Stilles Reisen /Silent travel

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Ateliertag ist Reisetag. Zu den feinsten Orten in sich, wie zu den tiefsten oder zu den heftigsten. Kunst kann man nicht als Nebensache betreiben, da muss man schon fit sein, ordentlich dastehen, wie der Mond am Himmel …

Es ist die Zeit seine Konturen zu schärfen und sich kopfüber in das Meer im Inneren zu stürzen. Oder im Pyjama an die Türen der Götter zu klopfen. Sich immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen …

Entweder im süßen Taumel der Gegenwart sein, oder wie ein blinder Elefant durch den Porzellanladen laufen. Wachen hinter den Kulissen. Am Ort, wo die Fäden der Dinge zusammenlaufen …

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Studio day is travel day. To the finest places in oneself, as to the deepest or the most fierce. You can not do art as an afterthought, you have to be fit, stand well, like the moon in the sky …

It’s time to sharpen ones contours and head down into the ocean inside. Or to knock in pyjamas on the doors of the gods. Time and again to allow a spanner being thrown in ones plans…

Either being in the sweet tumult of the present, or run like a blind elephant through the china shop. Watching behind the scenes. In the place where the threads of things come together …

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Das Spiel der Kunst / The game of art

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Ja, man kann auch gemalte Tassen zerschlagen! Willst du das Spiel der Kunst spielen, zieh dich besser warm an. Wenn du hier nicht alles riskierst, hast du schon verloren. Du legst dich mit Mächten an, die dir ein paar Nummern zu groß sind …

Man hat immer einen Preis zu zahlen, der Preis für Sicherheit ist der Tod im Leben. Witzig, denn man wählt ja Sicherheit, um dem Tod zu entgehen und dann kommt er doch durchs Hintertürchen und saugt dir Freude, Begeisterung, Kreativität, alles Lebendige aus dem Hirn …

Der Preis für die Lebendigkeit ist Sicherheit. Erst sich den Gewalten anzuvertrauen, füllt die Wesen mit Saft. Das Ertragen des Bodenlosen öffnet uns die Augen für die unvergleichliche Schönheit, in der wir stecken …

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Yes, you can smash even painted cups! If you want to play the game of art, dress better warm. If you do not risk everything here, you’ve already lost. You mess with powers that are a little too big for you …

There is always a price to pay, the price for security is death in life. Funny, because one chooses security to avoid death and then it comes through the back door and sucks joy, enthusiasm, creativity and everything alive out of the brain …

The price for liveliness is security. Only to confide in the acts of nature beyond control fills beings with juice. Enduring the bottomless opens our eyes to the incromprehensible beauty we are in …

Hinter den Kulissen / Backstage

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Kann man auch gemalte Tassen zerschlagen? Wir werden sehen!
Die Bühne ist bereit, es ist angerichtet, die Kegel sind aufgestellt. Die stillen Felder laden ein.
Die menschliche Existenz ist ganz bestimmt ein Ort loszulassen und zu bilden …

Die Welt der Formen ist ja gut und schön, aber hinter den Kulissen wird es erst richtig interessant. Da hat man es mit den Gewalten an sich zu tun. Deswegen müssen die armen Tassen dran glauben. Das geht ja auch gar nicht, dass sich die Farben an die Gesetzmäßigkeiten der Welt der Formen binden müssen …

Licht und Schatten sind ja Schwindel. Das Spiel der Gedanken ist die Mutter dieses groß angelegten Betrugs. Gestalten macht nur mehr Sinn, wenn es aus dem anwesend sein entspringt. Einfach nur anwesend zu bleiben, ist das Radikalste, ist gleichzeitig eine Weigerung in das Spiel der Gedanken einzusteigen …

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Can one smash painted cups as well? We will see!
The stage is ready, it is arranged, the bowling pins are set up. The silent fields invite.
Human existence is definitely a place to let go and create …

The world of shapes is quiet nice and beautiful, but behind the scenes it gets really interesting. There you have to deal with the forces themselves. That’s why the poor cups have to bite the dust. It is not at all possible that the colors must be bound to the laws of the world of forms …

Light and shadow are a hustle. The game of thought is the mother of this large-scale fraud. Creatibg only makes sense anymore when it springs from being present. Just staying present is the most radical thing and at the same time a refusal to enter the game of thought …

Die Unerträglichkeit der Evolution / Unbearable evolution

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Evolution setzt Lebewesen unter Druck, alle, ohne Ausnahme. Egal ob’s der Käfer ist, dessen Blut im Winter gefriert und er irgendwo verkrochen, nur mehr ganz langsame Bewegungen machen kann oder der Grashalm, der ewig auf den Regen warten muss, oder der Mensch, der mit Schmerz und Depression umzugehen hat, mit Entfremdung und Einsamkeit, mit zynischen Politikern und skrupellosen Machtfreaks …

Evolution quetscht Kunst aus uns heraus. Zuerst kocht sie uns in einem Druckkochtopf mit ein paar üblen Zutaten. Dann, wenn wir gut durch sind, stehen da rein zufällig ein paar Farben rum und Leinwände …

Niemand ist Schuld an irgendwas, niemand macht was falsch, nichts ist verkehrt, auch man selbst nicht. Evolution funktioniert eben so. Alle spielen ihre Rolle. Der Druck in unserer Gesellschaft ist deutlich spürbar, da wird mächtig was ausgekocht. Es bleibt nichts übrig, als im mystischen Glühen zu bleiben, sich einen Pinsel zu schnappen und zu malen bis auch er glüht und sich die Welt ins Herz schreiben …

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Evolution puts living beings under pressure, all without exception. It does not matter if it is a beetle, whose blood freezes in winter and it crawls somewhere with only very slow movements, or the blade of grass, which has to wait forever for the rain, or the person who has to deal with pain and depression, with alienation and Loneliness, with cynical politicians and unscrupulous power freaks …

Evolution squeezes art out of us. First, she cooks us in a pressure cooker with a few nasty ingredients. Then, if we are well done, there are just a few colors and canvases accidentaly around …

No one is to blame for anything, no one does something wrong, nothing is wrong, not even oneself. Evolution just works that way. Everyone plays their role. The pressure in our society is clearly noticeable, something is really being cooked here. There is nothing left but to stay in the mystical glow, to grab a paintbrush and paint until it glows too and write the world in ones heart …

 

Der Schlaf der Erwachsenen / The sleep of adults

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Fotos: Renée Kellner

Für Teenager ist es eine äußerst beunruhigende Tatsache, bald Teil einer Welt sein zu müssen, die von schlafenden Erwachsenen dominiert wird. Wenn die Teenager selbst schon eingeschlafen sind, macht es ihnen weniger aus. Die Wachen hingegen haben ein Problem …

Zugegeben, erst mal ist es gar nicht leicht zu erkennen, dass die Erwachsenen schlafen, denn sie haben ja meistens die Augen offen, jedoch ihr Blick verrät sie. Eine dichte Decke von Schlaf liegt über ihrer Welt, eingepackt sind sie, wie in dumpfen Schnee. Der oder die Jugendliche muss schon einen ordentlichen Rundumschlag hinlegen, um nicht in diesen müden Sog zu geraten, denn vonseiten der Schläfer ist keine Hilfe zu erwarten …

Vielleicht hat sogar einer der/die Erwachsenen, noch die Erinnerung, wie es sich angefühlt hat, sich freizustrampeln. Die Schleier zu durchtrennen, sich mit der Kunst anzulegen, weil nur irgendwas wirklich Geiles zählt. Sich die Fetzen der Trance runterzureißen, gedrängt von der Unaushaltbarkeit der Evolution, bis zu blankem Übermut und Durst …

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For teenagers, it is an extremely disturbing fact to soon be part of a world dominated by sleeping adults. If the teenagers themselves have fallen asleep, they are less offended. The awake ones, however, have a problem …

Admittedly, first of all it is not easy to see that the adults are sleeping, because they usually have their eyes open, but their gaze reveals it. A dense blanket of sleep lies over their world, wrapped up like in dull snow. The teenager must really blast a sweeping blow, so as not to get into this exhausting pull, because from the sleepers is no help to expect …

Maybe some of the adults have still a memory, what it felt like to be freed up. To cut through the veil, to make up with art, because only something really cool counts. To tear down the shreds of trance, pushed by the unfathomability of evolution, towards sheer cheekiness and thirst …

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Die Kunst und der Tod / Art and death

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Fotos: Renée Kellner

Bewusstsein, dieser feine, lebendige, stille, aufmerksame, intelligente Strom, erfreut sich nicht nur an menschlichen Erfahrungen, er leuchtet auch in die dunklen Ecken. Er sieht auch den Tod in all seinen Verkleidungen. So sanft Bewusstsein zu sein scheint, verbrennt doch alles Unechte in seiner Gegenwart. Die Region der Monster sind die Schattenlande des Unbewussten …

Wir sind keine bewusste Gesellschaft, wir gehorchen dem Ego, der Gier, dem Mangel, der Angst vor dem Tod. Wir tun das nicht aus Bosheit, sondern einfach, weil das Bewusstsein wie gefangen ist, in den Geschichten im Kopf, die wir uns über uns selbst und dem Leben erzählen …

Immer wenn in den Geschichten der Tod übermächtig und bedrohend wird und als Verlust vor unserer Tür steht, haben wir die Möglichkeit, das bewusste Sein kennenzulernen. Richten wir unsere Aufmerksamkeit in die Stille, zieht Bewusstsein aus den Geschichten, wie der Geist aus der Flasche und erkennt sich selbst …

Vielleicht ist die konstante Nähe des Todes für Künstlerlnnen Nährboden? Wir brauchen den Tod, um aus dem Schatten zu treten. Malen ist wie sterben …

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Consciousness, this fine, alive, silent, attentive, intelligent stream, not only enjoys human experience, it shines into the dark corners as well. It also sees death in all its disguises. As gentle as consciousness seems to be, everything burns in its presence. The region of monsters are the shadowlands of unconsciousness …

We are not a conscious society, we obey ego, greed, shortage, fear of death. We do not do this out of malice, but simply because consciousness is trapped in the stories that we tell us about ourselves and about life, in our minds …

Whenever death becomes overpowering and threatening in the stories and stands as a loss at our door, we have the opportunity to get to know conscious being. Turning our attention to silence, draws consciousness from the stories, as the genie from the bottle and then it recognizes itself.

Perhaps the constant closeness of death is fertile ground to artists ? We need death to step out of the shadows. Painting is like dying …

Celebrating the moment

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Wenn plötzlich alle räumlichen und zeitlichen Begrenzungen wegfallen und berührende Ahnungen wie Geister vorbeitreiben. Eine Erinnerung von weißen Sommerwolken. Düfte. Das Schwingen von Sonntagsglocken im Abendwind. Der Abenteuerraum, nachdem zu Ende gezählt wurde, beim Versteckspiel und es schon fast dunkel ist. Als würden die Dinge einem von jenseits der Zeit ans Herz greifen, als würde man sie kurz vorm Tod noch mal grüßen …

Man kann sein Leben wie aus der Ferne leben oder ganz nah. Ego hält uns davon ab, es ganz nah zu erleben. Ego lebt nur in der Interpretation von Leben und welchen Nutzen es hat, mit Leben direkt und nah kann es nichts anfangen. Ego muss sich schützen, sich immer wieder um jeden Preis wiederherstellen …

Obwohl Ego hauptsächlich aus Gedanken besteht und von seiner Natur her sehr flüchtig ist, sitzt es doch fest im Körper, wie ein Zahn im Kiefer. Wenn es mit dem Tod in irgendeiner Form konfrontiert wird, sei es Verlust an Besitz, Gesundheit oder Ansehen, dann fühlt sich das real wie sterben an. Freiheit beginnt, wen man bereit ist, nicht nach der Pfeife des Egos zu tanzen. Wenn man bereit ist zu sterben. Erst dann entdeckt man, was immer frei ist. Was ist ganz nah und bleibt, unabhängig von den Umständen? Was ist immer frei, trotz Schmerz und Verlust? Was kann nicht verletzt werden?

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When all spatial and temporal limitations suddenly disappear and touching notions like ghosts drift by. A reminder of white summer clouds. Fragrances. The swinging of Sunday bells in the evening breeze. The adventurous space at the hide and seek game after the counting ended and it is almost dark. As if things would touch ones heart from beyond time, as if they were greeted before death …

You can live your life as from afar or very close. Ego keeps us from experiencing it very close. Ego lives only in the interpretation of life and what benefits it has, with life direct and close it can not do anything. Ego has to protect itself, always recover at any cost …

Although ego consists mostly of thought and is very volatile in nature, it sits firmly in the body, like a tooth in the jaw. When confronted with death in some form, be it loss of possessions, health or reputation, it feels real like death. Freedom begins when one is prepared not to dance to the ego’s pipe. When one is ready to die. Only then will one discover what is always free.
What is very close and remains, regardless of the circumstances? What is always free, despite pain and loss? What can not be hurt?