Geisterkäfige / Ghost cages

20180813_192345

Da ist der Wunsch nach Freiheit, aber aus welchem Gefängnis denn? Die Käfige, in denen wir gehalten sind, kann man nicht sehen. Jedes Mal, wenn wir – meist unbewusst – glauben, frei zu sein wäre nicht möglich, bildet genau das den Käfig …

Da ist der Wunsch nach Freude, doch Freude ist unser Grundzustand, unser Name, unser Sein. Was zwischen uns und unserer Freude ist, lässt sich mit den Sinnen nicht erfahren. Jedes Mal, wenn wir – meist aus Gewohnheit – annehmen, wir hätten es ja nicht besser verdient, wird Freude verschleiert …

Die Trennung von dem, was wir wirklich wollen, sind unbewusste Annahmen. Unsichtbar, weil so gewohnt. Mächtig, weil nicht gesehen.
Bewusstsein ist kein Luxus, den man in Meditationen erlernt, um in andere Sphären zu gelangen. Es ist der Schlüssel, der die Geisterkäfige öffnet. Es begleitet unsere Schritte und hält die Öffnung aufrecht, in dem, was ist …

20180813_102400

There is the desire for freedom, but from what prison? One can not see the cages in which we are held. Every time we think – mostly unconsciously – that being free is not possible, that’s exactly what builds the cage …

There is the desire for joy, but joy is our ground state, our name, our being. What is between us and our joy can not be experienced with the senses. Every time we accept – mostly out of habit – that we did not deserve it better, joy is obscured …

The separation from what we really want Gold ist of unconscious assumptions. Invisible, because we are so used to. Powerful, because not seen.
Consciousness is not a luxury that one learns in meditations to reach other spheres. It is the key that opens the ghost cages. It accompanies our steps and maintains the opening to what is …

Advertisements

Die Werkzeuge der Götter / The tools of gods

stillleben 4

An der Baustelle des Lebens hantiert man mit den Werkzeugen der Götter.
Am Rand des Sichtbaren stehend bricht das „Ich“ weg wie Gerüst und Balken. Das ewig Neue öffnet seine Tore …

Mit Denken und Wollen geht hier gar nichts mehr. Nur offen sein und werken mit dem, was ist. Sich innerlich erhebend, die ersten Schritte übend, wie ein Schloss auf zwei Beinen …

Die eigene, vertraute Form wie ein Segel einholend, ihre Anwesenheit zelebrierend. In der Kühle des Morgens die Werkzeuge der Götter bereitend dem vertrauend und zu mögen, was man tut …

Stillleben4 detail

At the construction site of life one deals with the tools of the gods.
Standing on the edge of the visible, the „I“ breaks away like scaffolding and beams. The eternally new opens its doors …

Thinking and wanting doesn’t work here. Just being open and working with what is. Rising inwardly, practicing the first steps, like a castle on two legs …

Retrieving one’s own familiar form like a sail, celebrating its presence. In the cool of the morning preparing the tools of the gods to trust in and to like what one does …

stillleben 4 mit füssen

Ausbruch aus dem Geistergefängnis / Breakout from the ghost prison

20180808_075713

Alles ist so anders, wenn das „Ich“ nicht mehr ist. Grenzen fallen als erstes weg. Bewegungen geschehen von selbst. Erkennen taucht auf. Lust erwacht. Das Bedürfnis sich ganz zu verlieren meldet sich …

Man erliegt dem sanften Zauber des Unbekannten. Das Erleben durch das „Ich“ kennt man ja, es ist geprägt von Geschichten und Meinungen, die man über sich selbst hat und von jeder Menge Gedanken, in deren Zentrum „Ich“ thront …

Doch kannst du das „Ich“ finden? Kannst du sagen, hier ist es? Allein das Feuer der Sterne bewegt den Atem. Nur die Kraft der Offenheit treibt die Dinge voran. Evolution tanzt in Milliarden Partikeln. Der abwesende Blick füllt sich mit wiedererkennen …

20180808_075615

Everything is so different when the „I“ is no more. Borders fall away first. Movements happen by themselves. Realization emerges. Lust awakens. The need to lose oneself totally is announcing …

One surrenders to the gentle magic of the unknown. One already knows how to experience the world through the „I“, it is characterized by stories and opinions, which one has about oneself and of a lot of thoughts, in whose center „I“ resides …

But can you find the „I“? Can you say, here it is? Merely the fire of the stars moves the breath. Only the power of openness drives things forward. Evolution dances into billions of particles. The absent  fills with realization …

Bühne frei! Clear the desks!

Brautpaar

Als wir das Paradies an das Ego verkauften, haben wir auch uns selbst verloren. Wenn jedoch das Denken still wird und auch alles Wünschen und Hoffen schweigt, kehrt das Verlorene ganz von selbst zurück. Wenn alles Tun aufhört und die Anspannung loslässt, ist die Bühne frei für das, was immer übersehen wurde …

Was vorher keine Gestalt hatte, mischt sich nun munter in die Welt der Formen. Magie flüstert im Rascheln der Gräser. Die Feststofflichkeit erlöst sich. Das Grenzenlose tritt in den Vordergrund und trinkt Kaffee …

Seine Bestimmung zu leben meint wohl, sich nicht in der Gedankenferne zu verlieren, sondern ganz hier, endlich dafür zu gehen, was man schon seit jeher im Herzen weiß …

When we sold paradise to the ego, we also lost ourselves. However, when thinking becomes silent and all desires and hopes remain quiet, the lost paradise returns automatically. When all action stops and the tension releases, the stage is free for what has always been overlooked …

What does not have a form, mixes now merrily into the world of forms. Magic whispers in the rustling of the grasses. The solid unbans. The limitless comes to the foreground and drinks coffee …

To live ones purpose means probably not to lose oneself in the distance of thought, but being right here to finally go for what one has always known in the heart …

Der Geschmack der Sterne / The taste of stars

Leda 1

Fotos: Renee Kellner

Leben ist Ringen um Präsenz. Aufzutauchen aus dem Traum der Dinge. Erwachen. Ständig möchte uns etwas in die Unbewusstheit zwingen, mit immer neuen Tricks …

1000 Selfies, um zu bezeugen, dass wir hier sind. Die Unmöglichkeit so zu leben, wie wir es uns wünschen, anstatt dessen Möglichkeit. Die Unruhe des Wollens, anstatt des subtilen Friedens des Habens …

Das, was die Sterne erschaffen hat, möchte sich in dir kennenlernen. Es bahnt sich seinen Weg durch die Person, die du zu sein glaubst.
Das, was den Stern zuinnerst bewegt, bewegt sich in auch in dir, einem sich selbst erkennenden Stern …

Leda 2

Life is a struggle for presence. Emerging from the dream of things. Awakening. Something constantly wants to force us into the unconscious, with lots of tricks …

1000 selfies to testify that we are here. The impossibility to live as we wish, rather than its possibility. The unrest of wanting, instead of the subtle peace of having …

What the stars created wants to get to know you. It makes its way through the person you think you are.
That which moves the star in the heart also moves in you, a self-recognizing star …

Stilles Reisen /Silent travel

20180727_175355

Ateliertag ist Reisetag. Zu den feinsten Orten in sich, wie zu den tiefsten oder zu den heftigsten. Kunst kann man nicht als Nebensache betreiben, da muss man schon fit sein, ordentlich dastehen, wie der Mond am Himmel …

Es ist die Zeit seine Konturen zu schärfen und sich kopfüber in das Meer im Inneren zu stürzen. Oder im Pyjama an die Türen der Götter zu klopfen. Sich immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen …

Entweder im süßen Taumel der Gegenwart sein, oder wie ein blinder Elefant durch den Porzellanladen laufen. Wachen hinter den Kulissen. Am Ort, wo die Fäden der Dinge zusammenlaufen …

20180727_181116

Studio day is travel day. To the finest places in oneself, as to the deepest or the most fierce. You can not do art as an afterthought, you have to be fit, stand well, like the moon in the sky …

It’s time to sharpen ones contours and head down into the ocean inside. Or to knock in pyjamas on the doors of the gods. Time and again to allow a spanner being thrown in ones plans…

Either being in the sweet tumult of the present, or run like a blind elephant through the china shop. Watching behind the scenes. In the place where the threads of things come together …

Wir Wachwandler / We wake walkers

20180725_120603

Stille ist unsere erste Haut. Sie ist nicht sichtbar und doch realer als der Atem. Sie ist das Ursprungsland, der Palast jenseits der Sinne …

Wir Schatzgräber im Grund der Dinge verscheuchen Gespenster wie Fliegen.
Passen wir nicht auf, hüllen uns ihre verführerischen Gesänge in unruhigen Schlaf …

Wir Wachwandler ziehen die Schleier der Trennung vom Paradies. Wir finden unter der Gedankenasche die Glut des Augenblicks …

Silence is our first skin. It is not visible and yet more real than breath. It is the country of origin, the palace beyond the senses …

We treasure hunters digging in the ground of things shoo away ghosts like flies.
If we do not pay attention, their seductive songs wrap us in restless sleep …

We wake walkers pull the veils of separation from paradise. Under thought-ashes we find the glow of the moment …