Mal wieder … / Once again …

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Mal wieder völlig zweckfrei Kunst zu machen. Mal wieder mit einem Haufen herzlich Durchgeknallter abzuhängen. Mal wieder im Auto schlafen, mal wieder das Gesicht mit dem Tau auf einer Parkbank waschen …

Sich mal wieder frischen Ton ins Gesicht drücken.
Sich mal wieder gehen lassen. Sich mal wieder gar nichts verkneifen. Mal wieder Sommer …

Mal wieder der Sonne des Seins erlauben, klar zu scheinen. Mal wieder sich dem Augenblick bis zur Unverschämtheit öffnen …

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Once again making art completely just for the sake of it. Once again hanging out with a bunch of heartily crazy guys. Once again sleep in the car, once again washing the face with the dew on a park bench …

Once again pressing fresh clay in the face. Once again letting go. Once again not resisting anything. Once again summer …

Once again allow the sun of being to shine clearly. Once again open up to the moment until exorbitance …

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Entweder … oder / either … or

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Foto: Renee Kellner

Entweder sind wir eingepackt im automatischen Denken, wie in lauter so unsichtbarer Luftpolsterfolie, in kleinen, abgetrennten, problematischen, hungrigen Paketwelten oder es schleudert uns direkt in die Existenz, vor die Füße der Sterne …

Entweder wir treiben im Trash des unbewussten Gedankenstroms, zwischen Interpretationen, Bewertungen, und Vergleichen in kleinen Booten immer auf der Hut nicht unterzugehen oder wir tasten umher in der Wucht unseres Seins …

Entweder wir gehorchen den Göttern und Werten – eingeflüstert von alten Stimmen – oder finden uns von Angesicht zu Angesicht, im Spiegel jenseits der Zeit …

Either we are enveloped in automatic thinking, as in invisible bubble wrap, in small, separated, problematic, hungry parcels of worlds or it throws us directly into existence, in front of the feet of the stars …

Either we float in the trash of the unconscious stream of thoughts, between interpretations, judgements, and comparisons in small boats always afraid to sink, or we grope around in the stunner of our being …

Either we obey the gods and values ​​- whispered in our ears by old voices – or find ourselves face to face, in the mirror beyond time …

Broken hearts

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Fotos: Reinhard Werner

Einst wurde die eigene Anwesenheit überwältigt und weggesperrt im verborgenen Winkel des Herzens.
Wenn sie sich jetzt zeigt, ins Gesicht wirkt, in die Sprache, in die Handlung, geschieht das oft vorsichtig, wie die ersten Schritte eines Kindes, denn die Verletzung ist noch spürbar …

Bleibt die Anwesenheit jedoch aus, in den unterschiedlichen Situationen und Szenarien, wird der Raum mit Gedankengeschichten überwuchert, fehlt die Anwesenheit, fehlt die stille, offene Präsenz, bildet sich ein Marktplatz der alten Stimmen, tummeln sich Ängste und Sorgen, Wünsche und Hoffnungen im verlorenen Raum …

Wagt sich die Anwesenheit ans Licht und nimmt den Raum des gegenwärtigen Moments ein, machen sich die unruhigen Geister im Kopf aus dem Staub.
Tausendfache Welten erwarten unsere Präsenz schon sehnsüchtig. Wir gewinnen uns selbst zurück und kommen in jede Situation wie frisches Grün …

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Once upon a time, one’s own presence was overpowered and locked away in hidden corners of the heart.
When we show our true self now, in the face, in language, through action, it is often done cautiously, like the first steps of a child, because the injury is still noticeable …

However, if there is no awareness in different situations and scenarios, the empty space is overgrown with thought stories, if silent open presence is missing, a marketplace of the old voices takes place, fears and worries, desires and hopes are scrimmaging in the lost space …

If attendance ventures into the light and occupies the space of the present moment, the restless thoughts disappear.
Thousandfolded worlds are awaiting our attendance eagerly. We win our sweet selves back and arrive present in each situation like fresh green …

Sound of Silence

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Du stehst wieder ganz am Anfang, weißt nicht weiter und die Stille lädt dich in ihr Zelt. Du hast trockenes Brot und die Stille streicht dir Honig drauf. Wenn dein Gesicht hart ist, löst dir Stille deine Züge. Sind deine Augen müde, ist Stille ihr Balsam …

Du durchwanderst eine ausgedorrte Landschaft, während erste Tropfen aus der Stille fallen. Schenkst du dich der Stille ganz, schenkt sie sich dir …

Stille ist intelligent, ist Schoss von Wundern. Stille ist das Wertvollste und doch kann sie nicht verkauft werden – nicht mal Nestle schafft das – denn es gibt sie gratis zuhauf, überall! Aller Raum ist Stille, auch wenn er von Klängen erfüllt ist …

Du gehst die ersten Schritte an der Hand der Stille, sie hält den Tanz deiner Zellen und empfängt deinen letzten Hauch …

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You are back at the beginning, not knowing what to do and silence invites you into her tent.
You have only dry bread and silence sweeps honey on it.
When your face is hard, silence loosens your facial features.
When your eyes are tired, silence is their balm.

You wander through a parched landscape as first drops fall from silence.
When you give yourself to silence completely, she gives herself to you …

Silence is intelligent, is the womb of wonders. Silence is the most valuable and yet it can not be sold – not even Nestle can do this – because it is available for free, everywhere! All space is silence, even if it is filled with sounds.

You take the first steps at the hand of silence, she holds the dance of your cells and receives your last breath …

Geschenke / Presents

 

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Fotos: Renée Kellner

Du lehnst dich mit dem Gesicht in die Frühlingsluft und gibst der Familie der Dinge, die Ehre deiner Anwesenheit. Du verlässt die Welt deiner Gedanken und schenkst dich dem Wind und den Sternen. Du trittst heraus aus deinem Bunker und gehst ein paar Schritte in der Berührung …

Jemand hat deinen Käfig aufgesperrt. Alles, was du jetzt hast, ist das nackte Menschsein, wie vor Adam und vor Eva. Die Gegenwart bietet dir keine weiteren Fluchtmöglichkeiten, denn von ihr aus gesehen ist nichts anderes wirklich, weder die Welt deiner Gedanken, noch der Bunker noch der Käfig …

Es ist, als würden sich durch dich alle Gefühle in die Welt träumen. Die Keime, die das Leben einst in dich pflanzte, drängen nun als Geschenke zur Welt …

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You lean with your face into the spring air and give the honor of your presence to the family of things. You leave the world of your thoughts and give yourself to the wind and the stars. You step out of your bunker and take a few steps into the touch …

Someone has unlocked your cage. All you have now is naked humanity, as before Adam and before Eve. The present offers no further escape, because seen from her nothing else is real, neither the world of your thoughts, nor the bunker nor the cage …

It is as if all the feelings are dreaming themselves into the world through you. The germs that life once planted in you are now giving birth as gifts …

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Am Grund der Dinge / At the bottom of things

 

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Du rinnst wie Sand im Stundenglas, all das Aufgewühlte sinkt zu Boden. Am Grund der Dinge ist es still …

Am Grund der Dinge breitet sich der Morgen aus, als wär er ewig. Die Geschichten in deinem Kopf brechen wie Eierschalen an der Weltenwand. Übrig bleibt das neue Land, die Vergangenheit hat ihre Anker gelichtet und zieht fort zu den blauen Bergen am Horizont …

Platzen die Gedanken wie Seifenblasen, bleibt allein deine Beziehung zum Grund der Dinge. Ist er Freund oder Feind? Ist er etwas, dass du manipulieren oder kennenlernen willst?

Selbst wenn Gewalten durch die frischen Lande ziehen und es bläst uns volle Kanne um, stehen wir doch wieder auf, nackt, verliebt und bereit zu neuen Schandtaten …

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You run like sand in the hourglass, all the turbulence sinks to the ground. At the bottom of things, it is quiet …

At the bottom of things, the morning spreads as if it were eternal. The stories in your head break like egg shells on the world wall. Only the new country remains, the past has eased its anchor and continues to the blue mountains on the horizon …

When thoughts burst like soap bubbles, only your relationship with the bottom of things is left over. Is it a friend or an enemy? Is it something that you want to manipulate or get to know?
Even when forces run through the fresh lands and blow us down, we stand up again, naked, in love and ready for new outrages …

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Spieglein, Spieglein an der Wand / Mirror Mirror on the wall

 

 

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Fotos: Renée Kellner

Durch die Mauer der Trennung sieht man die Magie der Dinge nicht mehr. Der psychologische Verstand – der alte Schmuggler und Schwarzmarkthändler – kreiert durch das Gefühl der Trennung, den Verlust von etwas Wesentlichen und beginnt dann auch gleich damit ein Problem zu entwickeln und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Er leitet die Suche an und vertieft damit den Glauben, das, wonach wir uns sehnen, sei nicht da …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, enthüllt dieser das ausgefuchste Spiel, indem er all die unbewussten Geschäfte des Denkens NICHT zeigt. Er zeigt nicht Wünsche und Wollen, er zeigt nicht, was fehlt, nicht, was falsch läuft, nichts, was im Weg ist, keine religiösen oder politischen Parolen, nichts auf das man warten müsste und nichts, was man glaubt, noch suchen zu müssen …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, zeigt dieser nur, was wirklich hier ist. Er zeigt das vergessene Gesicht, bringt alles hierher zurück, was ausgelagert wurde. Was auch immer man performt, reflektiert er, ohne zu werten. Auch wenn man alle Manipulationstricks mit ihm versucht, hilft er bloß, durch sein Spiegeln, zu erkennen. Der Weltenspiegel hat keine Agenda, er spiegelt alles gleich gern …

Wenn die Wand zum Spiegel wird, entsteht im Spiegeln Stille – das freundliche Nichts. Obwohl der Spiegel, außer zu reflektieren, nichts tut, verändert sich dadurch alles. Durch das Erkennen lösen sich die inneren Haltegriffe und erste, freie Schritte sind wohlwollend möglich …

Der Spiegel ist riesig, die Einladung der Stille enorm. Hier geht es nicht um nachgeordnete Ziele wie im Denken, sondern um das direkte Atmen von Sternenstaub, um den freien Moment, um die Gnade der Auslöschung der Verwunschenheit allen Ernstes eine bestimmte Person sein zu müssen …

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Through the wall of separation one can no longer see the magic of things anymore. The psychological mind – the old smuggler and black market trader – creates through the illusion of separation, the feeling of loss of something essential and then immediately starts to develop a problem and try to find solutions. He initiates a search and deepens through that the belief that what we long for is not here …

When the wall becomes a mirror, it reveals the leery game by NOT showing all the unconscious business of thinking. The mirror does not show wishes and wills, he does not show what is missing, not what goes wrong, nothing that gets in the way, no religious or political slogans, nothing to wait for and nothing to look for …

When the wall becomes a mirror, it only shows what is really here. He shows the forgotten face, brings everything back here, what was outsourced. Whatever one performs, he reflects without judging. Even if you try all the manipulation tricks with him, he only helps to recognize by his mirroring. The World Mirror has no agenda, he likes to reflect everything …

When the wall becomes a mirror, silence arises in the mirroring – the friendly nothingness. Although the mirror does nothing but reflect, everything changes. By recognizing the inner grips are loosening and first, free steps are benevolent possible …

The mirror is huge, the invitation of silence enormous. This is not about subordinate goals as in thinking, but about the direct breathing of stardust, about the free moment, about the grace of extinguishing the spell to be a certain person in all seriousness …