücken, durch die man die eigentliche Bühne sieht. Ein Spiel um Realität beginnt: Die Wesen denken, die Filme der Matrix sind real und das, was sie in den Lücken sehen, wäre ein blasses Gespenst, um das man ein paar Mythen spinnt, kaum real und sowieso unerreichbar …

Wir müssen uns selbst davon überzeugen, was real ist. Es braucht das physische Abenteuer des Realisierens. Real in den Lücken zu leben, bis sich nach und nach die eigentliche Bühne manifestiert …

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The actual stage has many dimensions. It is limitless. Without beginning and end. With a consistency more subtle than space. This stage is populated by entities being directed by invisible threads of conditioning …

These threads are constantly casting movies into the heads of the creatures.  Films about lack, as if they were not enough, or worthless, as if they were not o.k. as they are. The entities engage themselves or each other in a straightforward number of different programs and they run all the time …

But there are gaps in the matrix. Gaps through which one sees the actual stage. A game of reality begins: The entities think the Matrix films are real, and what they see in the gaps is a pale ghost around which to spin a few myths, barely real and unreachable anyway …

We have to convince ourselves of what is real. It needs the physical adventure of realizing. Really to live in the gaps, until gradually the actual stage manifests …

Human Potential

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Menschsein kann sich ohne Weiteres zu einem Albtraum verfestigen, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie im Nationalsozialismus. Es kann sich aber auch in unglaubliche Höhen aufschwingen, wenn das Zeitlose in Menschen erwacht und Wunder hervorbrechen …

In diesem Spannungsfeld entwickelt sich Menschlichkeit. Agieren wir aus dem konditionierten Verstand heraus, sind wir nur zu einem kleinen Teil lebendig, weil sehr viel Energie im Widerstand gegen die Offenheit der Liebe verbraten wird. Es ist, als würde nur durch einen kleinen Spalt Licht hereindringen, egal wie viel Energydrinks und Likes wir schon hatten …

Agieren wir jedoch aus einem offenen Körper heraus, steht uns weit mehr Lebendigkeit zur Verfügung. Lassen wir die angestrengten Filter, Schleier und Dämme der Konditionierung los, trägt uns das direkte Erleben die Glut der Freude in jede Zelle …

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Being human can easily stiffen into a nightmare without even being aware of it, as in National Socialism. But it can also rise to unbelievable heights when the timeless awakens in humans and miracles erupt …

In this area of conflict, humaness awakens. If we act out of the conditioned mind, we are alive only to a small extent, because a great deal of energy will be spent in resisting the openness of love. It’s as if there’s only light coming in through a small gap, no matter how many energy drinks and likes we’ve had …

But if we act out of an open body, far more liveliness is available. Letting go of the strained filters, veils and dams of conditioning, direct experience brings us the glow of joy into each cell …

Dance first!

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“Dance first. Think later. It’s the natural order.” Samuel Beckett

Schon als Kind hatte man manchmal das Gefühl, es würde etwas großes Graues kommen und all das Bunte, Schillernde verschlingen. Nun, die schlechte Nachricht: Das große Graue ist schon da und hat fast alles verschlungen. Die gute Nachricht: Jede(r) Einzelne hat die Möglichkeit in sich das Bunte, Schillernde wieder zu finden …

Wir unterwerfen uns einer rechten Regierung aus demselben Gründen, wie wir uns unserem eigenen konditionierten Verstand unterwerfen.
Wir scheinen die Unzufriedenheit und Unruhe des Egos irgendwie zu mögen und die Peitsche des Diktators irgendwie noch zu brauchen, sonst würden wir ganz klar nein dazu sagen können …

Wir würden uns für Tanz entscheiden, Freundlichkeit würde aus den Trümmern des Funktionszwangs steigen. Und die armen Diktatoren – im Innen wie im Außen – würden loslassen können, weil sie nicht mehr gebraucht werden …

“Dance first. Think later. It’s the natural order.” Samuel Beckett

Even as a child you sometimes had the feeling that a kind of great gray would come and devour all which is colorful, iridescent. Well, the bad news: The big gray is already there and has devoured almost everything. The good news: Every individual has the opportunity to find the colorful and iridescent again in oneself …

We submit to a right-wing government for the same reason as we submit to our own conditioned mind.
We somehow seem to like the dissatisfaction and restlessness of ego and somehow still need the whip of the dictator, otherwise we would clearly be able to say no …

We would choose dance, friendliness would rise from the debris of functional compulsion. And the poor dictators – inside and outside – would be able to let go because they are no longer needed …

Das Meer bevor der Welt / The sea before the world

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Was war bevor Sprache und Verstehen? Was hat uns in den Geburtskanal geschubst? Was geht den Sinnen voraus? Was ist, noch bevor die Welt ihr illuminiertes Reich entfaltet? Was bleibt, wenn man mit allem aufhört?

Da ist es still, frei und wartet auf Entdeckung. Bevor man jedoch ganz in die lebendige Stille taucht, bietet die Welt noch mal ihre größten Verführungskünste. Davon konnte wohl jeder Prophet ein Liedchen singen. Sämtliche Ablenkungen fühlen sich an wie Weihnachten, der Mond heult und die Sirenen legen sich mächtig ins Zeug …

Doch bricht die Stille auf, verblassen die Ablenkungen. Der Geschmack der Fülle stellt sich ein. Leben möchte seine gewöhnliche Arbeit in der Welt tun, möchte sich selbst erleben, mit den Fähigkeiten des Menschen. Dann ist es unmöglich, irgend etwas an sich abzulehnen, nichts ist verkehrt. Man muss nicht jemand oder etwas Bestimmtes sein. Das Abenteuer besteht darin, ganz genau so zu sein, wie man ist. Jede Regung ist willkommen, trägt zum Ganzen bei und darf gefeiert werden …

What was before language and understanding? What has pushed us into the birth canal? What is ahead of the senses? What is before the world unfolds its illuminated kingdom? What happens if you stop everything?

It is silent, free and waits for discovery. However, before diving into the living silence, the world once again offers its greatest seduction skills. Of these, every prophet could sing a song. All the distractions feel like Christmas, the moon is howling and the sirens are giving their best …

But when silence breaks open, distractions fade. The taste of abundance comes. Life wants to do its ordinary work in the world, wants to experience itself, with the abilities of man. Then it is impossible to reject anything about oneself, nothing is wrong. One do not have to be someone or something specific. The adventure is to be exactly how one is. Every impulse is welcome, contributes to the whole and can be celebrated …