Blues

IMG_4249

Fotos: Renée Kellner

Die Zeiten, an denen alles dicht wird, schmerzlich zusammengezogen, wohin sich garantiert kein Lichtstrahl verirrt und alle Hoffnung sich längst aus dem Staub gemacht hat …

Vom konditionierten Verstand her gesehen, läuft hier etwas falsch, jemand ist schuld, wir sollten nicht in so einem jämmerlichen Zustand sein, schwach und vom Leben geschlagen. Wir sollten schneller, weiter, besser sein …

Von der Stille her betrachtet, gelten die Aspekte der Konditionierung nicht. Schneller, weiter, besser hat hier keine Bedeutung. Hier zählt Freundlichkeit, anwesend sein, etwas von Herzen zu mögen. Stille integriert, alles, selbst den Blues und all die ungeliebten Kinder …

IMG_4324

The times when everything gets tight, painfully constricted, where no ray of light is wandering by and all hope has disappeared long ago…

Seen from the conditioned mind, something is going wrong here, somebody’s guilty, we should not be in such a pathetic state, weak and beaten down by life. We should be faster, further, better …

Seen from silence, the aspects of conditioning do not apply. Faster, further, better has no meaning here. Here, friendliness counts, to be present, to like something from the heart. Silence integrates, everything, even the blues and all the unloved children …

Paradoxum

20180520_164153

Sich trauen in der Stille zu leben, ist radikal. Ohne mentales Konstrukt zu sein, ohne Methode, ohne Kontrolle, ohne Religion, ohne Philosophie, ohne irgendetwas zu sein, das Sicherheit bietet. Es ist einfach nur still …

Das Seltsame ist, wenn wir gar nichts tun, sondern einfach unbewusst weitermachen, ist es alles andere als still. Da ist Marktgeschrei, Rechtfertigung, richtig oder falsch, Belohnung und Bestrafung im Kopf. Wenn wir nichts tun, geht automatisch der Lärm weiter, wenn wir etwas tun, auch. Das ist paradox. Wir leiden mehr oder weniger bewusst an einem Zustand, der sich scheinbar nicht verändern lässt …

Die Lösung ist erst richtig paradox: Wenn wir bewusst alles so sein lassen, wie es ist, jedes Detail, im Innen, wie im Außen, mit oder ohne Gedankenradio, auch das Ungenügen, das entlang der Grenze des Denkens streunt und wenn auch alle, die es gar nicht auf der Reihe haben, sein dürfen, wie sie sind. Wenn wir nichts ändern wollen, nirgendwo hin wollen, ändert sich alles. Der stille Frieden, der alles sowieso bereits hält, zeigt sich, wie ein wildes Tier, das aus dem Schutz des Waldes tritt. Der Grund der Dinge liegt brach und erwartet die Saat der Veränderung, die vom Herzen kommt …

20180520_164002

To dare to live in silence is radical. Without being with a mental construct, without method, without control, without religion, without philosophy, without being anything that provides security. It’s just quiet …

The strange thing is, if we do nothing but just go on unconsciously, it is anything but quiet. There is market shouting, justification, right or wrong, reward and punishment in the head. If we do nothing, the noise automatically goes on when we do something, too. That’s paradoxical. We more or less consciously suffer from a condition that apparently can not be changed …

The solution is really paradoxical: If we consciously let everything be as it is, every detail, inside and outside, with or without the voices in the head, even with the unease in the back of our heads, when even the ones that cant get anything going. When we do not want to change anything and when there is nowhere to go, everything changes. The quiet peace, which already holds everything anyway, shows itself, like a wild animal that steps out of the protection of the forest. The ground of things willing and awaits the seeds of change that comes from the heart …

Die gute Neuigkeit / Good news

20180516_075903

Eigentlich ist überall Schönheit drin, in dem Ast, der sich im Luftstrom über dem Bach wiegt, in dem Geruch nach dem Gewitter, überall, nur bei den Menschen verzerrt sich das, als wären sie befallen. In ihnen ist oftmals etwas Gequältes, Ratloses, Ambivalentes. Als würde die natürliche Schönheit, die an sich in jedem Blatt thront, in ihnen kein zu Hause finden …

Die gute Neuigkeit: Der Grund der Dinge enthüllt sich uns jetzt. Wir sind dabei, kennenzulernen, was unverletzbar und zeitlos die Rose erblühen lässt. Die Welt wartet bereits so lange auf diese Entdeckung. Kennen wir unseren Wert, heilt das Ver-rückte von selbst. Ein sanftes Sehen, an dem keine Zwänge zerren, durchquert die inneren und äußeren Räume wie ein eingeborenes und doch fremdes Wesen …

20180517_170107

Beauty is actually everywhere, in the branch, which weighs in the air stream over the brook, in the smell after the thunderstorm, everywhere, only in humans it is distorted as if they were affected. There is often something tormented, perplexed, ambivalent in them. As if the natural beauty which even is enthroned in each leaf would not find a home in them …

The good news: The cause of things is revealed to us now. We are getting to know what is invulnerable and timeless and makes the rose bloom. The world has been waiting for this discovery for so long. Knowing our value heals the craziness by itself. A gentle seeing, on which no compulsions tug, traverses the inner and outer spaces like an innate yet alien being …

Der neue Mensch / The new human

20180514_153621

Reisende, ein stiller Fels wartet im Meer der Gedanken. Er taucht aus dem Nebel auf, wenn du eins und einfach bist, mit dem, was ist. Stiller Regen wäscht dir alle Bilder ab und das bereits Gewesene. Stiller Wind strömt in den nun leeren Raum und umspielt deine wesenhaften Züge …

Ein stiller Blick öffnet sich und sieht in elementare Welten, die – wie mit wesenhaftem Pinsel gemalt – keine bloßen Abbilder darstellen, sondern Essenz. Du siehst den neuen Menschen, konfrontiert mit dem, was ist …

Der neue Mensch ist nicht Opfer von Umständen oder isoliert in einer feindlichen Welt, er/sie ist Teil von kreativen Prozessen und betritt somit ein intelligentes Universum. Der neue Mensch ist blank, losgelöst und doch verbunden, nicht nur durch Ursache und Wirkung, sondern in Beziehung seiend, mit der Ordnung der Gestirne …

Wayfarer, a silent rock waits in the sea of thought. It emerges from the fog when you are one and simple, with what is. Silent rain washes away all images and the past. Quiet wind flows into the now empty space and plays around your essential facial features …

A silent gaze opens and looks into elemental worlds, which – as if painted with an intrinsic brush – do not merely represent images, but essence. You see the new human, confronted with what is …

The new human is not a victim of circumstances or isolated in a hostile world, he / she is part of creative processes and thus enters an intelligent universe. The new man is bare, naked, detached and yet connected, not only through cause and effect, but in relationship with the order of the stars …

Entweder … oder / either … or

IMG_7562

Foto: Renee Kellner

Entweder sind wir eingepackt im automatischen Denken, wie in lauter so unsichtbarer Luftpolsterfolie, in kleinen, abgetrennten, problematischen, hungrigen Paketwelten oder es schleudert uns direkt in die Existenz, vor die Füße der Sterne …

Entweder wir treiben im Trash des unbewussten Gedankenstroms, zwischen Interpretationen, Bewertungen, und Vergleichen in kleinen Booten immer auf der Hut nicht unterzugehen oder wir tasten umher in der Wucht unseres Seins …

Entweder wir gehorchen den Göttern und Werten – eingeflüstert von alten Stimmen – oder finden uns von Angesicht zu Angesicht, im Spiegel jenseits der Zeit …

Either we are enveloped in automatic thinking, as in invisible bubble wrap, in small, separated, problematic, hungry parcels of worlds or it throws us directly into existence, in front of the feet of the stars …

Either we float in the trash of the unconscious stream of thoughts, between interpretations, judgements, and comparisons in small boats always afraid to sink, or we grope around in the stunner of our being …

Either we obey the gods and values ​​- whispered in our ears by old voices – or find ourselves face to face, in the mirror beyond time …

Abenteuer/ Adventure

20180511_130853

Abenteuer kreieren Raum, der noch nicht von Gewohnheit durchmessen ist. In unseren Komfortzonen hören wir oft nicht mehr ihren wilden Ruf …

Die Existenz hat uns ihr Leben gewidmet. Wir können es nehmen, indem wir mit dem gehen, von dessen Wahrheit wir tief drinnen wissen …

Die stillen Flüsse durchströmen uns und doch ist es an uns, ob wir darin schwimmen oder nicht …

20180511_120415

Adventures create space that is not yet traversed by habit. In our comfort zones we often do not hear their wild call …

Existence has dedicated its life to us. We can take it by going with what we know the truth of deep inside …

The quiet rivers flow through us and yet it is up to us whether we swim in it or not …

Loops

IMG_7564

Foto: Renee Kellner

Das Leben im unbewussten Denken hält uns in Schleifen gefangen. Wir erleben immer wieder die Muster, die uns die konditionierten Gedanken vorgeben. Das täuscht zwar Bewegung vor, aber im Grunde stecken wir damit fest. Interessanterweise, wenn wir damit aufhören, still sind, geschieht erst essenzielle Bewegung, reisen wir in archaischen Gefilden …

Bewegen wir uns in den Gedankenschleifen interagieren wir mit der Ambivalenz der menschlichen Gesellschaft, wo wir uns zum Beispiel gegenseitig entsetzliche Gewalt antun – unter anderen sogar den Planeten zerstören – uns aber gleichzeitig fürchterlich darüber aufregen und von einer besseren Welt träumen …

Solange wir mit den Segeln der Inspiration treiben, ist alles gut. Sagt schon der Name, IN Spirit, nicht getrennt davon. Dann sind wir eins mit den Strömungen des Seins. Da braust Spirit durch unser Wesen, führt die Hände, leuchtet in den Augen, treibt Bilder, Klänge, Zeilen und Tänze durch unsere Sinne …

To live in unconscious thinking keeps us in a loop. Again and again we experience the patterns that conditioned thoughts are simulating. This appears like movement, but basically we are stuck with it. Interestingly, when we stop, being quiet, only than essential movement happens and we travel in archaic fields …

As we move in the loop of thought, we interact with the ambivalence of human society, such as being mutually violent to each other – even destroying the planet – but at the same time being terribly upset about it and dreaming of a better world …

As long as we sail with inspiration, everything is fine. The name says it already, IN spirit, not separate from it. Then we are one with the currents of being. Spirit blusters through our being, guides our hands, shines in our eyes, drives images, sounds, lines and dances through our senses …

Gezeiten / Tide

IMG_7601

Fotos: Renèe Kellner

Wir sind die jüngsten Blätter am Weltenbaum. Mal schreien und mal singen wir. Mal zieht es uns zusammen, immer dichter, bis zum Welken und mal dehnen wir uns in jede Zelle bis zum Bersten. Mal erscheint alles völlig sinnlos, nichts als Verlust weit und breit, das Leben verschwört sich selbst in Kleinigkeiten gegen uns. Mal glänzen wir in der Sonne wie bei einem Kindergartenausflug im Mai …

Wenn es gerade gar nicht läuft, denken wir, dass etwas falsch ist, die Lebensumstände verkehrt sind oder die Welt uns zeigt, dass wir nicht o.k. sind. Unsere aufgescheuchten Gedanken und Gefühle wickeln uns ein. Wir reagieren willkürlich auf das Unwohlsein. Wenn es gerade voll gut läuft, denken wir, dass wir etwas richtig gemacht haben, wir haben es voll drauf …

Was, wenn das unbewusste Gefangensein in der Dualität uns ans Kreuz nagelt? Was, wenn es in Wahrheit gar nichts Persönliches bedeutet, wenn wir einfach bloß mit den Gezeiten atmen? Was, wenn unsere Leben wie Ziehharmonikas funktionieren, zusammenziehen, ausdehnen. Was, wenn wir uns im ausgeatmet werden verlieren und im eingeatmet werden finden? Was, wenn daran nichts verkehrt ist?

Jedes Mal sich tanzend zu verlieren, erobern wir uns selbst zurück, ein Stück weit reifer, kühner. Jedes Mal sich zu finden, schwächt die Matrix, bricht den Bann der psychologischen Persönlichkeit. Jedes Mal, im bewussten Erlauben des ein- und ausgeatmet Werdens, gleiten wir tiefer in die familiären Bezüge des Soseins der Welt …

IMG_7600

We are the youngest leaves on the world tree. Sometimes we scream and sometimes we sing. Sometimes we contract, more and more dense, until we fade and sometimes we stretch into each cell until we nearly burst. Sometimes everything seems completely pointless, nothing but loss far and wide, life conspires against us even in trifles. Sometimes we shine in the sun like a kindergarten trip in May …

If things are not going well right now, we think something is wrong, the circumstances are wrong or the world shows us that we are not o.k. Our shooed thoughts and feelings wrap us up. We react arbitrarily to the malaise.
When things are going well, we think we did something right, we are the greatest …

What if unconscious imprisonment in duality nails us on the cross? What if it means nothing personal, just breathing with the tides? What if our lives work like accordions of the great musician, contracting expanding? What if we loose ourselves in the exhale and find ourselves in the inhale? What if there is nothing wrong with that?

Each time we lose ourselves dancing, we conquer ourselves and grow a bit more mature, bolder. Each time we find oneself weakens the matrix, breaks the spell of the psychological personality. Each time, we consciously allow breathing in and out, we slide deeper into the familiarity and the suchness of the world …

Klare Gassen / Clear alleys

20180505_132447

Es sind klare Gassen im Kopf. Eine gut gezeichnete Karte, eingebettet im stillen Kosmos. Und los geht’s, sich zu verlieren in einem Schwarm von Träumen und Visionen …

Und dazwischen ein sich finden, ohne irgendetwas zu wissen, ohne eine Richtung, ohne Bedeutung, eingedreht in die Stille.
Probleme knurren leise hinter dem Zaun, sie können die Magie nicht betreten …

Einfach hier sein, ist eine Fackel, die Dämonen abhält. Einfach weitermachen, den Kurs nach den Sternen richten und durch die lange Nacht segeln …

20180505_111141

There are clear alleys in the head. A well drawn map, embedded in a silent cosmos. Let’s go loose ourselves in a swarm of dreams and visions …

One finds oneself in between, without knowing anything, without a direction, without meaning, turned in silence.
Problems growl quietly behind the fence, they can not enter the magic …

Just being here is a torch that keeps demons out. Just keep going, following the stars and sail through the long night …