MAGIC REVOLUTION 22

Erst durch das bewusste Da-Sein tritt man wirklich in das lebendige Wesen ein, das man ist. Vorher lebt man nur eine Vorstellung davon. Im Moment der wirklichen Anwesenheit findet die magische Revolution bereits statt, als würde ein Zündholz abgerieben, alles wird heller und echter ...

Wartesaal oder Bühne? Speisekarte lesen oder wirklich essen? Der Trick in die Lebendigkeit zu wechseln besteht darin alles zu integrieren, was gerade in der eigenen Wirklichkeit zu Gast ist. Trägt man Traurigkeit mit sich herum oder eine Wunde, dann besser wirklich, in beiden Händen wie etwas Kostbares …

Lässt man sich wirklich ein, mit dem, was ist, verlässt man den Bereich der Vorstellungen und mentalen Gespenster. Man weiß zwar nicht, wohin die Reise geht, ist jedoch verfügbar für die Ströme des Seins und das ist wohl das Schönste, das Süchtigmachende: das Leben an sich blickt aus den Augen, aus denen vorher noch die gewohnte Person sah. Worte sprechen sich selbst und die Hände wirken wie Antennen der Seele …

Only by consciously being there one really enters into the living being that one is. Before that, one lives only an idea of it. At the moment of real presence, the magical revolution already takes place, as if a match were rubbed off, everything becomes brighter and more real …

Waiting room or stage? Reading the menu or really eating? The trick to shift into aliveness is to integrate everything that is currently a guest in one’s reality. If one carries around sadness or a wound, then better really, in both hands like something precious …

If you really get involved with what is, you leave the realm of imaginations and mental ghosts. You don’t know where the journey is going, but you are available for the currents of being and that is probably the most beautiful, the most addictive: life itself looks out of the eyes, from which before still the usual person saw. Words speak themselves and the hands act like antennas of the soul …

MAGIC REVOLUTION 21

Richtet man die Achtsamkeit auf die mentalen Blöcke mit ihren diversen – meist problematischen – Inhalten, wird das gesamte System dichter und zusammengezogener …

Richtet man sie hingegen auf das muntere Geschehen zwischen den Blöcken, ist es, als würde man sich ein zu enges Hemd aufknöpfen, es entsteht Raum und das System entspannt sich …

Man kann das Kind sein, das in den Druckkochtopf des Schulhofes geraten ist, oder das Licht, das sich zwischen diesen Personen und Objekten ausbreitet. Man weiß vielleicht nicht, wie das geht, aber etwas in einem weiß es ganz genau …

Im achtsamen Lauschen werden die versorgenden und Orientierung gebenden Ströme des Seins offensichtlich, denen man sich erleichtert anvertrauen kann. Wenn dir die Stille die Hand reicht, schlag sie nicht aus. Oder wie Meister Yoda sagen würde: Raus aus dem Kopf du musst.

If you direct your attention to the mental blocks with their diverse – mostly problematic – contents, the whole system becomes denser and more contracted …

If, on the other hand, one directs it to the lively happenings between the blocks, it is like unbuttoning a shirt that is too tight, space is created and the system relaxes …

One can be the child caught in the pressure cooker of the schoolyard, or the light that spreads between those people and objects. You may not know how to do this, but something inside you knows exactly …

In mindful listening, the nurturing and orienting currents of being become apparent, to which one can entrust oneself with relief. When silence reaches out to you, don’t reject it. Or as Master Yoda would say: Get out of your head you must

MAGIC REVOLUTION 20

‚To go out of your mind at least once a day is tremendously important. By going out of your mind, you come to your senses.‘
Alan Watts

A million miles away. Im Verstand kommen wir vom hundertsten ins Tausendste, was durchaus unterhaltsam ist, aber auch zusammenhangslos, distanziert, schal und ohne wirkliche Bedeutung …

In der direkten Erfahrung hingegen bewegt man sich durch den lebendigen Traum mit der Anmut eines Eingeborenen und alles hat Bedeutung, hat Intensität und ist miteinander verbunden …

Die magische Revolution beginnt damit zu erkennen, dass die hungrigen Geister der Gedanken niemals satt werden, sooft man sie auch füttert. Und damit erste Schritte im Land der Stille zu gehen und zu bemerken, dass hier das Gras doch grüner ist …

A million miles away. In the mind we move from the hundredth to the thousandth, which is thoroughly entertaining, but also incoherent, distant, stale and without real meaning …

In direct experience, on the other hand, one moves through the living dream with the grace of a native and everything has meaning, has intensity and is interconnected …

The magical revolution begins by recognizing that the hungry ghosts of thought never get full, no matter how often you feed them. And to take the first steps in the land of silence and to notice that here the grass is indeed greener …

MAGIC REVOLUTION 19

Im Labyrinth der Gedanken ist der Fluss des Atems wie ein Geschenk. An seinen silbernen Ufern lässt es sich gut ruhen.
Der Atemraum schlägt ein neues Kapitel auf: Die umherirrenden Gedanken blicken einander verdutzt an und der Gedankenstaat weicht dem Reich des Jetzt …

Auf den Wellenbergen des Atems lässt es sich gut aushalten. Düfte öffnen ihre innersten Kammern. Dank der Landkarte der absichtslosen Wege reist man mit leichtem Gepäck, dringt durch den Nebel der Zeit. Den Atem reitend wie auf einem Windpferd, voll alter Geheimnisse, nirgendwohin, nur ganz her …

Der Arm wird vielleicht schon etwas holzig vom Alter, doch der Saft ist reif wie nie. Das Ich wurzelt im Atem. Es ist ihm näher wie dem Körper. Als Kind war es ganz nah, entzog sich jedoch bald dem harten Schattenboxen der Erwachsenen, gesellt sich nun aber wieder sanft dazu. Es ist kein Leben ohne dich, sagen wir …

In the labyrinth of thoughts, the flow of breath is like a gift. On its silver banks it is good to rest.
The space of breath opens a new chapter: The wandering thoughts look at each other in bewilderment and the mind government gives way to the realm of the now …

It is good to rest on the crests of the breath. Scents open their innermost chambers. Thanks to the map of unintentional paths, one travels light, penetrating through the fog of time. Riding the breath like on a wind horse, full of ancient mysteries, nowhere, just all the way here …

The arm may already be a bit woody from age, but the sap is riper than ever. The I is rooted in the breath. It is closer to it than to the body. As a child it was very close, but soon withdrew from the hard shadow boxing of the adults, but now gently joins them again. There is no life without you, we say

MAGIC REVOLUTION 18

Kunst ist die Fähigkeit, neue Wege zu beschreiten. Bleibt man auf den vorgezeichneten, automatischen Wegen, scheint das zwar sicherer zu sein, aber auch zunehmend lebloser. Die Sehnsucht treibt einem dazu, in den hellen Wald zu rufen …

Die Kunst, die geheime eigene Sprache, das Verstehen eilt einem voraus und man lebt dann da rein oder noch besser: Aus dem hellen Wald sagt etwas ja zu allem, was man ist oder tut und zieht einem so weiter an. Als würde der Körper von innen her an der Hand genommen. Just the way you are …

Wir wissen nicht, woher unser Atem kommt und wohin er geht. Oder noch besser: der Atem führt uns raus aus den Zwängen, zuerst mal in einem Ort aus Körper, Licht, Schatten  und Sein. Ihm zu folgen ist leicht, wir wissen, wie das geht, wir sind ja schließlich nicht zum ersten Mal hier. Die magische Revolution ist Begegnung mit sich selbst …

Art is the ability to break new ground. If one stays on the pre-drawn, automatic paths, it seems safer, but also increasingly lifeless. The longing drives one to call into the bright forest …

The art, the secret own language rushes ahead of you and you then live into it or even better: out of the bright forest something says yes to everything you are or do and so attracts you further. As if the body is taken by the hand from the inside. Just the way you are …

We do not know where our breath comes from and where it goes. Or even better: the breath leads us out of the constraints, first in a place of body, light, shadow and being. Following it is easy, we know how to do it, after all we are not here for the first time. The magical revolution is encounter with oneself …

MAGIC REVOLUTION 17

Das zeitlose, ursprüngliche Sein mit all seinen Goodies und Schätzen ist verdeckt von Schleiern aus Ignoranz, die sich wie dichte Wolkendecken vor den Glanz der Sonne schieben. Die Schleier haben unbewusste Inhalt wie ‚es hat doch alles keinen Sinn‘, ‚Ich bin es nicht wert‘, ‚es ändert sich doch nie etwas‘ etc.

Aus dem Unbewussten steigen wie von selbst gewisse Annahmen auf, welche die Persönlichkeit automatisch übernimmt. Sie bleiben hartnäckig und hüllen das Individuum unbarmherzig ein, welches ihren unbewussten Einflüsterungen glaubt und sich damit identifiziert …

Die Wolken lüften sich erst, wenn man sie infrage stellt und die Sonne der Achtsamkeit durchzuscheinen beginnt. Dann erst zeigt das Theater der Wolken sein eigentliches Gesicht: Ein großartiges Spiel von Gebundenheit, Transzendenz und Freiheit …

Diese Annahmen infrage zu stellen und nachzuschauen, was denn wirklich wahr ist, ist Transformation, ist magische Revolution, ist schlicht Evolution, welche die Sonne hinter den wolkigen Teilen der Persönlichkeit hervorbringt …

The timeless, original being with all its goodies and treasures is covered by veils of ignorance, which push themselves like thick clouds before the sun. The veils have unconscious contents like ‚there is no sense in it all‘, ‚I am not worth it‘, ’nothing ever changes‘, etc.

From the unconscious, certain assumptions rise as if by themselves, which the personality automatically adopts. They relentlessly envelop the individual who believes their unconscious whispers and identifies with them …

The clouds lift only when they are questioned and the sun of mindfulness begins to shine through. Only then does the theater of clouds show its true face: a magnificent play of boundedness, transcendence and freedom …

To question these assumptions and to look at what is really true is transformation, is magical revolution, is simply evolution, which brings forth the sun behind the cloudy parts of the personality …

MAGIC REVOLUTION 16

Am Ende des Tages geht es doch um Mut.
Sicherheitsdenken hat sich wie eine unsichtbare Glocke um die menschliche Existenz gelegt. Sie schlägt Alarm, sobald man sich zu weit weg von einer gewissen  Normalität bewegt …

Freiheit hat darin keinen Platz. Sie fällt unter die Rubrik: zu gefährlich!
Liebe hat darin auch keinen Platz. Sie ist zu unberechenbar.
Seele geht auch nicht zu strahlend, zu leuchtend …
Wirkliche Intimität muss unter Verschluss gehalten werden: Sie macht zu ausgeliefert, zu verletztbar …

Die Normalität wähnt sich inmitten der Unkontrollierbarkeit des Lebens scheinbar sicher und erlaubt bloß heimliche Sehnsüchte, die nie wirklich werden dürfen.
Die magische Revolution wagt sich ans Licht, geht in Bereiche, welche die Normalität warnend als Ketzerei bezeichnet und das verlangt Mut …

At the end of the day, it’s all about courage.
Safety thinking has settled around human existence like an invisible bell. It sounds the alarm as soon as you move too far away from a certain normality …

Freedom has no place in it. It falls under the heading: too dangerous!
Love has no place in it either. It is too unpredictable.
Soul also does not work its too radiant, too luminous …
Real intimacy must be kept under lock and key: It makes one too exposed, too vulnerable …

The normality imagines itself apparently safe in the midst of the uncontrollability of life and allows only secret longings, which must never become real.
The magical revolution ventures into the light, goes into areas that normality warns as heresy and that requires courage …

MAGIC REVOLUTION 15

Kunst hat so viel mit Präsenz zu tun. Es geht nicht um richtig oder falsch, um originell oder talentiert. Es braucht den Mut, ganz da zu sein mit dem, was man ist, mit jedem Detail davon, ohne Wenn und Aber. Das pure So-Sein, ungefiltert und nicht verschleiert, darf wütend sein, darf traurig sein, darf lachen und weinen, darf den Kunstraum rocken …

So ist es doch nicht nur in der Kunst. Wenn diese feine echte Anwesenheit – wie die eines inneren Kindes – aus irgendeinem Grund nicht gelebt werden kann, überdeckt man das alles mit Leistung und Funktion oder der Erschöpfung davon und bleibt dadurch getrieben …

Wobei ja auch gar nichts einzuwenden ist gegen Leistung und Funktion. Was allerdings gar nicht geht, ist das Vernachlässigen des Wesentlichen, des Wunders des Seins, welches innig mit dem eigenen authentischen Wesen verbunden ist. Die magische Revolution beginnt im Inneren …

Art has so much to do with presence. It’s not about right or wrong, original or talented. It takes the courage to be completely here with what you are, with every detail of it, without ifs and buts. The pure being-ness, unfiltered and not veiled, may be angry, may be sad, may laugh and cry, may rock the art space …

It’s not only like that in art. If this fine real presence – like that of an inner child – cannot be lived for some reason, one covers it all up with effort and function or the exhaustion of it and thus remains driven …

Whereby there is nothing wrong with effort and function. But what doesn’t work at all is the neglect of the essential, the miracle of being, which is intimately connected with one’s own authentic being. The magic revolution begins inside …

MAGIC REVOLUTION 14

Das menschliche System fühlt sich manchmal inspiriert und leicht an und manchmal schmerzlich und dicht. Mensch zu sein, bedeutet, durch Höhen und Tiefen zu wandern. Daran ist nichts verkehrt, das Leben will sich in allem erfahren …

Nimmt man es persönlich, beginnt ein eigenes Drama: Wenn etwas schlecht läuft, meint man, daran schuld zu sein, als wäre etwas nicht ok mit einem selbst. Der Spielplatz für Süchte und lang eingeübte destruktive Verhaltensmuster ist eröffnet. Die Trennung von einem Selbst und der Welt wird tiefer …

Man sucht (Sucht) den Weg aus dieser Abwärtsspirale. Disziplin wäre eine Variante, damit umzugehen. Sie hat nur oftmals diese selbstbestrafende Tendenz und ist nicht so besonders gut darin, einem wieder zu verbinden. Eine etwas elegantere Variante wäre Achtsamkeit …

Es braucht Heilung von den alten Mustern in sämtlichen Lebensbereichen, in Beziehungen, im Miteinander, im Beruf, in der Sexualität, Bildung, Umgang mit Heranwachsenden etc. Achtsamkeit ist der Beginn. Zu sehen, was läuft …

Es geht allerdings nicht nur darum, etwas nicht mehr Funktionierendes zu reparieren. Die gute Nachricht ist, dass wir die Chance haben, wieder verbunden zu sein mit dem was wir wirklich sind. Die magische Revolution hält den Raum für das Individuum – und somit auch für das Kollektive – authentisch bei sich zu sein und dem Eigentlichen zu folgen …

The human system sometimes feels inspired and lighthearted and sometimes painful and dense. Being human means wandering through ups and downs. There is nothing wrong with that, life wants to experience itself in everything …

If you take it personally, a drama of its own begins: if something goes badly, you think you’re to blame, as if there’s something wrong with you. The playground for addictions and long practiced destructive behavior patterns is opened. The separation from oneself and the world becomes deeper …

One seeks the way out of this downward spiral. Discipline would be a variant to deal with it. It just often has this self-punishing tendency and is not so great at reconnecting you. A slightly more elegant variant would be awareness …

It takes healing from the old patterns in all areas of life, relationships, togetherness, career, sexuality, education, dealing with adolescents, etc. Awareness is the beginning. To see what is going on …

However, it’s not just about fixing something that no longer works. The good news is that we have a chance to be reconnected to who we really are. The magical revolution holds the space for the individual – and therefore also for the collective – to be authentically with themselves and to follow the actual …

ATMEN / BREATHING

Atmen wie ein Käfer unter dem Laub.
Atmen wie in Smaug’s Höhle.
Atmen wie das eigene, unbelastete Wesen.
Seinem eigenen Wesen durch den Verstand nahe⁷kommen zu wollen, ist wie wenn der Wind sich selber fangen will. Will man sich wirklich selbst begegnen, muss man der Wind sein …

Das ist das grundsätzliche Missverständnis:
Sein hat kein Gewicht, keine Abmessungen, keine Zeit, es ist vom Verstand nicht aufspürbar, auch wenn man es in alle Ewigkeit versucht.
Präsenz allerdings und lauschen hilft. Das Wollen und das Tun verlieren in den Atemzügen und ganz da sein

Zuerst fängt es ganz harmlos an mit Achtsamkeit, Atemübungen, bewusster leben und dann schnalzt das um ins Mystische:
Das, was man wirklich ist, wartet schon auf einem, freut sich voll und bedankt sich überschwänglich, wenn es gesucht und gefunden wird. Das, was man wirklich ist, ist unbeschreiblich. Um es einmal zu erleben, würde man ein Leben lang in der Schlange stehen …

Breathe like a beetle under the leaves.
Breathing like in Smaug’s cave.
Breathing like one’s own unencumbered being.
Wanting to come close to one’s own being through the mind is like the wind wanting to catch itself. If you really want to meet yourself, you have to be the wind …

This is the fundamental misunderstanding:
Being has no weight, no dimensions, no time, it is not traceable by the mind, even if one tries for all eternity.
Presence, however, and listening helps. To lose the wanting and the doing in the breaths and to be completely here …

At first it starts harmlessly with mindfulness, breathing exercises, living more consciously and then it turns into the mystical:
That which you really are is already waiting for you, is fully happy and thanks you effusively when it is sought and found. That which one really is is indescribable. To experience it once, one would stand in line for a lifetime …