Human Being

IMG_6818

Im Grunde sind wir ein lebendiger Spirit, der einen Körper bewohnt, über jede Menge Sinne verfügt und über ein Bewusstsein, das sich selbst erkennen kann. Wir sind ein Human Being, verbunden mit allem, vollkommen als Seiendes, selbst mit diversen Einschränkungen …

Dieser Organismus hat obendrauf noch dazu ein brillantes Werkzeug gepackt: Den Verstand, ein Biocomputer, der Erstaunliches leisten kann und über diverse Sicherheitssysteme verfügt. Unser Funktionsmodus und Zweckdenken, das Human Doing …

Die Stille ist nichts und etwas. Wenn sie nichts ist, sind wir Human Doings, wenn sie jedoch etwas ist, tritt Stille mit all ihrer Weite in den Vordergrund und sagt „Ich“. Das wird fast greifbar und so überzeugend, dass man kaum wagt, sich zu bewegen. Dann sind wir Human Beings …

Basically, we are a living spirit that indwells a body, has lots of senses, and has a consciousness that can recognize itself. We are Human Beings, connected with everything, complete as a being, even with various limitations …

On top of that, this organism has packed a brilliant tool: the mind, a biocomputer that can do amazing things and has various security systems. Our functional mode and purposeful thinking, the Human Doing …

The silence is nothing and something. If it is nothing, we are Human Doings, but if it is something, silence, with all its vastness, comes to the foreground and says „I“. This becomes almost tangible and so convincing that one hardly dares to move. Then we are Human Beings …

Advertisements

Ich bin es, das Leben / It’s me, life

20181205_121252

Leben möchte kreieren, hat Lust an den eigenen Fähigkeiten. Das ist ein Vorgang, der von selbst geschieht: Lebenskraft treibt den Motor der Kreativität, befeuert Ideen und der Verstand/Körper macht sich an die Ausführung. Die interessanteste Handlung ist aus dem Weg zu gehen, sich dem zu öffnen …

Das „Ich“ geistert herum und sucht sich selbst in Erfahrungen, in Begegnungen, in Anerkennung, in Sehnsüchten, in Zielen, in Wünschen und findet sich nie so wirklich. Es träumt in den Dingen, während Leben sich selbst lebt …

Befreiung liegt darin, zu sehen, dass man nicht der/die Handelnde ist, sondern Zeuge im Spiel des Lebens. Sobald die Last des „Ich“ weicht, das hauptsächlich Angst hat, etwas falsch machen zu können, oder meint, es wäre so toll, wenn es etwas richtig gemacht hat – bleiben die grundlegenden Eigenschaften des Lebens, jenseits von richtig und falsch, übrig: Lebendigkeit, Begeisterung, Staunen …

20181205_112501

Life wants to create, has a desire for one’s own abilities. This is a process that happens on its own: life force drives the engine of creativity, fuels ideas, and the mind / body begins to execute. The most interesting action is to go out of the way, to open oneself …

The „I“ haunts and looks for itself in experiences, in encounters, in appreciation, in longings, in goals, in desires and never really finds itself. It dreams in things while life lives itself …

Liberation is in seeing that one is not the actor, but rather a witness in the play of life. As soon as the burden of „I“ -which is primarily afraid of doing something wrong, or thinks it is so great when it does something right – disappears, the basic qualities of life beyond right and wrong are in plain view: Liveliness, enthusiasm, amazement …

Das Normale und das Wunder / The normal and the miracle

20180806_130617

Etwas in uns flieht in das Unbewusste. Bewusst anwesend zu sein, ist, wie wenn ein Kind beschliesst, diesmal standzuhalten. Obwohl sich bereits während der ersten bewussten Momente sofort eine gewisse heitere Vertrautheit einstellt, möchte etwas in uns wieder unter den Mantel der unbewussten Gedankentrance schlüpfen, als wäre es dort in Sicherheit …

Bewusstsein breitet sich aus, bleibt nicht an den Körpergrenzen stehen, badet in lebendiger Stille und blickt entspannt aus sich heraus, mit den Augen alter Elefanten.
Bewusstsein ist wach und aufmerksam. Es verbindet sich mit den Dingen, während im Unbewussten der Geist im Nirgendwo festklebt …

Stilles, bewusstes Sein hat ganz schön Abenteuerlust, wenn es mal aus dem Gedankenkäfig kann, ist es zu allen möglichen Schandtaten aufgelegt und verführt seinen Wirt in verwegene Gebiete. Ein(e) Heiliger zu sein bedeutet wohl, in jene Bereiche des Menschseins einzutreten, in dem sich das Normale mit dem Wunder vermischt und dort zu bleiben …

20180805_192339

Sometimes we flee into the unconscious. To be consciously present is like a child deciding to stand up this time. Although a certain cheerful intimacy sets in immediately during the first conscious moments, something in us would like to slip under the cloak of unconscious mental trance again as if it were safe there …

Consciousness spreads, does not stop at the body borders, bathes in living silence and looks relaxed out of itself, with the eyes of old elephants.
Consciousness is awake and attentive. It connects to things, while in the unconscious mind clings to nowhere …

Silent, conscious being has a thirst for adventure, if it can get out of the thought cage, it is ready for all kinds of atrocities and seduces into daring areas. To be a saint is probably to enter into those realms of being human where the normal mingles with the miracle and stay there …

Hinter den Kulissen / Backstage

20180721_082727

Kann man auch gemalte Tassen zerschlagen? Wir werden sehen!
Die Bühne ist bereit, es ist angerichtet, die Kegel sind aufgestellt. Die stillen Felder laden ein.
Die menschliche Existenz ist ganz bestimmt ein Ort loszulassen und zu bilden …

Die Welt der Formen ist ja gut und schön, aber hinter den Kulissen wird es erst richtig interessant. Da hat man es mit den Gewalten an sich zu tun. Deswegen müssen die armen Tassen dran glauben. Das geht ja auch gar nicht, dass sich die Farben an die Gesetzmäßigkeiten der Welt der Formen binden müssen …

Licht und Schatten sind ja Schwindel. Das Spiel der Gedanken ist die Mutter dieses groß angelegten Betrugs. Gestalten macht nur mehr Sinn, wenn es aus dem anwesend sein entspringt. Einfach nur anwesend zu bleiben, ist das Radikalste, ist gleichzeitig eine Weigerung in das Spiel der Gedanken einzusteigen …

20180721_082755

Can one smash painted cups as well? We will see!
The stage is ready, it is arranged, the bowling pins are set up. The silent fields invite.
Human existence is definitely a place to let go and create …

The world of shapes is quiet nice and beautiful, but behind the scenes it gets really interesting. There you have to deal with the forces themselves. That’s why the poor cups have to bite the dust. It is not at all possible that the colors must be bound to the laws of the world of forms …

Light and shadow are a hustle. The game of thought is the mother of this large-scale fraud. Creatibg only makes sense anymore when it springs from being present. Just staying present is the most radical thing and at the same time a refusal to enter the game of thought …

Das ganz normale Wunder / The ordinary miracle

20180702_095145

Ein träger, heißer Sonntagnachmittag, durch den das Blut nur sehr schwer pumpt, wie in einem Gebet. Woraus besteht Normalität? Weshalb die Anstrengung des Egos das Sein wegzuschieben und durch eine ängstliche, feindliche Interpretation zu ersetzen?

Was, wenn des Alltags Pinselstriche von einer großen Meisterin geführt sind? Was, wenn das „Ich“ gar nicht existiert und dessen Raum und Erleben in Wahrheit von Gewalten jenseits der Zeit bespielt wird?

Diese tiefe Befriedigung, wenn das Leben ganz offensichtlich sich selbst lebt und das „Ich“ bloß den Hut zieht. Die Leichtigkeit, die entsteht, wenn man Gast des Unbenennbaren ist, nicht dessen Besitzer.
Die Freude, wenn das Sein aus der Blindheit erwacht. Wie eine Rückkehr nach Hause.

20180702_095333

A sluggish, hot Sunday afternoon, through which the blood pumps very heavily, as in a prayer. What is normality? Why the effort of the ego to push away being and to replace it with a fearful, hostile interpretation?

What if everyday brushstrokes are led by a great master? What if the „I“ does not exist at all, and whose space and experience are in reality performed by forces beyond time?

This deep satisfaction, when life obviously lives itself and the „I“ just takes off its hat. The ease that arises when you are a guest of the Unnameable, not its owner.
The joy when being awakes from blindness. Like a return home.

Neue Formen / New forms

20180420_120544

„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“

Albert Einstein

Das Geschenk der Stille ist jedes Mal eine Einladung durch ihren knisternden Schleier zu treten und die Belange der Welt fahren zu lassen. Die Stille nimmt alle mentale Geschäftigkeit und belässt dich mit dem, was ist. Keine Geschichten, keine Aufträge, keine Religionen, keine Interpretationen, keine Bedeutung, keine Bewertung, jedoch Einfachheit, Verbundenheit, kein Unterschied zwischen innen und außen. Die gebrochenen Flügel der Trennung wachsen heil …

Die Herzen ächzen wie alte Schiffe. Geboren aus dem Inneren der Stille bildet sich etwas Neues durch die menschliche Form in die Welt hinein.
Von Anfang an klar zeigt sich die Ahnung dessen, was werden will. Die ersten tapsigen Schritte der neuen Form brauchen noch einen geschützten, freilassenden Raum, Wertschätzung und Vertrauen. Doch schon bald zeigt sich das Neue wie ein Festzug …

In der Stille wird das eigene Menschsein transparent wie Glas. Je durchsichtiger, desto mehr Ankommen …

20180420_134359

„Creativity is intelligence that has fun.“

Albert Einstein

The present of silence is an invitation to step through her crackling veil and to let  go the concerns of the world. Silence takes away all mental activity and leaves you with what is. No stories, no assignments, no religions, no interpretations, no meaning, no evaluation, but simplicity, communion, no difference between inside and outside. The broken wings of separation grow healing …

The hearts groan like old ships. Born in the interior of silence, something new emerges through the human form into the world.
Since the beginning, the notion of what wants to be is clear.
The first few steps of the new form still need a protected, free space, appreciation and trust. But soon the new shows itself like a pageant …

In silence, one’s own humanity becomes transparent like glass. The more transparent, the more arriving …

Sound of Silence

20180425_093641

Du stehst wieder ganz am Anfang, weißt nicht weiter und die Stille lädt dich in ihr Zelt. Du hast trockenes Brot und die Stille streicht dir Honig drauf. Wenn dein Gesicht hart ist, löst dir Stille deine Züge. Sind deine Augen müde, ist Stille ihr Balsam …

Du durchwanderst eine ausgedorrte Landschaft, während erste Tropfen aus der Stille fallen. Schenkst du dich der Stille ganz, schenkt sie sich dir …

Stille ist intelligent, ist Schoss von Wundern. Stille ist das Wertvollste und doch kann sie nicht verkauft werden – nicht mal Nestle schafft das – denn es gibt sie gratis zuhauf, überall! Aller Raum ist Stille, auch wenn er von Klängen erfüllt ist …

Du gehst die ersten Schritte an der Hand der Stille, sie hält den Tanz deiner Zellen und empfängt deinen letzten Hauch …

20180424_072121

You are back at the beginning, not knowing what to do and silence invites you into her tent.
You have only dry bread and silence sweeps honey on it.
When your face is hard, silence loosens your facial features.
When your eyes are tired, silence is their balm.

You wander through a parched landscape as first drops fall from silence.
When you give yourself to silence completely, she gives herself to you …

Silence is intelligent, is the womb of wonders. Silence is the most valuable and yet it can not be sold – not even Nestle can do this – because it is available for free, everywhere! All space is silence, even if it is filled with sounds.

You take the first steps at the hand of silence, she holds the dance of your cells and receives your last breath …