Wildes Grau / Fierce grey

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Wildes Grau rüttelt am Ende des Sommers. Am Fenster stehend spiegelt sich der Blick aus wunderbar wunden Tiefen, innig verwoben mit dem, was er sieht. Der Blick rastet in dem Ziehen der Jahreszeiten, gewinnt an Raum, findet sein zu Hause. Das Grau zerrt den Sommer aus den Dingen und treibt ihn in sanften, heftigen Strömen übers weite Land …

Das Land, in dem wir jetzt die Ressourcen unserer Kinder und Enkel verbrauchen, in dem Demokratie immer noch ein fragiles Experiment ist, das sich kaum gegen die Sucht nach Geld und Macht behaupten kann. Das Land, in dem Politiker und Medien nur Angst schüren müssen, uns eine feindliche Welt vorgaukeln müssen und schon werden sie gewählt und ihre Egotaschen füllen sich …

Das ruft uns auf den Plan, das Beste in uns zu finden und es zu verwenden für die Welt, in der wir leben wollen. Ganz wir selbst zu sein, ist ein politischer Akt. Schönheit zu kreieren, ist ein politischer Akt. In diesen Zeiten ist selbst Freundlichkeit ein politischer Akt …

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Fierce gray shakes the end of summer. Standing at the window, the gaze out of wonderfully sore depths is reflected, intimately intertwined with what it sees. The gaze is resting in the dragging of the seasons, gains space, finds its home. The gray tears the summer out of things and drives him in gentle, intense streams over the vast land …

The land where we now consume the resources of our children and grandchildren, in which democracy is still a fragile experiment that can hardly compete with the craving for money and power. The country where politicians and the media must only stir up fear, have to fool us into a hostile world and already they are elected and their ego pockets fill up …

This calls us to find the best in us and to use it for the world in which we want to live. To be completely ourselves is a political act. To create beauty is a political act. In these times even kindness is a political act …

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Stilles Blühen / Silent flowering

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Leben fühlt sich oft hart an, wie angeschlagene Keramik, als hätten wir schon zu lange dieselben Dinge erlebt. Bedrückend, dicht und abgestanden, Nährboden für billige Gewohnheit und giftige Gewächse …

Selbst die Anstrengung es ändern zu wollen, ist noch im selben alten Raum. Doch unbemerkt, wie von selbst, setzt mitten im Brüchigen ein Blühen ein, wie ein neues Instrument im Orchester oder wie ein Aufhorchen im Wald …

Ein sanftes Nichts macht sich Raum in den Trümmern. Evolution bereitet ein Feld für neue Könige und Königinnen. Man kann es nicht machen, aber jedes Mal, wenn man hinhört, ist es da …

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Life often feels hard, like broken ceramics, as if we’ve had experienced the same things for too long. Oppressive, dense and stagnant, breeding ground for cheap habits and poisonous plants …

Even the effort to change this is still in the same old room. But unnoticed, as if by itself, a flowering begins in the middle of the decayed, like a new instrument in an orchestra or like a listening in the forest …

A gentle nothingness makes itself space in the debris. Evolution is preparing a field for new kings and queens. One can not do that, but every time one listens, it’s there …

Am Grund der Dinge / At the bottom of things

 

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Du rinnst wie Sand im Stundenglas, all das Aufgewühlte sinkt zu Boden. Am Grund der Dinge ist es still …

Am Grund der Dinge breitet sich der Morgen aus, als wär er ewig. Die Geschichten in deinem Kopf brechen wie Eierschalen an der Weltenwand. Übrig bleibt das neue Land, die Vergangenheit hat ihre Anker gelichtet und zieht fort zu den blauen Bergen am Horizont …

Platzen die Gedanken wie Seifenblasen, bleibt allein deine Beziehung zum Grund der Dinge. Ist er Freund oder Feind? Ist er etwas, dass du manipulieren oder kennenlernen willst?

Selbst wenn Gewalten durch die frischen Lande ziehen und es bläst uns volle Kanne um, stehen wir doch wieder auf, nackt, verliebt und bereit zu neuen Schandtaten …

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You run like sand in the hourglass, all the turbulence sinks to the ground. At the bottom of things, it is quiet …

At the bottom of things, the morning spreads as if it were eternal. The stories in your head break like egg shells on the world wall. Only the new country remains, the past has eased its anchor and continues to the blue mountains on the horizon …

When thoughts burst like soap bubbles, only your relationship with the bottom of things is left over. Is it a friend or an enemy? Is it something that you want to manipulate or get to know?
Even when forces run through the fresh lands and blow us down, we stand up again, naked, in love and ready for new outrages …

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Spieglein, Spieglein an der Wand / Mirror Mirror on the wall

 

 

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Fotos: Renée Kellner

Durch die Mauer der Trennung sieht man die Magie der Dinge nicht mehr. Der psychologische Verstand – der alte Schmuggler und Schwarzmarkthändler – kreiert durch das Gefühl der Trennung, den Verlust von etwas Wesentlichen und beginnt dann auch gleich damit ein Problem zu entwickeln und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Er leitet die Suche an und vertieft damit den Glauben, das, wonach wir uns sehnen, sei nicht da …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, enthüllt dieser das ausgefuchste Spiel, indem er all die unbewussten Geschäfte des Denkens NICHT zeigt. Er zeigt nicht Wünsche und Wollen, er zeigt nicht, was fehlt, nicht, was falsch läuft, nichts, was im Weg ist, keine religiösen oder politischen Parolen, nichts auf das man warten müsste und nichts, was man glaubt, noch suchen zu müssen …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, zeigt dieser nur, was wirklich hier ist. Er zeigt das vergessene Gesicht, bringt alles hierher zurück, was ausgelagert wurde. Was auch immer man performt, reflektiert er, ohne zu werten. Auch wenn man alle Manipulationstricks mit ihm versucht, hilft er bloß, durch sein Spiegeln, zu erkennen. Der Weltenspiegel hat keine Agenda, er spiegelt alles gleich gern …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, entsteht im Spiegeln Stille – das freundliche Nichts. Obwohl der Spiegel, außer zu reflektieren, nichts tut, verändert sich dadurch alles. Durch das Erkennen lösen sich die inneren Haltegriffe und erste, freie Schritte sind wohlwollend möglich …

Der Spiegel ist riesig, die Einladung der Stille enorm. Hier geht es nicht um nachgeordnete Ziele wie im Denken, sondern um das direkte Atmen von Sternenstaub, um den freien Moment, um die Gnade der Auslöschung der Verwunschenheit allen Ernstes eine bestimmte Person sein zu müssen …

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Through the wall of separation one can no longer see the magic of things anymore. The psychological mind – the old smuggler and black market trader – creates through the illusion of separation, the feeling of loss of something essential and then immediately starts to develop a problem and try to find solutions. He initiates a search and deepens through that the belief that what we long for is not here …

When the wall becomes a mirror, it reveals the leery game by NOT showing all the unconscious business of thinking. The mirror does not show wishes and wills, he does not show what is missing, not what goes wrong, nothing that gets in the way, no religious or political slogans, nothing to wait for and nothing to look for …

When the wall becomes a mirror, it only shows what is really here. He shows the forgotten face, brings everything back here, what was outsourced. Whatever one performs, he reflects without judging. Even if you try all the manipulation tricks with him, he only helps to recognize by his mirroring. The World Mirror has no agenda, he likes to reflect everything …

When the wall becomes a mirror, silence arises in the mirroring – the friendly nothingness. Although the mirror does nothing but reflect, everything changes. By recognizing the inner grips are loosening and first, free steps are benevolent possible …

The mirror is huge, the invitation of silence enormous. This is not about subordinate goals as in thinking, but about the direct breathing of stardust, about the free moment, about the grace of extinguishing the spell to be a certain person in all seriousness …

Das Labyrinth / The maze

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Fotos: Renée Kellner

„Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht komisch wäre.“

Stephen Hawking

Gestalten taumeln durch das Labyrinth der Formen. Sie halten Smartphones wie Kompasse vor sich, blätternd in Gebrauchsanleitungen für kurzweilige Vergnügungen. Verurteilt von längst vergessenem Glaubensätzen und geheimen Schwüren verpflichtet, wandern sie mit verlorener Krone durch die Gänge mit einem Gesichtsausdruck als würde sie jeden Moment mit ungeheuren Anschuldigungen konfrontiert. Hände, die in den Scherben der Zeit wühlen, von Wesen, die vergessen haben, wonach sie suchen wollten. Feindseligkeit lauert an den Ecken, Verletzungen geschehen beiläufig, ohne sie noch groß zu beachten, Opfer und Täter begegnen sich wahllos, während man sich fest an seine Wünsche klammert, wie an Mutterbrüste. Emotionen zerren wie verirrte Kinder an den Kleidern der Passanten. An den Wänden des Labyrinths flackern heilsversprechende Projektionen, allerorts wird dem Zweck gehuldigt. Obwohl die Akteure schon völlig erschöpft sind, treiben die alten Lautsprecherstimmen sie immer weiter. Eine verlorene Gesellschaft. Wer beendet das?

Die neuen HeldInnen sind die Herausgefallenen. Jene, die einfach nicht mehr mitmachen können, die Burnout und Depressionsgeplagten, die Verlorenen, Gescheiterten, Hilflosen, die Tagträumer und PoetInnen. Für jene, die WIRKLICH genug haben von der alten Geisterbahn, öffnet sich etwas und die EXIT-Zeichen im Labyrinth beginnen zu leuchten …

Immer wieder stört das Rauschen der Stille die Trance des Labyrinths, in der sich die Akteure immer noch fester in das Netz verweben, wie in einem sehr ernsten Film. Die Matrix des Labyrinths besteht aus Vergangenheit. Alles bisher da gewesene deutet jedoch nur auf das noch nicht da gewesene, auf das Füllhorn der Stille, aus der sich das Leben frisch ergießt. Stille dreht die Perspektiven um: Wir müssen nicht gerettet werden, wir sind die RetterInnen. Stille löst das ernste Band und reicht die Hand zum Spiel. Sie führt aus dem Labyrinth heraus auf den Gipfel, von dem erst Ausblick möglich ist …

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„Life would be tragic if it were not funny.“
Stephen Hawking

Figures stagger through the maze of forms. They hold smartphones like compasses in front of them, scrolling through user guides for entertaining amusements. Sentenced by long-forgotten beliefs and secret oaths, they walk through the corridors with a lost crown and a look on their face as if confronted with tremendous accusations at every moment. Hands rummaging in the shards of time from beings who have long forgotten what they wanted to look for. Hostility lurks at the corners, injuries happen casually, without paying much attention to them, victims and perpetrators meet indiscriminately, while clinging firmly to ones wishes, as to mother breasts. Emotions drag like stray children on the clothes of passers-by. Projections of promises of salvation flicker on the walls of the labyrinth, everywhere to purpose is paid homage. Although the actors are already completely exhausted, the old loudspeaker voices drive them on and on. A society lost in space. Who is ending this?

The new heroes are the drop-outs. Those who just can not join anymore, the burnout and depression plagued, the lost, the failed, the helpless, the daydreamers and poets. For those who REALLY have enough of the old ghost train, something opens and the EXIT signs in the maze begin to shine …

Again and again, the sound of silence disturbs the trance of the labyrinth, in which the actors get even more intertwined in the net, as in a very serious movie. The matrix of the labyrinth consists of the past. Everything that has been here before, however, only points to what has not yet been here, to the cornucopia of silence, from which life pours fresh. Silence turns perspectives: we do not have to be saved, we are the saviors. Silence frees the serious bond and shakes hand with the game. It leads out of the labyrinth to the peak, from which clear view is possible …

Eingeborene / Natives

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Fotos: Renée Kellner

Und weiter geht’s mit dem Erforschen der Stille. Culture of Silence heißt ja dieser Blog und es geht darum, zu untersuchen, was für eine Kultur aus der Stille kommt. Das Erforschen dieser Gesetzmäßigkeiten ist so was von interessant, wie wenn man einen neuen Kontinent entdecken würde. Ein Land, das erst unter gewissen Bedingungen sichtbar wird, man probiert etwas und es zeigt sich ein bisschen, dann verbirgt es sich wieder in Undurchdringlichem, manchmal öffnet es sich plötzlich total, so weit, dass es keine Trennung mehr gibt zwischen Erforscher und zu Erforschendes. Es ist so voll frisches, unerschöpfliches Potenzial und kein Horizont weit und breit …

Wir sind die Ureinwohner, die Eingeborenen, dieses Kontinents der Stille, wurden jedoch durch Konditionierung zunehmend entfremdet. Durch Konditionierung haben wir gelernt in einem scheinbar feindlichen Universum zurechtzukommen. Unsere daraus resultierenden psychologischen Verhaltensmuster basieren darauf, Sicherheit durch Kontrolle herzustellen. Die Informationen wurden vererbt, seit Anbeginn der Zeit und bestimmen mit unbewusst, automatisch ablaufenden Programmen, unser Verhalten. An der Wurzel des Ganzen sitzt Angst. Würden wir das Universum, ja das Leben selbst kontrollieren, bräuchten wir keine Angst mehr zu haben. Die Kontrolle wird darüber ausgelebt, etwas richtig oder falsch tun zu können …

Fällt das Konzept von richtig und falsch, fällt auch das Konzept der Kontrolle. Die Klammer des Unbewussten, die vor der Unberechenbarkeit der eigenen Natur schützen soll, öffnet sich. Das Unbewusste ist nicht real, alles darin basiert auf Illusion. Die Tatsache, dass diese Illusion existiert, ist kein Problem, erst wenn man ihr Macht gibt, indem man sich damit identifiziert, schließt sich die Klammer …

Durch das genaue Hinsehen in das eigene Menschsein, ohne zu werten und ohne etwas verändern zu wollen, durch das erlauben dessen, was ist, wachsen wir durch die Konditionierung in die Stille. Das bedeutet, egal, ob wir in den unbewussten Mustern sind oder nicht, mit dem zu surfen, was gerade da ist, egal was, im Innen oder im Außen, wenn wir es erlauben, jenseits von richtig oder falsch, übernimmt schon der Eingeborene in uns die Führung. Und dann beginnt das sanfte Spiel, der Eingeborene MAG Dinge gern auf seine Art tun, sein MÖGEN fließt in jede noch so banale Kleinigkeit, dabei bewegt er sich offen und freundlich und unterläuft damit die Wachen der Kontrolle.

Ist die Klammer der Konditionierung gelöst, führen Leichtigkeit und Freude unsere Schritte. Dennoch spürt sich diese Freiheit seltsam an, als wäre man nur kurz auf Freigang und müsste dann wieder ins Gefängnis der Konditionierung. Es ist so stark in uns verankert, dass dort unser zu Hause ist. Und doch, wie müssen uns langsam dran gewöhnen: unser zu Hause ist Freiheit …

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And on it goes with the exploration of silence. Culture of Silence is the name of this blog and it’s about investigating what kind of culture comes from silence. Exploring these laws is as interesting as discovering a new continent. A country that only becomes visible under certain conditions, you try something and it appears a bit, then it hides in the impenetrable again, sometimes it suddenly opens completely, so wide that there is no separation between explorer and the explored. It’s so full of fresh, inexhaustible potential and no horizon far and wide …

We are the original inhabitants, the natives, of this continent of silence, but were increasingly alienated by conditioning. By conditioning, we have learned to cope in a seemingly hostile universe. Our resulting psychological behaviors are based on security through control. The informations had been handed down, since the beginning of time and with unconscious, automatically running programs, determine our behavior. At the root of the whole thing is fear. If we were to control the universe, even life itself, we would not need to be afraid anymore. The control is lived out by the believe we could do something right or wrong …

If the concept of right and wrong falls, the concept of control also falls. The bracket of the unconscious, which is supposed to protect us against the unpredictability of one’s own nature, opens up. The unconscious is not real, everything in it is based on illusion. The fact that this illusion exists is not a problem, only when you give it power by identifying with it does the bracket close …

By looking closely into one’s own humaness, without judging and without wanting to change anything, simply by allowing what is, we grow through conditioning into the silence. This means, whether we are in the unconscious patterns or not, to surf with what is here, no matter what, inside or outside, if we allow it, beyond right or wrong, already the native in ourselves takes the lead. And then the gentle play begins, the native LIKE to do things in their own way, his LIKING flows into every trivial little thing, while moving openly and kindly, he slips under the guards of control.

Once the clamp of conditioning is loosened, ease and joy guide our steps. Nevertheless, this freedom feels strange, as if you were only briefly on temporary release and would then again have to go back to the prison of conditioning. It is so firmly anchored in us that our home is there. And yet, we have to slowly get used to it: our home is freedom …

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Your best friend

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Fotos: Renée Kellner

Es ist, als wäre man zu zweit: zwei Personen, die ineinander verwoben sind. Die eine Person ist eigentlich keine Person, eher eine Wesenheit, sie hat nur wage Umrisse und ist dennoch das einzig Wirkliche weit und breit, der Grund, aus dem die Dinge sind. Sie lebt verborgen in offener Sicht. Wird gesucht, obwohl sie das Allgegenwärtigste ist, wird mystifiziert, obwohl sie das Normalste ist. Sie ist der beste Freund, nimmt unbedingt Teil und verbirgt doch ihre Wunder vor aller Augen …

Die andere Person, mit und zu der man heranwächst, hat einen Namen und eine kontinuierliche Geschichte, mit der man sich üblicherweise identifiziert und sagt: Das bin ich. Das sieht über weite Strecken so real aus, man käme nicht auf die Idee, das anzuzweifeln. Dennoch fehlt dieser Person etwas. Obwohl sie scheinbar so wirklich ist, hält sie keiner genauen Untersuchung stand, ist gestrickt aus Gedankenfäden und braucht ein enormes Maß an Anstrengung, um über die Runden zu kommen. Weil sie eigentlich so wenig real ist, braucht sie ständig Bestätigung, möchte sie Anerkennung und Bedeutung, um zumindest das Gefühl zu haben, jemand zu sein …

Die eine Person, der beste Freund ist der anderen Person näher als der Atem, er führt ihre Hand und flüstert in ihr Ohr. Obwohl er von der anderen Person übersehen, vergessen und ignoriert wird, kennt er doch ihre Sehnsucht und ist immer offen und bereit …

Die andere Person glaubt immer irgendwohin zu müssen, glaubt immer, etwas müsse anders sein. Die eine Person ist schon da und alles darf sein, wie es ist …

Die andere Person sucht immer etwas, will immer etwas, das nicht hier ist. Sie sucht in Wahrheit die eine Person, den besten Freund …

Die beiden treffen sich an der Spiegelfläche, hier lädt der beste Freund die andere Person zum Rendezvous ein. Und er ist ein guter Verführer: er kennt seine Tricks, er macht alles genauso wie die andere Person – jede ihrer Handlungen, jedes noch so winzige Detail – vollführt sie jedoch in Liebe, Freude und Freiheit. Wer kann da schon widerstehen? Der anderen Person bleibt nur mehr Hingabe …

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It’s like two persons living in one: together intertwined.
The one person is actually not a person, more a being, it has only vague outlines and yet is the real deal, the cause of things. It lives hidden in open view. It is sought, though being the most omnipresent, is mystified even though it is the most normal. It is the best friend, it takes totally part and yet hides its miracles in front of all eyes …

The other person is the one with whom you grow up with, which has a name and a certain history and  you usually identify with it and say: That’s me. This looks so real over long distances, you would not have the idea to doubt it. Nevertheless, this person is missing something. Although it seems so real, it does not stand up to any inquiry, it is knit with thought threads, and needs a tremendous amount of effort to make ends meet. Because it is so unreal, it always needs confirmation, wants recognition and meaning, to feel that it at least is somebody …

The one person, the best friend is closer to the other person than the breath, it takes its hand and whispers in its ear. Although it is overlooked, forgotten and ignored by the other person, it knows its longing and is always open and ready …

The other person always believes it has to go somewhere, believes something should be different. The best friend is already here and everything may be as it is …

The other person is always looking for something, always wants something that is not here. Essentially it is looking for the one person, the best friend …

The two meet at the mirror surface, here the best friend invites the other person to a rendezvous. And it is a good seducer: it knows its tricks, it does everything the same way as the other person – each of its actions, every minute detail – executes them in love, joy and freedom. Who could resist that? There is nothing else for the other person but to surrender …

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