Vision und Realität / Vision and reality

20180925_081549

Immer diese Diskrepanz. Unsere Vision von einem glücklichen Leben ist völlig klar: wir wären frei, mutig, würden inspirierte Aktionen in die Welt setzen, aneinander wachsen, füreinander da sein. Und dann sehen wir die Realität: in Befindlichkeiten, im Gegeneinander verstrickt, Ablenkungen, Ausreden …

Vision und Realität. Der Anspruch ist schon unser Zeug auf die Reihe zu kriegen, nicht länger die Besiegten zu spielen, sondern hierher zu kommen, in das Feuer der Offenheit, wachsam und verfügbar …

Es geht nicht darum, mit Bausparverträgen unsere Ängste zu füttern. Es geht auch nicht darum irgendjemand oder irgendetwas zu beschuldigen. Die Welt braucht uns in unserer Kraft und in unserer Schönheit …

20180925_081637

Always this discrepancy. Our vision of a happy life is very clear: we would be free, courageous, would put inspired actions into the world, grow together, be there for each other. And then we see the reality: entangled in states of mind, against each other, distractions, excuses …

Vision and reality. The requirement is to get our stuff straight, to no longer play the defeated, but to come here, in the fire of openness, watchful and available …

It’s not about feeding our fears with home savings contracts. It’s not about blaming somebody or something. The world needs us in our power and in our beauty …

Die gute Neuigkeit / Good news

20180516_075903

Eigentlich ist überall Schönheit drin, in dem Ast, der sich im Luftstrom über dem Bach wiegt, in dem Geruch nach dem Gewitter, überall, nur bei den Menschen verzerrt sich das, als wären sie befallen. In ihnen ist oftmals etwas Gequältes, Ratloses, Ambivalentes. Als würde die natürliche Schönheit, die an sich in jedem Blatt thront, in ihnen kein zu Hause finden …

Die gute Neuigkeit: Der Grund der Dinge enthüllt sich uns jetzt. Wir sind dabei, kennenzulernen, was unverletzbar und zeitlos die Rose erblühen lässt. Die Welt wartet bereits so lange auf diese Entdeckung. Kennen wir unseren Wert, heilt das Ver-rückte von selbst. Ein sanftes Sehen, an dem keine Zwänge zerren, durchquert die inneren und äußeren Räume wie ein eingeborenes und doch fremdes Wesen …

20180517_170107

Beauty is actually everywhere, in the branch, which weighs in the air stream over the brook, in the smell after the thunderstorm, everywhere, only in humans it is distorted as if they were affected. There is often something tormented, perplexed, ambivalent in them. As if the natural beauty which even is enthroned in each leaf would not find a home in them …

The good news: The cause of things is revealed to us now. We are getting to know what is invulnerable and timeless and makes the rose bloom. The world has been waiting for this discovery for so long. Knowing our value heals the craziness by itself. A gentle seeing, on which no compulsions tug, traverses the inner and outer spaces like an innate yet alien being …

Märchen / Fairy tales

IMG_6409sep

Fotos: Renée Kellner

Es ist wie im Märchen: In jedem von uns wohnt, verwunschen im Königsschloss des Körpers, das Eigentliche, das Kostbarste. Zwar gut geschützt – überwachsen von dichtem Rosengeflecht – sehnt es sich dennoch nach dem erlösenden Kuss …

Immer wieder dringt ihr Ruf in unser Alltagsleben. Die beiden älteren Söhne des Königs hatten sich schon auf den Weg gemacht zu ihr gemacht allerdings ohne Erfolg, denn sie wollten das Kostbarste nur als ein Mittel zum Zweck, was gar nicht geht. Der jüngste Sohn allerdings, macht sich auf, um das Eigentliche an sich kennenzulernen. Er muss zuerst die Aufgaben lösen, er erkennt, dass nur er selbst Zugang findet, weil er das System des Königsschlosses kennt …

Nur er weiß, wie die eigene Persönlichkeit tickt, er kennt alle Schlupfwege und Mechanismen, die das Kostbarste verborgen halten. Er weiß, dass das ganze Schloss verwunschen ist, in einem Bann gehalten wird. Wie durch Zauberspruch wird man in dem Schloss ständig abgelenkt, sobald man sich auf die Fährte macht das Wesentliche zu finden, wirft jemand einen Stein in das Gebüsch und schon ist man wieder abgelenkt. Die alte Hexe zaubert ständig neue Geschichten in die Gedankentrance, nur um das Kostbarste zu verschleiern und so vergehen die Jahrhunderte …

Der jüngere Sohn kennt nicht nur, was den Bann aufrechterhält, er weiß auch genau, was hilft. Er lässt sich nicht so leicht von den Geschichten ablenken, bleibt beim direkten Erleben. Wenn er mit dem Auto fährt, gibt er sich ganz dem Ballett der schwingenden Wagen hin und nicht den Gedanken. Wenn er sich die Haare kämmt, spürt er die Spur der Freude, die sein Kamm wie ein feiner Pflug in die Kopfhaut zieht und nicht das geile Drama seines Kopfkinos. Wenn er sich doch mal ablenken lässt, kehrt er bald mit seiner Aufmerksamkeit zum Wesentlichen zurück, verliert es nicht aus dem Sinn …

Nur der jüngere Sohn kann den inneren Garten betreten, weiß um die Kernigkeit seiner Knospen, um das heilende Kraut. Weil er sich nicht ablenken lässt, sieht er den goldenen Schlüssel und öffnet den Raum für das Kostbarste …

IMG_6407gr

 

It’s like in a fairy tale: In each of us dwells the real, the most precious in the royal castle of the body. Although well protected – overgrown with dense rose netting – it still longs for the redeeming kiss …

Again and again her call gets out into our everyday life. The king’s two older sons had already set out on their journey, but to no avail, for they wanted to incorporate the most precious only as a means to an end, which does not work at all. The youngest son, however, sets off to get to know the real thing for itself. He first has to solve the tasks, he realizes that only he himself has access because he knows the system of the royal castle …

Only he knows how his own personality is ticking, he knows all the slipways and mechanisms that hide the most precious. He knows that the whole castle is bewitched, kept in a hex. As if by spell, one is constantly distracted in the castle, as soon as one gets Close to the essential, someone throws a stone in the bushes and one is distracted again. The old witch constantly conjures up new stories in the trance of thought, only to disguise the most precious and so pass the centuries …

The younger son not only knows what keeps the spell, he also knows exactly what helps. He is not easily distracted through the stories, remains in direct experience. When he drives, he gives himself completely to the ballet of the swinging cars and not to thought. When he combs his hair, he feels the trace of joy that pulls his comb like a fine plow in the scalp and not the lustful drama of his head cinema. If he lets himself be distracted, he soon returns to the essential, does not lose sight of it …

Only the younger son can enter the inner garden, knowing the essence of its buds, the healing herb. Because he does not let himself be distracted, he sees the golden key and opens the chamber of the most precious …

IMG_6408SW