CORONA Diaries 25 / Pregnant Chair

20200522_141635

… und wieder wird ein armes Objekt von dem brutalen Nutzdenken unserer Zeit gerettet. Jetzt als Kunstwerk geht es ihm voolll gut! Da ist Wandlung, da sind Möglichkeiten …

Jetzt, wo er beachtet wird, erzählt der Sessel seine Geschichte: Als das Gewohnte fremd wurde. Als das alte Spiel des Entstehens und Vergehens der Formen enthüllt wurde.
Als das Alte brechen musste, als die Welt in Scherben lag. Als ihm eine scharfe, spitze Haut wuchs – aus den Trümmern der Zeit – die inneren Prozesse schützend …

Als klar wurde, dass keine Form nur für sich steht und im Tanz der scharfen Atome die Verwobenheit der Dinge, Szenen und Zeiten sichtbar wurde. Als das Alltagsobjekt das Mystische berührt, als sich seine Form zu verändern begann, fast als würde sie sich an mancher Stelle verpuppen, als er Sinnbild wurde, für die Möglichkeit der Transformation bis hin zu etwas bisher Unvorstellbaren …

20200522_141203

…and again a poor object is saved from the brutal utilitarianism of our time. Now as a work of art it is doing reeaally well! There is transformation, there are possibilities …

Now that it is noticed, the chair tells its story: When the familiar became alien. When the old game of the emergence and decay of forms was revealed …

When the old had to break, when the world lay in ruins. When a sharp, pointed skin grew out of the ruins of time, protecting the inner processes …

When it became clear that no form stands alone and that in the dance of the sharp atoms the interweaving of things, scenes and times became visible. When the everyday object touches the mystical, when its form begins to change, almost as if it would pupate at some places, when it becomes a symbol for the possibility of transformation up to something previously unimagined …

CORONA Diaries 24 / The Revolution with closed Eyes

20200521_111133

Ego ist Wollen. Es ist wie ein Geist, der in den alten Gemäuern der Konditionierung wohnt. In diesen Gemäuern wandelnd, reagiert man auf Geschehnisse aus seinen*ihren alten Mustern heraus …

Die Landschaft, die das Gemäuer umgibt, ist weit, ja grenzenlos, voll Möglichkeiten. Hier ist dein immer neues Land. Hier siehst du wirklich hin, antwortest aus deiner Kraft und Schönheit und die Geschehnisse entspannen sich in die Weite …

Wollen, recht haben wollen, treibt uns in die alten Gemäuer.
Ego ist im Verstand, das neue Land im Herzen. Du erkennst es daran, weil du erkennst, das Licht ist an, selbst bei geschlossenen Augen. Wobei es nicht darum geht, etwas aufrechtzuerhalten, oder hinzubekommen, sondern um das Mögen und Genießen der Reise, dann gelingt es ganz von selbst. Es liegt an uns, wohin wir uns wenden, wo wir zu Hause sein möchten, an jedem neuen Tag …

20200521_224049

Ego is wanting. It is like a ghost dwelling within the ancient walls of conditioning. Walking within these walls, you react to events out of your old patterns …

The landscape that surrounds the walls is wide, even boundless, full of possibilities. Here is your ever new land. Here you really look, respond with your power and beauty and the events relax into the vastness …

Wanting, wanting to be right, drives us into the old walls. Ego is in the mind, the new country in the heart. You recognize it because you recognize. The light is on, even with closed eyes. It’s not a matter of maintaining or achieving something, but of liking and enjoying the journey, then it will succeed all by itself. It is up to us where we turn, where we want to be at home, on each new day …

 

CORONA Diaries 23 / Weltbilder und Social Media

20200520_092332

„We all are just walking each other home“
Ram Dass

Da der denkende Verstand eine Art Bio-Computer ist, erkennt er die Welt über bisher angesammelte Daten, die das Überleben sichern sollen und berechnet: Wie kommt man am besten von A nach B? Welche Konzepte sind am effizientesten? Dieses mechanische Weltbild, das hauptsächlich auf Konkurrenz basiert, hat sich überlebt …

Wir stehen an der Schwelle eines neuen Weltbildes, in dem man die Dinge weniger materiell sieht, sondern phänomenologisch. Man begegnet der wunderbaren Idee, die der materiellen Welt innewohnt …

Das neue Weltbild gleicht mehr einem Miteinander, einem kooperativen Tanz, in dem Kreativität, Erkennen und das konstante Auftauchen von Neuem zentral sind, davon ausgehend, dass alles miteinander in Beziehung steht. Jedes Atom in unserem Körper war zuerst Teil unserer Planetenheimat. Menschliche Gene und Neurotransmitter findet man fast identisch in allen möglichen Lebensformen. Wir sind ein Phänomen, Teil eines 4 Billionen Jahre alten lebendigen Wesens, das gerade hier sitzt und Social Media schaut …

20200520_094319

„We all are just walking each other home“

Ram Dass

Since the thinking mind is a kind of bio-computer, it recognizes and calculates the world by means of previously accumulated data, which are supposed to ensure survival: What’s the best way to get from A to B? Which concepts are the most efficient? This mechanical world view, which is mainly based on competition, have become redundant …

We are on the threshold of a new world view in which things are seen less materially and more phenomenologically. You encounter the wonderful idea that is inherent in the material world…

The new world view is more like a togetherness, a cooperative dance, in which creativity, recognition and the constant emergence of something new are central, assuming that everything is interrelated. Every atom in our body was first part of our planetary home. Human genes and neurotransmitters are found almost identically in all possible life forms. We are a phenomenon, part of a 4 billion year old living being sitting here watching social media …

 

CORONA Diaries 22 / Enjoy your Light

Lobau Sound

So ein herzhaftes Sich-Einlassen in einen kreativen Prozess zahlt sich aus! Egal in welchen Zustand man ist, es empfiehlt sich, den Mut aufzubringen, sich ohne Sicherheit Hals über Kopf in einen offenen Prozess zu stürzen …

Vielleicht mit einem wagen Plan im Hinterkopf ausgerüstet – aber jedenfalls mit genügend Wumms, um die ersten Hürden zu meistern. Wichtig ist, Zeit damit zu verbringen, ganz einzutauchen, nicht bloß die Zehen reinstecken, sondern sich ganz schlucken zu lassen …

Der „Ich kann nicht“-Stimme Pinselstriche entgegenzusetzen. Zu Beginn zaghaft vielleicht, führen sie in die unmögliche Möglichkeit. Wenn man es zulässt, kaut einem der Prozess ordentlich durch und spuckt einem – voll lebendig – wieder aus …

Lobau Sound Detail 3

Such a hearty involvement in a creative process pays off! No matter what state you are in, it is advisable to have the courage to plunge head over heels into an open process without any security …

Perhaps with a rough plan in the back of your mind – but in any case with enough guts to overcome the first hurdles. The important thing is to spend time immersing yourself completely, not just sticking your toes in, but letting yourself be swallowed whole …

To counter the „I can’t“ voice with brushstrokes. Timidly at first perhaps, they lead to the impossible possibility. If you allow it, the process will chew you up properly and spit you out again – fully alive …

 

CORONA DIARIES 21 HeArt Communications

20200508_214843

Beim Malen trifft man keine bewussten Entscheidungen, etwas in einem reagiert wie in Trance. Verwirft etwas ohne bestimmten Grund, einfach, weil es sich nicht gut anfühlt, marschiert volles Rohr in Bereiche, die es nicht kennt, einfach, weil es möglich ist, oder hält inne, weil es sich gerade auf geweihten Boden wiederfindet …

Hier drückt sich stark die eigene Individualität aus. Es zeigt sich, was die*derjenige erleben möchte: Möchte man zeigen, wie gut man Technik beherrscht oder umschwirrt man wie eine verliebte Motte das Licht. Möchte man Kunst machen, sprich, etwas Neues den bisherigen kollektiven Errungenschaften hinzufügen oder ist man einfach von Inspiration überwältigt …

Vertraut man den Impulsen, reist man wie im Traum. Kunst ist eine körperliche Kommunikation. Man drückt den Pinsel voll Farbe an die Leinwand, wie ein Berg, der sein Gesicht in die Wolken taucht …

20200508_214753

When you paint, you don’t make conscious decisions, something inside you reacts like in a trance. You discard something without any particular reason, simply because it doesn’t feel good, you kick off full pot into areas ypu don’t know, simply because it’s possible, or you pause because you’ve just found yourself on sacred ground …

Here the own individuality is expressed strongly. It shows what the individual wants to experience: Do you want to show how well you master technology or do you swarm around the light like a moth in love. Do you want to make art, in other words, add something new to the collective previous achievements, or are you simply overwhelmed by inspiration …

If you trust the impulses, you travel as in a dream. Art is a physical communication. You press your brush full of paint against the canvas, like a mountain dipping its face in the clouds …

 

CORONA Diaries 20 / Der Weg der Kunst

20200508_025433

Den Weg der Kunst zu gehen, bedeutet nicht nur das Meistern einer Disziplin, es bringt Luft in die Lungen des inneren Wesens, fächert das Feuer des Herzens an, es geht um Lebendigkeit …

Am Weg der Kunst macht sich etwas bereit, nicht unbedingt zum Kampf, aber zu einer wirklichen Auseinandersetzung: Ritualplatz. High Noon. Durchdringen zum Wesentlichen. Licht. Farbe. Schatten. Form. Leinen los …

Testen, was man drauf hat, wenn es aufs Ganze geht. Den Zwang zum Ergebnis vergessend, alles Wesentliche geschieht nur, wenn man es ohne Grund tut, aber dafür mit maximaler Lust …

20200508_030222

To follow the path of art is not just about mastering a discipline, it brings air to the lungs of the inner being, fans the fire of the heart, it is about liveliness…

On the path of art, something is getting ready, not necessarily for battle, but for a real confrontation: ritual place. High Noon. Penetrating the essential. Light. Color. Shadow. Form. Cast off! …

Testing what you can do when you go all the way. Forgetting the compulsion to achieve results, everything essential only happens when you do it without reason, but with maximum joy …

CORONA Diaries 19 / Renaissance of the Heart

20200506_084213

Ich gebe es zu, die Pandemie ist meine Schuld. Am Beginn dieses Jahres hatte ich mir gewünscht, diesmal viel in der Natur sein zu können. Tschuldigung Leute, ich hatte ja keine Ahnung wie sensibel das Universum auf Wünsche reagiert und wie drastische Mittel es wählt, um diese umzusetzen. Aber dafür gibts zumindestens wieder ein CORONA Diary:

Im Verstand geht es um Quantität, im Herz geht es um Qualität. Im Verstand will man etwas erreichen, im Herz zählen Werte. Der Verstand ist für das Äußerliche, das Herz ist für das Innerliche. Keine Frage, wir brauchen beides, dennoch plädiere ich für eine Renaissance des Herzens …

Das Herz ist so ein seltsamer Ort. Bei all den – teils romantischen, ja hochzeitlichen Bilder – die wir davon mitbekommen haben, oder den Bildern der Mystiker, die das Herz als Spiegel, als Begegnungsfläche zu den höchsten Sphären sehen, gilt es, für sich selbst zu erkunden: Ist es ein physischer Ort, ein transformativer? Oder beides? Kann mein Herz ’sehen‘?

Um den Herzraum zu erkunden, braucht es Hinwendung, die Aufmerksamkeit in den physischen Bereich des Brustraums zu richten, während man die Filme, Agenden und Identifikationen im Kopf loslässt. Dies kommt einer Verschiebung der Wirklichkeiten nahe. Mit dem Herzen zu sehen, ist keine Metapher, es ist eine reale Art der Wahrnehmung …

Eine der ersten Erfahrungen, die sich einstellen, ist eine Art Intimität, als Vorausetzung dafür, tiefer zu sehen. Verletzlichkeit, und Ankommen stellen sich ein. All das ist nötig, um mit dem Herzen zu sehen und den Glanz der Dinge zu entdecken …

20200506_091106

I admit it, the pandemic is my fault. At the beginning of this year I had wished to be able to be in nature a lot this time. Sorry guys, I had no idea how sensitive the universe reacts to wishes and how drastic means it chooses to implement them.

Anyway here is the diary:

The mind is about quantity, the heart is about quality. The mind is about achieving something, the heart is about values. The mind is for the external, the heart is for the internal. There’s no question that we need both, but I still advocate a renaissance of the heart…

The heart is such a strange place. With all the – partly romantic, even nuptial pictures – we have got to take with us, or the images of the mystics, who see the heart as a mirror, as a meeting place to the highest spheres, it is necessary to explore for oneself: Is it a physical place, a transformative one? Or both? Can my heart ’see‘?

In order to explore the heart space, one needs to turn one’s attention to the physical area of the chest while releasing the films, agendas and identifications in the head. This comes close to a shift in reality. Seeing with the heart is not a metaphor, it is a real way of perception…

One of the first experiences that come about is a kind of intimacy, as a prerequisite for seeing more deeply. Vulnerability and arrival apppear. All this is necessary to see with the heart and discover the brilliance of things …