Die Reise / The journey

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Die Stille drückt deine Tür auf. Zu Beginn wehrst du dich noch und machst sie immer wieder zu. Doch sie kann sehr überzeugend sein, sie zieht sich ihren kürzesten Rock an und singt vor deinem Fenster, schiebt dir Liebesbriefe durch den Türspalt, möchte zu dir …

 Du hast nur grade keine Zeit, bist beschäftigt damit jemand zu sein, du hast zu tun, mit deinen Erfolgen und Misserfolgen und all dem, was du noch zu erledigen hast. Später, ja, aber jetzt nicht …

 Doch die Stille sieht die Anstrengung in deinen süßen Augen, sie weiß, dass du dich selbst vergessen hast, und klopft weiter an deine Tür. Sie lädt dich auf eine Reise ein, zum Rendevouz im bloßen Sein!

 Obwohl du weiter geschäftig tust, wächst eine Gewissheit in dir, wie im Quellen der Wolken,

obwohl die alten Stimmen an deinen Knochen zerren und ziehen, weißt du, es gibt nichts Wichtigeres als diese Einladung.

Trotzdem du dich so gut eingerichtet hast in deiner gewohnten Welt, beginnt etwas in dir die Koffer zu packen …

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The silence pushes your door open. At the beginning, you still defend yourself and close it again and again. But she can be very convincing, she puts on her shortest skirt and sings in front of your window, pushes you love letters through the gap in the door, wants to see you …

You just have no time now, you’re busy being someone, you’re busy with your successes and failures, and all the stuff you still have to do. Later, yes, but not now …

But the silence sees the effort in your sweet eyes, she knows that you have forgotten yourself, and keeps knocking on your door. It invites you on a journey, to a date in mere being!

Although you continue to be busy a certainty grows in you, like in the swelling of the clouds,


although the old voices are tugging and pulling on your bones, you know, there is nothing more important than this invitation.
Even though you have settled well in your familiar world, something inside of you starts to pack your bags …

 

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Silent guest

Parallel Landscape 10

Wenn du in deinen Körper einziehst, wie in eine Traumwohnung mit Aussicht, bemerkst du bald, er gehört dir nicht. Du bist Gast in der Stille und die Stille ist Gast in dir …

Deine Zehen haben einen Heiligenschein, dein Magen knurrt wie ein Panther im Mittagsschlaf, dein Geschlecht ist wie ein Nest kleiner hungriger Vögel. Dein Atem trägt dich durch die lange Nacht, und die Worte der Stille schleichen, wie Träume, unbemerkt herein …

Du spazierst wie ein Gast durch deine Welt, hältst an den Ufern deiner zerbrochenen Plätze, an den Tempeln deiner Wünsche. Du stehst am Ende der Suche, hier ist kein Ort mehr, sich zu verstecken, keine Möglichkeit zur Flucht. Die Stille ist in ihrer Stille so überzeugend, du hast nicht mal mehr eine Wahl …

Parallel Landscape 7

When you enter your body, like a dream home with a view, you soon realize that it is not yours. You are a guest in silence and silence is a guest in you …

Your toes have a halo, your stomach growls like a panther in midday sleep, your private part is like a nest of little hungry birds. Your breath carries you through the long night, and the words of silence sneak in like dreams, unnoticed …

You walk like a guest through your world, stopping at the shores of your broken places, at the temples of your desires. You are at the end of the search, here is no place to hide, no chance to escape – silence is so convincing in her silence, you do not even have a choice …

Stille kreiert / Silence creates

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Stille kreiert, sie benützt uns einfach, benützt uns, um sich selbst zu erleben! Das ist eigentlich ein Witz! Aber sie macht es so geschickt, sie verführt dich einen Drachen zu malen, lässt tiefe Einblicke zu und sie ist absolut ehrlich. Wie kann man da widerstehen? …

Sie nimmt dich an der Hand, verspricht dir Spaß und fordert dich heraus. Es kommen andere Stimmen, aber ihre ist einfach die Schönste. Sie möchte malen, erleben, wie das ist, wenn die Farbe saftig klatscht, sie möchte deinen Körper bewegen und genießen, sie möchte sich selbst darin erkennen …

Stille benützt dich einfach, flüstert dir coole Sachen ins Ohr, verspricht dir Abenteuer, verspricht dir Gott weiß was, nur um sich zu erleben, gerade durch dich, wie es sich anfühlt, du zu sein. Sie will sich ein geheimes Date mit dir ausmachen und durch dich zur Welt zu kommen. Die Bewegung deiner Hand ist wie ein ganzer Film, das Flackern deiner Augenlider bringt erst die Welt in Schwung …

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Silence creates, she just uses us, uses us to experience itself! This is actually a joke! But she does it so well, she seduces you to paint a dragon, allows deep insights, and she is completely honest. How can you resist? …

She takes you by the hand, promises you fun and challenges you. There are other voices, but hers is simply the most beautiful. She wants to paint, experience what it’s like, when the paint splashes juicy, she wants to use and enjoy your body, she wants to see herself in it …

Silence simply uses you, whispers cool things in your ear, promises you adventures, promises you God knows what, just to experience herself, just through you, what it feels like to be you. She wants to make a secret date with you and be born through you. The movement of your hand is like a whole movie, the flickering of your eyelids gets the world going first …

Gesichter der Stille / Silent faces

 Nyx, Eos, Buddha

Wann ist ein Gesicht still? Wir alle kennen unser wahres Gesicht, nicht mal Darth Vader hat es ganz vergessen. Und doch verwischt es immer wieder. Wir denken, wir brauchen dringend etwas, das nicht hier ist und schon spüren wir unser Gesicht nicht mehr. Wir denken, wir müssten etwas sein, das wir nicht schon sind, und verlieren es. Wir denken, wir wären nicht o.k., wir denken …

Hören wir auf zu denken, ist unser Gesicht wieder klar. Es war immer hier, als wir noch Kinder waren, sogar bevor uns etwas in den Geburtskanal geschupst hat. Dein wahres Gesicht ist auch jetzt hier, im Zentrum des Wirbelsturms, mitten im Lärm der Welt, es braucht keine Fähigkeiten, um es zu entdecken, keine Anstrengung …

Ihm wurde nie ein Haar gekrümmt, es hat nie seine Unschuld verloren, es gibt niemand, an dessen Grund es nicht glitzert. Dein stilles Gesicht wartet geduldig auf deine Zuwendung, es wertet nicht und ist stets bereit sich in dich zu verlieben …

Nyx, Buddha, Eos

When is a face silent? We all know our true face, not even Darth Vader forgot it. And yet it blurs again and again. We think, we urgently need something that is not here and we can not feel our face anymore. We think we have to be someone we are not and lose it. We think we are not o.k., we think …

If we stop thinking, our face is clear again. It was always here, when we were kids, even before something blew us into the birth canal. Your true face is here now, in the center of the hurricane, in the middle of the noise of the world, it does not need any skills to discover it, no effort …

It has never got twisted a hair, it has never lost its innocence, there is no one in whose ground it does not sparkle. Your quiet face waits patiently for your attention, it does not judge you and is always ready to fall in love with you …

 

Festliche Stille / Festive silence

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Überlässt man sich der Stille, ist es, als würde man mit Wirklichkeit gefüllt. Ganz von selbst wurden die Händler aus dem Tempel vertrieben und frischer, unkonditionierter Raum ist allgegenwärtig …

Keine persönliche Geschichte mehr, kein Drama. Was dich jetzt ausfüllt, ist unberührt, wie eine weite Landschaft mit frisch gefallenem Schnee. Noch nie hatte das Füllhorn der Stille dieselben Inhalte wie in diesem Moment und war doch immer hier, bereit zu schenken …

Obwohl noch Reste von Anstrengung durch deinen inneren Raum wehen, wird das, woraus du wirklich bestehst, immer manifester. Wohin du auch schaust, Zweifel oder Probleme wirst du hier nicht finden. Der Stille wohnt die Glut der Freude inne. Ihr Festsaal ist hell und der silberne Wirt bringt seinen besten Wein. Du machst dich ein weiteres Mal auf sie zu kennen, ihr quellender Wind blüht auf deiner Haut und Jubel nährt deine Sinne …

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If you commit yourself to silence, it’s like being filled with realness. Quite naturally the merchants were expelled from the temple and fresh, unconditioned space is omnipresent …

No more personal story, no drama. What fills you in now, is untouched, like a wide landscape with freshly fallen snow. The cornucopia of silence has never had the same content as in this moment yet it has always been here, ready to give …

Although there are still some remains of effort blowing through your inner space, what you really are becomes more and more manifest. Wherever you look, you will not find doubt or problems here. The glow of joy dwells in silence. Her ballroom is bright and the silver host brings his best wine. You get to know her once more, her swelling wind blooms on your skin and jubilation nourishes your senses …

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Welt in Scherben / World in shards

Scherben mit Uhr

Wundert sich eigentlich niemand, warum es hier so viel um Scherben geht? Warum macht dieser Mann alles kaputt?

Wir leiden bereits unter den alten Formen der Welt, sie haben sich überlebt, wir hören sie ächzen und stöhnen allerorts. Sie sind bereits so verkrustet, dass sie von selbst aufbrechen. Da nimmt man eben seinen / ihren Lieblingshammer und hilft ein bisschen nach …

Die alten Formen sind vor allem in unseren unbewussten Denkmustern, in unseren automatisch ablaufenden konditionierten Programmen. Sie nähren sich hauptsächlich von Angst und der Sehnsucht nach Kontrolle und Sicherheit. Wir erleben das sowohl in unserer eigenen Biografie wie auch in der politischen Szene. Und da ist Sehnsucht in uns, noch irgendetwas zu finden in dem alten Tempelstein. Hört man genau hin, glucksen unterirdisch bereits die neuen Bäche, noch formlos, künden sie von einer frischen, unverbrauchten Welt …

Das Neue entsteht durch uns: Immer wenn die alten Programme mit dir Schlitten fahren, bleib stehen und geh einen Schritt zur Seite. Parallel zu deinem Programm ist es still, rundherum ist es still, und wenn du aus der Stille auf dein Programm schaust, ist da nichts mehr, es war nur ein Gespenst. Immer wenn die alte Geisterbahn loslegt, weißt du: es ist nicht real. Die Stille rundherum und in dir ist real, wie ein knisternder Block. Und da sitzt du wieder mit deinem Lieblingshammer und hilfst ein bisschen nach, damit das Neue leichter hervorbrechen kann …

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Does nobody really wonder why this is so much about broken stuff here? Why is this man breaking everything?

We already suffer from the old forms of the world, they are outlasted, we hear them moaning and groaning everywhere. They are already so encrusted that they break up by themselves. So you just take your favorite hammer and help a little …

The old forms are above all in our unconscious mind patterns, in our automatically running conditioned programs. They feed mainly on fear and the desire for control and security. We experience this both in our own biography and in the political scene. And there is a yearning in us to find anything in the old temple stone. If one listens closely, the new streams are already gurgle underground, still  beyond form, they announce a fresh, unused world …

The new is created within us: Whenever the old programs take over, stop and take a step aside. There is silence parallel to your program, it is quiet all around it, and when you look at your program from silence, there is nothing left, it was just a ghost. When you clearly see this you know: whenever the old ghost train starts, it’s not real. The silence inside and around you is real, like a crackling block. And there you sit again with your favorite hammer and help a bit so that the new is able to break through more easily …

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