Stilles Feuer / Silent fire

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Fotos: Renée Kellner

Draußen leuchtet der Schnee in der Nacht. Drinnen wirft ein

Eingeborener alles, was er hat, in das stille Feuer. Die weißen Kolonialisten haben den Spirit aus der Welt vertrieben, sogar aus so manchen Indigenen. Das weite Land wurde mit Dingen verstellt …

Der Eingeborene lauft durch die Gassen des Egos und sucht nach Sinn, bleibt aber nur an Ablenkungen kleben. Das Wollen vertreibt allerorts das Haben …

Einzig in den Momenten des stillen, offenen Feuers werden die Gespenster der Vergangenheit erlöst. Und jedes Mal flieht ein Ding aus dem weiten Land und Spirit strömt – immer gern bereit – wie Wasser in die Vertiefung …

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Outside, the snow shines in the night. Inside, a native throws everything he has into the silent fire. The white colonialists have driven the spirit out of the world, even from some indigenous people. The vast land was obscured with things …

The native runs through the alleys of the ego and seeks meaning, but only sticks to distractions. Wanting everywhere drives away having …

Only in the moments of silent, open fire are the ghosts of the past redeemed. And every time a thing flees from the vast land Spirit flows – always willingly – like water into the depression …

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Sanfte Riesen / Gentle Giants

 

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Fotos: Renée Kellner

Von Indien kommend fällt es besonders auf: der Februar in Wien ist bezaubernd, so eine stille Welt! Die Vögel wagen grad mal einen winzigen Piep hinein in diese enorme Ruhe. Die nackten Zweige weisen bewegungslos in einen steifen Himmel, alles ist so tief in sich eingebettet …

Der Ausdruck der Menschen ist zwar eher verdrießlich, aber das kommt wohl daher, dass wir zu viel Zeit in unserer psychologischen Persönlichkeit verbringen, da wird das so klein, komprimiert, dicht, problematisch und manchmal richtig fies. Das Ego will zwar gerne wachsen, wichtig sein, größer und bedeutender als die Anderen sein, aber das geht sich nicht aus, denn eigentlich sind wir alle groß, ich meine WIRKLICH riesig, wir wandern mit dem Kopf zwischen den Sternen …

Sobald wir in unsere eigentliche Größe kommen, wird das gleich luftiger, spielerischer. Entgegen aller Behauptungen sind Riesen durchaus sanft, freundlich und humorvoll, sie essen gern, lieben sich gern, was auch immer Riesen tun, egal wie profan und unbedeutend es ist, sie tun es gerne. Sie machen es nicht aus praktischer Notwendigkeit, oder damit es dann eben erledigt ist, sie genießen es, egal ob sie sich den umfangreichen Hintern abwischen oder von ihren großräumigen Autos das Eis abkratzen, ob sie sich gemütlich in ihre riesigen Sesseln zurücklehnen, oder versuchen mit dem Kopf an den Sternen zu streifen, sie MÖGEN es so richtig …

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Coming from India, it is particularly noticeable that February in Vienna is enchanting, such a quiet world! The birds dare to take only a tiny beep into this enormous silence. The bare branches point motionless into a stiff sky, everything is so deeply embedded in itself …

The expression of people is rather annoyed, but that is probably because we spend too much time in our psychological personality, then everything gets so small, compressed, dense, problematic and sometimes really nasty. The ego wants to grow, to be important, to be bigger and more important than the others, but that does not work, because we are all really tall, I mean REALLY huge, we are wandering with our heads between the stars …

As soon as we get into our actual size, everything will be more airy, playfully. Contrary to all assertions, giants are gentle, kind and humorous, they like to eat well, to make love, whatever giants do, no matter how profane and insignificant it is, they LIKE to do it. They do not do it out of practical necessity, or just to get it done, they enjoy it, whether they wipe their bulky bottoms or scrape off the ice from their spacious cars, whether they sit back in their huge armchairs, or try to streak their head at the stars, they really LIKE it …

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Liebende / Lovers

 

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Wenn die individuelle Persönlichkeit ein tiefes Ja hin zum Universum verspürt, heißt das nicht unbedingt gleich, dass dieses Ja erwidert wird. Manchmal braucht es schon ein bisschen werben. Es hilft, wenn die Person entschlossen, offen und bereit ist, doch selbst dann bleibt der/die Geliebte oftmals stumm …

Die Stille wird groß und rein, wie nur was und du weißt, du kannst hier nichts erzwingen, nichts manipulieren, der/die Geliebte ist absolut frei. Du gibst alles, was du bist, hast nur mehr einen Wunsch, stehst am Rande deines Abgrunds …

Es hilft, wenn du deine ganze Aufmerksamkeit richtest, so freundlich wie möglich. Wenn du bereit bist, für immer vor der Tür zu stehen mit Blumen in der Hand, merkst du irgendwann, ihr seid schon längst im selben Raum, wart niemals getrennt, ihr seid schon längst intim. Du wanderst schon ewig im Hochzeitsgewand mit deinem Ja auf den Lippen …

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If the individual personality feels a deep yes towards the universe, it does not necessarily mean that this yes is reciprocated. Sometimes it takes a bit of wooing. It helps if the person is determined, open and avaliable, but even then the beloved often remains silent …

The silence becomes huge and pure, you can not force or manipulate anything here, the beloved is absolutely free. You give everything you are, you just have but one desire, standing on the edge of your abyss …

It helps if you direct your whole attention, as friendly as possible. When you’re ready to stand in front of her door forever with flowers in your hand, you’ll eventually realize you are already in the same room together, never been separated, you’re already intimate. You’ve been walking since the beginning of time in your wedding robe with a yes on your lips …

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Ramana im Februar in Wien / Streams of being

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Das bloße Sein wird immer manifester, seine Strömungen lebendiger, sein Zauber berührender. Gleichzeitig verliert das scheinbar solide Leben als Person an Wichtigkeit …

Als psychologisch konditionierte Persönlichkeit in unserer Gesellschaft ist man an das Tun, an das Funktionieren geknechtet, unser Selbstwert definiert sich darüber, so wie unser scheinbares Glück. Die Sehnsucht ist in die Ferne gerichtet, irgendwo weit entfernt, gibt es wohl einen Ort von Wahrheit, wo wir uns verbunden fühlen und wo wirkliche Freude existiert.
So haben wir uns eingerichtet und bemerken zunehmend dringender, dass die Glücksmomente, die wir in dieser Art Leben erfahren, einfach nicht wirklich dauerhaft erfüllend sind …

Dabei sind wir die ganze Zeit vom Sein getragen, werden so subtil davon genährt, dass wir sein tiefes Walten übersehen. Obwohl das Sein nur in flüchtigen Momenten zwischen den soliden Blöcken unserer Welt aufzutauchen scheint, wohnt doch in ihm alles Wesentliche, alles, wonach wir uns sehnen in Fülle. Mitsamt der Einladung es nicht nur zu besuchen, nicht nur Gast sein zu dürfen, sondern dauerhaft darin zu wohnen, das Sein zu sein …

Die Türen des Seins sind immer offen, wir wenden uns nur immer Dingen zu, die scheinbar wichtiger, dringender unsere Aufmerksamkeit einfordern. Das machen wir so lange, bis etwas in uns einfach wirklich genug davon hat, bis das Leid davon so offensichtlich wird, das alle Ablenkungen es nicht mehr überdecken können …

Das ist der Moment, in dem wir reif sind, in das Sein zu fallen und zu bemerken, dass seine sanften Strömungen uns auffangen. Dass es wirklicher ist, als alles, was wir bisher gekannt haben, dass es nichts will, aber alles hat. Geben wir ihm die Aufmerksamkeit, dann wird DAS wirklicher, so manifest, wie eine goldene Statue die bestehen bleibt, auch wenn alle Zungen der Angst an ihr lecken. Das stille Gewebe in dir, das, woraus du gemacht bist, wird lebendig und entfaltet seine Natur. Der Schmetterling entschlüpft dem Menschenmaterial …

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The mere being becomes more and more manifest, his streams more lively, his magic more touching. At the same time, the seemingly dense life as a person loses importance …

As a psychologically conditioned personality in our society, one is enslaved to doing, functioning, self-esteem is defined by it, as well as our apparent happiness. And there is longing to a distant space somewhere, where there is truth, where we feel connected and where there is real joy.
So we have settled in and are increasingly realizing that the moments of happiness we experience in this kind of life are simply not really lasting …

In doing so, we are carried by being all the time, so subtly nourished by it that we overlook its profound ruling. Although being seems to emerge only at fleeting moments between the solid blocks of our world, in it lives all that is essential, everything we crave dwells in it in abundance. Along with the invitation not only to visit, not just to be a guest, but to live permanently in being, to be the being …

The doors of being are always open, but we always turn to things that seem to be more important, demanfing urgently our attention. We do that until something inside of us just gets really tired of it until the suffering of it becomes so obvious that all the distractions can not cover it anymore …

It is the moment when we are ready to fall into being and notice that its gentle currents absorb us. That it is more real than anything we have known so far, that it does not want anything, but has everything. Let’s give him the attention, then IT is becoming real, as manifest, like a golden statue that persists, even if all the tongues of fear lick at her. The silent fabric within you, that which you are made of, becomes alive and unfolds its nature. The butterfly eslips from the human material …

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Im Bann der Stille / In the spellbound of silence

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Wenn das Wälzen in persönlichen Problemen ein schlammiges Schlachtfeld kreiert hat, leuchtet Freude wie eine Morgensonne in die Szene. Dein delikates Mögen von kleinen Dingen, wie jenes, dass du überhaupt in der Lage bist, dein gespenstisches Schlachtfeld auch anders zu betrachten, oder das Wertschätzen von anderen kleinen Dingen, die dich gerade umgeben, entzündet in deinen Zellen kleine Leuchtfeuer. Dein Kummer wird von den Flammen der Bewunderung verzehrt. Aus der Asche deiner Sorgen hebt sich dein erneuertes Wesen an …

Wenn dich trübe Gedanken, verkleidet in fadenscheinig, glänzenden Kostümen, in die Kerker locken und du folgst dem allerkleinsten Keim der Freude, wie dem Glitzern im Libellenflügel und du achtest, auf welches noch so geringste Detail du deine köstlichste Aufmerksamkeit richtest, dann kommt Frieden mit langsamen, wie unter magischen Bann stehenden Bewegungen herein und verändert den Raum …

Wenn die Wolken in dir, sich zu einer ernsten, rigiden Person verdichten, vertraue auf den leisesten Ruf eines noch so entfernten Vogels, begrüße die alltäglichste Kleinigkeit, wie einen lange vermissten Freund, dann wettert das Leuchten wieder auf den magischen Feldern und es gibt nichts, das nicht davon ergriffen ist …

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When your turning over in personal concern has created a muddy battlefield, joy shines like a morning sun into the scene. Your delicate liking of little things, such as being able to look at your ghostly battlefield differently, or appreciating other little things that surround you, ignites little bonfires in your cells. Your grief is consumed by the flames of admiration. Out of the ashes of your cares, your renewed nature rises …

When murky thoughts, disguised in specious, shiny costumes, lure you into the dungeons, and you follow the very smallest germ of joy, like the sparkle in the dragonfly wing, and you pay delicious attention to the smallest detail at hand, then peace comes in with slow, magically spellbound movements and changes the whole space …

When the clouds within you, become a serious, rigid person, rely on the faintest call of a distant bird, greet the most common trifle, like a long-lost friend, then it shines again through the magic fields and there is nothing that is not affected by it …

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You rise

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Wenn du verurteilst fällst du, wenn du still bist, steigst du auf.

Wenn du zweifelst, fällst du, wenn du dich öffnest, steigst du auf.

Wenn du dir Sorgen machst, fällst du, wenn du dankst, steigst du auf.

Wenn du unbewusst bleibst, fällst du, wenn du das innere Licht anmachst, steigst du auf.

Wenn du vergleichst, fällst du, wenn du kreativ bist, steigst du auf.

Wenn du trennst, fällst du, wenn du verbindest, steigst du auf.

Wenn du etwas unbedingt willst, fällst du, wenn du hast, steigst du auf.

Wenn du in deinem Verstand bleibst, fällst du, wenn du in deinem Herzen bleibst, steigst du auf.

Parallel Landscape 3

When you judge, you fall, when you are silent, you rise.

When you want, you fall, when you have, you rise.

When you doubt, you fall, when you open, you rise.

When you worry, you fall, when you thank, you rise.

When you staying unconsciouss, you fall, when you turn on the inner light, you rise.

When you compare, you fall, when you are being creative, you rise.

When you separate, you fall, when you connect, you rise.

When you stay in your mind, you fall, when you stay in your heart, you rise.

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Die kleinsten Dinge / The littlest things

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Wenn deine Oberfläche still wird und dein Spiegel klar …

Wenn die unbewussten Länder wie Schatten herumziehen und dich ihre dunklen Schreie nicht erreichen …

Wenn du den Geruch der indischen Nacht einatmest, der durch die Rikshaw strömt …

Die eingeschlafene Pobacke, wenn dich der Bann des Berges wieder fest im Lauschen hält …

Wenn sich dein Gesicht in die spielerische Luft lehnt …

Wenn du zum tausendsten Mal ausziehst wie Hans im Glück …

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Dieser kaum wahrnehmbare, ganz besondere Duft von einem entfernten Feuer …

Dein öffnen in der Nacht …

Das ziehen in der Brust, wenn du ganz hier bist …

Wenn du daliegst wie ein offenes Buch und der Wind durch deine Seiten blättert …

Das plötzliche plärren der indischen Popmusik, die Geräusche der Tiere und das Hupen in der Nacht, wie Signale, wie Leuchten im dunklen, magischen Meer …

Der patzende Kugelschreiber, der sich allzu üppig in die Wörter und Zeichnungen verströmt. Ehe man sich versieht, hat sich schon wieder ein höchst delikates Tröpfchen Tinte gebildet, das sich wunderbar verschmieren lässt …

Der Moment wo du mit deinem(r) wunderbaren PartnerIn wieder klarkommst, nachdem es grad gar nicht so fein war und etwas jetzt magischer ist, als es vorher war …

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When your surface becomes silent and your mirror clear …

When the unconscious countries wander around like shadows and their dark cries does not reach you …

If you inhale the smell of Indian night flowing through the Rikshaw …
                
The numb bottom, when the spell of the mountain keeps you listening again …

When your face leans into the playful air …

When you move out for the thousandth time like Hans in Luck …

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This barely perceptible, very special scent of a distant fire …

Your opening at night …

Your dragging in the chest when you are completely here …

When you lie down like an open book and the wind blows through your pages …

The sudden blaring of Indian pop music, the sounds of animals and the honking in the night, like signals, like shining in the dark, magical sea …

The spilting ballpoint pen that lavishly flows into words and drawings. Before you know it, a very delicate droplet of ink has formed again, which can be wonderfully smeared …

The moment where you can deal with your wonderful partner again, after it was not so fine and something is more magical now, than it was before …

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