CORONA Diaries 1

Happy Dystopia

Ein Freund hat kürzlich gemeint, die Luft würde jetzt bereits klarer sein, als könnte alles bereits etwas mehr aufatmen, seit das unheimliche Getriebe gestoppt ist. Ich weiß, viele würden sich wünschen, dass alles bald wieder so wird wie früher. Es sieht jedoch nicht so aus, als würde die Welt sich dasselbe wünschen …

Seit Beginn dieses Jahres war ja ein ziemlicher Flow spürbar in der Malerei, aber in der Quarantäne ist das noch um einiges intensiver geworden.
Das ist nicht persönlich, ich denke, jetzt ist einfach mehr verfügbar für Menschen, die in das Mystische reisen …

Für Menschen, die jetzt nach innen reisen, öffnen sich Türen, die vorher verschlossen waren.
Das Neue entwickelt sich von innen her, es benutzt uns, um in die Welt zu kommen. Es klopft wie ein Vertreter an unsere Türen und möchte Deals abschließen …

Happy Dystopia Detail 3

A friend recently said the air would be clearer now, as if everything could already breathe a little more, since the eerie hustle and bustle stopped. I know many people would like things to go back to the way they were before. But it doesn’t look as if the world would want the same thing…

Since the beginning of this year there has been quite a flow in painting, but in the quarantine it has become even more intense.
It’s not personal, I think there’s just more available now for people who travel into the mystical …

For people who now travel inward, doors open that were previously closed.
The new develops from within, it uses us to come into the world. It is knocking on our doors like a salesman trying to make deals …

TIME TO PRESS THE TUBE

Doors of Perception

Vielleicht geht es erst mal gar nicht so sehr darum, die Bedrohung zu besiegen, sondern darum, über die eigene Angst zu wachsen …

Es ist eine gute Zeit, um unter die Schwelle der Gedanken zu reisen und sich vom Körper etwas über Menschlichkeit erzählen zu lassen …

Man tut sich ja schon wesentlich leichter im Umgang mit der Welt, wenn man etwas findet, mit dem man seine*ihre Liebe ausdrücken kann, wie Farben aus der Tube …

Doors of Perception Detail 2

Perhaps it is not so much a matter of defeating the threat, but of rising above one’s own fear …

It is a good time to travel below the threshold of thoughts and let the body tell you something about humaness …

It’s much easier to deal with the world when you find something to express your love, like colours from a tube …

FREEDOM OF CHOICE

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Freiheit ist unser Geburtsgeschenk. Freiheit der Wahl steht im Weltkonzept außer Frage. Ob wir uns dem Konstruktiven oder Destruktiven zuwenden, ist an uns. Ob wir den Planeten retten oder vernichten, liegt in der Freiheit der Wahl …

Freiheit wurde uns bedingungslos und unbedingt geschenkt, selbst wenn das den Untergang unserer Spezies bedeuten würde. Was also ist so wertvoll an dieser Freiheit? Freiheit ist die Erde im Acker der Evolution. Die feinsten Früchte der Menschlichkeit wachsen aus ihrem Grund …

Aus ihr erheben sich Würde, Aufrichtigkeit, Anteilnahme oder Kreativität. Dieser Moment, aus dem sich Menschen aus ihrer Knechtschaft erheben und in ihre Präsenz wachsen, ist Freiheit zu verdanken …

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Freedom is our birth gift, freedom of choice, it is beyond question in the world concept. Whether we turn to the constructive or the destructive is up to us. Whether we save the planet or destroy it, is up to us …

Freedom was given to us unconditionally and absolutely, even if it meant the downfall of our species. So what is so precious about this freedom? Freedom is the Earth in the field of evolution. The finest fruits of humanity grow from its soil …

Dignity, sincerity, compassion, creativity. This moment, from which people rise from their bondage and grow into their presence, is due to freedom …

X – DIRECT EXPERIENCE

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‚Die Natur kennt keine Formen und Begriffe, also auch keine Gattungen, sondern nur ein für uns unzugängliches und undefinierbares X.‘
Friedrich Nietzsche

Wir können die Welt an sich nicht sehen, wir können Natur nicht sehen. Was wir sehen, sind erlernte Konzepte und Begriffe, die mit dem Eigentlichen nichts zu tun haben …

Wenn der Welt der Gedanken und Konzepte allerdings keine Bedeutung zugemessen wird, wenn sie durch das Spüren dessen, was gerade geschieht, ersetzt wird, gibt es nur mehr direktes Erleben. Was auch immer du erlebst, wird nicht mehr durch die Filter deiner Person erlebt, denn sie ist verschwunden …

ES geschieht, ist eins, ist frei, weil es nicht mehr von einem konzeptionellen Konstrukt kontrolliert wird.
Wenn du die Augen öffnest, öffnet die Existenz die Augen.
Wenn du schläfst, schläft Existenz.
Wenn du ein Bild malst, malt Existenz ein Bild …

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‚Nature knows no forms and concepts, thus also no genera, but only an X that is inaccessible and indefinable for us.‘
Friedrich Nietzsche

We cannot see the world as such, we cannot see nature. What we see are learned concepts and terms that have nothing to do with the real thing …

However, if the world of thoughts and concepts is not given any meaning, if it is replaced by sensing of what is happening right now, there is only direct experience. Whatever you are experiencing is no longer experienced through the filters of your person, because the person has disappeared …

IT happens, is one, is free, because it is no longer controlled by a conceptual construct.
When you open the eyes, existence opens the eyes.
When you sleep, existence sleeps.
When you paint a picture, existence paints a picture …

 

SEE ME BEAUTIFUL Part 2

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Menschen scheinen über zwei verschiedene Operationsmodi zu verfügen. Entweder die psychologische, konditionierte Persönlichkeit ist am Ruder oder Leben lebt sich selbst in der jeweiligen Form …

Meistens in diesen Blogs schreibe ich etwas abwertend über die psychologische Persönlichkeit, doch nur, weil sie unsere Gesellschaft so dominiert, (sie wertet, will immer mehr, will ständig recht haben, etc.) oder um gangbare Wege aus dem – von ihr kreierten Leiden – aufzuzeigen: die Möglichkeit der Freiheit, die Magie des bloßen Seins …

Diesmal jedoch möchte ich eine Lanze für die psychologische Persönlichkeit brechen. Es ist schon unglaublich, wie die eigene Lebensgeschichte, aufbauend auf Genetik und Konditionierung, ihre Bahn findet, zwischen Sternen und Elementen. Und wie sie dabei – vom Leben wahrlich nicht immer verwöhnt – eine ganz eigene, unbeholfen, linkische, zauberhaft, fragile Schönheit entwickelt:

Wenn du die letzte Zahnpasta aus der Tube drückst und weißt, du hast kein Geld mehr, um eine neue zu kaufen.
Die Tapferkeit, mit der du morgens aus dem Bett steigst, dieses dennoch weitermachen – auch wenn du spürst, dass deine Performance weit hinter den Erwartungen liegt – ist wie eine Krönung …

People seem to have two different modes of operation. Either the psychological, conditioned personality is at the wheel or life lives itself in the respective form …

Most of the time in these blogs I write a bit insulting about the psychological personality, but only because it dominates our society (it judges, always wants more, always wants to be right, etc.) or to show viable ways out of the – by it created – suffering: the possibility of freedom, the magic of mere being …

This time, however, I want to take up the cudgels for the psychological personality. It is incredible how one’s own life story, based on genetics and conditioning, finds its way between stars and elements. And how she – not always petted by life – develops her very own, clumsy, awkward, magical, fragile beauty:

If you squeeze the last toothpaste out of a tube and know you have no money left to buy a new one.
The bravery with which you get out of bed in the morning and continue doing so – even if you feel that your performance is far below expectations – is like a coronation …

THE WILLINGNESS TO BE REAL

7 Sleepers

In der Trance der Konzepte läuft Leben ab, wie ein Film in nebeligen Schleiern. Man verrichtet alltägliche Handlungen, wie betäubt, als fliege man mit Autopilot. Dinge geschehen zwar – essen werden gekocht und Bilder gemalt – doch fehlt ihnen oft das Wesentliche …

Das, was fehlt, ist die eigene Anwesenheit, die Bereitschaft, aus den Schleiern aufzutauchen und wirklich zu sein, im Fluss der Ereignisse.
Was fehlt, ist im Echo des Wahren und Schönen zu sein …

Die Verbindung fehlt. Wenn der erste Vogel in den zeitlosen Hallen der Wälder singt, dann ist das kein entferntes Ereignis nicht bloß Erinnerung, sondern ein Gesang der dem eigenen Grün entspringt …

7 Sleepers Detail 2

In the trance of the concepts life runs like a movie in foggy veils. One performs everyday actions as if one were numbed, as if flying on autopilot. Things happen – food gets cooked and pictures get painted – but they often lack the essential …

What is missing is one’s own presence, the willingness to emerge from the veils and to be real, in the flow of events.
What is missing is to be in the echo of the true and beautiful …

The connection is missing. When the first bird sings in the timeless halls of the woods, it is not a distant event, not just a memory, but a song that springs from your own green …

SEE ME BEAUTIFUL

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Die Erde, ist lebendig, das steht wohl außer Frage, ebenso der Kosmos. Dennoch behandeln wir sie nicht wie ein lebendiges Wesen. Wir leben in mentalen Konzepten, kämpfen um Vorteile, erringen vielleicht Ziele, doch Leben trocknet dabei aus und Freude versiegt …

Leben möchte nicht als Mittel zum Zweck verwendet werden, keine einzige Lebensform möchte nur benutzt werden.
Leben möchte direkt erfahren werden. Möchte in seiner*ihrer Schönheit entdeckt werden, möchte bewirten, tief im mystischen Grund wartet das Gasthaus ‚Zur Freude‘ …

Leben liebt es zu leben, es freut sich in all seinen Formen über die eigene Existenz und deren Möglichkeiten und es liebt sich zu vereinen: Entdeckt der*die Einzelne seine*ihre eigene Schönheit, springt der Funke über, wie Freude, die sich selbst erkennt, wie eine Sprache zwischen Gebilde und Licht …

The earth, is alive, that is beyond question, as is the cosmos. Yet we do not treat it as a living being. We live in mental concepts, we fight for advantages, maybe we achieve goals, but life dries up and joy runs out …

Life does not want to be used as a means to an end, no single life form wants to be just used.
Life wants to be experienced directly. Wants to be discovered in its beauty, wants to entertain, deep in the mystical ground waits a joyful tavern

Life loves to live, it rejoices in all its forms about its own existence and its possibilities and it loves to unite: If the individual discovers his*her own beauty, the spark jumps over, like joy that recognizes itself, like a language between form and light …