Celebrating the moment

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Wenn plötzlich alle räumlichen und zeitlichen Begrenzungen wegfallen und berührende Ahnungen wie Geister vorbeitreiben. Eine Erinnerung von weißen Sommerwolken. Düfte. Das Schwingen von Sonntagsglocken im Abendwind. Der Abenteuerraum, nachdem zu Ende gezählt wurde, beim Versteckspiel und es schon fast dunkel ist. Als würden die Dinge einem von jenseits der Zeit ans Herz greifen, als würde man sie kurz vorm Tod noch mal grüßen …

Man kann sein Leben wie aus der Ferne leben oder ganz nah. Ego hält uns davon ab, es ganz nah zu erleben. Ego lebt nur in der Interpretation von Leben und welchen Nutzen es hat, mit Leben direkt und nah kann es nichts anfangen. Ego muss sich schützen, sich immer wieder um jeden Preis wiederherstellen …

Obwohl Ego hauptsächlich aus Gedanken besteht und von seiner Natur her sehr flüchtig ist, sitzt es doch fest im Körper, wie ein Zahn im Kiefer. Wenn es mit dem Tod in irgendeiner Form konfrontiert wird, sei es Verlust an Besitz, Gesundheit oder Ansehen, dann fühlt sich das real wie sterben an. Freiheit beginnt, wen man bereit ist, nicht nach der Pfeife des Egos zu tanzen. Wenn man bereit ist zu sterben. Erst dann entdeckt man, was immer frei ist. Was ist ganz nah und bleibt, unabhängig von den Umständen? Was ist immer frei, trotz Schmerz und Verlust? Was kann nicht verletzt werden?

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When all spatial and temporal limitations suddenly disappear and touching notions like ghosts drift by. A reminder of white summer clouds. Fragrances. The swinging of Sunday bells in the evening breeze. The adventurous space at the hide and seek game after the counting ended and it is almost dark. As if things would touch ones heart from beyond time, as if they were greeted before death …

You can live your life as from afar or very close. Ego keeps us from experiencing it very close. Ego lives only in the interpretation of life and what benefits it has, with life direct and close it can not do anything. Ego has to protect itself, always recover at any cost …

Although ego consists mostly of thought and is very volatile in nature, it sits firmly in the body, like a tooth in the jaw. When confronted with death in some form, be it loss of possessions, health or reputation, it feels real like death. Freedom begins when one is prepared not to dance to the ego’s pipe. When one is ready to die. Only then will one discover what is always free.
What is very close and remains, regardless of the circumstances? What is always free, despite pain and loss? What can not be hurt?

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Wie Ego funktioniert … / How ego works …

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Fotos: Renée Kellner

Wie Ego funktioniert, bemerkt man am besten in Zeiten, wo einem das Leben den Boden unter den Füßen wegzieht. Was wir unbedingt retten wollen, wenn Verluste drohen oder unsere Unzulänglichkeiten aufgedeckt werden, ist das, woran unser Ego am meisten hängt, woran es sich klammert …

In den Gedanken läuft das alte Spiel ab, um das Ego zu schützen, zu verteidigen oder wieder herzustellen und doch ist gerade dann die Chance, wirklich zu sich zu stehen und von der Trennung in die Verbundenheit zu wechseln …

In den Scherben findet sich eine altbekannte Aufrichtung, etwas, das noch viel ältere Wurzeln hat, als das Ego. Die Fähigkeit, aufrecht im Zerbrochenen zu stehen, ohne Hoffnung, das Feuer auszuhalten – in dem die Egofantasien geröstet werden – verbindet uns mit der ursächlichen Menschlichkeit, einer Kraft sondergleichen …

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How ego works is best noticed in times when life pulls the ground from under our feet. What we desperately want to save, when losses threaten or our shortcomings are uncovered, is what our ego depends most on, what it clings to …

In our minds the old game to protect, to defend or to restore the ego sets in dramatically and yet just then is the chance to really stand by oneself and to switch from separation into relatedness …

In the shards we find a well-known sincerity, something that has much older roots than the ego. The ability to stand upright in the broken, with no hope, enduring the fire – in which the ego fantasies are roasted – connects us with our original humanity, a force beyond compare …

Tanz der Herzen / Dance of hearts

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So eine einfache Bewegung eigentlich, den Blick aus dem Treiben der Dinge, hin zur Quelle zu richten. Im Treiben folgt Reaktion auf Aktion und umgekehrt, so als wären wir Spielzeuge, die schon eine eingebaute Reaktion auf Impulse hätten. Meistens wenig bewusst, mit den Mitteln, die wir gelernt haben, seit wir aus dem Paradies fielen …

Aus dem Treiben entstehen Sorgen und Probleme und die Identifikation damit. Da wir jedoch die Bedeutung dessen, was geschieht, für die folgenden Ereignisse nicht kennen darf der Blick ruhig näher in das direkte, unmittelbare, frische Erleben rücken, ins Gewahren …

Aus dem Überlebenskampf in den Tanz der Herzen. Aus der Anhaftung ins Losgelassensein. Aus der Trennung in die Verbundenheit. Aus der persönlichen, psychologischen Verstrickung in die ursächliche Menschlichkeit. Aus dem Schatten des Zweifels in die Unschuld. All das, mit der eigentlich einfachen Änderung der Richtung. Aus dem Treiben der Dinge, hinein ins freundliche Nichts.

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Such a simple movement actually to direct the gaze from the ado of things to the source. In the emboss follows reaction to action and vice versa as if we were toys as if we were toys that already have a built-in reaction to impulses. Mostly unaware, with the resources we’ve learned since we fell out of paradise …

The bustle creates worries and problems and identification with them. However, since we do not know the meaning of what is happening for the following events, the gaze may quietly move closer to the direct, immediate, fresh experience, into awareness.

From struggle for survival into the dance of hearts. From attachment to release. From separation into the relatedness. From personal, psychological entanglement into causal humanity. From shadow of doubt to innocence. All this, with a simple change of direction. From the bustle of things, into friendly nothingness …

Stilles, bewusstes Sein / Silent, conscious being

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Fotos: Renee Kellner

Stilles Bewusstsein zu suchen ist, als ob man in einem Raum voll weißem Licht, weißes Licht sucht, oder eine Gurke in einer Gurke sucht. Es geht einfach nicht, weil es überall ist und auch man selbst daraus besteht …

Was funktioniert ist, selbst die Qualitäten zu verkörpern, die stilles bewusstes Sein ausmachen, wie Offenheit und Verfügbarkeit. Wenn einem dann Freundlichkeit und so eine Glut von Freude aus dem Sein entgegenwehen, ist das eine Art Bestätigung auf dem richtigen Dampfer zu sein …

Der Unterschied von Lebensqualität ist enorm: Entweder man hetzt durch die engen nervigen Gassen des unbewussten Denkens oder man schlendert durch breite malerische Boulevards. Entweder die Dinge knallen einem um die Ohren, oder sie schweben in genau dem richtigen, knusprigen Tempo heran …

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To seek silent consciousness is like looking for a white light in a room full of white light or looking for a cucumber in a cucumber. It’s just not possible, because it’s everywhere and you’re made of it …

What works is to embody the qualities that constitute silent conscious being, such as openness and availability. And then, when kindness and such a glow of joy accommodates you out of the blue, you can take it as a sign of confirmation …

The difference in quality of life is enormous: Either you walk through narrow, annoying alleys of unconscious thinking or you stroll through wide picturesque boulevards. Either things are banging around your ears, or they’re hovering at exactly the right crispy pace …

Universität der Stille / University of silence

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Langsam wird es Zeit in den Universitäten weniger leistungsorientierte Fächer zu unterrichten. Davon haben wir schon genug. Wir definieren uns viel zu sehr über Funktion und Nutzen. Wir brauchen Universitäten der Stille, des Seins, der Freude, der kleinen, einfachen Dinge …

Wir wohnen unter einem Himmel voll gewaltiger Stille, die Herzen hebt und alle Fragen löscht. Wir können vergleichen, wer mehr erreicht hat, doch was nützt uns das, im einfach Hier sein, in der Mitte der Bewegung? In der Qualität der Berührung? Im Wiedererkennen?

Im Leistungstaumel, im Streben nach Anerkennung, im Bemühen das Glück in äußeren Umständen zu finden, fällt uns gar nicht auf, wie das Leben schal wird und bitter. Unbewusst vermissen wir etwas Wesentliches …

Erst wenn es still wird, beginnen wir wieder klar zu sehen und bemerken, dass nichts fehlt, dass alles, was man wirklich braucht, bereits hier ist. Auch Freude findet sich wieder mit ein, nicht die oberflächliche Freude, die kommt, wenn einem Mal etwas gelingt, sondern die tiefe Freude, die der Stille innewohnt …


Slowly it’s time to teach less achievement-oriented subjects at universities. We already have enough of that. We define ourselves too much about function and utility. We need universities of silence, of being, of joy, of small, simple things …

We live under a sky full of tremendous silence that raises our hearts and clears all questions.
We could compare who has achieved more, but what good is that to us in just being here, in the middle of movement? In the quality of touch? In recognition?

In pursuit of recognition, in an effort to find happiness in external circumstances, we do not even notice how life becomes stale and bitter. Unconsciously we miss something essential …

Only when it gets quiet, we start to see clearly again and notice that nothing is missing, that everything we really need is already here. Joy, too, comes back to us, not the superficial joy that comes when we succeed, but the deep joy inherent in the silence …

Abenteuer/ Adventure

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Abenteuer kreieren Raum, der noch nicht von Gewohnheit durchmessen ist. In unseren Komfortzonen hören wir oft nicht mehr ihren wilden Ruf …

Die Existenz hat uns ihr Leben gewidmet. Wir können es nehmen, indem wir mit dem gehen, von dessen Wahrheit wir tief drinnen wissen …

Die stillen Flüsse durchströmen uns und doch ist es an uns, ob wir darin schwimmen oder nicht …

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Adventures create space that is not yet traversed by habit. In our comfort zones we often do not hear their wild call …

Existence has dedicated its life to us. We can take it by going with what we know the truth of deep inside …

The quiet rivers flow through us and yet it is up to us whether we swim in it or not …

Loops

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Foto: Renee Kellner

Das Leben im unbewussten Denken hält uns in Schleifen gefangen. Wir erleben immer wieder die Muster, die uns die konditionierten Gedanken vorgeben. Das täuscht zwar Bewegung vor, aber im Grunde stecken wir damit fest. Interessanterweise, wenn wir damit aufhören, still sind, geschieht erst essenzielle Bewegung, reisen wir in archaischen Gefilden …

Bewegen wir uns in den Gedankenschleifen interagieren wir mit der Ambivalenz der menschlichen Gesellschaft, wo wir uns zum Beispiel gegenseitig entsetzliche Gewalt antun – unter anderen sogar den Planeten zerstören – uns aber gleichzeitig fürchterlich darüber aufregen und von einer besseren Welt träumen …

Solange wir mit den Segeln der Inspiration treiben, ist alles gut. Sagt schon der Name, IN Spirit, nicht getrennt davon. Dann sind wir eins mit den Strömungen des Seins. Da braust Spirit durch unser Wesen, führt die Hände, leuchtet in den Augen, treibt Bilder, Klänge, Zeilen und Tänze durch unsere Sinne …

To live in unconscious thinking keeps us in a loop. Again and again we experience the patterns that conditioned thoughts are simulating. This appears like movement, but basically we are stuck with it. Interestingly, when we stop, being quiet, only than essential movement happens and we travel in archaic fields …

As we move in the loop of thought, we interact with the ambivalence of human society, such as being mutually violent to each other – even destroying the planet – but at the same time being terribly upset about it and dreaming of a better world …

As long as we sail with inspiration, everything is fine. The name says it already, IN spirit, not separate from it. Then we are one with the currents of being. Spirit blusters through our being, guides our hands, shines in our eyes, drives images, sounds, lines and dances through our senses …