Stilles Blühen / Silent flowering

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Leben fühlt sich oft hart an, wie angeschlagene Keramik, als hätten wir schon zu lange dieselben Dinge erlebt. Bedrückend, dicht und abgestanden, Nährboden für billige Gewohnheit und giftige Gewächse …

Selbst die Anstrengung es ändern zu wollen, ist noch im selben alten Raum. Doch unbemerkt, wie von selbst, setzt mitten im Brüchigen ein Blühen ein, wie ein neues Instrument im Orchester oder wie ein Aufhorchen im Wald …

Ein sanftes Nichts macht sich Raum in den Trümmern. Evolution bereitet ein Feld für neue Könige und Königinnen. Man kann es nicht machen, aber jedes Mal, wenn man hinhört, ist es da …

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Life often feels hard, like broken ceramics, as if we’ve had experienced the same things for too long. Oppressive, dense and stagnant, breeding ground for cheap habits and poisonous plants …

Even the effort to change this is still in the same old room. But unnoticed, as if by itself, a flowering begins in the middle of the decayed, like a new instrument in an orchestra or like a listening in the forest …

A gentle nothingness makes itself space in the debris. Evolution is preparing a field for new kings and queens. One can not do that, but every time one listens, it’s there …

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Das Singen der Stille / The singing of silence

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Stille ist die Abwesenheit der Dinge.
In der äußeren Welt versuchen wir, unsere Sachen auf die Reihe zu kriegen. In der inneren Welt geht es um Sein und darum, sich zu erkennen …

Im Äußeren geht es ums Tun, die Welt ist schon krank vor lauter Tun. Aus dem Inneren kommt das nährende Sein. Das sich Wiederfinden in der Stille. Jedes Mal, wenn man sich sucht, findet man sich, jedes Mal. Immer wieder.

Das sich Wiederfinden in Worten, Bewegungen, Begegnungen und Situationen. Als wäre die Welt eine einzige Quelle des Begegnens und Erkennens. Jetzt, immer in diesem Augenblick, ist ein Blick in den Spiegel der Dinge möglich …

Silence is the absence of things.
In the outer world, we try to get things done. The inner world is about being and to see oneself …

In the outer it is all about doing, the world is already sick of doing. The nourishing being comes from the inner. Relocating in silence. Every time you look, you find yourself, every time. Again and again …

Relocating oneself in words, movements, encounters and situations. As if the world would be a unique source of encountering and knowing. Now, always at that moment, a glimpse into the mirror of things is possible …

Wir Wachwandler / We wake walkers

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Stille ist unsere erste Haut. Sie ist nicht sichtbar und doch realer als der Atem. Sie ist das Ursprungsland, der Palast jenseits der Sinne …

Wir Schatzgräber im Grund der Dinge verscheuchen Gespenster wie Fliegen.
Passen wir nicht auf, hüllen uns ihre verführerischen Gesänge in unruhigen Schlaf …

Wir Wachwandler ziehen die Schleier der Trennung vom Paradies. Wir finden unter der Gedankenasche die Glut des Augenblicks …

Silence is our first skin. It is not visible and yet more real than breath. It is the country of origin, the palace beyond the senses …

We treasure hunters digging in the ground of things shoo away ghosts like flies.
If we do not pay attention, their seductive songs wrap us in restless sleep …

We wake walkers pull the veils of separation from paradise. Under thought-ashes we find the glow of the moment …

Das Spiel der Kunst / The game of art

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Ja, man kann auch gemalte Tassen zerschlagen! Willst du das Spiel der Kunst spielen, zieh dich besser warm an. Wenn du hier nicht alles riskierst, hast du schon verloren. Du legst dich mit Mächten an, die dir ein paar Nummern zu groß sind …

Man hat immer einen Preis zu zahlen, der Preis für Sicherheit ist der Tod im Leben. Witzig, denn man wählt ja Sicherheit, um dem Tod zu entgehen und dann kommt er doch durchs Hintertürchen und saugt dir Freude, Begeisterung, Kreativität, alles Lebendige aus dem Hirn …

Der Preis für die Lebendigkeit ist Sicherheit. Erst sich den Gewalten anzuvertrauen, füllt die Wesen mit Saft. Das Ertragen des Bodenlosen öffnet uns die Augen für die unvergleichliche Schönheit, in der wir stecken …

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Yes, you can smash even painted cups! If you want to play the game of art, dress better warm. If you do not risk everything here, you’ve already lost. You mess with powers that are a little too big for you …

There is always a price to pay, the price for security is death in life. Funny, because one chooses security to avoid death and then it comes through the back door and sucks joy, enthusiasm, creativity and everything alive out of the brain …

The price for liveliness is security. Only to confide in the acts of nature beyond control fills beings with juice. Enduring the bottomless opens our eyes to the incromprehensible beauty we are in …

Nur das Meer im Inneren / Only the sea inside

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Automatisch ablaufendes, konditioniertes Denken ist anstrengend, als würde man Möbel herumschieben. Noch dazu glaubt man, dabei dringend etwas zu brauchen. Es ist wie Suchtverhalten. Unbewusst nehmen wir an, wenn wir alles erledigt hätten und unsere Einrichtung komplett ist, wären wir fertige Personen und hätten das unbestimmte Ziel erreicht …

Wir begegnen und behandeln uns ständig im Funktionsmodus, so als würden wir das Meer im Inneren nicht mehr fühlen. Doch ohne dessen überwältigende Dimension, reduzieren wir uns zu bloßem Spielzeug …

Und doch ist da nur das Meer im Inneren, dessen gewaltiges, ehrfurchtsgebietendes Treiben. Die unauslotbaren Tiefen, die unvorhersehbaren Bewegungen. Wie die Berührung von Blinden am Grund der Dinge. Wie ein Kuss auf den Nacken der Nacht …

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Automated, conditioned thinking is exhausting, as if you were moving around furniture. In addition, one believes, to urgently need something. It’s like addictive behavior. Unconsciously, we suppose that if we would do everything right and our accommodation is complete, we would be perfect people and had reached the indefinite goal …

We constantly encounter and treat ourselves in functional mode, as if we no longer feel the ocean inside. But without its overwhelming dimension, we reduce ourselves to mere toys …

And yet there is only the sea within, its vast, reverential ado. The indefinable depths, the unpredictable movements. Like a touch of blind persons at the bottom of things. Like a kiss on the neck of night …

Hinter den Kulissen / Backstage

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Kann man auch gemalte Tassen zerschlagen? Wir werden sehen!
Die Bühne ist bereit, es ist angerichtet, die Kegel sind aufgestellt. Die stillen Felder laden ein.
Die menschliche Existenz ist ganz bestimmt ein Ort loszulassen und zu bilden …

Die Welt der Formen ist ja gut und schön, aber hinter den Kulissen wird es erst richtig interessant. Da hat man es mit den Gewalten an sich zu tun. Deswegen müssen die armen Tassen dran glauben. Das geht ja auch gar nicht, dass sich die Farben an die Gesetzmäßigkeiten der Welt der Formen binden müssen …

Licht und Schatten sind ja Schwindel. Das Spiel der Gedanken ist die Mutter dieses groß angelegten Betrugs. Gestalten macht nur mehr Sinn, wenn es aus dem anwesend sein entspringt. Einfach nur anwesend zu bleiben, ist das Radikalste, ist gleichzeitig eine Weigerung in das Spiel der Gedanken einzusteigen …

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Can one smash painted cups as well? We will see!
The stage is ready, it is arranged, the bowling pins are set up. The silent fields invite.
Human existence is definitely a place to let go and create …

The world of shapes is quiet nice and beautiful, but behind the scenes it gets really interesting. There you have to deal with the forces themselves. That’s why the poor cups have to bite the dust. It is not at all possible that the colors must be bound to the laws of the world of forms …

Light and shadow are a hustle. The game of thought is the mother of this large-scale fraud. Creatibg only makes sense anymore when it springs from being present. Just staying present is the most radical thing and at the same time a refusal to enter the game of thought …

Traum und Wirklichkeit / Dream and reality

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Untersucht man Stille, fällt auf, dass sie nicht getrennt ist, von bewusstem Sein, von Anwesenheit. Von etwas, das schon hier ist, das man nicht zu machen braucht. Es ist unmöglich den Finger darauf zulegen, man kann es nicht zu einem handlichen Konzept machen, um es in die Tasche stecken. Bewusstsein lässt sich nicht ins Unbewusste mitnehmen, man kann es nicht in „sein Leben“ integrieren …

Vom bewussten Sein aus betrachtet, ist die Welt der Gedanken und deren Inhalt nur scheinbar real, sie bestehen hauptsächlich aus Vergangenheit, die sich automatisch wiederholt, wie ein wenig angenehmer Traum …

Stilles Bewusstsein liebt das frische Gewahren im Moment. Das Heraustreten aus „seiner Welt“. Das Tasten der Sinne. Die Wurzeln der Welt reichen ins Wunder. Deshalb ist das Untersuchen von bewusstem Sein keine sachliche Angelegenheit, je mehr man es mag, sich darin verliebt, desto mehr zeigt es sich und wechselseitiges Erkennen geschieht, wie in einem Spiegel …

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If one studies silence, it becomes apparent that it is not separate, from conscious being, from presence. Of something that is already here that you do not need to do. It’s impossible to put a finger on it, you can not make it a handy concept to put it in your pocket. Consciousness can not be taken into the unconscious, one can not include it in „ones world“ …

Viewed from conscious being, the world of thoughts and their content is only seemingly real, they consist mainly of the past, which is repeated automatically, like a little pleasant dream …

Silent consciousness loves fresh awareness in the moment. The stepping out of „ones world“. The groping of senses. The roots of the world reach into wonder. Therefore, exploring conscious being is not factual, the more you like it, the more you fall in love with it, the more it shows up and mutual recognition happens, like in a mirror …