MAGIC REVOLUTION 32

‚Painting is a way of staying in the moment forever‘
Cecily Brown

Beim Malen braucht es das Vertrauen in die eigene Natur. Im fließen lassen, ohne es zu kontrollieren, zeigt sich die Landkarte des Seins wie ein Eingang wie ein Versprechen …

Unser Sein ist so weit wie unser Erkennen. Erobern wir uns tiefere Dimensionen durch erkennen, können wir das auch sein. So gesehen sind Bilder auch wie Weltbilder …

Es geht nicht darum WAS man tut, sondern wie sehr man bei der Sache ist, egal was man gerade tut. Leben spielt in der eigenen menschlichen Form, möchte alles erleben, was es zu erleben gibt, ohne Wertung und ohne Grund …

Es möchte sich ausprobieren und sich selbst dabei auf die Finger sehen. Die magische Revolution antwortet auf die zunehmenden Krisen, die aufgrund von globaler Ausbeutung und Dominanz entstehen mit der Kraft dieser stillen, lauschenden Lebendigkeit …

‚Painting is a way of staying in the moment forever‘
Cecily Brown

Painting requires trust in one’s own nature. In letting it flow without controlling it, the map of being reveals itself like an entrance like a promise….

Our being is as wide as our recognition. If we conquer deeper dimensions by recognizing, we can be that too. Seen this way, pictures are also like world views…

It’s not about WHAT you do, but how much you are at it, no matter what you are doing. Life plays in its own human form, wants to experience everything there is to experience, without judgment and without reason …

It wants to try itself out and watch itself do it. The magical revolution responds to the increasing crises that arise due to global exploitation and domination with the power of this silent, listening aliveness …

MAGIC REVOLUTION 31

Ist es eigentlich wichtig, dass Vincents Kunst nach seinem Tod so anerkannt wurde? Oder Fridas? Pablos? Das Wesentliche ist doch, mit welchen Commitment sie dafür gegangen sind, was in ihnen gebrannt hat. Und klar wäre es traurig, wenn solch ein Einsatz unbemerkt bliebe …

Das Wertvolle jedoch sind nicht die fertigen Werke, sondern der unermüdliche Versuch, sich gegen die Weltenwand zu schmeißen, sich immer wieder hinzustellen und das Unmögliche zu versuchen, nicht weil man glaubt, ein Sieger zu sein, sondern weil man die Unfreiheit nicht akzeptieren kann …

Lieber setzt man alles auf eine Karte und so tritt nach und nach aus diesen ganz normalen Menschen etwas Einzigartiges zutage. Die mit Pioniergeist geschmiedeten Farben erinnern uns an das feinste Potenzial, dessen wir fähig sind …

Does it actually matter that Vincent’s art was so recognized after his death? Or Frida’s? Pablo’s? What is important is with what commitment they went for what burned in them. And of course it would be sad if such a commitment went unnoticed …

The valuable thing, however, is not the finished works, but the tireless attempt to throw oneself against the wall of the world, to stand up again and again and to try the impossible, not because one believes to be a winner, but because one cannot accept the lack of freedom …

It is better to go for broke and, little by little, something unique emerges from these ordinary people. The colors forged with a pioneering spirit remind us of the finest potential of which we are capable …

MAGIC REVOLUTION 30

Manchmal ist man wie wild verstrickt in dem Traum der Namen und Formen, durchgepeitscht von rastlosen Gedanken. Der Verstand ist die Quelle, er prägt die Träume wie Münzen in das Feld des Seins …

Das Netz der Träume ist so dicht gewebt, dass der Seinsgrund verloren scheint. Es hat keinen Eingang und keinen Ausgang und dennoch: Bewusste Atemzüge radieren die hungrigen Träume aus und eine gewisse innere Aufrichtigkeit erledigt den Rest …

Dann irrlichtert Spirit nicht mehr selbstvergessen in den Träumen herum, bewohnt nicht nur den Verstand, sondern auch den Körper, die Sinne und den gesamten Glanz der Person …

Die magische Revolution ist direkte Erfahrung. Sie lebt im Herz der Bewegung, in der Mitte des Gesprächs, in der Qualität  der Berührung …

Sometimes one is wildly entangled in the dream of names and forms, whipped through by restless thoughts. The mind is the source, it stamps the dreams like coins into the field of being …

The web of dreams is woven so tightly that the ground of being seems lost. It has no entrance and no exit and yet: conscious breaths erase the hungry dreams and a certain inner sincerity does the rest …

Then Spirit no longer wanders around obliviously in the dreams, inhabiting not only the mind, but also the body, the senses and the whole glow of the person …

The magical revolution is direct experience. It lives in the heart of the movement, in the center of the conversation, in the quality of touch …

MAGIC REVOLUTION 29

Im Grunde unseres Seins sind wir verbunden, verstehen wir die Sprache des Windes und der Sterne, stehen fest verwurzelt in der Familie der Dinge und können selbst ausweglose Situationen voll Liebe begleiten …

Die Probleme beginnen, wenn wir uns von dem entfernen, was wir wirklich sind. Wenn wir den alten Stimmen der Konditionierung eher glauben als der Stimme des Herzens.
Klimawandel hat seine Wurzel jetzt und hier in mir, wenn ich nicht das lebe, was ich eigentlich bin …

Wollen wir eine schönere Welt, hilft es wenig, hier und dort etwas zu reparieren. Solange wir nicht die Wurzel adressieren, bleibt das Gefühl der Ohnmacht. Die magische Revolution setzt an der Wurzel an. Es ist eine Revolution, die aus der stillen, gewahrenden Lebendigkeit in uns kommt …

At the bottom of our being we are connected, we understand the language of the wind and the stars, we are firmly rooted in the family of things and we can accompany even hopeless situations full of love …

The problems begin when we move away from who we really are. When we believe the old voices of conditioning rather than the voice of the heart.
Climate change has its root now and here in me, when I do not live what I really am …

If we want a more beautiful world, it helps little to fix something here and there. As long as we do not address the root, the feeling of powerlessness remains. The magical revolution starts at the root. It is a revolution that comes out of the silent, aware aliveness within us …

MAGIC REVOLUTION 28

Eigentlich ist es bereits magisch, wenn ein Mensch aus dem unbewussten Automatismus des Mentalen auftaucht in die Präsenz des gegenwärtigen Augenblicks. Wenn man genau hinsieht, tritt hier Spirit auf die Bühne der Ereignisse, umwölkt von Fetzen der Trance und Splitter der Illusion …

Interessanterweise hat das Eintreten in die Lebendigkeit nichts mit dem Ego zu tun, überhaupt nichts. Es versucht kurz vorher noch mittels mentaler Anstrengung die Kontrolle zu behalten, verhält sich dabei jedoch höchstens wie jemand, der mit geschlossenen Augen versucht, irgendwie durchzutauchen auf guten Wind hoffend …

Vor Kunstwerken gelingt es einem gut aus dem Bann im Kopf herauszutreten und in deren Raum einzutreten. Aber eigentlich ist jeder Moment gut, um durch die Rosenranken der Wünsche zu schlüpfen, wenn sich eine Lücke bietet …

Verschluckt von dem Gedankenstrom ist es schwer, adäquat auf die gegebene Situation zu reagieren. Viel mehr als eine automatische Reaktion geht sich da nicht aus. Bei bewusster Anwesenheit kommt diese magische Dimension der Lebendigkeit ins Spiel. In dieser Dimension kommen Dinge auf den Punkt und klicken ein in den großen Raster, durch den alles verbunden ist …

Actually, it is already magical when a person emerges from the unconscious automatism of the mental into the presence of the moment. If you look closely, here Spirit enters the stage of events, clouded by shreds of trance and splinters of illusion …

Interestingly, the entering into aliveness has nothing to do with the ego, nothing at all. Shortly before it tries to keep control by means of mental effort, but at the most it behaves like someone who tries with closed eyes to dive through somehow hoping for a good wind …

In front of works of art one succeeds well to step out of the spell in the head and to enter into their space. But actually every moment is good to slip through the rose tendrils of the wishes, if a gap offers itself …

Swallowed by the stream of thoughts, it is difficult to react adequately to the given situation. There is not much more than an automatic reaction. When consciously present, this magical dimension of aliveness comes into play. In this dimension, things come to the point and click into the great grid through which everything is connected …

MAGIC REVOLUTION 27

Der Weg zur eigenen Essenz ist eine stille Reise. Es braucht keine Worte und kein Verstehen. Es ist unmittelbares Erkennen, wenn das eigene wirkliche Gesicht spürbar wird, es ist eine Art Ankommen …

Und natürlich tauchen auf dieser Reise Drachen und Monster auf, wie denn auch nicht? Deshalb ist es ja auch eine magische Revolution, sich auf diesen Weg zu begeben und keine rationale …

Rationale Herangehensweisen helfen uns hier nicht. Zumindest braucht es Wirkweisen die in beiden Welten funktionieren. Wie Achtsamkeit oder Inklusion. Sie sind im rationalen Bereich verständlich und konstruktiv und reichen in Ihrem magischen Aspekt der Liebe zu …

Sobald wir in unseren Handlungen anwesend sind, werden unsere Produkte nicht nur um des Ergebnis willens hergestellt, sondern auch mit dem Herzen verbunden. Sie bekommen Seele …

Und sobald wir etwas integrieren, was wir vorher auf Abstand hielten, wachsen wir ein Stück weiter in die Ganzheit und spüren ihren mystischen Atem auf unserem wirklichen Gesicht …

The path to one’s essence is a silent journey. It needs no words and no understanding. It is immediate recognition, when one’s own real face becomes perceptible, it is a kind of arrival …

And of course dragons and monsters appear on this journey, how could they not? That is why it is a magical revolution to embark on this path and not a rational …

Rational approaches do not help us here. At the very least, we need methods that work in both worlds. Like mindfulness or inclusion. They are rationally understandable and constructive and hand to love in the magical realm…

Once we are present in our actions, our products are not only made for the sake of the result, but also connected to the heart. They get soul …

And as soon as we integrate something that we previously kept at a distance, we grow a little further into wholeness and feel its mystical breath on our real face …

MAGIC REVOLUTION 26

Der Verstand weiß nichts von Frieden und er weiß nichts vom Glück. Selbst wenn die Luft und der Abend voll davon ist und selbst wenn Frieden und Glück bereits tief in den Körper sinken, irrt er bloß herum und hält geschäftig danach Ausschau, als wäre es nicht schon längst hier …

Spürt man sich selbst in diesem Moment mit allem, was dazugehört, verschwindet die Zeit auf ihren nackten Beinen und eine andere Wirklichkeit wird offenbar. Die Dinge treten hervor wie beim Beginn einer Liebesgeschichte …

Und Frieden und Glück, diese alten Vagabunden sind frei, sind nicht zum Bleiben zu überreden, lassen sich jedoch eine gepflegte Liebesgeschichte nicht entgehen. Wenn sie sich niederlassen, gib ihnen ein zu Hause, solange wie sie bleiben möchten …

The mind knows nothing of peace and it knows nothing of happiness. Even when the air and the evening are full of it and even when peace and happiness already sink deep into the body, it merely wanders around and keeps a busy lookout for it, as if it were not already here …

If one feels oneself in this moment with everything that belongs to it, time disappears on its bare legs and another reality is revealed. Things emerge as at the beginning of a love story …

And peace and happiness, these old vagabonds are free, can not be persuaded to stay, but do not miss a well-kept love story. If they settle, give them a home as long as they want to stay …

MAGIC REVOLUTION 25



Du warst immer in der Stille. Noch bevor du Wörter gelernt hast, noch bevor du in die Zeit kamst, warst du Stille …

Du warst immer frei. Noch bevor dich die alten Stimmen von etwas anderem überzeugt haben, noch bevor dich die Kommandos der Effizienz erreicht haben, warst du Freiheit …

Du warst immer froh. Noch bevor dich die Wunde gelehrt hat, vorsichtig zu sein, noch bevor dich Erfahrungen geprägt haben, warst du Freude …

Und immer wieder, wenn du ganz still, frei oder froh bist, erinnerst du dich daran, wer du wirklich bist …


You were always in silence. Even before you learned words, even before you came into time, you were silence….

You were always free. Even before the old voices convinced you of anything else, even before the commands of efficiency reached you, you were freedom …

You were always joyful. Even before the wound taught you to be careful, even before experiences shaped you, you were joy ….

And again and again, when you are quite still, free, or joyful, you remember who you really are …

MAGIC REVOLUTION 24

Man denkt Dinge einfach nicht zu Ende. Man macht unbewusst einfach weiter wie bisher, versucht, nirgendwo anzuecken und so viel wie möglich anzusammeln. Jedoch kaum jemand fragt, ob das wirklich praktisch und zielführend ist? Eine gute Frage wäre: Kann mich das glücklich machen?

Eine andere unbewusste Bewegung ist, sich zu schützen vor allem Möglichen. Jedoch kaum jemand fragt, wer ist denn eigentlich der Feind, vor dem man sich schützen muss? Ist es Putin, der Corona Virus, das Klima?
Eine gute Frage wäre: Wer ist der Feind?

Geht man den Dingen nicht auf den Grund und macht man einfach unbewusst weiter, unterstützt man einen kafkaesken Selbstläufer, dessen Ziel es ist, sich von der Unkontrollierbarkeit des Lebens gänzlich zu trennen. Er will nicht den Tod, hat aber auch zu viel Angst vor dem Leben …

Dieser Selbstläufer tarnt sich, indem er sich als praktisch, logisch, vernünftig und unumgänglich darstellt. Das funktioniert jedoch nur, wenn man nicht zu Ende denkt.
Es braucht die magische Revolution, die ‚Milch der Träume‘ (Titel der Biennale, die Venezia 22), die Kunst, die Magie des Augenblicks als Kraftquelle gegen die Angst, die dem Selbstläufer zugrunde liegt …

One simply don’t think things through to the end. One unconsciously just carry on as before, trying not to bump into anything and to accumulate as much as possible. However, hardly anyone asks whether this is really practical and purposeful? A good question would be: Can this make me happy?

Another unconscious movement is to protect oneself from everything possible. However, hardly anyone asks, who is actually the enemy to protect oneself from? Is it Putin, Corona virus, climate change?
A good question would be: Who is the enemy?

If one doesn’t get to the bottom of things and just continues unconsciously, one supports a Kafkaesque self-perpetuating thing whose goal is to completely separate from the uncontrollability of life. It does not want death, but is also too afraid of life …

This self-perpetuating thing disguises itself by presenting itself as practical, logical, reasonable and inevitable. However, this only works if one does not think through to the end.
It needs the magic revolution, ‚the milk of dreams‘ (title of the Biennale that Venezia 22), the art, the magic of the moment as a source of strength against the fear that underlies the self-perpetuating thing …

MAGIC REVOLUTION 23

Was auch immer einem das Leben auftischt, mit der Kunst hat man eine gute Chance, damit klarzukommen. Wobei man nicht unbedingt darstellen muss, was einem gerade im Griff hat. Es reicht, wenn man ganz her kommt mit dem, was ist und es hingibt in das Feuer der Kunst …

Dabei ist es völlig egal, was man darstellt. Es geht darum, wie echt man bei der Sache ist. Authentizität erlaubt jedem Detail des Geschehens so zu sein, wie es ist. Menschsein in all seinen Aspekten ist das Forschungsfeld von den Dämonen in den Ecken bis zum Segen. Kunst gibt dem Menschsein Bühne …

Der*die Künstler*in zeigt der Kunst, was sie entdeckt, wie ein Kind seinen Fund zeigt und gibt es hin. Mehr ist nicht zu tun, die Alchemie der Kunst erledigt den Rest. Kunst ist ein Transformationsfeld …

Der*die Künstler*in muss nicht weg von der Welt, sondern ganz tief rein ausgeliefert dem Krächzen der Fasane in den Frühlingsbüschen. Verloren in dem Gefühl, wie sich Gras zwischen den Fingern anspürt. Dem Geruch nach dem Regen, der unter die Haut dringt, und den unzähligen Liebesliedern, die man wie zum ersten Mal hört …

Whatever life throws at you, you have a good chance of coping with it through art. Whereby you don’t necessarily have to represent what has you in its grip at the moment. It’s enough if you come completely here with what is and give it into the fire of art …

It doesn’t matter at all what you represent. It is about how genuine one is in the matter. Authenticity allows every detail of the event to be as it is. Being human in all its aspects is the field of research from the demons in the corners to the blessings. Art gives a stage to humanity …

The artist shows art what he*she discovers, like a child shows its find and gives it. More is not to do, the alchemy of art does the rest. Art is a field of transformation …

The artist does not have to get away from the world, but rather be at the mercy to the cawing of the pheasants in the spring bushes. Lost in the feeling of grass between the fingers. The smell of the rain that penetrates under the skin and the countless love songs that you hear as if for the first time …