LICHTUNG / CLEARING

Wenn Menschsein sich schwer anfühlt und ohne Hoffnung, neigen wir dazu, uns selbst zu verlassen. Wir durchforsten die Gedankenwälder nach Lichtungen, werden hier jedoch höchstens kurz erleichtert, weil da ja auch kein wirkliches Leben stattfindet …

Verlassen wir uns jedoch nicht, sondern beiben wie ein*e gute*r Freund*in sogar in der Schattenwelt, fließt sofort neue Kraft und echte Zuversicht ins Geschehen …

Die guten Geister warten förmlich auf den Moment, in dem ein Mensch beschließt, bei sich zu stehen, gerade wenn er*sie unfähig ist und nicht mehr weiß, wie er*sie mit den eigenen Möglichkeiten weitergehen soll …

When being human feels heavy and without hope, we tend to abandon ourselves. We search the thought forests for clearings, but are at most briefly relieved here, because there is no real life there anyway …

However, if we do not leave ourselves, but remain like a good friend even in the shadow world, new strength and real confidence immediately flows into the events …

The good spirits are literally waiting for the moment when a person decides to stand by oneself, just when one is incapable and no longer knows how to continue with ones own possibilities …

STANDartS 2

Es gibt mehr als eine Art sein*ihr Leben zu leben.

Vorwiegend in der westlichen Welt haben sich Standards entwickelt, die einem, wenn man als Begünstigte*r darin lebt, kaum auffallen. Sie beschreiben die Normalität, die man sich von einem*r ordentlichen Bürger*in wünscht. Wie fleißig ein Individuum sein sollte, welche Voraussetzungen er*sie haben sollte, um von Gesundheitswesen und sozialen Errungenschaften zu profitieren, bis hin zu angepassten Geschlechterrollenverhalten und alles dazwischen …

Die Standards bieten gewisse Sicherheiten und Vergünstigungen für diejenigen, die ihr entsprechen. Doch die Normalität ist zu eng und ausschließlich geworden. Man bekommt das zu spüren, wenn die eigene Natur anders tickt, wenn man das eigene Leben anders leben möchte, wenn man ein*e Eingeborene*r ist, dem fahrenden Volk oder einer anderen Minderheit zugehörig ist …

Man passt sich an oder fällt sehr schnell aus der Normalität und wird nicht mehr unterstützt, sondern angefeindet. Einfach, weil die Hautfarbe, der gesellschaftliche Status oder sonst irgendetwas anders ist. Die Standards fallen erst auf, wenn man nicht oder nicht mehr dazugehört. Für manche Menschen ist es klar, dass  der Preis dafür zu hoch ist, um die eigene Natur und Lebensweise zu opfern …

Die Entwicklung der Menschlichkeit gebietet es, in Betracht zu ziehen, dass Individuen das Recht haben, ihr Leben nach ihrer eigenen Natur zu leben. Es gibt mehr als nur eine ‚richtige‘ Art sein*ihr Leben zu leben. Wenn wir aus den Herausforderungen wie Covid, Klimawandel etc. lernen wollen, brauchen wir die Randgruppen. Die neue Welt integriert an den Rand gedrängte Kulturen, denn sie hüten die Schätze, die wir vermissen …

There is more than one way to live your life.

Mainly in the Western world, standards have developed that are hardly noticeable when you live in them as a beneficiary. They describe the normality that one wants from a proper citizen. How industrious an individual should be, what conditions he*she should have to benefit from health care and social achievements, to adjusted gender role behavior and everything in between …

The standards provide certain securities and benefits for those who conform to it. But normalcy has become too narrow and exclusive. You feel this when your nature is different, when you want to live your life differently, when you are a native, a travelling people or a minority …

One adapts or falls very quickly out of normality and is no longer supported, but is opposed. Simply because the skin color, social status or anything else is different. The standards are only noticed when one does not belong or no longer belongs. For some people it is clear that the price is too high to sacrifice their own nature and way of life …

The development of humanity demands to consider that individuals have the right to live their lives according to their own nature. There is more than one ‚right‘ way to live his*her life. If we are to learn from challenges such as covid, climate change, etc., we need the marginalized. The new world integrates marginalized cultures, because they guard the treasures we miss …

TRAUMA UND DAS ERBLÜHEN DER STILLE / TRAUMA AND THE FLOWERING OF SILENCE

‚Es gibt kein Erwachen ohne Schmerz.‘
C.G. Jung

Die Wunde treibt uns aus der Form in das Formlose. Ihr heftiger Ruf erinnert daran, unsere wirkliche Heimat zu finden. Erlauben wir die Wunde, streifen die Gewänder und Schutzpanzer der Welt ab, betreten wir den Raum der Stille …

Doch verwechseln wir die Abwesenheit der Welt und unserer persönlichen Anliegen nicht mit nichts, denn die Stille ist bei genauerer Betrachtung voll Leben. Erst wenn die Knospe sich öffnet, verströmt der Duft …

Die Stille ist nicht nichts, sie ist dein Herz, dein Innerstes, das, was du wirklich bist. Um den Raum der Stille – deinen Raum – zu betreten, braucht es keine Voraussetzungen, es muss nichts anders sein, du kannst jederzeit hinein, wo und wie auch immer du gerade bist …

‚There is no coming to consciousness without pain.‘
C.G. Jung

The wound drives us out of form into the formless. Its fierce call reminds us to find our real home. If we allow the wound, strip off the robes and protective armor of the world, we enter the space of silence …

But let us not confuse the absence of the world and our personal concerns with nothing, for silence, on closer inspection, is full of life. It is only when the bud opens that the fragrance emanates …

Silence is not nothing, it is your heart, your innermost being, what you really are. To enter the space of silence – your space – you don’t need any preconditions, nothing needs to be different, you can enter at any time, wherever and however you are …

DIE REISEN DER SEELE UND DIE REISEN DES MENSCHEN / THE JOURNEYS OF THE SOUL AND THE JOURNEYS OF MAN

Es sieht so aus, als würde in einem Körper zwei Reisen stattfinden, die der Seele und die des Menschen. Und es sieht auch so aus, als würden sich die beiden Lebensreisen gar nicht mal so oft begegnen, sondern unterschiedliche Wege gehen …

Die Wege des Menschen sind offensichtlich, es geht um Überleben für sich und den Clan und etwas zu erreichen oder etwas zu verteidigen. Um die Wege der Seele zu erkennen, braucht es sanfte Augen, damit man ihre lodernden Spuren im eigenen Inneren erkennt …

Wenn etwas sich so absolut richtig anfühlt, ohne dass man sich erklären kann oder man ohne ersichtlichen Grund zu leiden beginnt, dann kreuzen sich die Wege des Menschen und die der Seele …

Mit sanften Augen betrachtet ist alles, was geschieht ein perfektes Set-up für die Begegnung der beiden. In dieser Begegnung findet Ankommen statt und Heilung …

It looks as if in one body two journeys take place, that of the soul and that of the human being. And it also looks as if the two journeys of life do not even meet that often, but go different ways …

The ways of the human are obvious, it is about survival for oneself and the clan and to achieve something or defend something. To discern the ways of the soul, it takes gentle eyes to recognize its blazing traces within oneself …

When something feels so absolutely right, without being able to explain it, or one begins to suffer for no apparent reason, then the paths of man and those of the soul cross …

Seen with gentle eyes, everything that happens is a perfect set-up for the meeting of the two. In this encounter, arrival takes place and healing …

TRAUMA AND THE DANCE

Es gibt Aspekte von einem selbst, die man nicht mag. Kaum jemand möchte weinerlich rumheulen wie ein trotziges Kleinkind oder voll Neid und Eifersucht sein. Und niemand möchte zutiefst verletzt sein, dennoch ist all das Teil des Tanzes …

Schiebt man das Herbe des Lebens weg, verhärtet man sich, die inneren Bewegungen hören auf, mit dem Ganzen zu schwingen. Wenn jedoch auch die ungeliebten Facetten von einem selbst Aufmerksamkeit bekommen, werden sie Teil des Ganzen …

Das größte Geschenk, dass man sich selbst machen kann, ist nicht sein*ihr Leben auf die Reihe kriegen oder es endlich richtig zu machen. Das größte Geschenk sind die kleinen Momente, in denen die eigene Anwesenheit dem Sog des Unbewussten widersteht und der Kampf zum Tanz wird …

There are aspects of yourself that you don’t like. Hardly anyone wants to whine like a defiant toddler or be full of envy and jealousy. And no one wants to be deeply hurt, yet all that is part of the dance …

If one pushes away the harsh of life, one hardens, the inner movements cease to vibrate with the whole. However, if the unloved facets of oneself also get attention, they become part of the whole …

The greatest gift you can give yourself is not to get your life together or to finally get it right. The greatest gift are the small moments when your presence resists the pull of the unconscious and the struggle becomes a dance …

STANDartS

Um als Individuum halbwegs aufrecht in unserer westlichen Gesellschaft leben zu können, ist es nötig, deren verborgene Gesetzmässigkeiten zu verstehen. Es haben sich über die Zeit gewisse Standards in fast allen Bereichen entwickelt, die nicht mehr hinterfragt werden dürfen …

Dazu gehören:
• Alte, weisse Männer haben die Macht
• Hetero Beziehungen
• Westliche Medizin und Pharmaindustrie
• Tiere als Ware
• Wissenschaftliche Dogmas
• Staatliches Schulsystem
• Lohnarbeitssystem
• Kapitalismus
• Religiöser Fundamentalismus
• Justiz und Polizeiauthorität
• Gesellschaftlicher Status`
• Kunstmarkt und Kurator*innen

Als Individuum ist die wohl größte Herausforderung dieses ‚Coming-out‘ mit dem, was wir wirklich sind, jenseits aller Masken. Und als wäre es nicht schon heftig genug, die inneren Auseinandersetzungen mit der eigenen Konditionierung zu meistern, müssen wir auch noch gegen die Mauern dieser kollektiven Standards laufen …

Es ist Zeit, für eine inklusive menschliche Gesellschaft einzutreten, die Welt füreinander so sicher zu machen, damit wir darin sein können, wer wir wirklich sind. Und wenn das bedeutet, die eingefleischte Hörigkeit diesen überheblichen Standards gegenüber infrage zu stellen, dann ist das eben so …

In order to live as an individual halfway upright in our western society, it is necessary to understand its hidden laws. Over time, certain standards have developed in almost all areas, which may no longer be questioned …

These include:

  • Old, white men have the power
  • Hetero relationships
  • Western medicine and pharmaceutical industry
  • Animals as commodities
  • Scientific dogmas
  • State school system
  • Wage labor system
  • Capitalism
  • Religious fundamentalism
  • Judiciary and police authority
  • Social Status
  • Art market and curators

As an individual, probably the greatest challenge is this ‚coming out‘ with who we really are, beyond all masks. And as if it wasn’t hard enough to cope with the inner struggles with our own conditioning, we also have to run against the walls of these collective standards …

It’s time to stand up for an inclusive human society, to make the world safe enough for each other so that we can be who we really are in it. And if that means challenging the ingrained bondage to these arrogant standards, so be it …

THE OTHER SIDE OF TRAUMA

‚Das abgetrennte Solo-Ich ist die Lüge, die uns traumatisiert.‘
Dan Siegel

Öffnet sich der Blick für Trauma, sieht man es überall in den Gesichtern, in den Körpersprachen, an der Supermarktkassa, im Restaurant, in der Kirche, im Krankenhaus, im Parlament, es bestimmt den Lauf der Gesellschaft aus dem Verborgenen …

Ein interessantes Phänomen, welches dabei entsteht, ist Mitgefühl; man wird nicht mehr so leicht in das Spiel von Bewertung gezogen, steigt nicht mehr so leicht in reaktives Verhalten ein und kann sich selbst und die anderen beim besten Willen nicht mehr so einfach verurteilen …

Hört man zum ersten Mal von Trauma, denkt man gleich an etwas Unangenehmes. Eigentlich will man da nicht so gerne hinsehen. Man hat schließlich ein Leben lang daran gearbeitet, die Wunde auszublenden. Sieht man dennoch hin, wartet eins der größten Abenteuer unserer Zeit: die Transzendenz der Wunde …

Seine*ihre Welt, um die Wunde zu bauen ist anstrengend, der Quell der Lebendigkeit versiegt, es ist nurmehr bloßes Überleben möglich. Während der Abenteuerreise zur anderen Seite des Traumas wird es vielleicht etwas ruppig, aber langsam langsam kommt die Magie zurück. Ein Einziehen in sich selbst, wie die Rückkehr aus dem Exil …

Diese Erleichterung, wenn der Schatten des Traumas dem Licht der eigenen, entspannten, aufmerksamen Anwesenheit weicht. Die Dankbarkeit auf der anderen Seite voll lebendig wieder ausgespuckt zu werden. Die natürliche Freude, welche gleich mal um die Ecke gebogen kommt und der ganze Saft, der endlich wieder aufsteigt, wie in einem trockenen Gehölz …

‚The seperate solo self is the lie that is traumatizing us.‘
Dan Siegel

If you open your eyes to trauma, you can see it everywhere in the faces, in the body language, at the supermarket checkout, in the restaurant, in the church, in the hospital, in the parliament, it determines the course of society from the shadows …

An interesting phenomenon that arises is compassion; one is no longer so easily drawn into the game of judging, enters no longer so easily into reactive behavior and can no longer, with the best will in the world, so easily condemn oneself and others …

When you hear about trauma for the first time, you immediately think of something unpleasant. Actually, you don’t want to look at it so much. After all, you have worked all your life to hide the wound. But if you do look, one of the greatest adventures of our time awaits you: the transcendence of the wound …

To build ones world around the wound is exhausting, the source of liveliness dries up, only mere survival is possible. During the adventure journey to the other side of the trauma, it may get a little rough, but slowly slowly the magic comes back. A move-in into oneself, like the return from exile ….

This relief when the shadow of the trauma gives way to the light of one’s own relaxed, attentive presence. The gratitude to be spat out fully alive again on the other side. The natural joy, which comes right around the corner and all the sap that finally rises again, like in a dry grove …

TRAUMA UND RELIGION / TRAUMA AND RELIGION

Wenn wir über Trauma sprechen, ist es fast unmöglich, nicht auch über Religionsgründer zu sprechen, deren zentrale Aufgabe es war, Menschen aus dem Leid zu führen.
Über den buddhistischen Weg habe ich schon in dem Blog ‚Trauma und Mitgefühl‘ geschrieben, doch auch die christliche Botschaft hat hier einiges zu bieten …

Der ‚Schmerzensmann‘ spiegelt uns so allgegenwärtig in Klassenzimmer und Wegkreuzungen das eigene Leid mit dem Hinweis auf Erlösung, dass wir das einfach übersehen, weil wir so daran gewohnt sind wie an unser Trauma selbst, das auch von den meisten nicht mehr wahrgenommen wird …

Und wir können die christliche Botschaft wohl auch nicht gut nehmen, weil diese im Lauf der Zeit bis ins Abscheulichste verfälscht wurde, was wohl bei den meisten Religionen der Fall ist. Wenn in einem Menschen das Bewusstsein für die eigene Wunde wächst und Selbstfürsorge beginnt, ist es, wie wenn man in einer dunklen Kirche das Licht aufdreht: Die düsteren Kreaturen, welche aus der Wunde entstanden sind, flüchten sich in die Schatten …

Und wenn wir neu hinsehen, hat Christus – meinem Verständnis nach – den neuen Menschen ausgerufen, der die Dornenkrone gegen eine wirkliche tauscht und der in Verbundenheit lebt. Er fragt: Wer bist du, wenn dein Leben nicht länger von Trauma diktiert wird?

When we talk about trauma, it is almost impossible not to talk about founders of religions whose central task was to lead people out of suffering.
I have already written about the Buddhist path in the blog ‚Trauma and Compassion‘, but the Christian message also has a lot to offer here …

The ‚Man of Sorrows‘ reflects to us so ubiquitously in classrooms and crossroads our own suffering with the hint of redemption that we simply overlook it, because we are so used to it as to our trauma itself, which is also no longer perceived by most …

And we probably can’t take the Christian message well either, because it has been distorted in the course of time to the most abominable, which is probably the case with most religions. When the awareness of one’s own wound grows in a person and self-care begins, it is like turning on the light in a dark church: the dark creatures which have arisen from the wound take refuge in the shadows …

And if we look anew, Christ – according to my understanding – has proclaimed the new man, who exchanges the crown of thorns for a real one and who lives in connectedness. He asks: Who are you when your life is no longer dictated by trauma?

TRAUMA UND KUNST / TRAUMA AND ART

Eine wirklich feine Sache an der Beschäftigung mit der eigenen Wunde ist diese unglaubliche Tatsache, dass man nicht mehr willkürlich dem Diktat der Wunde ausgeliefert ist. Was man vorher wie selbstverständlich akzeptiert hat, sogar als persönlichen Makel angesehen hat, verliert seine Macht …

Ohne Präsenz hat man keine Chance, die feinen Mechaniken von Trauma zu entlarven. Gelingt es jedoch bewusst zu bleiben, vor allem, wenn die Zeichen in Richtung Bußgang zur Wunde weisen, sieht man es. Und wenn man es sieht, ist man frei. Die eigene Ganzheit, der eigene Wert ist nicht mehr vom Trauma abhängig …

Der Körper hat diese Traumabewegungen früh gelernt und vollzieht sie immer wieder – ganz automatisch – wie auf Knopfdruck. Und hier kommt die Kunst in das Spiel …

Der kreative Ausdruck unterbricht den üblichen Traumaablauf und eröffnet dem Körper neue Erfahrungen. Den Schmerz kann man nicht ignorieren, er bietet genügend Treibstoff, genügend Energie, die in ein Musikstück in ein Bild oder einen Tanz fließen kann. Die Musen verwandeln den Schmerz in Kunst …

Kunst ist eine Möglichkeit die Gefühle in Klänge, Farben oder Bewegungen auszudrücken und das öffnet ein Fenster zur Heilung. Du bist nicht länger Opfer der Wunde, sondern gewinnst dich selbst zurück im Tun.
Wenn du singst, malst oder tanzt, dann nicht nur für dich. Du singst für alle, denen der Schmerz ihre Stimme nimmt. Du malst den Teufel an die Wand und du tanzt für die vom Trauma Erstarrten …

A really fine thing about dealing with one’s own wound is this incredible fact that one is no longer arbitrarily at the mercy of the dictates of the wound. What one previously accepted as a matter of course, even considered a personal flaw, loses its power …

Without presence, one has no chance to unmask the subtle mechanics of trauma. However, if one succeeds in remaining conscious, especially when the signs point in the direction of repentance toward the wound, one sees it. And when one sees it, one is free. One’s wholeness, one’s value is no longer dependent on the trauma …

The body has learned these trauma movements early on and performs them again and again – quite automatically – as if at the push of a button. And this is where art comes into play …

Creative expression interrupts the usual trauma process and opens up new experiences for the body. The pain cannot be ignored, it offers enough fuel, enough energy that can flow into a piece of music into a painting or a dance. The muses transform the pain into art …

Art is a way to express the feelings in sounds, colors or movements and that opens a window to healing. You are no longer a victim of the wound, but win yourself back in the doing.
When you sing, paint or dance, it is not only for you. You sing for all those who are deprived of their voice by pain. You paint the devil on the wall and you dance for those who are frozen by trauma …

TRAUMA UND MITGEFÜHL / TRAUMA AND COMPASSION BODHISATTVA AVALOKITESVARA

Im Tempel des tibetischen Buddhismus sind viele dunkelbunte Zimmer, in denen jeweils ein menschlicher Aspekt – sei es Wut oder Güte, Dämonisches oder Bezauberndes und alles dazwischen – als gottgleiche Wirklichkeit dargestellt ist. Alle diese Zimmer sind eigentlich im menschlichen Körper …

Im Osten hatte man schon früh den Zusammenhang zwischen Trauma und Befreiung erkannt. Der Buddha sah, dass Menschen litten und fragte sich, warum? Er kam auf die Antwort, dass Leid gar nicht durch die Erfahrungen – die das Leben mit sich bringt – entstanden, sondern durch die Interpretationen dieser Erfahrungen …

Solange wir unbewusst durch die dunkelbunten Zimmer gehen, ist Leid unvermeidlich. Erst durch Bewusstsein beginnt die Transformation. Wir brauchen nichts zu verändern, wenn wir bewusst durch die Zimmer gehen, ist Mitgefühl unvermeidlich …

In the temple of Tibetan Buddhism, there are many dark-colored rooms, each with a human aspect – be it anger or goodness, demonic or enchanting, and everything in between – depicted as a godlike reality. All of these rooms are actually in the human body …

In the East, the connection between trauma and liberation had been recognized early on. The Buddha saw that people were suffering and wondered why? He came to the answer that suffering did not arise at all from the experiences – which life brings – but from the interpretations of those experiences …

As long as we unconsciously wander through the dark-colored rooms, suffering is inevitable. Only through consciousness does transformation begin. We don’t need to change anything, if we consciously wander through the rooms, compassion is inevitable …