Der neue Mensch / The new human

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Reisende, ein stiller Fels wartet im Meer der Gedanken. Er taucht aus dem Nebel auf, wenn du eins und einfach bist, mit dem, was ist. Stiller Regen wäscht dir alle Bilder ab und das bereits Gewesene. Stiller Wind strömt in den nun leeren Raum und umspielt deine wesenhaften Züge …

Ein stiller Blick öffnet sich und sieht in elementare Welten, die – wie mit wesenhaftem Pinsel gemalt – keine bloßen Abbilder darstellen, sondern Essenz. Du siehst den neuen Menschen, konfrontiert mit dem, was ist …

Der neue Mensch ist nicht Opfer von Umständen oder isoliert in einer feindlichen Welt, er/sie ist Teil von kreativen Prozessen und betritt somit ein intelligentes Universum. Der neue Mensch ist blank, losgelöst und doch verbunden, nicht nur durch Ursache und Wirkung, sondern in Beziehung seiend, mit der Ordnung der Gestirne …

Wayfarer, a silent rock waits in the sea of thought. It emerges from the fog when you are one and simple, with what is. Silent rain washes away all images and the past. Quiet wind flows into the now empty space and plays around your essential facial features …

A silent gaze opens and looks into elemental worlds, which – as if painted with an intrinsic brush – do not merely represent images, but essence. You see the new human, confronted with what is …

The new human is not a victim of circumstances or isolated in a hostile world, he / she is part of creative processes and thus enters an intelligent universe. The new man is bare, naked, detached and yet connected, not only through cause and effect, but in relationship with the order of the stars …

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Gezeiten / Tide

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Fotos: Renèe Kellner

Wir sind die jüngsten Blätter am Weltenbaum. Mal schreien und mal singen wir. Mal zieht es uns zusammen, immer dichter, bis zum Welken und mal dehnen wir uns in jede Zelle bis zum Bersten. Mal erscheint alles völlig sinnlos, nichts als Verlust weit und breit, das Leben verschwört sich selbst in Kleinigkeiten gegen uns. Mal glänzen wir in der Sonne wie bei einem Kindergartenausflug im Mai …

Wenn es gerade gar nicht läuft, denken wir, dass etwas falsch ist, die Lebensumstände verkehrt sind oder die Welt uns zeigt, dass wir nicht o.k. sind. Unsere aufgescheuchten Gedanken und Gefühle wickeln uns ein. Wir reagieren willkürlich auf das Unwohlsein. Wenn es gerade voll gut läuft, denken wir, dass wir etwas richtig gemacht haben, wir haben es voll drauf …

Was, wenn das unbewusste Gefangensein in der Dualität uns ans Kreuz nagelt? Was, wenn es in Wahrheit gar nichts Persönliches bedeutet, wenn wir einfach bloß mit den Gezeiten atmen? Was, wenn unsere Leben wie Ziehharmonikas funktionieren, zusammenziehen, ausdehnen. Was, wenn wir uns im ausgeatmet werden verlieren und im eingeatmet werden finden? Was, wenn daran nichts verkehrt ist?

Jedes Mal sich tanzend zu verlieren, erobern wir uns selbst zurück, ein Stück weit reifer, kühner. Jedes Mal sich zu finden, schwächt die Matrix, bricht den Bann der psychologischen Persönlichkeit. Jedes Mal, im bewussten Erlauben des ein- und ausgeatmet Werdens, gleiten wir tiefer in die familiären Bezüge des Soseins der Welt …

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We are the youngest leaves on the world tree. Sometimes we scream and sometimes we sing. Sometimes we contract, more and more dense, until we fade and sometimes we stretch into each cell until we nearly burst. Sometimes everything seems completely pointless, nothing but loss far and wide, life conspires against us even in trifles. Sometimes we shine in the sun like a kindergarten trip in May …

If things are not going well right now, we think something is wrong, the circumstances are wrong or the world shows us that we are not o.k. Our shooed thoughts and feelings wrap us up. We react arbitrarily to the malaise.
When things are going well, we think we did something right, we are the greatest …

What if unconscious imprisonment in duality nails us on the cross? What if it means nothing personal, just breathing with the tides? What if our lives work like accordions of the great musician, contracting expanding? What if we loose ourselves in the exhale and find ourselves in the inhale? What if there is nothing wrong with that?

Each time we lose ourselves dancing, we conquer ourselves and grow a bit more mature, bolder. Each time we find oneself weakens the matrix, breaks the spell of the psychological personality. Each time, we consciously allow breathing in and out, we slide deeper into the familiarity and the suchness of the world …