Om Namah Shivaja

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Mit dem drahtigen Inder und seiner roten Steinschleuder ist nicht zu spaßen. Er ist wohl der Einzige vor dem die Affen bei der Tempelhöhle am Arunachala Respekt haben. Die alte Affenmama, deren Zitzen die stattliche Anzahl ihrer Kinder bezeugen, öffnet dir sogar den Rucksack, den du auf deinem Körper trägst …

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Die Geschichten, die wir uns immer wieder über uns selbst erzählen, beugen uns, halten uns in der Trance eine abgetrennte Persönlichkeit zu sein.
Shiva kehrt die alten Geschichten aus dem Tempel. Deswegen hat er wohl den Ruf eines Zerstörers erhalten. Er muss das machen, denn er möchte in dir wohnen. Der Berg Arunachala ist nicht ein Symbol Shivas, er IST Shiva und du, der/die auf ihm wandert, kann nicht getrennt bleiben. Du bist das Lieblingsspielzeug in der Hand des Lebens. Klar möchte er auch in dir sein. Er will als Tiger durch deinen stillen Wald streifen. Er möchte als Pfau durch deine hohen Hallen spazieren und an deiner Quelle kauern.

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With the wiry Indian and his red Slingshot is not to be trifled. He is probably the only one from whom the monkeys at the temple cave on Arunachala have respect. The old monkey mom, whose teats testify to the stately number of her children, even opens the backpack that you wear on your body …

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The stories we keep telling ourselves about ourselves bend us, keep us in the trance to be a separate personality.
Shiva sweeps the old stories out of the temple. That’s why he probably got the reputation of a destroyer. He has to do that because he wants to live in you. Mount Arunachala is not a symbol of Shiva, it IS Shiva and you who walk on it can not be separate. You are the favorite toy in the hand of life. Of course he wants to be in you too. He wants to roam as a tiger through your silent forest. He wants to walk as a peacock through your high halls and crouch at your source.

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Hanuman ist real! / Hanuman is real!

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O.k. die Aufklärung hat uns Westler vom Machtmissbrauch der Kirche und falschem Aberglauben befreit, aber ist nunmehr alles lächerlich, bloß weil es das Licht der Vernunft nicht erreichen kann?

In Indien ist der Raum der Wahrnehmung wesentlich weiter. Hier ist nicht nur die sichtbare Palette der Farben präsent, sondern auch noch Infrarot und Ultraviolett. Hanuman ist real! Krishna kannst du hier leibhaftig begegnen und das macht etwas mit dem ganzen Land, der Kontinent ist fest gehalten im heiligen Griff. Der Wind treibt die trockenen Blätter über den Tempelstein, in dem noch der alte Zauber lebt. Die Wellen des Schlafs spülen den Saddhu an, von Libellen umschwirrt. Selbst die Vögel streifen hier anders durch die Luftschwaden, sie scheinen nirgendwo hin zu wollen, als genüge es ihnen einfach hier zu sein …

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Das Leben ist wie der indische Straßenverkehr: Selbst wenn dir das Drücken der Hupe eine gewisse Sicherheit verleiht, ist es sinnlos zu glauben, du könntest irgendetwas kontrollieren. Es ist geradezu dumm, der Ratio – die ein wunderbares Werkzeug ist – die Herrschaft zu überlassen. Alles wirklich Wesentliche kann sie nicht begreifen, weder das Leben, den Tod noch die Liebe …

Also kommt schon! Bemalen wir die alten Höhlen neu, schicken wir die Götter des Nutzens und des Profits in den Urlaub. Lassen wir die Babys frei. Dann flackern
unsere Blicke wieder wie Kerzen angesichts der nackten Stille …

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OK. reconnaissance has freed us westerners from the power abuse of the church and false superstition, but is everything ridiculous just because it can not be reached by the light of reason?

In India, the space of perception is much wider. Here is not only the visible range of colors present, but also infrared and ultraviolet. Hanuman is real! You can meet Krishna here in person and that makes something with the whole country, the continent is held tight in a sacred grip. The wind drives the dry leaves over the temple stone, where still the old magic lives. The waves of sleep flush the Saddhu, buzzing with dragonflies. Even the birds wander through the air differently, they do not seem to go somewhere, as if it is just enough for them to simply be here.

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Life is like Indian traffic: even if the sound of the horn gives you some security, it’s useless to think you could control anything. It is downright stupid to let the Ratio – which is a wonderful tool – rule. She can not understand anything really essential, neither life, death nor love …
So come on! Let’s paint the old caves anew, send the gods of utility and profit on vacation. Let us free the babies. Then our eyes flicker again like candles in the face of naked silence …

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In der Stille wird alles enthüllt / In silence everything is revealed

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Soweit das Auge reicht, glänzt die indische Landschaft sanft wie ein mit Licht gemaltes Bild, in dem sich die Wesen tummeln …

Und diese LUFT streicht darüber, weich und warm wie fiebrige Haut, wie eine Erinnerung daran, als die Welt noch nicht war. Du kannst aus ihr heraus riechen, was auch immer du möchtest, wenn du sie sehen könntest, wäre in ihr ALLES wie auf illuminierten Tüchern gezeichnet, die verborgen doch immer noch lebendig um die Dinge wehen. Um den Traktor, der sein Teil durch das flache Wasser der Reisfelder zieht, um die Kraniche und um die Kühe, die sich ablecken und in die Sonne legen …

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Du hast die Reise begonnen, die Orte der Ignoranz verlassen, du musst nie mehr zurück. In der Stille wird alles enthüllt, die Persönlichkeit die in deinem Körper wohnt, wandert verloren herum wie ein rastloses Tier in vergangenen Räumen …

Wenn sie still wird, öffnen sich urplötzlich Schleusen und das Leben stürzt wie Wasser in dich und füllt alle deine Becken. Es zieht wie ein indischer Festzug in den frei gewordenen Raum und etwas in dir feiert mit. Die inneren Bäche stürzen herab, endlich wirst du berührt. In deiner Verbeugung zeigt die Stille ihren kostbarsten Schatz. Das ganze Gold der Mitte liegt brach …

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As far as the eye can see, the Indian landscape shines gently like a picture painted with light, in which the creatures bustle …

And that AIR sweeps over it, soft and warm like feverish skin, like a reminder of the world before it exists. You can smell whatever you want out of that air, if you could see it, EVERYTHING would be drawn like on illuminated cloths that still haunt life in a hidden way. It waves around the tractor, which pulls its olow through the shallow water of the rice fields, around the cranes and around the cows, which lick themselves and lay down in the sun …

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You started the journey, leaving the places of ignorance, you never have to go back. In the silence everything is revealed, the personality that lives in your body wanders around lost like a restless animal in past rooms. When it becomes silent, sluices suddenly open and life rushes like water in you and fills all your ponds. It moves like an Indian pageant into the vacated space and something inside you celebrates along. The inner streams fall down, finally you are touched. In your bow, silence shows its most precious treasure. All the gold in the middle lies waste.

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Sind die Inder alle heilig? / Are all Indians saints?

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Ah Indien, da gehst du auf hellen Straßen und diese Luft, diese einzigartige Luft, die so viel beinhaltet, man riecht Gewürze und Rauch und alte Seelen, man spürt darin die Gegenwart von allem nicht mehr Sichtbaren …

Da versteht man die indische Miniaturmalerei gleich viel besser, das sieht ja hier wirklich so aus!
Und so eine perfekte Inszenierung, wohin man schaut! Jedes beiläufige Detail ist wie von Meisterhand kreiert. Die bemalten Hörner der Kühe, das Seil, das von ihrem Hals baumelt, der weiße Kranich, der gerade in dem Moment vor ihrem Kopf spaziert. Die silbernen Fäden auf den luftigen Pavillons laden den Wind ein.

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Selbst der Verfall zeigt Würde. In den Granitwerken sieht man, dass auch unter der Erde prächtige Farben glitzern. Sogar die Menschen sind bis ins kleinste Detail in die Szenerien arrangiert, als würden sie das perfekte Schauspiel aufführen …

Es sind ja auch überall Tempel hier. Sind die Inder alle heilig? Oder sind wir alle – ohne es zu bemerken – Schauspielerinnen im allerhöchsten Spiel?

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Ah India, there you go on bright roads and this air, this unique air that contains so much, one smells spices and smoke and old souls, one senses in it the presence of everything which is no longer visible …

Now i understand the Indian miniature paintings much better, India really looks like this!
And such a perfect set up, wherever you look! Every casual detail is created as if a master craftsman would have done it. The painted horns of the cows, the rope dangling from her neck, the white crane just walking in front of her head in that moment. The silver threads on the airy pavilions invite the wind.

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Even the decline shows dignity. In the granite workshop you can see that splendid colors are also glittering under the ground …

Even the people are arranged to the smallest detail in the scenery, as if they were performing the perfect show. And there are temples everywhere. Are all Indians saints? Or are we all – without realizing it – actresses in the very highest game?

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Die Reise / The journey

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Die Stille drückt deine Tür auf. Zu Beginn wehrst du dich noch und machst sie immer wieder zu. Doch sie kann sehr überzeugend sein, sie zieht sich ihren kürzesten Rock an und singt vor deinem Fenster, schiebt dir Liebesbriefe durch den Türspalt, möchte zu dir …

 Du hast nur grade keine Zeit, bist beschäftigt damit jemand zu sein, du hast zu tun, mit deinen Erfolgen und Misserfolgen und all dem, was du noch zu erledigen hast. Später, ja, aber jetzt nicht …

 Doch die Stille sieht die Anstrengung in deinen süßen Augen, sie weiß, dass du dich selbst vergessen hast, und klopft weiter an deine Tür. Sie lädt dich auf eine Reise ein, zum Rendevouz im bloßen Sein!

 Obwohl du weiter geschäftig tust, wächst eine Gewissheit in dir, wie im Quellen der Wolken,

obwohl die alten Stimmen an deinen Knochen zerren und ziehen, weißt du, es gibt nichts Wichtigeres als diese Einladung.

Trotzdem du dich so gut eingerichtet hast in deiner gewohnten Welt, beginnt etwas in dir die Koffer zu packen …

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The silence pushes your door open. At the beginning, you still defend yourself and close it again and again. But she can be very convincing, she puts on her shortest skirt and sings in front of your window, pushes you love letters through the gap in the door, wants to see you …

You just have no time now, you’re busy being someone, you’re busy with your successes and failures, and all the stuff you still have to do. Later, yes, but not now …

But the silence sees the effort in your sweet eyes, she knows that you have forgotten yourself, and keeps knocking on your door. It invites you on a journey, to a date in mere being!

Although you continue to be busy a certainty grows in you, like in the swelling of the clouds,

although the old voices are tugging and pulling on your bones, you know, there is nothing more important than this invitation.
Even though you have settled well in your familiar world, something inside of you starts to pack your bags …

 

Silent guest

Parallel Landscape 10

Wenn du in deinen Körper einziehst, wie in eine Traumwohnung mit Aussicht, bemerkst du bald, er gehört dir nicht. Du bist Gast in der Stille und die Stille ist Gast in dir …

Deine Zehen haben einen Heiligenschein, dein Magen knurrt wie ein Panther im Mittagsschlaf, dein Geschlecht ist wie ein Nest kleiner hungriger Vögel. Dein Atem trägt dich durch die lange Nacht, und die Worte der Stille schleichen, wie Träume, unbemerkt herein …

Du spazierst wie ein Gast durch deine Welt, hältst an den Ufern deiner zerbrochenen Plätze, an den Tempeln deiner Wünsche. Du stehst am Ende der Suche, hier ist kein Ort mehr, sich zu verstecken, keine Möglichkeit zur Flucht. Die Stille ist in ihrer Stille so überzeugend, du hast nicht mal mehr eine Wahl …

Parallel Landscape 7

When you enter your body, like a dream home with a view, you soon realize that it is not yours. You are a guest in silence and silence is a guest in you …

Your toes have a halo, your stomach growls like a panther in midday sleep, your private part is like a nest of little hungry birds. Your breath carries you through the long night, and the words of silence sneak in like dreams, unnoticed …

You walk like a guest through your world, stopping at the shores of your broken places, at the temples of your desires. You are at the end of the search, here is no place to hide, no chance to escape – silence is so convincing in her silence, you do not even have a choice …