Mal wieder … / Once again …

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Mal wieder völlig zweckfrei Kunst zu machen. Mal wieder mit einem Haufen herzlich Durchgeknallter abzuhängen. Mal wieder im Auto schlafen, mal wieder das Gesicht mit dem Tau auf einer Parkbank waschen …

Sich mal wieder frischen Ton ins Gesicht drücken.
Sich mal wieder gehen lassen. Sich mal wieder gar nichts verkneifen. Mal wieder Sommer …

Mal wieder der Sonne des Seins erlauben, klar zu scheinen. Mal wieder sich dem Augenblick bis zur Unverschämtheit öffnen …

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Once again making art completely just for the sake of it. Once again hanging out with a bunch of heartily crazy guys. Once again sleep in the car, once again washing the face with the dew on a park bench …

Once again pressing fresh clay in the face. Once again letting go. Once again not resisting anything. Once again summer …

Once again allow the sun of being to shine clearly. Once again open up to the moment until exorbitance …

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Universität der Stille / University of silence

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Langsam wird es Zeit in den Universitäten weniger leistungsorientierte Fächer zu unterrichten. Davon haben wir schon genug. Wir definieren uns viel zu sehr über Funktion und Nutzen. Wir brauchen Universitäten der Stille, des Seins, der Freude, der kleinen, einfachen Dinge …

Wir wohnen unter einem Himmel voll gewaltiger Stille, die Herzen hebt und alle Fragen löscht. Wir können vergleichen, wer mehr erreicht hat, doch was nützt uns das, im einfach Hier sein, in der Mitte der Bewegung? In der Qualität der Berührung? Im Wiedererkennen?

Im Leistungstaumel, im Streben nach Anerkennung, im Bemühen das Glück in äußeren Umständen zu finden, fällt uns gar nicht auf, wie das Leben schal wird und bitter. Unbewusst vermissen wir etwas Wesentliches …

Erst wenn es still wird, beginnen wir wieder klar zu sehen und bemerken, dass nichts fehlt, dass alles, was man wirklich braucht, bereits hier ist. Auch Freude findet sich wieder mit ein, nicht die oberflächliche Freude, die kommt, wenn einem Mal etwas gelingt, sondern die tiefe Freude, die der Stille innewohnt …


Slowly it’s time to teach less achievement-oriented subjects at universities. We already have enough of that. We define ourselves too much about function and utility. We need universities of silence, of being, of joy, of small, simple things …

We live under a sky full of tremendous silence that raises our hearts and clears all questions.
We could compare who has achieved more, but what good is that to us in just being here, in the middle of movement? In the quality of touch? In recognition?

In pursuit of recognition, in an effort to find happiness in external circumstances, we do not even notice how life becomes stale and bitter. Unconsciously we miss something essential …

Only when it gets quiet, we start to see clearly again and notice that nothing is missing, that everything we really need is already here. Joy, too, comes back to us, not the superficial joy that comes when we succeed, but the deep joy inherent in the silence …

Paradoxum

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Sich trauen in der Stille zu leben, ist radikal. Ohne mentales Konstrukt zu sein, ohne Methode, ohne Kontrolle, ohne Religion, ohne Philosophie, ohne irgendetwas zu sein, das Sicherheit bietet. Es ist einfach nur still …

Das Seltsame ist, wenn wir gar nichts tun, sondern einfach unbewusst weitermachen, ist es alles andere als still. Da ist Marktgeschrei, Rechtfertigung, richtig oder falsch, Belohnung und Bestrafung im Kopf. Wenn wir nichts tun, geht automatisch der Lärm weiter, wenn wir etwas tun, auch. Das ist paradox. Wir leiden mehr oder weniger bewusst an einem Zustand, der sich scheinbar nicht verändern lässt …

Die Lösung ist erst richtig paradox: Wenn wir bewusst alles so sein lassen, wie es ist, jedes Detail, im Innen, wie im Außen, mit oder ohne Gedankenradio, auch das Ungenügen, das entlang der Grenze des Denkens streunt und wenn auch alle, die es gar nicht auf der Reihe haben, sein dürfen, wie sie sind. Wenn wir nichts ändern wollen, nirgendwo hin wollen, ändert sich alles. Der stille Frieden, der alles sowieso bereits hält, zeigt sich, wie ein wildes Tier, das aus dem Schutz des Waldes tritt. Der Grund der Dinge liegt brach und erwartet die Saat der Veränderung, die vom Herzen kommt …

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To dare to live in silence is radical. Without being with a mental construct, without method, without control, without religion, without philosophy, without being anything that provides security. It’s just quiet …

The strange thing is, if we do nothing but just go on unconsciously, it is anything but quiet. There is market shouting, justification, right or wrong, reward and punishment in the head. If we do nothing, the noise automatically goes on when we do something, too. That’s paradoxical. We more or less consciously suffer from a condition that apparently can not be changed …

The solution is really paradoxical: If we consciously let everything be as it is, every detail, inside and outside, with or without the voices in the head, even with the unease in the back of our heads, when even the ones that cant get anything going. When we do not want to change anything and when there is nowhere to go, everything changes. The quiet peace, which already holds everything anyway, shows itself, like a wild animal that steps out of the protection of the forest. The ground of things willing and awaits the seeds of change that comes from the heart …

Heim für arme Häferl und Teller und für alle, die einen Sprung in der Schüssel und nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. / Home for poor mugs and plates and for those who are cracked and do not have all cups in the closet anymore.

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„Es ist Zeit, die Konsensrealität zu missachten.“

Charles Eisenstein

Es reicht nicht hier und dort Verbesserungen zu machen, Stücke zu reparieren und Teilbereiche wieder herzustellen, sei es im Gesundheitssystem, in der Umweltpolitik, der Wirtschaft, der Kunst und all den anderen Bereichen des menschlichen Lebens. Solange sich Menschen als Individuen erleben, die in einer feindlichen Welt um ihr eigenes Überleben kämpfen, generieren sich die Probleme immer neu, die wir im Stückwerk lösen wollen …

Zum Glück vollzieht sich bereits eine umfassende Wandlung. Leben erneuert sich ständig, Bewusstsein verändert sich, wir leben jetzt in anderen Erfahrungen zur Welt, als es z.B. den alten Griechen möglich war, wir stehen jetzt in anderen Bezügen, als wir es als Kind taten. Da reift etwas heran, etwas, das wir nicht tun müssen, das jedoch durch uns zur Welt kommt. Es hat einen Grund, warum wir uns von bestimmten Dingen angezogen fühlen. Auch wenn sie die Konsensrealität verlassen …

Die Installation Schrägstrich Performance „Heim für arme Häferl und Teller und für alle, die einen Sprung in der Schüssel und nicht mehr alle Tassen im Schrank haben“ weicht gehörig von der Konsensrealität ab. Die Radikalität einer – nicht von Expertentum gedeckten – Ahnung zu folgen, mit Ausdauer und Konsequenz, bloß weil man sehen mag, wohin das führt, erobert die Räume der Zukunft. Räume, deren Architektur aus Impulsen besteht, die sich gut anfühlen. Räume, die nicht fertig sind, die wir gebraucht hätten, als wir jung waren, die uns ermöglichen, die Welt anders zu sehen …

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„It’s time to ignore the consensus reality.“

Charles Eisenstein

It is not enough to make improvements here and there, to repair pieces and to restore partial areas, be it in the health system, in environmental policy, the economy, the arts and all the other areas of human life. As long as people experience themselves as individuals who are fighting for their own survival in a hostile world, the problems that we want to solve piecemeal are generated again and again …

Fortunately, there is already a comprehensive Transformation going on. Life is constantly renewing itself, consciousness is changing, we are now living in other experiences, as it was possible e.g.  for the ancient Greeks, we are now in other references than we did as a child. Something is maturing, something that we do not have to do, but that is born through us. There is a reason why we are attracted to certain things. Even if they leave the consensus reality …

The installation slash performance „home for poor mugs and plates and for those who are cracked and not do not have all cups in the closet anymore.“ deviates well from the consensus reality. To radically follow a notion – which is not covered by expert opinion – with perseverance and consistency, just because one wants to see where that leads, conquers the spaces of the future. Spaces whose architecture consists of impulses that feel good. Spaces that are not finished, that we would have needed when we were young. Spaves that enable us to see the world completly differently …

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Neue Formen / New forms

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„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“

Albert Einstein

Das Geschenk der Stille ist jedes Mal eine Einladung durch ihren knisternden Schleier zu treten und die Belange der Welt fahren zu lassen. Die Stille nimmt alle mentale Geschäftigkeit und belässt dich mit dem, was ist. Keine Geschichten, keine Aufträge, keine Religionen, keine Interpretationen, keine Bedeutung, keine Bewertung, jedoch Einfachheit, Verbundenheit, kein Unterschied zwischen innen und außen. Die gebrochenen Flügel der Trennung wachsen heil …

Die Herzen ächzen wie alte Schiffe. Geboren aus dem Inneren der Stille bildet sich etwas Neues durch die menschliche Form in die Welt hinein.
Von Anfang an klar zeigt sich die Ahnung dessen, was werden will. Die ersten tapsigen Schritte der neuen Form brauchen noch einen geschützten, freilassenden Raum, Wertschätzung und Vertrauen. Doch schon bald zeigt sich das Neue wie ein Festzug …

In der Stille wird das eigene Menschsein transparent wie Glas. Je durchsichtiger, desto mehr Ankommen …

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„Creativity is intelligence that has fun.“

Albert Einstein

The present of silence is an invitation to step through her crackling veil and to let  go the concerns of the world. Silence takes away all mental activity and leaves you with what is. No stories, no assignments, no religions, no interpretations, no meaning, no evaluation, but simplicity, communion, no difference between inside and outside. The broken wings of separation grow healing …

The hearts groan like old ships. Born in the interior of silence, something new emerges through the human form into the world.
Since the beginning, the notion of what wants to be is clear.
The first few steps of the new form still need a protected, free space, appreciation and trust. But soon the new shows itself like a pageant …

In silence, one’s own humanity becomes transparent like glass. The more transparent, the more arriving …

Broken hearts

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Fotos: Reinhard Werner

Einst wurde die eigene Anwesenheit überwältigt und weggesperrt im verborgenen Winkel des Herzens.
Wenn sie sich jetzt zeigt, ins Gesicht wirkt, in die Sprache, in die Handlung, geschieht das oft vorsichtig, wie die ersten Schritte eines Kindes, denn die Verletzung ist noch spürbar …

Bleibt die Anwesenheit jedoch aus, in den unterschiedlichen Situationen und Szenarien, wird der Raum mit Gedankengeschichten überwuchert, fehlt die Anwesenheit, fehlt die stille, offene Präsenz, bildet sich ein Marktplatz der alten Stimmen, tummeln sich Ängste und Sorgen, Wünsche und Hoffnungen im verlorenen Raum …

Wagt sich die Anwesenheit ans Licht und nimmt den Raum des gegenwärtigen Moments ein, machen sich die unruhigen Geister im Kopf aus dem Staub.
Tausendfache Welten erwarten unsere Präsenz schon sehnsüchtig. Wir gewinnen uns selbst zurück und kommen in jede Situation wie frisches Grün …

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Once upon a time, one’s own presence was overpowered and locked away in hidden corners of the heart.
When we show our true self now, in the face, in language, through action, it is often done cautiously, like the first steps of a child, because the injury is still noticeable …

However, if there is no awareness in different situations and scenarios, the empty space is overgrown with thought stories, if silent open presence is missing, a marketplace of the old voices takes place, fears and worries, desires and hopes are scrimmaging in the lost space …

If attendance ventures into the light and occupies the space of the present moment, the restless thoughts disappear.
Thousandfolded worlds are awaiting our attendance eagerly. We win our sweet selves back and arrive present in each situation like fresh green …

Die andere Seite / The other side

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Fotos: Reinhard Werner

Die eine Seite besteht aus den Inhalten des Denkens, sie ist weitgehend unbewusst. Abwesend treiben wir in Gedanken wie in Verpackungsmaterial. Doch wir müssen nicht lange herumschweifen im schrillen Trash von Wünschen und Ängsten. Wir können auch die Abkürzung nehmen …

Und schwupps, tauchen wir aus dem Gedankenstrom hinein in die Öffnung. Die Öffnung hat noch keinen Durchgang, wenn sie bloß Wort bleibt. Erst vom Herzen her gesehen ist Öffnung wirklich …

Und kaum schlüpft man durch – auf die andere Seite – wirken die Inhalte des Seins, ist der Wind sofort dein Freund und der Mond deine Schwester. Und du selber bist unberührt von den Gewalten der Zeit mit neugeborenem Blick …

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One side consists of contents of thought, it is largely unconscious. Absently, we drift in thought like in packaging material. But we do not have to wander around for long in the shrill trash of desires and fears. We can also take the shortcut …

And Schwupps, we dive from the flow of thought into the opening. The opening still has no passage, if it remains merely word. Only seen from the heart is opening real …

And as soon as one slips through – on the other side – the contents of being tale effect, the wind is immediately your friend and the moon your sister. And you yourself are untouched by the forces of time with a newborn gaze …