CORONA Diaries 3 / The HeArt Knows

Rahmen
Beim Malen wird es ganz offensichtlich und klar: man ist versucht, sich in Sicherheit zu wiegen, einen Plan abzumalen, sich an schon gewohnte Techniken zu orientieren oder versuchen zu managen, kontrollieren und vergleichen, was man tut. Wenn man allerdings genau hinschaut, ist da Anstrengung vorherrschend und Angst etwas falsch zu machen …
Genauso gut gibt es immer die Möglichkeit zu MÖGEN, was man gerade tut und sobald man es mag, folgt man seinem*ihren Herzen. Sofort fließt Leichtigkeit ins Spiel und übermütige Risikobereitschaft.
Der Verstand zuckt vielleicht kurz aus, weil er die Kontrolle verliert, denn das Herz verwirft genauso frei, wie es neu erschafft …
Schenkt man dem Herz Vertrauen, wird bald klar: Es ist alles gut. Das Herz ist verbunden mit Dingen, die der Verstand niemals sehen kann. Das Herz weiß …
During painting it becomes very obvious and clear: one is tempted to lull oneself into a sense of security, to draw a plan, to orientate oneself on already familiar techniques or try to manage, control and compare what one is doing. But if you look closely, there is a predominant effort and fear of doing something wrong …
Just as well, there is always the possibility to LIKE what you are doing and as soon as you like it, you follow your heart. Immediately lightness flows into the game and carefree willingness to take risks.
The mind may flinch for a moment because it loses control, for the heart discards as freely as it creates…
If you trust your heart, it soon becomes clear that everything is fine. The heart is connected to things that the mind can never see. The heart knows …

CORONA Diaries 2 / The Face of Death

Karte Tod

„When the ego weeps for what it has lost, the spirit rejoices for what it has found“
Proberb
In der Pandemie ist das Gesicht des Todes verborgen. Der eigenen Wichtigkeit und dem Bestreben nach immer mehr wird plötzlich ein herber Spiegel vorgehalten. Man kann ihn ignorieren, lächerlich machen, Chancen erkennen, schön reden, Schreckensszenarien entwickeln, das närrische Spiel der Rechthaberei fortsetzen, letztlich befreiend ist jedoch nur der unvoreingenommene Blick in den Spiegel …
Das Gesicht des Todes erinnert an das Wesentliche, an die Tatsache der Existenz und dass man selbst inniger Teil davon ist. Es vertreibt den lähmenden Schlaf, schält uns aus der Ignoranz und lässt uns Dinge erkennen, die sonst bloß als Ahnung aus dem lebendigen Grund treten: Schönheit, Wertschätzung, Staunen …
Das Gesicht des Todes – nur wenige Millimeter unter den Pfirsichhäutchen der Schöpfung liegend – enthüllt mit einem Schlag das Paradies, welches immer unterhalb des weltlichen Marktplatzes verborgen lag …
„When the ego weeps for what it has lost, the spirit rejoices for what it has found“
Proberb

The face of death is hidden in the pandemic. A harsh mirror is suddenly held up to one’s own importance and the desire for more and more. It can be ignored, ridiculed, opportunities can be recognized, beautiful words can be spoken, horror scenarios can be developed, the foolish game of bossiness can be continued, but in the end only the unbiased look in the mirror is liberating…

The face of death reminds us of the essential, the fact of existence and that we ourselves are an intimate part of it. It dispels the paralyzing sleep, peels us from ignorance and lets us recognize things that otherwise appear only as a hunch from the living ground: beauty, appreciation, wonder…

The face of death – lying only a few millimetres beneath the peach skins of creation – reveals with one blow the paradise that has always been hidden beneath the worldly marketplace …

STERN / STAR

Karte Stern

Die Intelligenz des Lebens führt einen an genau dem richtigen Ort, zu genau der richtigen Zeit, dorthin, wo du jetzt gerade bist. In die Gewissheit, genau hier richtig zu sein.

Seinem*ihren Stern zu folgen, bedeutet, sich dieser Führung anzuvertrauen, weder Zweifel noch Ablenkung Raum zu geben.

Es ist wahr, wir haben alles bereits in uns, das wir brauchen. Das Leben bietet uns immer wieder seine Hand und wir sehen es nicht, wir missverstehen es immer wieder. Wir blicken nicht hinter die Mechanik der Dinge, hinter die Vorhänge des konditionierten Verstandes …

Wir werden ganz klar versorgt, wie Babys an der Nabelschnur und bemerken es nicht. Die Kraft, die uns durchströmt, ist nicht unsere. Das Pumpen des Blutes wie ferne Trommeln. Die offenen Fenster des Atems. Der Duft der Nacht. Nichts davon ist unser Verdienst …

Der Stern, der ohne zu werten, so weise führt, der selbst auf den*die Letzte*n wartet. Verborgen im Mysterium, kocht sein Leuchten die Herzen gar. Sein Funkeln durchdringt die finsterste Ignoranz. Spür den Stern, während du durch den Strom der Ereignisse wanderst, allzeit den Pfad unter deinen Füßen vertrauend …

The intelligence of life leads you in exactly the right place, at exactly the right time, to where you are right now. knowing that you’re in the right place at the right time.

To follow your star is to entrust yourself to this guidance, to give no room for doubt or distraction.

It’s true, we already have everything we need within us. Life offers us its hand again and again and we do not see it, we misunderstand it again and again. We do not look behind the mechanics of things, behind the curtains of the conditioned mind …

We are clearly being cared for, like babies on the umbilical cord and we don’t notice it. The power that flows through us is not ours. Pumping the blood like distant drums. The open windows of breath. The smell of the night. None of this is our doing …

The star that leads so wisely without judging, that waits even for the last one. Concealed in mystery, its light boils the hearts. Its sparkle pierces the darkest ignorance. Feel the star as you walk through the stream of events, always trusting the path under your feet …

CORONA Diaries 6 / Toth and the Mirror of Time

Toth und der Spiegel der Zeit

Toth hat im alten Agypten 3000 Jahre lange während einer blühenden Zeit regiert. Er vermittelte den Menschen jene Aspekte, die über das bloße Überleben hinausgingen und in das eigentliche Leben führen.

‚In den Tiefen des Winters entdeckte ich in mir einen unbesiegbaren Sommer.‘
Albert Camus

Es ist unglaublich, wozu Menschen fähig sind, im Hellen wie im Dunklen, wenn der Geist der Trennung – das Ego – ihr einziger Stern ist. Erst wenn der Anker in die Stille geworfen ist, ändert sich das Spiel …

Stille ist wie eine Schnittstelle, gleichzeitig Spiegel und Portal. Das sich darin erkennende Bewusstsein folgt keiner vorgefertigten Form oder Konzept, es weiß nichts, es ist ganz am Anfang und lernt sich kennen …

Herausgebrochen aus der Trance des Denkens ist es wie ein staunendes Kind, wie ein helles Tier, das sich auf der Weltenbühne ausprobiert …

Toth und der Spiegel der Zeit Detail 1

Toth ruled in ancient Egypt for 3000 years during a prosperous period. He conveyed to the people those aspects that went beyond mere survival and led into real life.

„In the depths of winter, I discovered in myself an invincible summer.“

Albert Camus

It is unbelievable what people are capable of, in light and dark, when the spirit of separation – the ego – is their only star. Only when the anchor is thrown into silence does the game change…

Silence is like an interface, simultaneously mirror and portal. The consciousness that recognizes itself in it does not follow any prefabricated form or concept, it knows nothing, it is at the very beginning and gets to know itself …

Broken out of the trance of thinking, it is like an astonished child, like a bright animal that tries itself out on the world stage …

DER TURM / THE TOWER

Karte Turm

Der Turm ist ein gar mächtiges Gebäude, du kannst viele Leben in seinen Gängen und Räumen wandern, ohne zu bemerken, dass du in einem Gefängnis bist.

Selbst wenn du bemerkt hast, braucht es all deine Fähigkeiten, um einen Ausbruch zu wagen. Deshalb ist die erste Aufgabe in deine Kraft und Anwesenheit zu kommen.

Der Turm symbolisiert das Gefängnis der Gedankenkonstrukte, Weltbilder, Glaubenssätze usw., in das wir Menschen uns selber einspinnen. Befinden wir uns im Turm, sind wir vollkommen identifiziert mit der Welt des konditionierten Verstandes …

Der Turm ist ein Tempel, der zum Marktplatz wurde, hier es gibt tausende verlockende Angebote und verführerisches Geflüster, sich an etwas zu verkaufen. Der Turm hat einiges zu bieten, Geiles, Bedrohliches, Unterhaltsames, doch seine vereinnahmende Tendenz nervt. Viel zu spät erkennt man, dass man wertvolle Zeit darin vergeudet hat …

Schaut man von Innen auf die Turmwand, sieht man nur eine unlebendige Mauer, wie eine Sackgasse. Lässt man sich davon nicht irritieren und schaut weiterhin darauf – ohne Absicht – aber mit ganzer Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit wird die Wand lebendig und ehe man es sich versieht, ist der Turm verschwunden …

The tower is a powerful building, you can walk many lives in its corridors and rooms without realizing that you are in a prison.

Even if you do realize it takes all your abilities to break out. Therefore the first task is to come into your power and presence.

The tower symbolizes the prison of thought constructs, world views, beliefs, etc., into which we humans weave ourselves. When we are in the tower, we are completely identified with the world of the conditioned mind…

The tower is a temple that has become a market place, there are thousands of tempting offers and seductive whispers to sell yourself to something. The tower has a lot to offer, horny, threatening, entertaining, but its misappropriate tendency is annoying. Often one realizes too late that one has wasted valuable time…

If you look at the wall of the tower from the inside, all you see is an inanimate wall, like a dead end. If you don’t let this irritate you and keep looking at it – without intention – but with all your attention and sincerity the wall comes to life and before you know it, the tower is gone …

CORONA Diaries 5 Human Being and Human Doing

Atelier 3

Das menschliche Tun ist flüchtig, geschieht oft automatisch. Es wird kaum bemerkt, dient eher als Mittel zum Zweck. Das Tun macht schon Spaß, man kann jedoch leicht darin gefangen sein, schon stöhnend und trotzdem nicht aufhören können …

Man ist irgendwohin unterwegs und möchte eigentlich schon dort sein. Im Tun ist der Raum enger und angestrengt, weil man ständig im Focus ist. Das menschliche Sein wirkt im zeitlosen, grenzenlosen Raum. Die Dinge sind deutlicher, fast wie aus Holz geschnitzt, aber dennoch leicht vibrierend vor Lebendigkeit …

Die Farben leuchten intensiver. Die Wesen und Handlungen sind Teil des Gesamten, ebenfalls wie hineingeschnitzt in dasselbe Werk. Im Sein geht es nicht darum, irgendwohin zu kommen oder eine Lösung zu finden. Tanz will auch nirgendwo hin und Musik braucht keine Lösungen …

Atelier 2

Human doing is ephemeral, often automatic. It is hardly noticed, but rather serves as a means to an end. Doing is fun, but it is easy to get caught up in it, to groan and still not be able to stop …

One is on the way somewhere and actually wants to be there already. While doing, the space is narrower and more strained, because you are always in focus. The human being works in a timeless, boundless space. Things are clearer, almost as if carved out of wood, but still slightly vibrating with liveliness …

The colours are more intense. The beings and actions are part of the whole, also as if carved into the same work. Being is not about getting somewhere or finding a solution. Dance does not want to go anywhere and music does not need solutions …

 

CORONA Diaries 4 The Language of Things

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‚Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.‘
Albert Einstein

Intuition ist ein – frei von vorbestehendem Wissen – unmittelbares Erkennen von Zusammenhängen. Sie ist nicht durch Wollen beeinflussbar …

In einer Zeit, in der die alten Räume brechen hilft der rationale Verstand nur bedingt, um neue Lösungen zu finden. Intuition ist ein alter Weg die Sprache der Dinge zu verstehen …

Dazu gilt es, in den Fluss der Dinge einzutauchen. Das heißt, raus aus den Geschichten im Kopf, zurück an den Start, zum Anfang der Geschichten, in die Stille am Beginn der Zeit. Wir sehen immer aufrichtig in das Gesicht der Stille …

Hier bewegen wir uns im Land
jenseits von richtig und falsch, nicht um irgendwo hinzuwollen, sondern, um zu sein. Solange alles so sein darf, wie es ist, bleibt man gut im Takt, sobald auch nur ein Hauch davon auftaucht, dass etwas oder jemand anders sein sollte, kommt man ins Straucheln …

Für den*die intuitive Wander*in verändert sich allmählich die Umgebung: Schönheit kommt zur Geltung, die Qualität der Berührung vertieft sich, ein Gefühl der Verbundenheit stellt sich ein und die Sprache der Dinge enthüllt den Keim des Neuen …

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„A new way of thinking is necessary if mankind is to continue to live.
Albert Einstein

Intuition is a – free of pre-existing knowledge – immediate recognition of connections. It cannot be influenced by will …

In a time, in which the old spaces are breaking up, the rational mind only helps to a limited extent to find new solutions. Intuition is an old way to understand the language of things …

For this purpose it is necessary to dive into the flow of things. That means, getting out of the stories in your head, back to the beginning, to the beginning of the stories, into the silence at the beginning of time. We always look sincerely into the face of silence…

Here we move in the land
beyond right and wrong, not to go anywhere, but to be. As long as everything is allowed to be as it is, you stay in tact, as soon as there is even a hint that something or someone should be different, you stumble …

For the intuitive wanderer, the surroundings gradually change: beauty comes into its own, the quality of the touch deepens, a feeling of connectedness arises and the language of things reveals the seed of the new …