HOME IS WHERE THE HEART IS Part u

Wendys Window 7

Schon von Kindsbeinen an haben immer wieder Ahnungen von unserer Wesenhaftigkeit. Momente, in denen man sich selbst ganz nahekommt. Das verliert sich im Lauf der Konditionierung, bricht aber manchmal von selbst wieder durch, meist ohne unser zutun …

Musik – die einem früh schon so richtig berührt hat – hatte schon Ähnlichkeit mit dem Klang des eigenen Wesens. Natur, Bücher, Bilder, Begegnungen wiesen darauf hin, erinnerten. Insgeheim haben wir uns danach gesehnt. Nach Hause zu kommen. Anzukommen …

Immer wieder tauchen unvernünftige Impulse auf, wie Brotkrumen im Wald des Nutzdenkens. Diesen kleinen, intuitiven Pfaden vertrauend folgend treffen wir unweigerlich auf das eigene Wesen, das so zeitlos auf uns wartet, wie ein*e Ureinwohnerin im Dschungel des Herzens …

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Even from childhood on, we have always had an inkling of our being. Moments in which one comes very close to oneself. This gets lost in the course of conditioning, but sometimes it breaks through again by itself, mostly without us doing anything …

Music – which really touched you early on – was already similar to the sound of your own being. Nature, books, pictures, encounters pointed it out, reminded us. Secretly we longed for it. To come home. To arrive …

Again and again unreasonable impulses appear, like breadcrumbs in the forest of reason. Following these small, intuitive paths, we inevitably encounter our own being, which is waiting for us as timelessly as a native in the jungle of heart…

 

LIKE GARDENS

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Irgendwie sind wir wie Gärten, in denen alles angelegt ist. Hier sprießen Tyrannen wie Opfer und Lust wie Verzicht. Die Persönlichkeit ist der*die Gärtnerin. Sie findet etwas im Garten, hebt es auf und denkt: Das bin ich …

Als wäre das Herz ein Bergwerk, in dessen Schächten man sich für immer verlieren kann. Bis der Pfeil des sich Wiedererkennens tiefer in die Wunde der Illusion dringt.
Sich zuerst in die Sprache der Krähen finden, früh am Morgen, wenn das große Wesen erwacht und sich an sich selbst erinnert …

Außerhalb der Persönlichkeit – dieser Burg der Geschichten über einem selbst – dem Zirkus des Rechthabens, gleitet man in die stillen Felder. Hier muss man sich nichts verdienen, die stillen Felder verströmen sich bedingungslos, sie nähren und halten dich, ob du reich bist oder arm, gesund oder krank, beliebt oder vergessen …

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Somehow we are like gardens where everything is laid out. Here tyrants sprout like victims and lust like abstinence. The personality is the gardener. She*he finds something in the garden, picks it up and thinks: This is me …

As if the heart was a mine, in whose shafts you can lose yourself forever. Until the arrow of recognition penetrates deeper into the wound of illusion.
To find oneself first in the language of the crows, early in the morning, when the great being awakens and remembers itself …

Outside the personality – this castle of stories about yourself – the circus of righteousness, you glide into the silent fields. Here you don’t have to earn anything, the silent fields are unconditional, they nourish and hold you, whether you are rich or poor, healthy or sick, loved or forgotten …

 

HOME IS WHERE THE HEART IS Part 5

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Das Herz liegt da wie eine Tankstelle an einem sonnigen Tag. Es gibt einen Shop, die Möglichkeit zu tanken und der einfachste aller Rhythmen schlägt seinen Takt in die weite Landschaft, badamm, badamm …

Solange wir uns in der Trance der Gedanken und Geschichten über uns selbst befinden, sind wir wie Geister, die zwar auf dem wirklichen Grund des Seins tanzen und doch in Konzepten gefangen sind …

Im Herz zu sein, bedeutet ganz bei sich zu sein, im Seinsgrund zu landen, an der Wurzel des ich zu wachen, direkt zu empfinden und zu handeln ohne Vorstellungen oder mentale Anordnungen. Als würde die Puppe nicht mehr gespielt, sondern selbst lebendig sein. Der Geistertanz schwindet, das Gesicht verändert sich und man begegnet sich, erkennt sich wieder …

The heart lies there like a gas station on a sunny day. There is a shop, the possibility to refuel and the easiest of all rhythms drums its beat into the wide landscape, badamm, badamm …

As long as we are in a trance of thoughts and stories about ourselves, we are like ghosts dancing on the real ground of being and yet trapped in concepts …

To be in the heart means to be completely with oneself, to land in the ground of being, to wake up at the root of the I, to feel and act directly without ideas or mental orders. It is as if the puppet is no longer played, but is itself alive. The ghost dance disappears, the face changes and one meets and recognizes oneself again …

 

HOME I WHERE THE HEART IS Part 4

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Im Herz zu sein ist ein revolutionärer Akt. Wenn sich die Gesellschaft dem Leistungs, – Sicherheits- und Nutzdenken unterwirft und somit eine funktionierende doch leblose Welt kreiert, ist es nicht Luxus, sondern Notwendigkeit, dieser innigen Revolution zu folgen …

Dein aufrichtiges Hiersein ist die Eintrittskarte, dein Mögen öffnet es und deine Absichtslosigkeit lässt dich im Herzen verweilen. Gleichzeitig wechseln die Welten: Was uns umgibt, ist nicht mehr bloß das gewohnte Nichts – bestehend aus Begriffen und Namen – das man nicht mehr wirklich spürt …

Jedes noch so kleine Ereignis wird so nah wie ein Lebewesen, dessen Atem du spürst. Man versteht wieder die Sprache der Dinge. Die Stimmen deiner Vorfahren spielen im Wind, im Baum und im Schrei des Bussards. Alles was jemals war und sein wird ist eingebettet und durchdrungen in der Mystik des Seins. Es ist unmöglich, eine Welt schlecht zu behandeln, die du von Herzen her siehst …

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To be in the heart is a revolutionary act. When society submits to the effort, security and profit thinking and thus creates a functioning yet lifeless world, it is not luxury but necessity to follow this intimate revolution …

Your sincere being here is the ticket, your liking opens it and your lack of intention lets you linger in the heart. At the same time the worlds change: What surrounds us is no longer just the usual nothingness – consisting of terms and names – which one no longer really feel …

Every event, however small, becomes as close as a living being whose breath you feel. You understand the language of things again. The voices of your ancestors play in the wind, in the tree and in the cry of the buzzard. Everything that ever was and ever will be is embedded and permeated in the mysticism of being. It’s impossible to mistreat a world you see from your heart …

WENDY’S WINDOW

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In der Bilderserie ‚Wendy’s Window‘ geht es um die Ankunft Peter Pans, die Verlockungen des Abenteuers, wenn er an deinem Fenster landet. Das Drängen der Existenz lässt sich nicht länger ruhig stellen, es möchte sich selbst erleben, sich das Gesicht bemalen und den Schritt wagen, den man noch nicht vorhersehen kann …

Die wirklichen Abenteuer starten, wenn sich das Ich, die eigene Persönlichkeit, dem Leben – seinem Ursprung und Gastgeber – zuwendet. Leben liebt es, an der Hand genommen zu werden. „Zeig mir dein Leben“, sagt es zum Ich – neugierig wie ein Kind – „zeig mir dein Sehen, dein Schlafen, deine Dunkelheit und dein Licht“ …

Wenn sich das Ich dem Leben ergibt, verschmelzen die beiden, werden eins: Hier geht es nicht mehr um das bloße Überleben des Ich, sondern um das übermütige Eintauchen in das Abenteuer der Existenz …

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The series of paintings ‚Wendy’s Window‘ is about the arrival of Peter Pan, the lure of adventure when he lands at your window. The urge of existence can no longer be silenced, it wants to experience itself, to paint its face and take the step that you cannot yet foresee …

The real adventures start when the I, the own personality, turns towards life – its origin and host. Life loves to be taken by the hand. „Show me your life“, it says to the I – curious like a child – „show me your seeing, your sleeping, your darkness and your light“ …

When the I surrenders to life, the two merge, become one and the adventure begins: Here it is no longer a matter of the mere survival of the ego, but of the exuberant immersion in the adventure…

THE PAINTING EXPERIENCE

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So erstaunlich es klingt, malen hat etwas damit zu tun, wirklich zu sein. Aus der Vorstellung heraus pinselt man wie blind an dem Bild herum, ist meist nicht zufrieden, weil es nicht mit der Realität des Seins verbunden ist …

Wen man viele Jahre damit zugebracht hat, malen zu lernen, dann kann man daraus schöpfen, die Vorstellung durch Können zu meistern. Das hat etwas gewisses Befriedigendes und wird auch vom breiten Publikum geschätzt …

Das Erfüllende passiert jedoch erst, wenn man aus der Vorstellung heraus in das Sein kommt. Man ist einfach ganz anwesend in dem machtvollen Abenteuer, den Moment zu gestalten. Sich selbst mit dem Pinsel die Dunkelheit zu zeigen und das Licht, die Farben und Formen. Hier gibt es keine Begrenzung nur vollkommenes Erleben …

As amazing as it sounds, painting has something to do with being real. From the imagination, one paints at the image like blindly, usually not satisfied, because it is not connected with the reality of being …

If you have spent many years learning to paint, then you can create from this to master the imagination through skill. There is something satisfying about this and it is also appreciated by the general public …

The fulfilling, however, only happens when one comes out of the imagination into being. One is simply completely present in the powerful adventure of creating the moment. To show yourself with the brush the darkness and the light, the colors and forms. There is no limit here, only perfect experience …

IT IS OK

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Irrtümlicherweise denkt man, persönliches wachsen, reifen und entwickeln würde sich gut anfühlen müssen. Man nimmt unbewusst an, dass etwas nicht stimmt bei Gefühlen, die man nicht mag. Doch Evolution passiert immer durch Herausforderung, Temperatur oder Druck …

Es ist also OK, wenn du solange an den Wänden des Zweifels kratzt, bis du eintrittst in das Lebewesen.
Es ist OK, wenn diese ungeheure Uhr dich durch die Mangel dreht, bis sie anhält und die Stille wie ein zeitloser Acker bereitliegt …

Und es ist OK, wenn das, was ist, so ist, wie es ist. Es ist komplett, egal ob es leer ist, oder voll, schlecht oder gut, beliebt oder unbeliebt.
Es ist OK, wenn dein Atem über dein Herz rollt ohne Grund und ohne Ziel, wie der Wind, der die Vögel und die Blätter treibt …

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People mistakenly think that personal growth, maturation and development should feel good. You unconsciously assume that something is wrong with feelings you don’t like. But evolution always happens through challenge, temperature or pressure…

So it’s OK if you keep scratching the walls of doubt until you enter the living being.
It’s OK if that this monstrous clock turns you through the wringer until it stops and silence reclines willing like a timeless field…

And it’s OK if what is is what it is. It is complete, whether it is empty or full, bad or good, popular or unpopular.
It’s OK if your breath rolls over your heart without reason and without purpose, like the wind that drives the birds and the leaves…