Das Normale und das Wunder / The normal and the miracle

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Etwas in uns flieht in das Unbewusste. Bewusst anwesend zu sein, ist, wie wenn ein Kind beschliesst, diesmal standzuhalten. Obwohl sich bereits während der ersten bewussten Momente sofort eine gewisse heitere Vertrautheit einstellt, möchte etwas in uns wieder unter den Mantel der unbewussten Gedankentrance schlüpfen, als wäre es dort in Sicherheit …

Bewusstsein breitet sich aus, bleibt nicht an den Körpergrenzen stehen, badet in lebendiger Stille und blickt entspannt aus sich heraus, mit den Augen alter Elefanten.
Bewusstsein ist wach und aufmerksam. Es verbindet sich mit den Dingen, während im Unbewussten der Geist im Nirgendwo festklebt …

Stilles, bewusstes Sein hat ganz schön Abenteuerlust, wenn es mal aus dem Gedankenkäfig kann, ist es zu allen möglichen Schandtaten aufgelegt und verführt seinen Wirt in verwegene Gebiete. Ein(e) Heiliger zu sein bedeutet wohl, in jene Bereiche des Menschseins einzutreten, in dem sich das Normale mit dem Wunder vermischt und dort zu bleiben …

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Sometimes we flee into the unconscious. To be consciously present is like a child deciding to stand up this time. Although a certain cheerful intimacy sets in immediately during the first conscious moments, something in us would like to slip under the cloak of unconscious mental trance again as if it were safe there …

Consciousness spreads, does not stop at the body borders, bathes in living silence and looks relaxed out of itself, with the eyes of old elephants.
Consciousness is awake and attentive. It connects to things, while in the unconscious mind clings to nowhere …

Silent, conscious being has a thirst for adventure, if it can get out of the thought cage, it is ready for all kinds of atrocities and seduces into daring areas. To be a saint is probably to enter into those realms of being human where the normal mingles with the miracle and stay there …

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Hinter den Kulissen / Backstage

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Kann man auch gemalte Tassen zerschlagen? Wir werden sehen!
Die Bühne ist bereit, es ist angerichtet, die Kegel sind aufgestellt. Die stillen Felder laden ein.
Die menschliche Existenz ist ganz bestimmt ein Ort loszulassen und zu bilden …

Die Welt der Formen ist ja gut und schön, aber hinter den Kulissen wird es erst richtig interessant. Da hat man es mit den Gewalten an sich zu tun. Deswegen müssen die armen Tassen dran glauben. Das geht ja auch gar nicht, dass sich die Farben an die Gesetzmäßigkeiten der Welt der Formen binden müssen …

Licht und Schatten sind ja Schwindel. Das Spiel der Gedanken ist die Mutter dieses groß angelegten Betrugs. Gestalten macht nur mehr Sinn, wenn es aus dem anwesend sein entspringt. Einfach nur anwesend zu bleiben, ist das Radikalste, ist gleichzeitig eine Weigerung in das Spiel der Gedanken einzusteigen …

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Can one smash painted cups as well? We will see!
The stage is ready, it is arranged, the bowling pins are set up. The silent fields invite.
Human existence is definitely a place to let go and create …

The world of shapes is quiet nice and beautiful, but behind the scenes it gets really interesting. There you have to deal with the forces themselves. That’s why the poor cups have to bite the dust. It is not at all possible that the colors must be bound to the laws of the world of forms …

Light and shadow are a hustle. The game of thought is the mother of this large-scale fraud. Creatibg only makes sense anymore when it springs from being present. Just staying present is the most radical thing and at the same time a refusal to enter the game of thought …

Das ganz normale Wunder / The ordinary miracle

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Ein träger, heißer Sonntagnachmittag, durch den das Blut nur sehr schwer pumpt, wie in einem Gebet. Woraus besteht Normalität? Weshalb die Anstrengung des Egos das Sein wegzuschieben und durch eine ängstliche, feindliche Interpretation zu ersetzen?

Was, wenn des Alltags Pinselstriche von einer großen Meisterin geführt sind? Was, wenn das „Ich“ gar nicht existiert und dessen Raum und Erleben in Wahrheit von Gewalten jenseits der Zeit bespielt wird?

Diese tiefe Befriedigung, wenn das Leben ganz offensichtlich sich selbst lebt und das „Ich“ bloß den Hut zieht. Die Leichtigkeit, die entsteht, wenn man Gast des Unbenennbaren ist, nicht dessen Besitzer.
Die Freude, wenn das Sein aus der Blindheit erwacht. Wie eine Rückkehr nach Hause.

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A sluggish, hot Sunday afternoon, through which the blood pumps very heavily, as in a prayer. What is normality? Why the effort of the ego to push away being and to replace it with a fearful, hostile interpretation?

What if everyday brushstrokes are led by a great master? What if the „I“ does not exist at all, and whose space and experience are in reality performed by forces beyond time?

This deep satisfaction, when life obviously lives itself and the „I“ just takes off its hat. The ease that arises when you are a guest of the Unnameable, not its owner.
The joy when being awakes from blindness. Like a return home.

Neue Formen / New forms

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„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“

Albert Einstein

Das Geschenk der Stille ist jedes Mal eine Einladung durch ihren knisternden Schleier zu treten und die Belange der Welt fahren zu lassen. Die Stille nimmt alle mentale Geschäftigkeit und belässt dich mit dem, was ist. Keine Geschichten, keine Aufträge, keine Religionen, keine Interpretationen, keine Bedeutung, keine Bewertung, jedoch Einfachheit, Verbundenheit, kein Unterschied zwischen innen und außen. Die gebrochenen Flügel der Trennung wachsen heil …

Die Herzen ächzen wie alte Schiffe. Geboren aus dem Inneren der Stille bildet sich etwas Neues durch die menschliche Form in die Welt hinein.
Von Anfang an klar zeigt sich die Ahnung dessen, was werden will. Die ersten tapsigen Schritte der neuen Form brauchen noch einen geschützten, freilassenden Raum, Wertschätzung und Vertrauen. Doch schon bald zeigt sich das Neue wie ein Festzug …

In der Stille wird das eigene Menschsein transparent wie Glas. Je durchsichtiger, desto mehr Ankommen …

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„Creativity is intelligence that has fun.“

Albert Einstein

The present of silence is an invitation to step through her crackling veil and to let  go the concerns of the world. Silence takes away all mental activity and leaves you with what is. No stories, no assignments, no religions, no interpretations, no meaning, no evaluation, but simplicity, communion, no difference between inside and outside. The broken wings of separation grow healing …

The hearts groan like old ships. Born in the interior of silence, something new emerges through the human form into the world.
Since the beginning, the notion of what wants to be is clear.
The first few steps of the new form still need a protected, free space, appreciation and trust. But soon the new shows itself like a pageant …

In silence, one’s own humanity becomes transparent like glass. The more transparent, the more arriving …

Sound of Silence

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Du stehst wieder ganz am Anfang, weißt nicht weiter und die Stille lädt dich in ihr Zelt. Du hast trockenes Brot und die Stille streicht dir Honig drauf. Wenn dein Gesicht hart ist, löst dir Stille deine Züge. Sind deine Augen müde, ist Stille ihr Balsam …

Du durchwanderst eine ausgedorrte Landschaft, während erste Tropfen aus der Stille fallen. Schenkst du dich der Stille ganz, schenkt sie sich dir …

Stille ist intelligent, ist Schoss von Wundern. Stille ist das Wertvollste und doch kann sie nicht verkauft werden – nicht mal Nestle schafft das – denn es gibt sie gratis zuhauf, überall! Aller Raum ist Stille, auch wenn er von Klängen erfüllt ist …

Du gehst die ersten Schritte an der Hand der Stille, sie hält den Tanz deiner Zellen und empfängt deinen letzten Hauch …

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You are back at the beginning, not knowing what to do and silence invites you into her tent.
You have only dry bread and silence sweeps honey on it.
When your face is hard, silence loosens your facial features.
When your eyes are tired, silence is their balm.

You wander through a parched landscape as first drops fall from silence.
When you give yourself to silence completely, she gives herself to you …

Silence is intelligent, is the womb of wonders. Silence is the most valuable and yet it can not be sold – not even Nestle can do this – because it is available for free, everywhere! All space is silence, even if it is filled with sounds.

You take the first steps at the hand of silence, she holds the dance of your cells and receives your last breath …

Die andere Seite / The other side

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Fotos: Reinhard Werner

Die eine Seite besteht aus den Inhalten des Denkens, sie ist weitgehend unbewusst. Abwesend treiben wir in Gedanken wie in Verpackungsmaterial. Doch wir müssen nicht lange herumschweifen im schrillen Trash von Wünschen und Ängsten. Wir können auch die Abkürzung nehmen …

Und schwupps, tauchen wir aus dem Gedankenstrom hinein in die Öffnung. Die Öffnung hat noch keinen Durchgang, wenn sie bloß Wort bleibt. Erst vom Herzen her gesehen ist Öffnung wirklich …

Und kaum schlüpft man durch – auf die andere Seite – wirken die Inhalte des Seins, ist der Wind sofort dein Freund und der Mond deine Schwester. Und du selber bist unberührt von den Gewalten der Zeit mit neugeborenem Blick …

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One side consists of contents of thought, it is largely unconscious. Absently, we drift in thought like in packaging material. But we do not have to wander around for long in the shrill trash of desires and fears. We can also take the shortcut …

And Schwupps, we dive from the flow of thought into the opening. The opening still has no passage, if it remains merely word. Only seen from the heart is opening real …

And as soon as one slips through – on the other side – the contents of being tale effect, the wind is immediately your friend and the moon your sister. And you yourself are untouched by the forces of time with a newborn gaze …

Aufbrechen / Breaking open

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Foto: Reinhard Werner

Einst aus der Weite in die Form gebrochen.
Reingebrochen in die Sinne, in das Sein …

Nun ausbrechend aus der Vergangenheit. Hervorbrechend aus dem Gewohnten.
Durch die Gedankentrance in die Anwesenheit, in die Stille, brechend …

Hineinbrechend in die Öffnung.
Einbrechend in die Gegenwart. Aufbrechend aus der Form, ins Ungewisse, mit traumwandlerischer Sicherheit,
wissen wir nicht, wohin wir gehen …

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Once broken from the vastness into the form.
Broken into the senses, into being …

Now breaking out from the past,
out from habit.
Breaking through the thought-trance into awareness, into silence …

Breaking into the opening, into the present.
Breaking out of form, into the unknown, with dreamlike certainty,
we do not know where we are going …