Neustart / Restart

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Schon spannend, fährt man das menschliche Betriebssystem ganz runter und beendet alle Funktionen, bleibt etwas doch online. Was zuvor nur ein kaum wahrnehmbares Knistern ist, wird nun als eigentlicher Bewohner des Organismus erkannt: Leben …

Man kann also ganz leicht in einem Grundzustand andocken, in dem sich der Organismus an der kosmischen Steckdose auflädt …

Wenn das System wieder hochfährt, merkt man, dass die Funktionen von selbst laufen, nichts zu tun ist und das Wesentliche wieder klar am Schirm ist: Die Momente, an denen innerlich alles spielt …

Exciting, if you shut down the human operating system and terminate all functions,
something stays online. What was previously only a barely perceptible sizzling noise is now recognized as the actual inhabitant of the organism: life …

So you can easily link up to a ground state where the organism charges itself at a cosmic power outlet …

When the system starts up again, you realize that the functions are automatic, there is nothing to do and the essentials are clear again on the screen: the moments in which everything plays inside …

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Ich bin es, das Leben / It’s me, life

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Leben möchte kreieren, hat Lust an den eigenen Fähigkeiten. Das ist ein Vorgang, der von selbst geschieht: Lebenskraft treibt den Motor der Kreativität, befeuert Ideen und der Verstand/Körper macht sich an die Ausführung. Die interessanteste Handlung ist aus dem Weg zu gehen, sich dem zu öffnen …

Das „Ich“ geistert herum und sucht sich selbst in Erfahrungen, in Begegnungen, in Anerkennung, in Sehnsüchten, in Zielen, in Wünschen und findet sich nie so wirklich. Es träumt in den Dingen, während Leben sich selbst lebt …

Befreiung liegt darin, zu sehen, dass man nicht der/die Handelnde ist, sondern Zeuge im Spiel des Lebens. Sobald die Last des „Ich“ weicht, das hauptsächlich Angst hat, etwas falsch machen zu können, oder meint, es wäre so toll, wenn es etwas richtig gemacht hat – bleiben die grundlegenden Eigenschaften des Lebens, jenseits von richtig und falsch, übrig: Lebendigkeit, Begeisterung, Staunen …

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Life wants to create, has a desire for one’s own abilities. This is a process that happens on its own: life force drives the engine of creativity, fuels ideas, and the mind / body begins to execute. The most interesting action is to go out of the way, to open oneself …

The „I“ haunts and looks for itself in experiences, in encounters, in appreciation, in longings, in goals, in desires and never really finds itself. It dreams in things while life lives itself …

Liberation is in seeing that one is not the actor, but rather a witness in the play of life. As soon as the burden of „I“ -which is primarily afraid of doing something wrong, or thinks it is so great when it does something right – disappears, the basic qualities of life beyond right and wrong are in plain view: Liveliness, enthusiasm, amazement …

Dance first!

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„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Schon als Kind hatte man manchmal das Gefühl, es würde etwas großes Graues kommen und all das Bunte, Schillernde verschlingen. Nun, die schlechte Nachricht: Das große Graue ist schon da und hat fast alles verschlungen. Die gute Nachricht: Jede(r) Einzelne hat die Möglichkeit in sich das Bunte, Schillernde wieder zu finden …

Wir unterwerfen uns einer rechten Regierung aus demselben Gründen, wie wir uns unserem eigenen konditionierten Verstand unterwerfen.
Wir scheinen die Unzufriedenheit und Unruhe des Egos irgendwie zu mögen und die Peitsche des Diktators irgendwie noch zu brauchen, sonst würden wir ganz klar nein dazu sagen können …

Wir würden uns für Tanz entscheiden, Freundlichkeit würde aus den Trümmern des Funktionszwangs steigen. Und die armen Diktatoren – im Innen wie im Außen – würden loslassen können, weil sie nicht mehr gebraucht werden …

„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Even as a child you sometimes had the feeling that a kind of great gray would come and devour all which is colorful, iridescent. Well, the bad news: The big gray is already there and has devoured almost everything. The good news: Every individual has the opportunity to find the colorful and iridescent again in oneself …

We submit to a right-wing government for the same reason as we submit to our own conditioned mind.
We somehow seem to like the dissatisfaction and restlessness of ego and somehow still need the whip of the dictator, otherwise we would clearly be able to say no …

We would choose dance, friendliness would rise from the debris of functional compulsion. And the poor dictators – inside and outside – would be able to let go because they are no longer needed …

Brachliegende Felder / Fallow fields

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Das Leben im konditionierten Gedankenstrom nimmt einen großen Teil unserer Welt ein. Doch da sind noch jede Menge brachliegender Felder, in denen wir uns aufhalten können:

In dem Teil von einem, wo man nicht mehr sucht, sondern schon gefunden hat.
In dem Teil von einem, wo der Krieg bereits beendet ist.
In dem Teil von einem, der bereits in Freiheit ist.
In dem Teil von einem, er ohne Zweifel ist.
In dem Teil von einem, der massiv im Sein gegründet ist …

In dem Teil von einem, der bereits losgelassen hat.
In dem Teil von einem, der schon offen und verfügbar ist.
In dem Teil von einem, der tief drinnen ganz genau weiß, was wahr ist.
In dem Teil von einem, der bereits alles hat, was er braucht.
In dem Teil von einem, der bereits angekommen ist …

Life in the conditioned stream of thinking occupies a large part of our world. But there are still plenty of fallow fields in which we can stay:

In the part of oneself, where one no longer seeks, but has already found.
In the part of oneself, where the war is already over.
In the part of oneself, where one is already free.
In the part of oneself, where one is without doubt.
In the part of oneself, where one is massively grounded in being …

In the part of oneself where one already had let go.
In the part of oneself, where one is already open and available.
In the part of oneself, where one knows deep inside what is true.
In the part of oneself, where one already has everything he needs.
In the part of oneself, where one has already arrived …

Stilles Blühen / Silent flowering

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Leben fühlt sich oft hart an, wie angeschlagene Keramik, als hätten wir schon zu lange dieselben Dinge erlebt. Bedrückend, dicht und abgestanden, Nährboden für billige Gewohnheit und giftige Gewächse …

Selbst die Anstrengung es ändern zu wollen, ist noch im selben alten Raum. Doch unbemerkt, wie von selbst, setzt mitten im Brüchigen ein Blühen ein, wie ein neues Instrument im Orchester oder wie ein Aufhorchen im Wald …

Ein sanftes Nichts macht sich Raum in den Trümmern. Evolution bereitet ein Feld für neue Könige und Königinnen. Man kann es nicht machen, aber jedes Mal, wenn man hinhört, ist es da …

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Life often feels hard, like broken ceramics, as if we’ve had experienced the same things for too long. Oppressive, dense and stagnant, breeding ground for cheap habits and poisonous plants …

Even the effort to change this is still in the same old room. But unnoticed, as if by itself, a flowering begins in the middle of the decayed, like a new instrument in an orchestra or like a listening in the forest …

A gentle nothingness makes itself space in the debris. Evolution is preparing a field for new kings and queens. One can not do that, but every time one listens, it’s there …

Das Singen der Stille / The singing of silence

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Stille ist die Abwesenheit der Dinge.
In der äußeren Welt versuchen wir, unsere Sachen auf die Reihe zu kriegen. In der inneren Welt geht es um Sein und darum, sich zu erkennen …

Im Äußeren geht es ums Tun, die Welt ist schon krank vor lauter Tun. Aus dem Inneren kommt das nährende Sein. Das sich Wiederfinden in der Stille. Jedes Mal, wenn man sich sucht, findet man sich, jedes Mal. Immer wieder.

Das sich Wiederfinden in Worten, Bewegungen, Begegnungen und Situationen. Als wäre die Welt eine einzige Quelle des Begegnens und Erkennens. Jetzt, immer in diesem Augenblick, ist ein Blick in den Spiegel der Dinge möglich …

Silence is the absence of things.
In the outer world, we try to get things done. The inner world is about being and to see oneself …

In the outer it is all about doing, the world is already sick of doing. The nourishing being comes from the inner. Relocating in silence. Every time you look, you find yourself, every time. Again and again …

Relocating oneself in words, movements, encounters and situations. As if the world would be a unique source of encountering and knowing. Now, always at that moment, a glimpse into the mirror of things is possible …

Wir Wachwandler / We wake walkers

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Stille ist unsere erste Haut. Sie ist nicht sichtbar und doch realer als der Atem. Sie ist das Ursprungsland, der Palast jenseits der Sinne …

Wir Schatzgräber im Grund der Dinge verscheuchen Gespenster wie Fliegen.
Passen wir nicht auf, hüllen uns ihre verführerischen Gesänge in unruhigen Schlaf …

Wir Wachwandler ziehen die Schleier der Trennung vom Paradies. Wir finden unter der Gedankenasche die Glut des Augenblicks …

Silence is our first skin. It is not visible and yet more real than breath. It is the country of origin, the palace beyond the senses …

We treasure hunters digging in the ground of things shoo away ghosts like flies.
If we do not pay attention, their seductive songs wrap us in restless sleep …

We wake walkers pull the veils of separation from paradise. Under thought-ashes we find the glow of the moment …