Lost & Found

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Manchmal wird das Gefühl der Abgetrenntheit überwältigend, wir sind verloren in Sumpf und Nebel, versuchen mit der Angst als Führer die nächsten Schritte zu finden. Noch dazu nagen Schuld und Strafe an uns, etwas an uns ist wohl verkehrt, läuft falsch, sonst wären wir ja nicht in dieser Situation oder noch besser jemand anders ist schuld, wenn dies oder das nur anders gelaufen wäre …

Jedes Mal wenn wir uns verschließen und dazu noch Emotion einfließen lassen, stärken wir einen persönlichen Glaubenssatz. Dann sind wir total gefangen in persönlichen Problemen. Die Gedanken fahren kreuz und quer, wie indische Lkws in unserm Kopf, grell bemalt und mit Schiffshörnern hupend. In ihnen finden wir die Lösung nicht, sie sind zu grob, zu laut …

Wir brauchen den inneren Raum, die Stille, um die subtilen Wege zu sehen. Die innere Landschaft, wo die Wahrheit wie Wind über magische Felder streift …

Die Verlorenheit hilft uns ganz intim uns selbst zu finden, nackt und ohne Ausweg. Bleiben wir sanft und offen mit uns selbst an der Schwelle zur geschlossenen Tür, entspannt sich etwas. Anstatt etwas zu wollen, das nicht da ist, öffnen wir uns für das, was da ist und die subtilen Wege beginnen sich zu zeigen …

Unsere Offenheit ist schon die Begegnungsfläche, ist schon die Sicherheit, die wir gesucht haben. Es gibt nichts Mächtigeres als uns zu öffnen, wenn wir verwundbar sind. Offenheit muss uns mehr bedeuten, als persönliche Sicherheit. Offenheit verbindet, in ihr hat jeder Schritt Bedeutung. Die Flöten der Dschungelvögel erreichen dich wieder. Die Arme der Welt sind weit offen …

Die Verlorenheit hat dir die magische Tür gezeigt, sie ist so lange für dich da, wie du sie brauchst, um die Öffnung zu finden.
Die Öffnung zeigt dir, was tief in deinem Inneren wahr ist für dich …

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Sometimes the feeling of separation becomes overwhelming, we are lost in swamp and fog, trying to find the next steps we yet can not yet see with fear as leader. In addition, guilt and punishment gnaw at us, something is wrong with us, we are not o.k., otherwise we would not be in this situation or even better someone else is to blame, if this or that would have gone differently …

Every time we are closing up and add emotion, we strengthen a personal belief. Then we are totally trapped in personal concern. The thoughts are criss-crossing, like Indian trucks in our heads, brightly painted and honking with ship horns. In them we do not find the solution, they are too crude, too loud.

We need the inner space, the silence, to see the subtle ways. The inner landscape, where the truth blows like wind over magical fields.

The lostness helps us to find ourselves intimate, naked and without a way out. If we stay soft and open with ourselves on the threshold of the closed door, something relaxes. Instead of wanting something that is not here, we open ourselves to what is here and the subtle ways are showing themdeselves.

Our openness is already the meeting place, is already the security we were looking for. There is nothing more powerful than opening up when we are vulnerable. Openness must mean more to us than personal safety. Openness unites, in it every step has meaning. The flutes of the jungle birds reach you again. The arms of the world are wide open …

Lostness has shown you the magic door, it is there for you as long as you need it to find the opening.
The opening shows you what is true  for you deep inside yourself …

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Der Kuss der Libelle / The kiss of the dragonfly

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Stille ist der revolutionärste Ort. Es ist ein absolut freier Raum und so radikal!

Der psychologisch konditionierte Verstand kontrolliert in Wahrheit alles. Voll das CIA-Programm. Er kontrolliert, was du wie lange und wie oft, wo, tun sollst. Du denkst, es wären deine Entscheidungen? Falsch gedacht mein Freund, Kopf-CIA …

Sie kontrolliert sogar, wie oft und wie lange du in deinem Herz sein sollst, um ein guter Mensch zu sein, damit du das Gefühl hast etwas „Richtiges“ zu tun, doch tief in dir weißt du, das ist noch nicht frei …

Erst wenn du radikal bist, wie die Stille und darin lebst, solange und so oft darin bleibst, wie es dir gefällt, egal ob das dein Verstand richtig oder falsch findet, beginnst du die Luft der Freiheit zu schnuppern. Wenn du intim und total mit dir selbst bist, da bist du Pirat und Geheimagent, der die verborgenen Gassen und Orte kennt. Du musst unter dem Radar der Konditionierung bleiben. Geh in Stille. Keine internen Dialoge! Denk an die Abhörgeräte. Die Kopf-CIA schreckt auch vor der Schmutzkampagne nicht zurück. Sie verbreitet Lügen über dich: Du wärst nicht o.k, du seist nicht wertvoll …

Doch du kennst ihre Tricks, wie sie dich fertigmachen wollen, dir ist klar, das Gefühl der Wertlosigkeit ist nicht real und du weißt, solange du dich in der Stille bewegst und in deinem Herzen bleibst, können sie dich nicht orten. Hier bist du sicher. Wenn du dich sanft bewegst, mit einer gewissen Süße, wie ein Indianer, der zwischen Pflanzen geht und wenn du nicht in den Richtig-Oder-Falsch-Radar der Konditionierung gerätst, gehst du mit freien Schritten und tust, was du WIRKLICH möchtest.
Das ist das Revolutionsspiel …

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Silence is the most revolutionary space. It is absolutely free and so radical!

The psychologically conditioned mind controls everything. The complete CIA program. He controls what you do for how long and how often and where. You think it’s your decisions? You thought wrong my friend, mind-CIA …

They even check how often and how long you should be in your heart to be a good person, so that you feel like doing something „right“, but deep inside you know that’s not yet free …

Only when you are radical, like the silence and live in it, as long and as often as you like it, no matter if your mind finds it right or wrong, you begin to breathe the air of freedom. When you are intimate and totally with yourself, you are a pirate and secret agent who knows the hidden lanes and places. You have to stay under the radar of conditioning. Go in silence. No internal dialogues! Think of the listening devices. The CIA does not shy away from a smear campaign. They spread lies about you: You would not be ok, you are not valuable …

But you know their tricks and how they want to finish you off, you know, the sense of worthlessness is not real and you know, as long as you move in the silence and stay in your heart, they can not locate you. Here you are safe. If you move gently, with a certain sweetness, like an Indian walking between plants. And if you do not get into the right-or-wrong radar of conditioning, you go with free steps and do what you REALLY want.
This is the revolution game …

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Herz und Verstand / Heart and mind

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Herz: Ich will nicht mehr alles bewerten! Ich möchte ja selbst auch nicht beurteilt werden. Also hör ich damit auf.

Verstand: Das geht nicht, das können wir nicht machen! Überleg doch mal: Andauernd haben wir Begegnungen, wir bewerten ständig, ganz automatisch schieben wir ständig alles in Schubladen. Wie sollen wir damit aufhören? Ja, vielleicht für eine oder zwei Begegnungen können wir es versuchen, aber dann müssen wir weitermachen!

Herz: Ich möchte nicht mehr in Trennung leben. Ich möchte erleben, wie alles miteinander verbunden ist.

Verstand: Keine Chance, wir haben uns doch schon an die Trennung gewöhnt, es ist vertraut und ich helf dir doch, mit der Trennung zurechtzukommen. O.k. ein bisschen geht, aber alles andere wäre zu radikal.

Herz: Ich möchte in der Öffnung leben, nicht dauernd in persönlicher Besorgnis.

Verstand: Aber du kannst doch nicht deine Augen vor den Problemen der Welt verschließen. Ich kann dir helfen, sie zu lösen.

Herz: Ich will nicht mehr alles in richtig oder falsch unterteilen. Ich möchte lieber den weiten Raum der Möglichkeiten zum Spiel.

Verstand: Komm schon, das ist unser Lieblingssport, wir definieren uns doch darüber und präsentieren uns damit. Was sollen denn die Anderen von uns denken? Dass uns alles egal ist???

Herz: Ich möchte im Licht leben!

Verstand: Das halten wir nicht lange aus! Wir brauchen doch die Dunkelheit, unsere Höhle und die verborgenen Spiele.

Herz: Ich möchte im Vertrauen sein.

Verstand: Du kannst gern ein bisschen Vertrauen erleben! Aber du kannst nicht ganz darin bleiben. Denk doch, was alles passieren kann!!!

Herz: Ich möchte mich dem Leben ganz aussetzen, auch wenn ich tausend mal zerbreche.

Verstand: Du darfst nicht brechen, ich bin hier, um dich zu schützen.

Herz: Ich will bedingungslos sein.

Verstand: Denk doch mal nach, du musst auch auf deinen eigenen Vorteil schauen. Wie willst du überleben?

Herz: Ich möchte Sachen ganz und gar machen!

Verstand: O.k. aber nicht jetzt, ein bisschen später, wie müssen uns noch um Wichtigeres kümmern.

Herz: Sei bitte still.

Verstand: ……………………………ich kann dir zeigen, wie du still sein kannst …

Herz: Sei einfach still.

Verstand: Aber du bist doch zu müde, um still zu sein, komm wir lenken uns mit etwas ab, das entspannt.

Herz: Was ist deine Macht?

Verstand: Ich kann bald alles kontrollieren und dann biete ich dir Sicherheit. Und was hast du zu bieten?

Herz: Egal, was passiert, ich kann einfach hier sein, still, offen, und verfügbar. Sogar angesichts der gesamten Vergangenheit und all der Bedrohung, von der du mich schützen willst. Ich bin radikal.

Verstand: wow

Herz: Und was ist deine Liebe?

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Heart: I will no longer judge everything! I want not be judged either. So I stop doing so.

Mind: this is not a good idea! Think about it: we constantly evaluate everything, quite automatically we pigeonhole everybody. How are we supposed to stop that? Yes, perhaps for one or two encounters we can try it, but then, we need to carry on!

Heart: I want to no longer live in separation. I want to experience, how everything is connected to each other.

Mind: no chance, we have been used to separation, it is familiar and I help you to cope with it. O.k. you can try a bit, but everything else would be to radically.

Heart: I want to live in the opening, not permanently in personal concern.

Mind: but you can’t close your eyes to the problems of the world. I can help you to solve them.

Heart: I will no longer divide everything in right or wrong. I would prefer the wide range of possibilities to the play with.

Mind: come on, this is our favorite sport, we define us through that and present us to the world with it. What should the others think about us? that we dont care???

Heart: I want to live in the light!

Mind: we cant stand that for long! We need the darkness, our cave and the hidden games.

Heart: I want to be in trust.

Mind: you can go with a bit of trust! But you can not remain. Think about the terrible things that can happen anytime!!!

Heart: I want to completely expose myself to life, even if I break a thousand times.

Mind: You are not allowed to break, I’m here to protect you.

Heart: I want to be unconditional.

Mind: Think about it, you also have to look at your own advantage. How do you want to survive?

Heart: I want to do things wholeheartedly!

Mind: O.k. but not now, a little later, how we have to worry about more important things.

Heart: Please be quiet.

Mind: ………………………………. I can show you how to be quiet …

Heart: Just be quiet.

Mind: But you’re too tired to be quiet, come on, we’ll turn to something that relaxes.

Heart: What is your power?

Mind: I can control everything soon and then I offer you security. And what do you have to offer?

Heart: No matter what happens, I can just be here, quiet, open, and available. Even in face of the entire past and all the threats you want to protect me from. I am radical.

Mind: wow

Heart: And what is your love?

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Imagine …

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Von Indien kann man viel lernen, zum Beispiel, dass vier Leute auf ein Moped passen, ein großer Sack Wäsche geht sich auch noch aus und man kann damit auch noch durch diesen – sowieso schon abenteuerlichen – Verkehr brausen …

„you may say I am a dreamer, but I am not the only one.“ John Lennon

Stell dir eine Welt vor, in der nicht bewertet wird …

Stell dir eine Welt ohne Zweifel vor …

Stell dir eine Welt vor, in der die Menschen ohne persönliche Sorgen oder Bedenken sind …

Stell dir eine Welt vor, in der alles so sein darf, wie es ist …

Stell dir vor, wir wären hier, um zu heilen …

Stell dir eine Welt vor, wo du nicht nur Zeuge von etwas bist, sondern es tatsächlich bist: Die alte Frau, die den Boden mit einem selbst gemachten Besen kehrt. Der Tempeldiener, der die Glocken auf Teufel komm raus läutet. Die Kuh, die im Abendschatten schläft. Die vier Streifenhörnchen, die einander durch den Garten jagen. Die Frau mit den fettigen Haaren, die im Konzert genau vor dir sitzt. Die Libelle, die sich in deinen Haaren verfängt …

Stell dir vor, du würdest mitten in all dem mit einem offenen, verfügbaren Herzen sein …

Stell dir vor, eine neue Erde ist möglich …

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You can learn a lot from India, for example, that four people fit on a moped, a big bag of laundry fits on it too and they can still roar through this – already adventurous – traffic …

„you may say I’m a dreamer, but I’m not the only one.“  John Lennon

Imagine a world with no judgement …

Imagine a world without doubt …

Imagine a world where people are without personal concerns …

Imagine we were here to heal …

Imagine a world in which everything is allowed to be as it is …

Imagine a world where you are not just witnessing something, but actually being it: the old woman sweeping the floor with a homemade broom. The temple servant who rings the bells like hell. The cow sleeping in the evening shadow. The four chipmunks chasing each other through the garden. The woman with the greasy hair, who sits right in front of you in concert. The dragonfly that gets caught up in your hair …

Imagine being in the midst of all this with an open, available heart.
Imagine, a new earth is possible …

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Der sanfte Besucher / The gentle visitor

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In der zweiten Vollmondnachthälfte verhüllt der Berg Arunachala seinen Gipfel in einer Wolke, während hinter ihm ein Stern aufgeht und ein großer Nachtvogel auf die Jagd geht. Von unten treiben Chants, Flöten, Glocken und indisches Popgemisch an den Berg heran. Doch sie spülen ihn nur an, berühren ihn nicht wirklich. Arunachala ist hier in seiner Größe durch alle die Jahrtausende. Wohl auch deswegen war dieser Berg wohl seit jeher ein wichtiger Lehrer für viele. Er bleibt ganz sich selbst in seinem mondhellen Kleid.
Ab und zu halten die Zikaden mit ihrem Trrrrrrrrr … inne und es entsteht so ein absolut inniger, hoher Ton …

Das, was man gerade erlebt, ist wie eine Spiegelfläche. Von einer Seite wird es von der Persönlichkeit betrachtet, es wird bewertet und „zerlegt“ und polarisiert. Von der anderen Seite sieht der sanfte Besucher zu. Sein Sehen ist ganz anders, es beinhaltet keine Vergangenheit und keine Persönlichkeit und es ist auffallend, das er überhaupt nicht wertet, kein bisschen …

Der sanfte Besucher erlebt dasselbe Ereignis vollkommen anders als die Person, er durchmisst die Tore deiner Sinne mit freudigem Interesse, wie ein Fan. Genießt erstaunt dein Erleben in der Welt, egal was das gerade ist, denn allein die Tatsache, DASS er es erleben kann, ist so erfüllend. ES möchte applaudieren. Der sanfte Besucher erlebt die Welt so, wie du es dir wünscht, doch als Person kannst du das nicht so erleben, weil du Ereignisse und Begegnungen wertest und zerlegst …

Wenn du den sanften Besucher zu Gast haben möchtest, dann lade ihn ein. Schon allein die Einladung verändert alles, egal ob er nun kommt oder nicht. Sei bereit dem Besucher deine Welt zu zeigen, jeder Aspekt deines Menschseins ist ihm willkommen, egal welches Programm gerade läuft, egal was gerade zur Hand ist, zeige es ihm, es beinhaltet auch eine gewisse Süße: Die Delikatesse der Menschlichkeit. Du kannst dem sanften Besucher kein besseres Geschenk anbieten …

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During the second half of the full moon night Mount Arunachala covers himself with a cloud, while behind him a star rises and a large night bird starts hunting. Chants, flutes, bells and Indian pop mix drift up to the mountain from below. But they only rinse it, do not really touch it. Arunachala is in his full size through all the millennia. That is probably why this mountain has always been an important teacher for many. He stays completely himself in his moonlight dress.
From time to time the cicadas stop with their trrrrrrrrrrr … and this creates an absolutely intimate, high tone …

What you are experiencing is like a mirror surface. From one side it is considered by the personality, it is rated, „decomposed“ and polarized. From the other side, the gentle visitor watches. His vision is very different, it does not include a past or personality and it is striking that he does not value at all, not a bit. The gentle visitor experiences the same event completely different than the person, he strides across the gates of your senses with joyful interest, like a fan. He enjoys your experience in the world, no matter what that is, because just the fact that he can experience it, is so fulfilling. IT wants to applaud. The gentle visitor experiences the world as you would love to, but as a person, you can not experience it like this because of the way you value and disintegrate events and encounters …

If you want to welcome the gentle visitor, invite him. Just the invitation changes everything, no matter if he comes or not. Be ready to show your world to the visitor, every aspect of your humanity is welcome to him, no matter what program is currently running, no matter what is at hand, show it, it also contains a certain sweetness: the delicacy of humanity. You can not offer the visitor a better present …

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Vollmond / Full moon

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Die Amphibien in den mit Wasser gefüllten Steinbecken sehen irgendwie wie Spielzeugfrösche aus. Sie sind so klein und putzig, wenn sie schnell vom Rand ins Wasser springen, wenn jemand vorbeigeht und sie haben auch so ein eigenartiges hölzernes Schnattern. Wenn du barfuß auf die glatten, lang gezogenen Felsen gehst, fühlt sich das an, wie wenn du auf alte Schlangenhaut steigst.
Der lebhafte Wind wühlt die Baumkronen auf, in denen auch so manches schwere Tier mitschaukelt. Die helle Nacht besteht fast nur aus wogenden Geräuschen, jeder Baum rauscht in unterschiedlicher Pracht …

Viele weise Menschen haben die Höhlen vom Arunachala, einem der wichtigsten Orte der indischen Mythologie, zeitweise bewohnt. Wir übernachten in der Höhle in der Poonjaji gelebt hat, ein versteckter Ort, kaum bekannt und äußerst bezaubernd …

Zu den beiden Vollmondnächten ist hier wirklich was los. Wenn der Mond das erste Mal hinter dem Arunachala auftaucht, setzen sich zwischen einer halben Million und 10 Millionen Menschen (so die unterschiedlichen Schätzungen der Einheimischen) in Bewegung und umrunden zu Fuß den Berg. Die Hauptstraße ist jeden Monat für 24 Stunden gesperrt …

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Während das Treiben seinen Gang nimmt, versuchen wir in der Höhle – relativ windgeschützt – die Nacht durchzuwachen. Man muss sich doch alles Anziehen, was nur irgendwie mit dabei ist, winziger Haken: meine spärliche Kopfbehaarung. Da pfeift der Wind ordentlich drüber und mit Hut schläft man bekanntlich nicht sehr gut. Aber ich habe noch eine Reserveunterhose mit und flugs eine Technik entwickelt, wie ich mir die als Haube nützlich machen kann. Durch die Bauchöffnung kann man nicht schlüpfen, zu groß, aber durch eine Beinöffnung geht, drüberziehen, fertig!
Um nicht einzuschlafen wird gezeichnet, schnell mit dem patzenden Kugelschreiber übers Blatt gesaust, so schnell wie die Ströme der Nacht, so ziehend wie die zirpenden Klangteppiche im Dunkel, so hell wie der Regen aus Mondlicht …

Künstlerisches Werken ist eine unpraktische Tätigkeit, daher eignet es sich gut für rituelles Tun, in dem man alles spürt und gleichzeitig etwas macht, wie aktive Meditation. Und bald übernimmt etwas die Regie. Etwas möchte sich hier als Künstler erleben. Ich wetteifere mit dem Berg in Punkto Realität, wer von uns echter ist und muss mich bald kläglich geschlagen geben. Gegen ihn bin ich ein flüchtiges Realitätszwergerl mit einer Unterhose am Kopf. Lässig erstrecken sich die Felsrücken rund um mich und ich kann diesen Berg nur anhimmeln bis in die frühen Morgenstunden.

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The amphibians in the stone basins filled with water somehow look like toy frogs. They are so small and cute when they jump quickly from the edge into the water when someone passes by and they also have such a weird wooden chatter. If you walk barefoot on the smooth, long-drawn rocks, it feels like climbing on old snakeskin.
The lively wind stir up the treetops, in which many a heavy animal swings along. The bright night consists almost only of billowing noises, every tree rushes in different splendor …

Many wise people have temporarily inhabited the caves of Arunachala, one of the most important places in Indian mythology. We stay in the cave where Poonjaji lived, a hidden place, little known and extremely enchanting.

The two full moon nights are a big show around here. When the moon appears for the first time behind the Arunachala, between half a million and 10 million people (according to the different estimates of the locals) set in motion and walk around the mountain on foot. The main road is closed for 24 hours every month …

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While the hustle and bustle takes its course, we try in the cave – relatively sheltered – to stay awake all night. its starting to get chilly so you have to wear everything, which is avaliable, and there is a tiny snatch: my sparse head hair. The wind blows fiercly  over it and with a hat on you cannot lay down very well. But I still have a spare underpants and quickly developed a technique that makes it useful as a hood. Through the abdominal opening you can not slip through, too big, but go through a leg opening, pull over, done!
In order not to fall asleep sketching works perfectly fine, swiftly moving over the sheet of paper with the spilting ballpoint pen, as fast as the streams of the night, as dragging as the chirping sound carpets in the dark, as bright as the rain of moonlight …

Artistic work is an impractical activity, so it is well suited for ritualistic activity where you feel everything and at the same time do something, like active meditation. And soon something takes over. Something would like to experience itself here as an artist. I am competing with the mountain in terms of reality, who is more genuine of us and I am soon be pitifully conquered. Compaired to him I am a fleeting reality dwarf with a pair of underpants on my head. The rocky ridges extend casually around me and I can only adore this mountain until the early morning hours.

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Die Einladung / The invitation

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Da ist Körper, dessen Materie gärt so vor sich hin, manchmal ist es an einer Stelle dichter, da ist mehr Energie, als woanders, dann zwickt es wieder wo …
Plötzlich entflammt das und Begeisterung ist zu Gast. Ein anderes Mal kommt Bewusstsein ins Spiel und es wird hell, manchmal dringt so etwas wie Segen ins Fleisch und in die Knochen und natürlich sind da alle möglichen Gefühlsvariationen, angenehme und unangenehme. Im Fluss der Erfahrungen ist die ganze Bandbreite des Menschseins spürbar. Heißen wir all diese Erfahrungen willkommen, erlauben wir unser Menschsein. Zuerst bei uns und dann bei anderen, das ist der Beginn unserer Menschlichkeit …

Mit der Menschlichkeit kommt die Einladung tiefer zu gehen: Du brauchst nicht länger vor der Tür zu warten. Etwas in dir ist sehr bereit. Du bist lange genug durch die Schatten geirrt. Dein Leid hat dich an die Schwelle geführt …

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Offenheit, Verfügbarsein, Sanftheit, Stille und Humor helfen dir in die innere Welt. Hier merkst du: Das sind nicht nur Eigenschaften von dir, das BIST du. Und danach hast du dich gesehnt: du selbst zu sein. In der inneren Welt ist kein Platz für deine Persönlichkeit, kein Platz für deine Wünsche. All das ist hier zu viel. Hier ist Raum für das, was du wirklich bist. Aus dem Körper – diesem lebendigen Stein – taucht dein namenloses Gesicht auf …

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There is body, whose matter is doing all sorts of things, at some places it is denser, there is more energy than elsewhere, then it pinches at an other part …
Than suddenly it kindles and enthusiasm is guest. Another time consciousness comes into play and it gets light, sometimes there is something like blessing and of course all sorts of emotional variations, pleasant and unpleasant. In the flow of experiences the whole range of being human is palpable. Welcoming all these experiences, allows us to be human. First with us and then with others, that is the beginning of our humaness …

With humaness comes the invitation to go deeper: you no longer have to wait outside the door. Something in you is very ready. You’ve been walking along the shadows long enough. Your suffering has led you to the threshold …

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Openness, availability, gentleness, silence and humor help you into the inner world. Here you realize: These are not just attributes of you, that IS you. Tats is what you were lo ging for: to be yourself. There is no room for your personality in the inner world, no room for your wishes. All this is too much there. Here’s space for what you really are. From the body – this living stone – your nameless face appears …

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