Ataraxia

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„Es ist Zeit die Konsensrealität zu missachten.“

Charles Eisenstein

Offenheit brennt dir Löcher in den Teppich deines Egos. In der Öffnung hältst du die Stange der Stille hoch inmitten der Schlachtfelder der Konditionierung, selbst wenn Furien nach dir schnappen. In jedem Moment von Offenheit atmest du mit den Gestirnen, auch wenn die alten Stimmen wie Sirenen schreien im trockenen Wald …

Egal welche Klammer dich hält und welche Stricke dich binden, in der Öffnung lösen sie sich. Egal welche Geschichten dir die ausgefuchsten Fischhändler, Priester und Politiker in die Ohren blasen, in jedem Augenblick von Stille wird dein Spiegel klarer …

Immer wenn du die Türen öffnest und den Wachposten der Stille betrittst, gewinnt das Abenteuer über die Knechtschaft. Egal wie erschöpft du bist und wie sehr du von quälenden Trugbildern verfolgt wirst, jedes Mal, in deiner offenen, stillen Präsenz bekommt das Unaussprechliche deinen ganz besonderen, frechen Blick …

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„It’s time to disregard consensus reality.“
Charles Eisenstein

Openness burns holes in your ego’s carpet. In the opening you hold the pole of silence high in the midst of battlefields of conditioning, even when furies snap at you. In every moment of openness you breathe with the stars, even if the old voices scream like sirens in the dry forest …

No matter which brackets hold you and which ropes bind you, they dissolve in the opening. No matter what stories the sleeky fishmongers, priests and politicians blow in your ears, in every moment of silence your mirror becomes clearer …

Whenever you open the doors and enter the Sentinel of Silence, adventure wins over bondage. No matter how exhausted you are and how much you are persecuted by tormenting illusions, every time, in your open, silent presence, the inexpressible gets your very special, cheeky look …

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Joy and Fear

 

Parallel Landscape 1

„Wie ist es möglich da zu sein?“

Rainer Maria Rilke

Der psychologische Verstand webt Ungenügen ins Erleben, streut Zweifel und mischt etwas Versäumnis hinzu, so als wäre da ständig etwas, dass zu korrigieren wäre, um die Persönlichkeit zu verbessern. Das lässt so einen Geschmack von Mangel zurück, es wirft einen Schleier über die Person wie eine Religion. Mit diesem ungenügenden Blick betrachten wir einander. Das Grundgefühl dieser Lebenskultur ist Angst …

Das schleichende Gift wirkt jedoch nur in der Dunkelheit der Ego-Trance. Sobald etwas Licht auftaucht, vertreibt es die Gespenster der Nacht …

Die Hüter der Morgensonne tauchen durch das Gedankenwasser auf den Grund der Dinge. Hier wachen sie in süßem Bann. Stille streift durch die Landschaft ihrer Körper, ohne auch nur auf ein geringstes Hindernis zu treffen. Sie haben den Flaschengeist, der in ihnen wohnte nach Hause geschickt. Niemand glaubt mehr an den Sand, den er in Augen streut. Die verliebten Wächter werfen sich in die Arme des Windes, das Grundgefühl ihrer Lebenskultur ist Freude …

 

Parallel Landscape 8

„How is it possible to be here?“
Rainer Maria Rilke

The psychological mind weaves inadequacies into experience, sprinkles doubts, and adds some omission, as if there were always something to be corrected to improve one’s personality. That leaves behind a taste of constant lack, it casts a veil over the person like religion does. With this gaze to be not o.k., we look at each other. The basic feeling of this culture is fear …

This creeping poison works only in the darkness of ego-trance. As soon as some light appears, it dispels the ghosts of the night …

The guardians of the morning sun dive through the water of thought to the bottom of things. Here they are awake in a sweet ban. Silence wanders through the landscape of their bodies without encountering even the slightest obstacle. They sent the genie who lived in them back home. No one believes anymore in the sand they scatter in ones eyes. The amorous guards throw themselves into the arms of the wind, the basic feeling of their culture is joy ….

 

Stille Wasser sind tief / Still waters run deep

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Fotos: Renée Kellner

Hinter den sieben Bergen in der Seestadt Aspern wohnte einmal ein Bildhauer. Im wahrsten Sinne des Wortes erhaute er sich seine Bilder mit dem Hammer, zerbrach Nützliches und beklebte praktische Dinge mit Scherben, um sie unbrauchbar zu machen. Ja, aus den Scherben entstanden zwar recht scharfe Skulpturen, aber wundert sich hier niemand, warum dort lauter Unsinn gemacht wird? Warum macht dieser Mann alles zunichte? Ist er verwunschen?

Zum besseren Verständnis: der Bildhauer wusste es selbst nicht, allein die Stille kennt den Grund. Der Bildhauer fischte in den Gewässern der Stille nicht nach Nützlichen, damit hatte man seine Welt sowieso schon überfrachtet. Er hoffte noch nicht mal darauf, seine Wünsche zu fangen. Nichts, dass er sich vorzustellen vermochte, machte ihn satt …

Bald hatte er alles zerschlagen, seine alte Welt zum Schweigen gebracht, um das zu sehen, was immer übersehen wurde. Wenn der intime Blick nicht mehr durch immer neue Dinge verstellt wird, erhebt sich das klare Leben, pure Lebendigkeit, aus den Scherbenhaufen und die Gestalten der Stille geben ihre Geheimnisse preis …

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Behind the seven mountains in the Seestadt Aspern lived once a sculptor. He smashed around with a hammer, broke up useful objects, and pasted shards all over practical things to make them useless. Yes, out of the broken pieces, some quite sharp sculptures arose, but is there no one wondering why he created such a lot of nonsense? Why does this man ruin everything? Is he haunted?

For a better understanding: the sculptor does not know it himself, only the silence knows the reason. The sculptor did not not fish for useful things in the waters of silence, his world was already overburdened by them anyway. He did not even hope to catch his wishes. Nothing that he could imagine made him full …

Soon he had smashed everything, silenced his old world to see what was always overlooked. When the intimate gaze is no longer obscured by ever new things, clear life, pure liveliness rises out of the heap of shards and the figures of silence reveal their secrets …

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Reise ins Spiegelland / Journey to the mirror land

Anagnorisis

Ah, es geht also ums Erkennen! Das mysteriöse ES, dem man schon so viele Namen gegeben hat, inclusive das „Unbenennbare“ möchte sich erkennen. Deshalb also der ganze verrückte Trip?! „Mensch erkenne dich selbst“, stand schon auf dem Tempel in Delphi …

Biegt man von Delphi gleich links ab und wandert etwas über die stillen Felder entzündet sich die Magie, das Spiegelland poppt hervor. Was du ihm zeigst, das zeigt es dir, öffnest du dich dem Leben, öffnet es sich bereits dir. Holst du dein Messer hervor, tut es das auch. Willst du ES ur-gerne kennenlernen, möchte ES ur-gerne dich kennenlernen …

ES zu erkennen, bedeutet gleichzeitig ES zu sein, also sich selbst zu erkennen. (Wir sind ja im Spiegelland.) Der Wanderer, der ES erkennt, lässt sofort seine Waffen fallen. Die Ignoranz löst sich auf und natürliche Bewunderung tritt in Kraft. Die Augen sehen wieder wie die eines neugierigen Kindes. ES nutzt sich nie ab, ergießt sich in die Welt wie ein intelligenter, prickelnder, knisternder Strom, schwappt wild hinein und heraus und dir bleibt nur der Applaus …

Elysien

Ah, so it’s about realization! The mysterious IT, which has been given so many names, including the „Unnameable“ wants to recognize itself. So that’s the whole crazy trip ?! „Man know thyself“, was already written on the temple in Delphi …

If you turn left from Delphi and walk over the silent fields, the magic ignites, the Mirror Land pops up. What you show it, it will show you, if you open yourself to life, life already opens to you. If you get your knife out, it does so too. If you really want to get to know IT, IT really would like to meet you …

To know IT means to be IT at the same time, that is to know oneself. (Remember, we’re in the Mirror Land.) The Wanderer recognizing IT immediately drops his weapons. Ignorance dissolves and natural worship takes effect. The eyes see again like those of a curious child. IT never wears off, pours into the world like a smart, tingling, crackling stream, spills in and out wildly, leaving you with just applause …

Nichts als der Durst ist mir Licht

 

 

 

Spiel der Gesichter / Game of faces

Kindhearted Grandmother 2

Da gab es diesen Erleuchteten, der sich schon wieder auf die nächste Inkarnation freute, wo er wieder Wege aus der Verstrickung hin zum Wesentlichen finden würde müssen. Und tatsächlich ist es ein unpackbar komplexes Spiel: Tief in uns ist eine Ahnung, eine verborgene Gewissheit dessen, was wir als wahr empfinden und in manchen Momenten bricht das von selbst hervor – egal in welchen Abschnitt unseres Lebens – bahnt sich seinen Weg durch unsere Trance und leuchtet wie ein frisch gestrichenes Schaukelpferd in den Augen eines Kindes. Wir – angestrahlt von der Wahrheit, wie von der Wintersonne – voll verliebt, schwören ewige Treue …

Doch die Trance, das Leben in der psychologischen Persönlichkeit, hat geniale Tricks wieder ihr unbewusstes Netz zu spinnen und ohne es zu bemerken, Zack! Verstrickt. Das Gewicht MEINES Lebens ist wieder da, ernst, wichtig und problematisch. Wie hat das Ego, das bloß wieder geschafft?! Es hat ein paar clevere Spielzüge: Zweifel, ich habe wohl etwas falsch gemacht, etwas an mir ist wohl immer noch nicht in Ordnung, vielleicht wenn ich dies oder jenes erreiche … oder Triumph, ich habe es richtig gemacht! Etwas an mir ist schon sehr genial … oder Gewohnheit, ich hab es mir in der Trance gemütlich gemacht und wiederhole die Vergangenheit …

Sobald wir das glauben, schließt sich das Netz der Identifikation als psychologische Persönlichkeit. Das Spiel braucht deine ganze Aufmerksamkeit, braucht dich in deiner Kraft. Das Spiel braucht DICH. Genau deine Einzigartigkeit. Du hast bereits alles, was nötig ist, um die Wege im Nebel zu finden. Die tausend Wege hin zu dir …

Mit Humor, Leichtigkeit, Integrität und Sanftmut löst du den Bann und sendest die Spielsteine des Egos wieder zurück nach Hause. Jedes Mal, wenn du etwas von Herzen magst, wie klein das auch immer ist, reichst du dem Wesentlichen die Hand und der Nebel lichtet sich. Gibst du dem Widerstand in dir nach, holt das Ego langsam wieder auf. Glaubst du gar nichts, weder deinen Erfolgen oder Misserfolgen aus der Vergangenheit, weder deinen Wünschen und schlauen Strategien in die Zukunft, sondern bist einfach hier – freundlich dem gegenüber, wie du gerade bist – offen und verfügbar, bist du frei, bist bereits am Ziel angelangt …

Kindhearted Grandmother

There has been this enlightened one, who was already looking forward to his next incarnation, where he had to find again ways out of the entanglement back home. And indeed, it’s an unbelievable complex game: Deep within us is an inkling, a hidden certainty of what we know to be true, and in some moments that breaks through by itself – no matter in which part of our lives – it paves its way through our trance and shines like a freshly painted rocking horse in the eyes of a child. We – illuminated by the truth, as by the winter sun – totally in love, swear eternal fidelity …

But the trance, our life in the psychological personality, has ingenious tricks again to spin its unconscious web and without realizing it, Zack! Entangled. The weight of MY life is back, serious, important and problematic. How did the ego manage that?! It has a few clever moves: doubt, I probably did something wrong, something about me is still not o.k. maybe if I achieve this or that … or triumph, I did it right! Something about me is already very ingenious …  or habit, I have made myself comfortable in the trance and repeat the past now …

or habit, I made myself comfortable in the trance and repeat the past

As soon as we believe that, the web of identification closes us in a psychological personality. The game needs your full attention, needs you in your power. The game needs YOU. Exactly your uniqueness. You already have everything you need to find the paths in the fog. The thousand ways to you …

With humor, lightness, integrity and gentleness, you release the spell and send the counters of the ego back home. Every time you really like something, no matter how small, you reach out to the essential and the fog clears. If you give in to the resistance in you, the ego slowly recovers. If you dont believe anything, neither your successes or failures from the past, neither your desires and smart strategies into the future, but you are just here – friendly to the way you are right now – open and available, you are free, you already arrived at the goal …

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Lost & Found

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Manchmal wird das Gefühl der Abgetrenntheit überwältigend, wir sind verloren in Sumpf und Nebel, versuchen mit der Angst als Führer die nächsten Schritte zu finden. Noch dazu nagen Schuld und Strafe an uns, etwas an uns ist wohl verkehrt, läuft falsch, sonst wären wir ja nicht in dieser Situation oder noch besser jemand anders ist schuld, wenn dies oder das nur anders gelaufen wäre …

Jedes Mal wenn wir uns verschließen und dazu noch Emotion einfließen lassen, stärken wir einen persönlichen Glaubenssatz. Dann sind wir total gefangen in persönlichen Problemen. Die Gedanken fahren kreuz und quer, wie indische Lkws in unserm Kopf, grell bemalt und mit Schiffshörnern hupend. In ihnen finden wir die Lösung nicht, sie sind zu grob, zu laut …

Wir brauchen den inneren Raum, die Stille, um die subtilen Wege zu sehen. Die innere Landschaft, wo die Wahrheit wie Wind über magische Felder streift …

Die Verlorenheit hilft uns ganz intim uns selbst zu finden, nackt und ohne Ausweg. Bleiben wir sanft und offen mit uns selbst an der Schwelle zur geschlossenen Tür, entspannt sich etwas. Anstatt etwas zu wollen, das nicht da ist, öffnen wir uns für das, was da ist und die subtilen Wege beginnen sich zu zeigen …

Unsere Offenheit ist schon die Begegnungsfläche, ist schon die Sicherheit, die wir gesucht haben. Es gibt nichts Mächtigeres als uns zu öffnen, wenn wir verwundbar sind. Offenheit muss uns mehr bedeuten, als persönliche Sicherheit. Offenheit verbindet, in ihr hat jeder Schritt Bedeutung. Die Flöten der Dschungelvögel erreichen dich wieder. Die Arme der Welt sind weit offen …

Die Verlorenheit hat dir die magische Tür gezeigt, sie ist so lange für dich da, wie du sie brauchst, um die Öffnung zu finden.
Die Öffnung zeigt dir, was tief in deinem Inneren wahr ist für dich …

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Sometimes the feeling of separation becomes overwhelming, we are lost in swamp and fog, trying to find the next steps we yet can not yet see with fear as leader. In addition, guilt and punishment gnaw at us, something is wrong with us, we are not o.k., otherwise we would not be in this situation or even better someone else is to blame, if this or that would have gone differently …

Every time we are closing up and add emotion, we strengthen a personal belief. Then we are totally trapped in personal concern. The thoughts are criss-crossing, like Indian trucks in our heads, brightly painted and honking with ship horns. In them we do not find the solution, they are too crude, too loud.

We need the inner space, the silence, to see the subtle ways. The inner landscape, where the truth blows like wind over magical fields.

The lostness helps us to find ourselves intimate, naked and without a way out. If we stay soft and open with ourselves on the threshold of the closed door, something relaxes. Instead of wanting something that is not here, we open ourselves to what is here and the subtle ways are showing themdeselves.

Our openness is already the meeting place, is already the security we were looking for. There is nothing more powerful than opening up when we are vulnerable. Openness must mean more to us than personal safety. Openness unites, in it every step has meaning. The flutes of the jungle birds reach you again. The arms of the world are wide open …

Lostness has shown you the magic door, it is there for you as long as you need it to find the opening.
The opening shows you what is true  for you deep inside yourself …

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Gesichter der Stille / Silent faces

 Nyx, Eos, Buddha

Wann ist ein Gesicht still? Wir alle kennen unser wahres Gesicht, nicht mal Darth Vader hat es ganz vergessen. Und doch verwischt es immer wieder. Wir denken, wir brauchen dringend etwas, das nicht hier ist und schon spüren wir unser Gesicht nicht mehr. Wir denken, wir müssten etwas sein, das wir nicht schon sind, und verlieren es. Wir denken, wir wären nicht o.k., wir denken …

Hören wir auf zu denken, ist unser Gesicht wieder klar. Es war immer hier, als wir noch Kinder waren, sogar bevor uns etwas in den Geburtskanal geschupst hat. Dein wahres Gesicht ist auch jetzt hier, im Zentrum des Wirbelsturms, mitten im Lärm der Welt, es braucht keine Fähigkeiten, um es zu entdecken, keine Anstrengung …

Ihm wurde nie ein Haar gekrümmt, es hat nie seine Unschuld verloren, es gibt niemand, an dessen Grund es nicht glitzert. Dein stilles Gesicht wartet geduldig auf deine Zuwendung, es wertet nicht und ist stets bereit sich in dich zu verlieben …

Nyx, Buddha, Eos

When is a face silent? We all know our true face, not even Darth Vader forgot it. And yet it blurs again and again. We think, we urgently need something that is not here and we can not feel our face anymore. We think we have to be someone we are not and lose it. We think we are not o.k., we think …

If we stop thinking, our face is clear again. It was always here, when we were kids, even before something blew us into the birth canal. Your true face is here now, in the center of the hurricane, in the middle of the noise of the world, it does not need any skills to discover it, no effort …

It has never got twisted a hair, it has never lost its innocence, there is no one in whose ground it does not sparkle. Your quiet face waits patiently for your attention, it does not judge you and is always ready to fall in love with you …