Human Being

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Im Grunde sind wir ein lebendiger Spirit, der einen Körper bewohnt, über jede Menge Sinne verfügt und über ein Bewusstsein, das sich selbst erkennen kann. Wir sind ein Human Being, verbunden mit allem, vollkommen als Seiendes, selbst mit diversen Einschränkungen …

Dieser Organismus hat obendrauf noch dazu ein brillantes Werkzeug gepackt: Den Verstand, ein Biocomputer, der Erstaunliches leisten kann und über diverse Sicherheitssysteme verfügt. Unser Funktionsmodus und Zweckdenken, das Human Doing …

Die Stille ist nichts und etwas. Wenn sie nichts ist, sind wir Human Doings, wenn sie jedoch etwas ist, tritt Stille mit all ihrer Weite in den Vordergrund und sagt „Ich“. Das wird fast greifbar und so überzeugend, dass man kaum wagt, sich zu bewegen. Dann sind wir Human Beings …

Basically, we are a living spirit that indwells a body, has lots of senses, and has a consciousness that can recognize itself. We are Human Beings, connected with everything, complete as a being, even with various limitations …

On top of that, this organism has packed a brilliant tool: the mind, a biocomputer that can do amazing things and has various security systems. Our functional mode and purposeful thinking, the Human Doing …

The silence is nothing and something. If it is nothing, we are Human Doings, but if it is something, silence, with all its vastness, comes to the foreground and says „I“. This becomes almost tangible and so convincing that one hardly dares to move. Then we are Human Beings …

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Ich bin es, das Leben / It’s me, life

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Leben möchte kreieren, hat Lust an den eigenen Fähigkeiten. Das ist ein Vorgang, der von selbst geschieht: Lebenskraft treibt den Motor der Kreativität, befeuert Ideen und der Verstand/Körper macht sich an die Ausführung. Die interessanteste Handlung ist aus dem Weg zu gehen, sich dem zu öffnen …

Das „Ich“ geistert herum und sucht sich selbst in Erfahrungen, in Begegnungen, in Anerkennung, in Sehnsüchten, in Zielen, in Wünschen und findet sich nie so wirklich. Es träumt in den Dingen, während Leben sich selbst lebt …

Befreiung liegt darin, zu sehen, dass man nicht der/die Handelnde ist, sondern Zeuge im Spiel des Lebens. Sobald die Last des „Ich“ weicht, das hauptsächlich Angst hat, etwas falsch machen zu können, oder meint, es wäre so toll, wenn es etwas richtig gemacht hat – bleiben die grundlegenden Eigenschaften des Lebens, jenseits von richtig und falsch, übrig: Lebendigkeit, Begeisterung, Staunen …

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Life wants to create, has a desire for one’s own abilities. This is a process that happens on its own: life force drives the engine of creativity, fuels ideas, and the mind / body begins to execute. The most interesting action is to go out of the way, to open oneself …

The „I“ haunts and looks for itself in experiences, in encounters, in appreciation, in longings, in goals, in desires and never really finds itself. It dreams in things while life lives itself …

Liberation is in seeing that one is not the actor, but rather a witness in the play of life. As soon as the burden of „I“ -which is primarily afraid of doing something wrong, or thinks it is so great when it does something right – disappears, the basic qualities of life beyond right and wrong are in plain view: Liveliness, enthusiasm, amazement …

Der graue Stern / The gray star

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Der Kokon der bekannten Welt ist wie ein grauer Stern, umgeben von einem Orbit wirbelnder Risiken.
Darin lebt ein markanter Wegweiser, wie eine alte Eingeborene, wie ein allgegenwärtiges Tier, das aus dem Dschungel der Konditionierungen blickt …

Sie weisen auf das freie Feld. Ein Feld subtiler als Raum, jenseits von Ängsten und Vorstellungen. Etwas in dem grauen Stern drängt förmlich ins Neugeborene. Etwas, das immer schon im Menschentwurf angelegt ist, möchte in die Welt, möchte direkt erleben …

Größe und Schönheit entstehen dort, wo Menschen sich in das freie Feld aufmachen, trotz der Risiken, trotz der warnenden Stimmen und Bausparverträge …

The cocoon of the known world is like a gray star surrounded by an orbit of whirling risks.
In it lives a distinctive guide, like an old native, like a ubiquitous animal looking out of the jungle of conditioning …

They point to the free field. A field more subtle than space, beyond fears and imagination. Something in the gray star is literally pushing into the newborn. Something that has always been created in human design, wants to experience the world, would like to experience it directly …

Grandeur and beauty arise where people venture into the open field, despite the risks, despite the warning voices and housing savings …

Dance first!

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„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Schon als Kind hatte man manchmal das Gefühl, es würde etwas großes Graues kommen und all das Bunte, Schillernde verschlingen. Nun, die schlechte Nachricht: Das große Graue ist schon da und hat fast alles verschlungen. Die gute Nachricht: Jede(r) Einzelne hat die Möglichkeit in sich das Bunte, Schillernde wieder zu finden …

Wir unterwerfen uns einer rechten Regierung aus demselben Gründen, wie wir uns unserem eigenen konditionierten Verstand unterwerfen.
Wir scheinen die Unzufriedenheit und Unruhe des Egos irgendwie zu mögen und die Peitsche des Diktators irgendwie noch zu brauchen, sonst würden wir ganz klar nein dazu sagen können …

Wir würden uns für Tanz entscheiden, Freundlichkeit würde aus den Trümmern des Funktionszwangs steigen. Und die armen Diktatoren – im Innen wie im Außen – würden loslassen können, weil sie nicht mehr gebraucht werden …

„Dance first. Think later. It’s the natural order.“ Samuel Beckett

Even as a child you sometimes had the feeling that a kind of great gray would come and devour all which is colorful, iridescent. Well, the bad news: The big gray is already there and has devoured almost everything. The good news: Every individual has the opportunity to find the colorful and iridescent again in oneself …

We submit to a right-wing government for the same reason as we submit to our own conditioned mind.
We somehow seem to like the dissatisfaction and restlessness of ego and somehow still need the whip of the dictator, otherwise we would clearly be able to say no …

We would choose dance, friendliness would rise from the debris of functional compulsion. And the poor dictators – inside and outside – would be able to let go because they are no longer needed …

Magische Wüste / Magical desert

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Das Sein fühlt sich an wie eine Wüste inmitten der Betriebsamkeit der Welt. Man geht lieber 1000 Schritte in der Welt, als einen Fuß in die Wüste zu setzen. Tut man es dennoch, betritt man das verlorene Paradies …

Die Liebe am Leben macht den Unterschied, jede Kleinigkeit so richtig von Herzen zu mögen. Wie neu hinein geboren zu sein. Das, wonach man sich immer gesehnt hat, ist in der vermeintlichen Wüste, die man um jeden Preis vermeidet …

Doch betritt man das Sein, um etwas zu bekommen, würde man nur den Marktplatz in das Paradies tragen wollen. Man kann es versuchen, sieht dann aber weit und breit nur eine Wüste …

Being feels like a desert in the midst of the bustle of the world. One rather takes 1000 steps in the world than to set on foot into the desert. If you do it anyway, you enter the lost paradise …

Love for life makes the difference, to really love every little thing from the heart. Like being born new into this. That which one has always longed for is in the supposed desert, which one avoids at all costs …

But if one enters being to get something, one would only want to carry the market place into paradise. You can try it, but then you will see only a desert far and wide …

Brachliegende Felder / Fallow fields

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Das Leben im konditionierten Gedankenstrom nimmt einen großen Teil unserer Welt ein. Doch da sind noch jede Menge brachliegender Felder, in denen wir uns aufhalten können:

In dem Teil von einem, wo man nicht mehr sucht, sondern schon gefunden hat.
In dem Teil von einem, wo der Krieg bereits beendet ist.
In dem Teil von einem, der bereits in Freiheit ist.
In dem Teil von einem, er ohne Zweifel ist.
In dem Teil von einem, der massiv im Sein gegründet ist …

In dem Teil von einem, der bereits losgelassen hat.
In dem Teil von einem, der schon offen und verfügbar ist.
In dem Teil von einem, der tief drinnen ganz genau weiß, was wahr ist.
In dem Teil von einem, der bereits alles hat, was er braucht.
In dem Teil von einem, der bereits angekommen ist …

Life in the conditioned stream of thinking occupies a large part of our world. But there are still plenty of fallow fields in which we can stay:

In the part of oneself, where one no longer seeks, but has already found.
In the part of oneself, where the war is already over.
In the part of oneself, where one is already free.
In the part of oneself, where one is without doubt.
In the part of oneself, where one is massively grounded in being …

In the part of oneself where one already had let go.
In the part of oneself, where one is already open and available.
In the part of oneself, where one knows deep inside what is true.
In the part of oneself, where one already has everything he needs.
In the part of oneself, where one has already arrived …

Home is where the heart is

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Im dicht gewebten Teppich der Gedanken findet sich gerade mal so viel Leben wie in einem hohlen Geisterzahn. Löst sich das Gewebe, öffnet sich die darunterliegende Dimension der Stille wie frisch gefallener Schnee …

Der verfilzte Mantel der Vergangenheit gleitet zu Boden. Nicht mehr die Persönlichkeit erlebt den Raum, sondern das ihr innewohnende Sein. Es genießt die Tore der Sinne. Staunen und Applaus des Seins machen die Welt brandneu. Es ist nichts zu tun, das Herz schlägt bereits in Freiheit …

Das blosse Wissen reicht nicht aus, um die Klammer der alten Matrix zu lösen. Erst im Eintauchen in das Meer der Stille wandeln sich die kargen Winkel und Lebendigkeit gerät aus den Fugen, hält sich nicht mehr an die Normen. Die Ströme des Seins sind fremd und gleichzeitig tieferes zuhause. Nur die erste Welle des „Ich bin“ erreicht den Menschen und keine Trennung ist weit und breit …

In the densely woven carpet of thoughts is just as much life as in a hollow ghost tooth. When the fabric loosens, the underlying dimension of silence opens like freshly fallen snow …

The matted coat of the past slides to the ground. No longer the personality experiences the space, but the inherent being. It enjoys the gates of the senses. The being’s amazement and applause makes the world brand new. There is nothing to do, the heart is already beating freely …

The sheer knowledge is not enough to loosen the old matrix’s brace. Only when immersed in the ocean of silence do the barren corners change and liveliness gets out of hand, no longer adhering to the norms. The streams of being are foreign and at the same time deeper home. Only the first wave of the „I am“ reaches the human and no separation far and wide …