Brachliegende Felder / Fallow fields

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Das Leben im konditionierten Gedankenstrom nimmt einen großen Teil unserer Welt ein. Doch da sind noch jede Menge brachliegender Felder, in denen wir uns aufhalten können:

In dem Teil von einem, wo man nicht mehr sucht, sondern schon gefunden hat.
In dem Teil von einem, wo der Krieg bereits beendet ist.
In dem Teil von einem, der bereits in Freiheit ist.
In dem Teil von einem, er ohne Zweifel ist.
In dem Teil von einem, der massiv im Sein gegründet ist …

In dem Teil von einem, der bereits losgelassen hat.
In dem Teil von einem, der schon offen und verfügbar ist.
In dem Teil von einem, der tief drinnen ganz genau weiß, was wahr ist.
In dem Teil von einem, der bereits alles hat, was er braucht.
In dem Teil von einem, der bereits angekommen ist …

Life in the conditioned stream of thinking occupies a large part of our world. But there are still plenty of fallow fields in which we can stay:

In the part of oneself, where one no longer seeks, but has already found.
In the part of oneself, where the war is already over.
In the part of oneself, where one is already free.
In the part of oneself, where one is without doubt.
In the part of oneself, where one is massively grounded in being …

In the part of oneself where one already had let go.
In the part of oneself, where one is already open and available.
In the part of oneself, where one knows deep inside what is true.
In the part of oneself, where one already has everything he needs.
In the part of oneself, where one has already arrived …

Home is where the heart is

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Im dicht gewebten Teppich der Gedanken findet sich gerade mal so viel Leben wie in einem hohlen Geisterzahn. Löst sich das Gewebe, öffnet sich die darunterliegende Dimension der Stille wie frisch gefallener Schnee …

Der verfilzte Mantel der Vergangenheit gleitet zu Boden. Nicht mehr die Persönlichkeit erlebt den Raum, sondern das ihr innewohnende Sein. Es genießt die Tore der Sinne. Staunen und Applaus des Seins machen die Welt brandneu. Es ist nichts zu tun, das Herz schlägt bereits in Freiheit …

Das blosse Wissen reicht nicht aus, um die Klammer der alten Matrix zu lösen. Erst im Eintauchen in das Meer der Stille wandeln sich die kargen Winkel und Lebendigkeit gerät aus den Fugen, hält sich nicht mehr an die Normen. Die Ströme des Seins sind fremd und gleichzeitig tieferes zuhause. Nur die erste Welle des „Ich bin“ erreicht den Menschen und keine Trennung ist weit und breit …

In the densely woven carpet of thoughts is just as much life as in a hollow ghost tooth. When the fabric loosens, the underlying dimension of silence opens like freshly fallen snow …

The matted coat of the past slides to the ground. No longer the personality experiences the space, but the inherent being. It enjoys the gates of the senses. The being’s amazement and applause makes the world brand new. There is nothing to do, the heart is already beating freely …

The sheer knowledge is not enough to loosen the old matrix’s brace. Only when immersed in the ocean of silence do the barren corners change and liveliness gets out of hand, no longer adhering to the norms. The streams of being are foreign and at the same time deeper home. Only the first wave of the „I am“ reaches the human and no separation far and wide …

Alte Stimmen und neue Ordnungen / Old voices and new orders

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Zuerst sind es nur ein paar Schritte, die man gehen kann, ohne Kommentator im Kopf. Dann wird allmählich klar, dass der/die KommentatorIn bloß eine alte Stimme ist, die einem das Leben versauert und man ihr nicht folgen muss …

Weitergehend, die alten Stimmen ignorierend, wächst die Gewissheit, dass die Herausforderungen, die den Planeten und alle Individuen zu plagen scheinen, den Transformationswehen der Puppe gleichen, während der Schmetterling schlüpft …

Es ist immer dasselbe: die alte Ordnung überlebt sich und das Individuum wie das Kollektiv müssen durch die nötige Phase der Unordnung – obwohl man sich noch so wehrt und zetert – um der neuen Ordnung zu weichen. Evolution entfaltet sich, wie der Schmetterling, immer weiter …

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First, there are only a few steps you can go without a commentator in your head. Then it gradually becomes clear that the commentator is just an old voice that fucks you up and you do not have to follow it …

Going further, ignoring the old voices, the certainty grows that the challenges that seem to plague the planet and all individuals are like the cocoon’s transformational contractions as the butterfly unfolds …

It is always the same: the old order has outlived its purpose and the individual and the collective have to go through the necessary phase of disorder – even though they resist and curse – in order to give way to the new order. Evolution, like the butterfly, unfolds …

Konzept vs. Sein / Concept vs. Being

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Wir leben wir in einer Welt, in der wir alle lebendigen Vorgänge mittels Sprache konzeptualisiert haben. Diese Konzepte sind allerdings abgeschmackt, sie beinhalten kein Leben mehr. Das Wort Liebe kann man kaum mehr aussprechen, es ist schal und manipulativ geworden, wohingegen das gelebte Phänomen Liebe einem immer noch die Birne wegbläst …

Das Heim der Konzepte ist der konditionierte Verstand, die Welt der wertenden Gedanken. Während das Sein in der epischen Stille wohnt, in der die Sterne kreisen. Es ist Zeit das angestrengte Haus der Gedanken zu verlassen, sich selbst und die Welt in ihrem Sein bedingungslos willkommen zu heißen …

Schon die Bereitschaft öffnet eine warme Vertrautheit wie in Kindertagen, als wäre die Welt von Sonnenstrahlen getragen. Auch wenn der Körper mal eine Träne rausdrückt und egal ob wir hinsehen wollen oder nicht: Wir sind nichts als blühender Sternenstaub …

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We live in a world in which we have conceptualized all living processes through language. However, these concepts are tasteless, they do not contain life anymore. The word love can barely be pronounced, it has become flat and manipulative, whereas the lived phenomenon of love still blows your head away  …

The home of concepts is the conditioned mind, the world of judgmental thoughts. While being dwells in the epic silence in which the stars circle. It’s time to leave the strained house of thoughts, to unconditionally welcome yourself and the world in its being …

Already the willingness opens a warm familiarity as in childhood, as if the world is carried by sunrays. Even if the body pushes out a tear and no matter whether we want to look at it or not, we are nothing but blooming stardust …

Stilles Bad / Silent bath

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Sogar wenn man nur mit einer Zehe in Stille taucht, beginnt gleich Kontakt zu dem knisternden Meer im Inneren und der ihm innewohnenden Intelligenz und Inspiration. Manchmal steigt das Meer von selbst an die Oberfläche, vor allem, wenn es Schönheit zu erleben gibt oder Güte …

Meist jedoch sitzt man am Ufer, schwätzend, eingehüllt in Mauern von Worten, sehr darauf bedacht nicht nass zu werden. Das innere Meer löscht den Lärm im Kopf. Ins Meer sinkend beginnen Anwesenheit und Wahrnehmung …

Miteinander entsteht. Das Erleben des Menschen und das Kratzen der trockenen Blätter über den herbstlichen Asphalt, miteinander. Die Bewegungen der Schritte, das Bemühen um Synchronizität, miteinander. Das Überwältigtwerden vom Schlaf, Mensch und Schlaf, miteinander. Das Universum probiert sich in all seinen Teilen, miteinander …

Even if you dive into silence with just one toe, the contact with the sizzling ocean inside and its inherent intelligence and inspiration begins immediately. Sometimes the sea naturally rises to the surface, especially when there is beauty or goodness …

Mostly, however, one sits on the shore, gossiping, wrapped in walls of words, careful not to get wet.
The inner sea clears the noise in the head. Sinking into the sea, presence and perception arises …

Togetherness arises. Human experience and the scratching of dry leaves over autumnal asphalt, together. The movements of the steps, the search for synchronicity, together. Being overwhelmed by sleep – man and sleep – together. The universe practicies itself in all its parts, together …

10 Tipps für ein Rendezvous mit Stille / 10 tips for a rendezvous with silence

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1. Zeigen sie sich von ihrer sanften Seite seien sie freundlich.

2. Bringen sie besser nicht zu viel Absichten und Erwartungen mit, sondern lassen sie sich überraschen.

3. Es schadet nicht, sich fesch zu machen. Halten sie ihre kostbaren Augen für Schönheit offen.

4. Suchen sie nicht nach etwas, das falsch läuft, haben sie keine Angst etwas Verkehrtes zu tun.

5. Lassen sie ihre persönliche Geschichte zu Hause, die interessiert wirklich niemand.

6. Und wenn wir schon dabei sind, vergessen sie auch gleich, was sie alles erreichen wollen, das ist auch nicht so spannend.

7. Hören sie zu, nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem ganzen Körper.

8. Ihr Humor hilft ihnen. Machen sie sich verfügbar.

9. Machen sie sich verwundbar.

10. Zeigen sie sich.

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1. Show your gentle side, be friendly.

2. Better not bring too much intention and expectation, but let yourself be surprised.

3. It does not hurt to get dressed up. Keep your precious eyes open for beauty.

4. Do not look for something that goes wrong, do not be afraid to do something wrong.

5. Leave your personal story at home, nobody really cares.

6. And while we’re at it, forget also what you want to achieve, that’s not so exciting anyway.

7. Listen, not just with the mind, but with the whole body.

8. Your humor helps. Make yourself available.

9. Make yourself vulnerable.

10. Show yourself.