Schöne Sache / Beautiful affair

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Wenn die Welt eine Abfolge von Herausforderungen ist, dann ist Schönheit ein Portal in das Herz der Welt. Wenn du mühsam von einem Tal ins nächste gehst, halte Ausschau nach etwas Schönem. Und wenn du es siehst, bleib stehen, erkunde es und lass dich reinfallen, die mühsamen Täler werden schon nicht weglaufen …

Schönheit findet sich immer exakt hier im Augenblick, je mehr sich der Blick dafür öffnet, desto mehr finden wir sie überall. Wenn wir sie nicht sehen können, dann liegt das daran, dass wir von unserem konditionierten Verstand aus sehen. Der Verstand sieht immer nur die mühsamen Täler, Probleme und Vollidioten …

Es gibt natürlich auch die mühsamen Täler, Herausforderungen und auch genügend Menschen, die sich als komplette Ding-Dongs zur Verfügung stellen, manche davon sind sogar Präsidenten oder Vizekanzler. Doch wenn unser Blick weiter wird, über den Verstand hinaus geht, bis an die Grenzen des Todes, sehen wir die atemberaubende Schönheit in allem, können darin versinken, auftanken und dann den Ding-Dongs sagen, sie sollen zu Hause bleiben …

If the world is a succession of challenges, then beauty is a portal to the heart of the world. If you go exhausting from one valley to the next, look for something beautiful. And when you see it, stop, explore it and let yourself fall in, the laborious valleys will not run away …

Beauty is always exactly here right now, the more the view opens up, the more we find it everywhere. If we can not see it, it’s because we look from our conditioned mind. The mind always sees only the exhausting valleys, problems and idiots …

There are, of course, the laborious valleys, challenges, and enough people to provide themselves as complete ding-dongs, some of which are even presidents or vice-chancellors. But as our gaze continues to go beyond the mind, to the very limits of death, we see the breathtaking beauty in everything, sinking into it, refueling and then telling the ding-dongs to stay home …

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Human Potential

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Menschsein kann sich ohne Weiteres zu einem Albtraum verfestigen, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie im Nationalsozialismus. Es kann sich aber auch in unglaubliche Höhen aufschwingen, wenn das Zeitlose in Menschen erwacht und Wunder hervorbrechen …

In diesem Spannungsfeld entwickelt sich Menschlichkeit. Agieren wir aus dem konditionierten Verstand heraus, sind wir nur zu einem kleinen Teil lebendig, weil sehr viel Energie im Widerstand gegen die Offenheit der Liebe verbraten wird. Es ist, als würde nur durch einen kleinen Spalt Licht hereindringen, egal wie viel Energydrinks und Likes wir schon hatten …

Agieren wir jedoch aus einem offenen Körper heraus, steht uns weit mehr Lebendigkeit zur Verfügung. Lassen wir die angestrengten Filter, Schleier und Dämme der Konditionierung los, trägt uns das direkte Erleben die Glut der Freude in jede Zelle …

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Being human can easily stiffen into a nightmare without even being aware of it, as in National Socialism. But it can also rise to unbelievable heights when the timeless awakens in humans and miracles erupt …

In this area of conflict, humaness awakens. If we act out of the conditioned mind, we are alive only to a small extent, because a great deal of energy will be spent in resisting the openness of love. It’s as if there’s only light coming in through a small gap, no matter how many energy drinks and likes we’ve had …

But if we act out of an open body, far more liveliness is available. Letting go of the strained filters, veils and dams of conditioning, direct experience brings us the glow of joy into each cell …

Das ganz normale Wunder / The ordinary miracle

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Ein träger, heißer Sonntagnachmittag, durch den das Blut nur sehr schwer pumpt, wie in einem Gebet. Woraus besteht Normalität? Weshalb die Anstrengung des Egos das Sein wegzuschieben und durch eine ängstliche, feindliche Interpretation zu ersetzen?

Was, wenn des Alltags Pinselstriche von einer großen Meisterin geführt sind? Was, wenn das „Ich“ gar nicht existiert und dessen Raum und Erleben in Wahrheit von Gewalten jenseits der Zeit bespielt wird?

Diese tiefe Befriedigung, wenn das Leben ganz offensichtlich sich selbst lebt und das „Ich“ bloß den Hut zieht. Die Leichtigkeit, die entsteht, wenn man Gast des Unbenennbaren ist, nicht dessen Besitzer.
Die Freude, wenn das Sein aus der Blindheit erwacht. Wie eine Rückkehr nach Hause.

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A sluggish, hot Sunday afternoon, through which the blood pumps very heavily, as in a prayer. What is normality? Why the effort of the ego to push away being and to replace it with a fearful, hostile interpretation?

What if everyday brushstrokes are led by a great master? What if the „I“ does not exist at all, and whose space and experience are in reality performed by forces beyond time?

This deep satisfaction, when life obviously lives itself and the „I“ just takes off its hat. The ease that arises when you are a guest of the Unnameable, not its owner.
The joy when being awakes from blindness. Like a return home.

Blues

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Fotos: Renée Kellner

Die Zeiten, an denen alles dicht wird, schmerzlich zusammengezogen, wohin sich garantiert kein Lichtstrahl verirrt und alle Hoffnung sich längst aus dem Staub gemacht hat …

Vom konditionierten Verstand her gesehen, läuft hier etwas falsch, jemand ist schuld, wir sollten nicht in so einem jämmerlichen Zustand sein, schwach und vom Leben geschlagen. Wir sollten schneller, weiter, besser sein …

Von der Stille her betrachtet, gelten die Aspekte der Konditionierung nicht. Schneller, weiter, besser hat hier keine Bedeutung. Hier zählt Freundlichkeit, anwesend sein, etwas von Herzen zu mögen. Stille integriert, alles, selbst den Blues und all die ungeliebten Kinder …

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The times when everything gets tight, painfully constricted, where no ray of light is wandering by and all hope has disappeared long ago…

Seen from the conditioned mind, something is going wrong here, somebody’s guilty, we should not be in such a pathetic state, weak and beaten down by life. We should be faster, further, better …

Seen from silence, the aspects of conditioning do not apply. Faster, further, better has no meaning here. Here, friendliness counts, to be present, to like something from the heart. Silence integrates, everything, even the blues and all the unloved children …

Entweder … oder / either … or

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Foto: Renee Kellner

Entweder sind wir eingepackt im automatischen Denken, wie in lauter so unsichtbarer Luftpolsterfolie, in kleinen, abgetrennten, problematischen, hungrigen Paketwelten oder es schleudert uns direkt in die Existenz, vor die Füße der Sterne …

Entweder wir treiben im Trash des unbewussten Gedankenstroms, zwischen Interpretationen, Bewertungen, und Vergleichen in kleinen Booten immer auf der Hut nicht unterzugehen oder wir tasten umher in der Wucht unseres Seins …

Entweder wir gehorchen den Göttern und Werten – eingeflüstert von alten Stimmen – oder finden uns von Angesicht zu Angesicht, im Spiegel jenseits der Zeit …

Either we are enveloped in automatic thinking, as in invisible bubble wrap, in small, separated, problematic, hungry parcels of worlds or it throws us directly into existence, in front of the feet of the stars …

Either we float in the trash of the unconscious stream of thoughts, between interpretations, judgements, and comparisons in small boats always afraid to sink, or we grope around in the stunner of our being …

Either we obey the gods and values ​​- whispered in our ears by old voices – or find ourselves face to face, in the mirror beyond time …

Abenteuer/ Adventure

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Abenteuer kreieren Raum, der noch nicht von Gewohnheit durchmessen ist. In unseren Komfortzonen hören wir oft nicht mehr ihren wilden Ruf …

Die Existenz hat uns ihr Leben gewidmet. Wir können es nehmen, indem wir mit dem gehen, von dessen Wahrheit wir tief drinnen wissen …

Die stillen Flüsse durchströmen uns und doch ist es an uns, ob wir darin schwimmen oder nicht …

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Adventures create space that is not yet traversed by habit. In our comfort zones we often do not hear their wild call …

Existence has dedicated its life to us. We can take it by going with what we know the truth of deep inside …

The quiet rivers flow through us and yet it is up to us whether we swim in it or not …

Gezeiten / Tide

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Fotos: Renèe Kellner

Wir sind die jüngsten Blätter am Weltenbaum. Mal schreien und mal singen wir. Mal zieht es uns zusammen, immer dichter, bis zum Welken und mal dehnen wir uns in jede Zelle bis zum Bersten. Mal erscheint alles völlig sinnlos, nichts als Verlust weit und breit, das Leben verschwört sich selbst in Kleinigkeiten gegen uns. Mal glänzen wir in der Sonne wie bei einem Kindergartenausflug im Mai …

Wenn es gerade gar nicht läuft, denken wir, dass etwas falsch ist, die Lebensumstände verkehrt sind oder die Welt uns zeigt, dass wir nicht o.k. sind. Unsere aufgescheuchten Gedanken und Gefühle wickeln uns ein. Wir reagieren willkürlich auf das Unwohlsein. Wenn es gerade voll gut läuft, denken wir, dass wir etwas richtig gemacht haben, wir haben es voll drauf …

Was, wenn das unbewusste Gefangensein in der Dualität uns ans Kreuz nagelt? Was, wenn es in Wahrheit gar nichts Persönliches bedeutet, wenn wir einfach bloß mit den Gezeiten atmen? Was, wenn unsere Leben wie Ziehharmonikas funktionieren, zusammenziehen, ausdehnen. Was, wenn wir uns im ausgeatmet werden verlieren und im eingeatmet werden finden? Was, wenn daran nichts verkehrt ist?

Jedes Mal sich tanzend zu verlieren, erobern wir uns selbst zurück, ein Stück weit reifer, kühner. Jedes Mal sich zu finden, schwächt die Matrix, bricht den Bann der psychologischen Persönlichkeit. Jedes Mal, im bewussten Erlauben des ein- und ausgeatmet Werdens, gleiten wir tiefer in die familiären Bezüge des Soseins der Welt …

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We are the youngest leaves on the world tree. Sometimes we scream and sometimes we sing. Sometimes we contract, more and more dense, until we fade and sometimes we stretch into each cell until we nearly burst. Sometimes everything seems completely pointless, nothing but loss far and wide, life conspires against us even in trifles. Sometimes we shine in the sun like a kindergarten trip in May …

If things are not going well right now, we think something is wrong, the circumstances are wrong or the world shows us that we are not o.k. Our shooed thoughts and feelings wrap us up. We react arbitrarily to the malaise.
When things are going well, we think we did something right, we are the greatest …

What if unconscious imprisonment in duality nails us on the cross? What if it means nothing personal, just breathing with the tides? What if our lives work like accordions of the great musician, contracting expanding? What if we loose ourselves in the exhale and find ourselves in the inhale? What if there is nothing wrong with that?

Each time we lose ourselves dancing, we conquer ourselves and grow a bit more mature, bolder. Each time we find oneself weakens the matrix, breaks the spell of the psychological personality. Each time, we consciously allow breathing in and out, we slide deeper into the familiarity and the suchness of the world …