Meetingpoint

20180903_192855

Der ganz normale Briant, komplett ereignislos, mit sonntagsmatten Armen. Zusammengezogen, trüb. Wie ein trockenes Blatt am Lebensbaum …

Erstaunlich, in welche Welten sich das Sein verirrt. Irgendwie will es sich anscheinend gerade so erleben, grau und verwischt, mit schmerzenden Fersen und Zahnbelag …

Noch erstaunlicher: Lässt man dem Sein die Freude genau das in dieser Briantform zu erleben, kriegt dieses angeschimmelte Lebensgefühl allmählich Glanz und Würde. Und absolut nichts ist dran verkehrt …

20180903_192935

That ordinary Briant, completely uneventful, with sunday dull arms. Constricted, murky. Like a dry leaf on the tree of life …

Amazing into which worlds being gets lost. Somehow, it seems to like experiencing just that state: Gray and blurred, with aching heels and plaque …

Even more astonishing: If you allow being to experience this Briantform exactly the way it is, this mildewed feeling of life will gradually become shiny and dignified. And absolutely nothing is wrong …

Zauber und Zweifel / Magic and doubt

20180901_093107

„Der/Die Suchende lebt in Wirklichkeit bereits in dem, wonach er/sie sich sehnt, bemerkt es aber nicht.“
Tony Parsons

Das Quellen der Wolken in all dem Licht geht unter die Haut.
Tauben sitzen am höchsten Punkt des Daches regungslos im Regen. Alles ergibt sich dem Sein, ohne Ausweg, nur der Mensch hält nach etwas Anderem Ausschau, kann nicht hier mit allem bedingungslos das teilen, was ist …

Als hätte man den sanften glatten Ton des Morgen auf der Drehscheibe und sieht, wie er sich selbst gestaltet.
Als wäre der Zauber stärker, als der Zweifel. Als würde man sich auflösen in dem ersten Licht des Tages, jenseits von Worten …

Als hätte man die Kraft, nicht mehr Dinge zu tun, die einem runterziehen in das saure Sein, das unruhig die Knochen treibt. Als könnte man blind vertrauen. Als wüsste man, dass selbst Trennung aus demselben gesegneten Stoff besteht wie Einheit …

20180901_093303

„The seeker already lives in what he / she longs for, but does not notice it.“
Tony Parsons

The swelling of the clouds in all that light gets under the skin.
Pigeons sit motionless in the rain at the highest point of the roof. Everything yields into being, without a way out, only man is looking for something else, not able to share unconditionally what is here …

Like having the soft, smooth clay of tomorrow on the potter’s wheel and seeing how it shapes itself.
As if magic would be stronger than doubt. As if dissolving in the first light of day beyond words …

As if one had the strength to stop doing things that pull oneself down into sour being, which drives the bones uneasily. As if you could trust blindly. As if you would know that even separation consists of the same blessed substance as unity …

Sommer / Summer

20180827_191221

Buchseiten. Das Geräusch des Papieres, wenn Finger daran reiben. Zirpen in der Nacht, das neckische Wischen des Windes an bestimmten Hautstellen. Das entfernte Grollen der Flugzeuge im Sommerabendhimmel, in dem noch immer Reste von Musik treiben …

Das Zittern der Lichter am Horizont. Eine Flut magischer Haut trifft aufeinander. Wieder einmal überrascht vom Mond. Darf man entlang der Nacht gleiten? Als wäre das alles schon Tausende Male passiert, dadurch schärft es sich jedoch nur, wie ein Messer …

Wer die Nacht durchwacht, erlebt erst wirklich den Morgen. Holzbretter krachen auf Baustellen, das Echo schallt durch den endlosen, virtuellen Raum, den nur „Niemand“ erlebt …

Book pages. The sound of paper when fingers rub against them. Chirping in the night, the playful wiping of the wind at certain skin areas. The distant rumble of an aircraft in the summer evening sky, in which remnants of music still drift …

The trembling of the lights on the horizon. A flood of magical skin meets each other. Once again surprised by the moon. Is it allowed to glide along the night? As if it had already happened thousands of times, but that only sharpens it, like a knife …

Only whoever watches the night, really experiences the morning. Wooden boards crash on construction sites, it echoes through the endless, virtual space experienced only by „nobody“ …

Virtual reality

20180825_093139

In der Virtual Reality soap opera unserer Zeit geht der/die SpielerIn durch ausgemergelte Gegenden – projiziert vom psychologischen Verstand – als EinzelkämpferIn durch ein Königreich in dem immer Mangel herrscht, begleitet von ständigem Geschnatter der KommentatorInnen. Die einzige Lösung aus dem Ungenügen scheint darin zu bestehen, sich dauernd verbessern zu müssen, dem instabilen Ego Anerkennung, Bedeutung und damit Sicherheit zu verschaffen …

Den Projektionen des Verstandes, wie wunderbar sie auch sind, liegt jedoch ein noch außerordentlicheres Prinzip zugrunde: die Tatsache unserer Existenz. Hier geht der/die SpielerIn über die Weiden des Herzens, durch Schönheit und Reichtum ohne Ende. Dort wächst ständig alles nach, man braucht nichts davon zu behalten, man weiß gar nicht, wohin damit …

Solange wir nicht den grundlegenden Irrtum begehen und glauben wir seien, was unsere Gedanken projizieren, sind wir schon frei. Erst wenn wir uns damit identifizieren, beginnt die Knechtschaft. Das Gewicht der Existenz rastet in uns. Das, was uns hierher gebracht hat, atmet gleichmäßig ein und aus. Es treibt im Körper, wie ein Geist in der Flasche, es ist, was wir sind …

In the virtual reality soap opera of our time, the gamer walks through emaciated areas – projected from the psychological mind – as a lone fighter through a kingdom in which there is always lack, accompanied by constant chatter of commentators. The only solution to the insufficiency seems to be to constantly improve, to give the unstable ego recognition, meaning, and thus security …

The projections of the mind, however marvelous they are, are based on an even more extraordinary principle: the fact of our existence. Here the gamer walks over meadows of heart, through beauty and wealth without end. Everything is constantly growing here, you do not have to keep anything, you do not even know where to save it …

Unless we make the basic mistake and believe we are what our thoughts project, we are already free. Only when we identify with it does bondage begin. The weight of existence is resting in us. What brought us here breathes in and out even. It’s floating in the body, like a ghost in the bottle, it’s what we are …

Die Wurzel der Menschlichkeit / The root of humaness

20180822_083912

Stille bietet Raum für Begegnung mit sich selbst. Die persönlichen Aktivitäten verschwinden wie die Händler aus dem Tempel. Es ist die Zeit, jemand ganz Besonderen zu treffen …

Aus dem Inneren erhebt sich das Sein wie eine ganz vertraute Person. Man hat schon immer durch ihre Augen geschaut und schon immer ihre Stimme benutzt. Man ist sie so gewohnt, hat sie vergessen und für Tand und Anerkennung verkauft …

Jetzt ist die Zeit ihr neu zu begegnen und ihr die Regie zu überlassen. Es ist eine Begegnung mit sich selbst und doch kennt man sich nicht mehr. Man kennt sich als Person, aber nicht als Sein. Sein erkennt sich selbst und möchte spielen …

20180822_084151

Silence offers space for encounter with oneself. The personal activities disappear like the merchants from the temple. It’s time to meet someone special …

From the inside, being rises like a very familiar person. One has always looked through its eyes and always used its voice. One is so used to being, has forgotten it and sold it for trumpery and recognition …

Now is the time to meet it again and let it talke the reins. It is an encounter with oneself and yet one does not know one another anymore. One knows oneself as a person, but not as being. Being recognizes itself in the person and wants to play …

20180822_084236