Dunkelheit ist der Schatten der Gnade / Darkness is the shadow of grace

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Die Knochen eingepackt in Stille. Stille nicht als Abwesenheit von Leben, sondern als Abwesenheit von Lärm im Kopf und als Anwesenheit von Sein …

Schönheit ist. Einfach. Wie ein Bad. Sie drängt die Gedanken in den Hintergrund wie Feuer die Wölfe. Zelebriert die Süße des Seins …

Unter den Krusten von Wollen und Begehren ist die frühe Blüte des Erkennens und Staunens, angelegt seit den ersten Schritten, ohne Form, doch voller Leben, immer noch frisch …

Bones wrapped in silence. Silence not as an absence of life but as an absence of noise in the mind and as the presence of being …

Beauty is. Plain. Like a bath. She pushes thoughts into the background like fire the wolves. Celebrating the sweetness of being …

Underneath the crusts of will and desire is the early flowering of seeing and astonishment, created since the first steps, without form, yet full of life, still fresh …

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Stilles Reisen / Silent travelling

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Foto: Marianne Hink

„Having never left the house, looking for the way home.“
Nisargadatta Maharaj

Fühlt man sich niedergeschlagen, müde und angestrengt dann wälzen sich ziemlich sicher gerade eine Menge Gedanken im Oberstübchen mit dem „Ich“ als Zentrum. „Ich“ will gesehen werden, darf nicht übersehen werden, braucht Anerkennung ohne Ende …

Anstrengend, aber auch irgendwie witzig, dieser Zirkus des „Ich“. Witzig, aber auch irgendwie tödlich, wenn man den Zustand der Gesellschaft sieht. Der Mechanismus, der „Ich“ antreibt, bleibt gern im Verborgenen, kreiert Ablenkungen, wirft dauernd Stöcke ins Gebüsch, damit man nur ja nicht genau hinschaut …

Das „Ich“ kann nicht zu Hause sein, es muss immer weiter, es ist noch nicht komplett, es muss noch etwas suchen. Und das alles spielt sich in dem ab, dass eigentlich gesucht und vermisst wird. Zum Glück ist in dem ganzen System ein Selbstläufer eingebaut: Das Leben in den Menschen erwacht, es wird sich seiner bewusst und schickt sich selbst – im Menschen – auf eine Reise durch die Stille …

 

„Having never left the house, looking for the way home.“
Nisargadatta Maharaj

Feeling depressed, tired and exhausted, it is quite likely that a lot of thoughts are wallowing in the upper story with the „I“ as the center. „I“ wants to be seen, must not be overlooked, needs recognition without end …

Exhausting, but somehow funny, this circus of the „I“. Funny, but somehow deadly, when you see the state of society. The mechanism that drives „I“ likes to remain hidden, creating distractions, constantly throwing sticks into the bushes, so that one does not look closely …

The „I“ can not be at home, it has to go on and on, it is not complete, it has to look for something else. And all of this happens in that which is actually being sought and missed. Fortunately, a self-sustaining mechanism is built in the whole system: life awakens in people, it becomes aware and sends itself – in humans – on a journey through silence …

Scharf geschnitten / Sharp cut

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Also WENN dieser Halbmond haarscharf ins Firmament geschnitten ist, wie eine Ikone und die Wolken brennen, aber genauso, als wären sie sich der Weite des Himmels bewusst und wenn die Pflanzen wachsen, als würden sie einen geblasen kriegen, dann, aber dann …

Gestartet habe ich die Skulptur mit dem Versuch einen blinden Mann darzustellen. Stückchen um Stückchen wird es aber ganz was anderes. Wieder ein Stückchen Leben, in dem ich noch nie war. Wieder Kombinationen, die bisher noch nicht stattgefunden haben. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund war bisher noch nie jemand in der Menschheitsgeschichte so drauf, dass er mit tausenden Scherben den Gang eines Blinden im Raum gestaltet hat …

Die Kühle des Abends lehnt sich einem mit Entschlossenheit entgegen. Es ist schon spannend, wie man jeden Moment etwas Neues beginnen kann, eine neue Richtung einschlagen kann. An jeder Ecke wartet das Abenteuer – nicht den Plänen im Kopf zu folgen – sondern in Freiheit zu sein, ganz genau mit dem, was gerade ist …

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So IF this crescent is cut into the sky like an icon and the clouds are burning, just as if they would be aware of the vastness of heaven and if the plants grow as if they were getting a blowjob, then, but then …

I started the sculpture with the attempt to portray a blind man. Bit by bit it will be something else. Another piece of life that I’ve never been to. Again combinations that have not yet taken place. For some unknown reason, no one in human history has ever been in such a mood that he designed a blind mans walk through space with thousands of pieces of broken porcelain …

The cool of the evening leans against one with determination. It’s exciting how you can start something new every moment, take a new direction. On every corner awaits the adventure – not to follow the plans in the head – but to be free, exactly with what is right now …

Stilles Bad / Silent bath

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Sogar wenn man nur mit einer Zehe in Stille taucht, beginnt gleich Kontakt zu dem knisternden Meer im Inneren und der ihm innewohnenden Intelligenz und Inspiration. Manchmal steigt das Meer von selbst an die Oberfläche, vor allem, wenn es Schönheit zu erleben gibt oder Güte …

Meist jedoch sitzt man am Ufer, schwätzend, eingehüllt in Mauern von Worten, sehr darauf bedacht nicht nass zu werden. Das innere Meer löscht den Lärm im Kopf. Ins Meer sinkend beginnen Anwesenheit und Wahrnehmung …

Miteinander entsteht. Das Erleben des Menschen und das Kratzen der trockenen Blätter über den herbstlichen Asphalt, miteinander. Die Bewegungen der Schritte, das Bemühen um Synchronizität, miteinander. Das Überwältigtwerden vom Schlaf, Mensch und Schlaf, miteinander. Das Universum probiert sich in all seinen Teilen, miteinander …

Even if you dive into silence with just one toe, the contact with the sizzling ocean inside and its inherent intelligence and inspiration begins immediately. Sometimes the sea naturally rises to the surface, especially when there is beauty or goodness …

Mostly, however, one sits on the shore, gossiping, wrapped in walls of words, careful not to get wet.
The inner sea clears the noise in the head. Sinking into the sea, presence and perception arises …

Togetherness arises. Human experience and the scratching of dry leaves over autumnal asphalt, together. The movements of the steps, the search for synchronicity, together. Being overwhelmed by sleep – man and sleep – together. The universe practicies itself in all its parts, together …

10 Tipps für ein Rendezvous mit Stille / 10 tips for a rendezvous with silence

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1. Zeigen sie sich von ihrer sanften Seite seien sie freundlich.

2. Bringen sie besser nicht zu viel Absichten und Erwartungen mit, sondern lassen sie sich überraschen.

3. Es schadet nicht, sich fesch zu machen. Halten sie ihre kostbaren Augen für Schönheit offen.

4. Suchen sie nicht nach etwas, das falsch läuft, haben sie keine Angst etwas Verkehrtes zu tun.

5. Lassen sie ihre persönliche Geschichte zu Hause, die interessiert wirklich niemand.

6. Und wenn wir schon dabei sind, vergessen sie auch gleich, was sie alles erreichen wollen, das ist auch nicht so spannend.

7. Hören sie zu, nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem ganzen Körper.

8. Ihr Humor hilft ihnen. Machen sie sich verfügbar.

9. Machen sie sich verwundbar.

10. Zeigen sie sich.

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1. Show your gentle side, be friendly.

2. Better not bring too much intention and expectation, but let yourself be surprised.

3. It does not hurt to get dressed up. Keep your precious eyes open for beauty.

4. Do not look for something that goes wrong, do not be afraid to do something wrong.

5. Leave your personal story at home, nobody really cares.

6. And while we’re at it, forget also what you want to achieve, that’s not so exciting anyway.

7. Listen, not just with the mind, but with the whole body.

8. Your humor helps. Make yourself available.

9. Make yourself vulnerable.

10. Show yourself.

Stilles Feuer / Silent fire

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Es ist interessant zu sehen, wie das Ego sich aufbaut, gleich in der Früh, nach der völligen Auflösung im Schlaf, versucht es sich zu stabilisieren. Die Persönlichkeit wappnet sich gegen die scheinbar feindliche Welt …

Und noch interessanter ist es zu sehen, was passiert, wenn man all diese Versuche in den leeren Raum des Seins plumpsen lässt. Wenn man sich anstatt des Kampfes auf Offenheit einlässt. Wenn man, anstatt sich zu verteidigen, zulässt, nicht recht zu haben, bereit ist, Fehler zu machen. Nicht zu wissen, was man tun soll. Feindbilder hinterfrägt, sich selbst infrage stellen lässt …

Total interessant ist es, zu sehen, wie dadurch der Planet spürbar ausatmet. Man selbst und die Welt nicht untergeht. Sondern im Gegenteil ein neues, altes, klares Feuer die Sinne und die Handlungen treibt, als würde langsam der mystische Motor zu ruckeln beginnen und Fahrt aufnehmen …

It is interesting to see how the ego builds itself up, in the morning, after the complete dissolution in sleep, it tries to stabilize. The personality braces itself against the seemingly hostile world …

And it’s even more interesting to see what happens when you dump all these attempts into the empty space of being. If you engage in openness instead of struggle. If, instead of defending yourself, you are willing to make mistakes, are willing to be wrong. Not knowing what to do. Questioning the concepts of the enemies, allowing it to be challenged …

It is totally interesting to see how this causes the planet to exhale noticeably. Oneself and the world does not go down. But on the contrary a new, old, clear fire drives senses and actions, as if a mystical engine slowly starts to stutter and get moving …

Wildes Grau / Fierce grey

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Wildes Grau rüttelt am Ende des Sommers. Am Fenster stehend spiegelt sich der Blick aus wunderbar wunden Tiefen, innig verwoben mit dem, was er sieht. Der Blick rastet in dem Ziehen der Jahreszeiten, gewinnt an Raum, findet sein zu Hause. Das Grau zerrt den Sommer aus den Dingen und treibt ihn in sanften, heftigen Strömen übers weite Land …

Das Land, in dem wir jetzt die Ressourcen unserer Kinder und Enkel verbrauchen, in dem Demokratie immer noch ein fragiles Experiment ist, das sich kaum gegen die Sucht nach Geld und Macht behaupten kann. Das Land, in dem Politiker und Medien nur Angst schüren müssen, uns eine feindliche Welt vorgaukeln müssen und schon werden sie gewählt und ihre Egotaschen füllen sich …

Das ruft uns auf den Plan, das Beste in uns zu finden und es zu verwenden für die Welt, in der wir leben wollen. Ganz wir selbst zu sein, ist ein politischer Akt. Schönheit zu kreieren, ist ein politischer Akt. In diesen Zeiten ist selbst Freundlichkeit ein politischer Akt …

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Fierce gray shakes the end of summer. Standing at the window, the gaze out of wonderfully sore depths is reflected, intimately intertwined with what it sees. The gaze is resting in the dragging of the seasons, gains space, finds its home. The gray tears the summer out of things and drives him in gentle, intense streams over the vast land …

The land where we now consume the resources of our children and grandchildren, in which democracy is still a fragile experiment that can hardly compete with the craving for money and power. The country where politicians and the media must only stir up fear, have to fool us into a hostile world and already they are elected and their ego pockets fill up …

This calls us to find the best in us and to use it for the world in which we want to live. To be completely ourselves is a political act. To create beauty is a political act. In these times even kindness is a political act …