Dance first!

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„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Schon als Kind hatte man manchmal das Gefühl, es würde etwas großes Graues kommen und all das Bunte, Schillernde verschlingen. Nun, die schlechte Nachricht: Das große Graue ist schon da und hat fast alles verschlungen. Die gute Nachricht: Jede(r) Einzelne hat die Möglichkeit in sich das Bunte, Schillernde wieder zu finden …

Wir unterwerfen uns einer rechten Regierung aus demselben Gründen, wie wir uns unserem eigenen konditionierten Verstand unterwerfen.
Wir scheinen die Unzufriedenheit und Unruhe des Egos irgendwie zu mögen und die Peitsche des Diktators irgendwie noch zu brauchen, sonst würden wir ganz klar nein dazu sagen können …

Wir würden uns für Tanz entscheiden, Freundlichkeit würde aus den Trümmern des Funktionszwangs steigen. Und die armen Diktatoren – im Innen wie im Außen – würden loslassen können, weil sie nicht mehr gebraucht werden …

„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Even as a child you sometimes had the feeling that a kind of great gray would come and devour all which is colorful, iridescent. Well, the bad news: The big gray is already there and has devoured almost everything. The good news: Every individual has the opportunity to find the colorful and iridescent again in oneself …

We submit to a right-wing government for the same reason as we submit to our own conditioned mind.
We somehow seem to like the dissatisfaction and restlessness of ego and somehow still need the whip of the dictator, otherwise we would clearly be able to say no …

We would choose dance, friendliness would rise from the debris of functional compulsion. And the poor dictators – inside and outside – would be able to let go because they are no longer needed …

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Das Meer bevor der Welt / The sea before the world

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Was war bevor Sprache und Verstehen? Was hat uns in den Geburtskanal geschubst? Was geht den Sinnen voraus? Was ist, noch bevor die Welt ihr illuminiertes Reich entfaltet? Was bleibt, wenn man mit allem aufhört?

Da ist es still, frei und wartet auf Entdeckung. Bevor man jedoch ganz in die lebendige Stille taucht, bietet die Welt noch mal ihre größten Verführungskünste. Davon konnte wohl jeder Prophet ein Liedchen singen. Sämtliche Ablenkungen fühlen sich an wie Weihnachten, der Mond heult und die Sirenen legen sich mächtig ins Zeug …

Doch bricht die Stille auf, verblassen die Ablenkungen. Der Geschmack der Fülle stellt sich ein. Leben möchte seine gewöhnliche Arbeit in der Welt tun, möchte sich selbst erleben, mit den Fähigkeiten des Menschen. Dann ist es unmöglich, irgend etwas an sich abzulehnen, nichts ist verkehrt. Man muss nicht jemand oder etwas Bestimmtes sein. Das Abenteuer besteht darin, ganz genau so zu sein, wie man ist. Jede Regung ist willkommen, trägt zum Ganzen bei und darf gefeiert werden …

What was before language and understanding? What has pushed us into the birth canal? What is ahead of the senses? What is before the world unfolds its illuminated kingdom? What happens if you stop everything?

It is silent, free and waits for discovery. However, before diving into the living silence, the world once again offers its greatest seduction skills. Of these, every prophet could sing a song. All the distractions feel like Christmas, the moon is howling and the sirens are giving their best …

But when silence breaks open, distractions fade. The taste of abundance comes. Life wants to do its ordinary work in the world, wants to experience itself, with the abilities of man. Then it is impossible to reject anything about oneself, nothing is wrong. One do not have to be someone or something specific. The adventure is to be exactly how one is. Every impulse is welcome, contributes to the whole and can be celebrated …

Stilles Bad / Silent bath

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Sogar wenn man nur mit einer Zehe in Stille taucht, beginnt gleich Kontakt zu dem knisternden Meer im Inneren und der ihm innewohnenden Intelligenz und Inspiration. Manchmal steigt das Meer von selbst an die Oberfläche, vor allem, wenn es Schönheit zu erleben gibt oder Güte …

Meist jedoch sitzt man am Ufer, schwätzend, eingehüllt in Mauern von Worten, sehr darauf bedacht nicht nass zu werden. Das innere Meer löscht den Lärm im Kopf. Ins Meer sinkend beginnen Anwesenheit und Wahrnehmung …

Miteinander entsteht. Das Erleben des Menschen und das Kratzen der trockenen Blätter über den herbstlichen Asphalt, miteinander. Die Bewegungen der Schritte, das Bemühen um Synchronizität, miteinander. Das Überwältigtwerden vom Schlaf, Mensch und Schlaf, miteinander. Das Universum probiert sich in all seinen Teilen, miteinander …

Even if you dive into silence with just one toe, the contact with the sizzling ocean inside and its inherent intelligence and inspiration begins immediately. Sometimes the sea naturally rises to the surface, especially when there is beauty or goodness …

Mostly, however, one sits on the shore, gossiping, wrapped in walls of words, careful not to get wet.
The inner sea clears the noise in the head. Sinking into the sea, presence and perception arises …

Togetherness arises. Human experience and the scratching of dry leaves over autumnal asphalt, together. The movements of the steps, the search for synchronicity, together. Being overwhelmed by sleep – man and sleep – together. The universe practicies itself in all its parts, together …

10 Tipps für ein Rendezvous mit Stille / 10 tips for a rendezvous with silence

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1. Zeigen sie sich von ihrer sanften Seite seien sie freundlich.

2. Bringen sie besser nicht zu viel Absichten und Erwartungen mit, sondern lassen sie sich überraschen.

3. Es schadet nicht, sich fesch zu machen. Halten sie ihre kostbaren Augen für Schönheit offen.

4. Suchen sie nicht nach etwas, das falsch läuft, haben sie keine Angst etwas Verkehrtes zu tun.

5. Lassen sie ihre persönliche Geschichte zu Hause, die interessiert wirklich niemand.

6. Und wenn wir schon dabei sind, vergessen sie auch gleich, was sie alles erreichen wollen, das ist auch nicht so spannend.

7. Hören sie zu, nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem ganzen Körper.

8. Ihr Humor hilft ihnen. Machen sie sich verfügbar.

9. Machen sie sich verwundbar.

10. Zeigen sie sich.

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1. Show your gentle side, be friendly.

2. Better not bring too much intention and expectation, but let yourself be surprised.

3. It does not hurt to get dressed up. Keep your precious eyes open for beauty.

4. Do not look for something that goes wrong, do not be afraid to do something wrong.

5. Leave your personal story at home, nobody really cares.

6. And while we’re at it, forget also what you want to achieve, that’s not so exciting anyway.

7. Listen, not just with the mind, but with the whole body.

8. Your humor helps. Make yourself available.

9. Make yourself vulnerable.

10. Show yourself.

Stilles Feuer / Silent fire

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Es ist interessant zu sehen, wie das Ego sich aufbaut, gleich in der Früh, nach der völligen Auflösung im Schlaf, versucht es sich zu stabilisieren. Die Persönlichkeit wappnet sich gegen die scheinbar feindliche Welt …

Und noch interessanter ist es zu sehen, was passiert, wenn man all diese Versuche in den leeren Raum des Seins plumpsen lässt. Wenn man sich anstatt des Kampfes auf Offenheit einlässt. Wenn man, anstatt sich zu verteidigen, zulässt, nicht recht zu haben, bereit ist, Fehler zu machen. Nicht zu wissen, was man tun soll. Feindbilder hinterfrägt, sich selbst infrage stellen lässt …

Total interessant ist es, zu sehen, wie dadurch der Planet spürbar ausatmet. Man selbst und die Welt nicht untergeht. Sondern im Gegenteil ein neues, altes, klares Feuer die Sinne und die Handlungen treibt, als würde langsam der mystische Motor zu ruckeln beginnen und Fahrt aufnehmen …

It is interesting to see how the ego builds itself up, in the morning, after the complete dissolution in sleep, it tries to stabilize. The personality braces itself against the seemingly hostile world …

And it’s even more interesting to see what happens when you dump all these attempts into the empty space of being. If you engage in openness instead of struggle. If, instead of defending yourself, you are willing to make mistakes, are willing to be wrong. Not knowing what to do. Questioning the concepts of the enemies, allowing it to be challenged …

It is totally interesting to see how this causes the planet to exhale noticeably. Oneself and the world does not go down. But on the contrary a new, old, clear fire drives senses and actions, as if a mystical engine slowly starts to stutter and get moving …

Vision und Realität / Vision and reality

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Immer diese Diskrepanz. Unsere Vision von einem glücklichen Leben ist völlig klar: wir wären frei, mutig, würden inspirierte Aktionen in die Welt setzen, aneinander wachsen, füreinander da sein. Und dann sehen wir die Realität: in Befindlichkeiten, im Gegeneinander verstrickt, Ablenkungen, Ausreden …

Vision und Realität. Der Anspruch ist schon unser Zeug auf die Reihe zu kriegen, nicht länger die Besiegten zu spielen, sondern hierher zu kommen, in das Feuer der Offenheit, wachsam und verfügbar …

Es geht nicht darum, mit Bausparverträgen unsere Ängste zu füttern. Es geht auch nicht darum irgendjemand oder irgendetwas zu beschuldigen. Die Welt braucht uns in unserer Kraft und in unserer Schönheit …

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Always this discrepancy. Our vision of a happy life is very clear: we would be free, courageous, would put inspired actions into the world, grow together, be there for each other. And then we see the reality: entangled in states of mind, against each other, distractions, excuses …

Vision and reality. The requirement is to get our stuff straight, to no longer play the defeated, but to come here, in the fire of openness, watchful and available …

It’s not about feeding our fears with home savings contracts. It’s not about blaming somebody or something. The world needs us in our power and in our beauty …

Stilles Blühen / Silent flowering

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Leben fühlt sich oft hart an, wie angeschlagene Keramik, als hätten wir schon zu lange dieselben Dinge erlebt. Bedrückend, dicht und abgestanden, Nährboden für billige Gewohnheit und giftige Gewächse …

Selbst die Anstrengung es ändern zu wollen, ist noch im selben alten Raum. Doch unbemerkt, wie von selbst, setzt mitten im Brüchigen ein Blühen ein, wie ein neues Instrument im Orchester oder wie ein Aufhorchen im Wald …

Ein sanftes Nichts macht sich Raum in den Trümmern. Evolution bereitet ein Feld für neue Könige und Königinnen. Man kann es nicht machen, aber jedes Mal, wenn man hinhört, ist es da …

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Life often feels hard, like broken ceramics, as if we’ve had experienced the same things for too long. Oppressive, dense and stagnant, breeding ground for cheap habits and poisonous plants …

Even the effort to change this is still in the same old room. But unnoticed, as if by itself, a flowering begins in the middle of the decayed, like a new instrument in an orchestra or like a listening in the forest …

A gentle nothingness makes itself space in the debris. Evolution is preparing a field for new kings and queens. One can not do that, but every time one listens, it’s there …