Joy and Fear

 

Parallel Landscape 1

„Wie ist es möglich da zu sein?“

Rainer Maria Rilke

Der psychologische Verstand webt Ungenügen ins Erleben, streut Zweifel und mischt etwas Versäumnis hinzu, so als wäre da ständig etwas, dass zu korrigieren wäre, um die Persönlichkeit zu verbessern. Das lässt so einen Geschmack von Mangel zurück, es wirft einen Schleier über die Person wie eine Religion. Mit diesem ungenügenden Blick betrachten wir einander. Das Grundgefühl dieser Lebenskultur ist Angst …

Das schleichende Gift wirkt jedoch nur in der Dunkelheit der Ego-Trance. Sobald etwas Licht auftaucht, vertreibt es die Gespenster der Nacht …

Die Hüter der Morgensonne tauchen durch das Gedankenwasser auf den Grund der Dinge. Hier wachen sie in süßem Bann. Stille streift durch die Landschaft ihrer Körper, ohne auch nur auf ein geringstes Hindernis zu treffen. Sie haben den Flaschengeist, der in ihnen wohnte nach Hause geschickt. Niemand glaubt mehr an den Sand, den er in Augen streut. Die verliebten Wächter werfen sich in die Arme des Windes, das Grundgefühl ihrer Lebenskultur ist Freude …

 

Parallel Landscape 8

„How is it possible to be here?“
Rainer Maria Rilke

The psychological mind weaves inadequacies into experience, sprinkles doubts, and adds some omission, as if there were always something to be corrected to improve one’s personality. That leaves behind a taste of constant lack, it casts a veil over the person like religion does. With this gaze to be not o.k., we look at each other. The basic feeling of this culture is fear …

This creeping poison works only in the darkness of ego-trance. As soon as some light appears, it dispels the ghosts of the night …

The guardians of the morning sun dive through the water of thought to the bottom of things. Here they are awake in a sweet ban. Silence wanders through the landscape of their bodies without encountering even the slightest obstacle. They sent the genie who lived in them back home. No one believes anymore in the sand they scatter in ones eyes. The amorous guards throw themselves into the arms of the wind, the basic feeling of their culture is joy ….

 

Offizieller Protest gegen die Dominanz der Ratio! / Official protest against the dominance of the Ratio!

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Leute es geht nicht mehr. Gegen etwas Vernunft ist ja nichts einzuwenden, aber unsere Gesellschaft flieht geradezu in die Arme von Kontrollzwang und fahlem Sicherheitsdenken …

Wir haben bereits die gesamte Schöpfung in einem Netz aus Sinn – und Nutzbezügen gefangen. Die neue Regierung zerrt gierig weiter Richtung Profit und Leistung und verfeuert dabei alles wirklich Wesentliche wie Schönheit, Menschlichkeit, Lebensqualität. Worin wollen wir denn Leben, um Himmels willen? Kommt schon Leute, Egowahn war gestern, spielen wir was anderes. Laufen wir den Göttern der Ratio hinterher werden wir blind, taub und fühlen uns selbst nicht mehr …

Wenn wir die Augen öffnen, sehen wir, es ist alles wie aus Licht geschnitzt: die Flugzeuge, die Kinder, die mit ihrem Winterstiefeln über die Holzplanken laufen, die träge vor sich hintreibende Orangenhaut der Seeoberfläche, die Baukräne, die Schotterwege, alles durchdrungen von purem Sein, gewebt aus demselben lauteren Stoff, wie wir selbst. Öffnen wir die Ohren, überwältigt uns das Leben wie eine Horde spielender Kinder. Beginnen wir uns zu fühlen, ändert sich die ganze Welt und etwas völlig Neues entsteht …

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Folks, it does not work anymore like that. There is nothing wrong with reason, but our society almost flees into the arms of control and pale security thinking …

We have already captured all of creation in a network of mind and use. The new government continues to drive greedily towards profit and effort, burning everything that really matters, such as beauty, humanity, quality of life. What do we want life for, for heaven’s sake? Come on people, Ego-delution was yesterday, we play something else.
If we run after the gods of the Ratio we become blind, deaf and do not feel ourselves any more …

When we open our eyes, we see it is all carved out of light: the airplanes, the children walking along the wooden planks with their winter boots, the lazy moving orange-peel skin of the lake surface, the construction cranes, the gravel roads, all steeped in pure being, woven from the same sincere fabric as we ourselves. If we open our ears, life overwhelms us like a horde of playing children. When we start to feel ourselves, the whole world changes and something totally new arises… 

 

 

Om Namah Shivaja

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Mit dem drahtigen Inder und seiner roten Steinschleuder ist nicht zu spaßen. Er ist wohl der Einzige vor dem die Affen bei der Tempelhöhle am Arunachala Respekt haben. Die alte Affenmama, deren Zitzen die stattliche Anzahl ihrer Kinder bezeugen, öffnet dir sogar den Rucksack, den du auf deinem Körper trägst …

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Die Geschichten, die wir uns immer wieder über uns selbst erzählen, beugen uns, halten uns in der Trance eine abgetrennte Persönlichkeit zu sein.
Shiva kehrt die alten Geschichten aus dem Tempel. Deswegen hat er wohl den Ruf eines Zerstörers erhalten. Er muss das machen, denn er möchte in dir wohnen. Der Berg Arunachala ist nicht ein Symbol Shivas, er IST Shiva und du, der/die auf ihm wandert, kann nicht getrennt bleiben. Du bist das Lieblingsspielzeug in der Hand des Lebens. Klar möchte er auch in dir sein. Er will als Tiger durch deinen stillen Wald streifen. Er möchte als Pfau durch deine hohen Hallen spazieren und an deiner Quelle kauern.

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With the wiry Indian and his red Slingshot is not to be trifled. He is probably the only one from whom the monkeys at the temple cave on Arunachala have respect. The old monkey mom, whose teats testify to the stately number of her children, even opens the backpack that you wear on your body …

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The stories we keep telling ourselves about ourselves bend us, keep us in the trance to be a separate personality.
Shiva sweeps the old stories out of the temple. That’s why he probably got the reputation of a destroyer. He has to do that because he wants to live in you. Mount Arunachala is not a symbol of Shiva, it IS Shiva and you who walk on it can not be separate. You are the favorite toy in the hand of life. Of course he wants to be in you too. He wants to roam as a tiger through your silent forest. He wants to walk as a peacock through your high halls and crouch at your source.

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Welt in Scherben / World in shards

Scherben mit Uhr

Wundert sich eigentlich niemand, warum es hier so viel um Scherben geht? Warum macht dieser Mann alles kaputt?

Wir leiden bereits unter den alten Formen der Welt, sie haben sich überlebt, wir hören sie ächzen und stöhnen allerorts. Sie sind bereits so verkrustet, dass sie von selbst aufbrechen. Da nimmt man eben seinen / ihren Lieblingshammer und hilft ein bisschen nach …

Die alten Formen sind vor allem in unseren unbewussten Denkmustern, in unseren automatisch ablaufenden konditionierten Programmen. Sie nähren sich hauptsächlich von Angst und der Sehnsucht nach Kontrolle und Sicherheit. Wir erleben das sowohl in unserer eigenen Biografie wie auch in der politischen Szene. Und da ist Sehnsucht in uns, noch irgendetwas zu finden in dem alten Tempelstein. Hört man genau hin, glucksen unterirdisch bereits die neuen Bäche, noch formlos, künden sie von einer frischen, unverbrauchten Welt …

Das Neue entsteht durch uns: Immer wenn die alten Programme mit dir Schlitten fahren, bleib stehen und geh einen Schritt zur Seite. Parallel zu deinem Programm ist es still, rundherum ist es still, und wenn du aus der Stille auf dein Programm schaust, ist da nichts mehr, es war nur ein Gespenst. Immer wenn die alte Geisterbahn loslegt, weißt du: es ist nicht real. Die Stille rundherum und in dir ist real, wie ein knisternder Block. Und da sitzt du wieder mit deinem Lieblingshammer und hilfst ein bisschen nach, damit das Neue leichter hervorbrechen kann …

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Does nobody really wonder why this is so much about broken stuff here? Why is this man breaking everything?

We already suffer from the old forms of the world, they are outlasted, we hear them moaning and groaning everywhere. They are already so encrusted that they break up by themselves. So you just take your favorite hammer and help a little …

The old forms are above all in our unconscious mind patterns, in our automatically running conditioned programs. They feed mainly on fear and the desire for control and security. We experience this both in our own biography and in the political scene. And there is a yearning in us to find anything in the old temple stone. If one listens closely, the new streams are already gurgle underground, still  beyond form, they announce a fresh, unused world …

The new is created within us: Whenever the old programs take over, stop and take a step aside. There is silence parallel to your program, it is quiet all around it, and when you look at your program from silence, there is nothing left, it was just a ghost. When you clearly see this you know: whenever the old ghost train starts, it’s not real. The silence inside and around you is real, like a crackling block. And there you sit again with your favorite hammer and help a bit so that the new is able to break through more easily …

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